Umgang mit soziokultureller Heterogenität

1)In meiner Schulzeit gab es sowohl Angebote für die Eltern sowie für die Schüler:innen in Bezug auf den Umgang mit soziokultureller Heterogenität. Im Tandem wurde die Schulung von Eltern und Kindern im Bereich der Kommunikation angeboten. Es wurden dabei wichtige Themen angesprochen, die im Alltag aufgrund von Sprachbarrieren untergehen können. Hier steht nicht nur die Anpassung im Vordergrund, sondern der Dialog und das gegenseitige Verständnis.  Außerdem gab es Sprachförderungskurse die für die Schüler:innen angeboten werden. Indem Barrieren bei Elternbriefen oder Ausflügen thematisiert werden, wird anerkannt, dass verschiedene kulturelle oder soziale Hintergründe unterschiedliche Kommunikationsbedarf erzeugen. Im Allgemeinen stand ein Kultur sensibles Verhalten an der Tagesordnung.

Die Maßnahme der Sprachförderung lässt sich in die Ausländerpädagogik einordnen, da es als ein Problem wahrgenommen wird, welches durch das Nachholen der deutschen Sprache ausgeglichen werden soll. Diese kann sich jedoch als schwierig entwickeln, da Sprachkurse häufig separat stattfinden. Dementsprechend findet hier Segregation anstatt Inklusion statt. Die Wirkung dieser Maßnahme sollte in erster Linie die Teilhabe am Unterricht verstärken. Bei der Kommunikation zwischen den Eltern und der Schule soll dies bewirken, dass Eltern die Möglichkeit gegeben wird ihre Kinder zu unterstützen. Aus Sicht der Diversity Education greifen diese Methoden dennoch zu kurz, da sie dazu neigen Menschen auf ihre Herkunft zu reduzieren (Prengel, 2006, S.13). Des Weiteren muss erwähnt werden, dass der Ausländerpädagogik kritisch gegenübergetreten werden sollte. Es wird davon ausgegangen, dass „Defizite beseitigt werden sollen“ (Roth, 2002, S.44), damit werden gesellschaftliche Probleme entpolitisiert und stellt sie einer rein therapeutischen Behandlung anheim (vgl. ebd, 2002, S.44).

2) Als Beobachtungsaufgabe könnte man auf die Sprachkurse eingehen, die im vorherigen Text kritisiert wurden. Die Beobachtung kann sich darauf beziehen, ob die Förderung von Sprachkenntnissen sich im separaten Raum oder im Unterrichtsteam verbessert. Dies kann prüfen, wie Schulen sich räumlich und zeitlich organisieren, was die Sprachförderung angeht. Als Ziel sollte Heterogenität im Vordergrund stehen und dies sollte auch gefördert werden.

3)Letztlich ist die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften sowie den Eltern für die Weiterentwicklung des Kindes wichtig. Programme, die Eltern und Schüler:innen aktiv einbinden, bieten eine gute Grundlage. Der Schwerpunkt bei diesen Programmen sollte darauf liegen, dass jeder mit einbezogen wird und Heterogenität als Realität angesehen wird.

Literatur:

Roth, H.-J. (2002): Kultur und Kommunikation. Systematische und theoriegeschichtliche Umrisse Interkultureller Pädagogik. Wiesbaden: Springer, S.44.

Prengel, A. (2006): Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung Interkultureller, Feministischer und Integrativer Pädagogik. 3. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S.13.

 

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