Individualisierung von Unterricht als schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität

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Heterogenität ist heute in der Erziehungswissenschaft ein viel und häufig gebrauchtes Konzept, allerdings wird es in einer Klasse mit verschiedenen SuS und ihren unterschiedlichen Leistungsprofilen schwierig, den EINEN und besten Unterricht zu kreieren. Deswegen war es für mich sehr interessant die in der Vorlesung vermittelten Unterrichtsformen kennen zu lernen, obwohl ich nicht sicher bin, wie und ob sich diese theoretischen Konzepte auch in der Praxis umsetzen lassen.

Aber ich sehe hier einige Möglichkeiten, die ich kurz beschreiben möchte: Der Ausgangspunkt in einer heterogenen Klasse sollten meiner Meinung nach die gleichen Aufgaben für alle SuS sein, denn individualisierte Aufgaben lassen sich bei einer Klassenstärke von 20 SUS und einer Lehrkraft nur schwer umsetzen. Man könnte aber beispielsweise den SUS, die schwächer sind, zu einem Text weniger Aufgaben geben als den Stärkeren, ihnen dagegen könnte man beispielsweise für dieselben Aufgaben vorgeben. Ebenso könnte man auch verschiedene Schwerpunkte setzen, so zum Beispiel den SUS mit gutem Wortschatz beispielsweise Grammatikaufgaben und denen mit guter Grammatik Wortschatzaufgaben zu ein- und demselben Text geben. Das sind nur einige Ansätze, die genauer ausformuliert und je nach Klasse und Klassenzusammensetzung durchdacht werden müssten.

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Eine Gruppe mit verschiedenen Leistungen und Niveaus, sprich eine heterogene Gruppe, verlangt von der Lehrkraft angepasste und individualisierte Aufgaben. Das ist es gerade, was die Gestaltung des Unterrichts für die Lehrer zu eine Herausforderung werden lässt. So fehlt es beispielsweise an Unterrichts Zeit aber auch an dem Platz einen solchen Unterricht angemessen zu gestalten.

Auch bei dem Material muss sich der Lehrer viele Aufgaben ausdenken, um allen Teilnehmer gerecht zu werden. Tatsächlich wird es wahrscheinlich so sein, dass in der Realität schwächere Teilnehmer aus der Gruppe ausgegrenzt werden oder aber der Lehrer nicht allen genügend Aufmerksamkeit schenken kann. Folglich geht der Klassen Zusammenhalt verloren und es scheint fast unmöglich für ein Lehrer allen noch Aufmerksamkeit zu schenken ,deswegen ist es wichtig, dass keiner sich langweilt sondern das Gefühl hat etwas zu lernen, egal auf welche Ebne der Teilnehmer steht. Hier könnte im Unterricht zum Beispiel eine Gruppenarbeit an setzen, bei der leistungsstarke SUS mit leistungsschwächeren SUS zusammenarbeiten und somit die Stärkeren den Schwächeren helfen damit übernehmen sie schon wichtige Aufgaben und Zeit, die sonst der Lehrer für die Leistungsschwächeren investieren müsste. Es bleibt für Lehrer die Herausforderung den Leistungsstarken zu vermitteln wie sie den Schwächeren helfen können, ohne ihnen die Ergebnisse vorzusagen.

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Die folgenden Fragen sind einige, die sich für den Unterricht ergeben könnten:

  • Wie kann der Lehrer allen SUS gleichzeitig genügend Unterrichtsstoff vermitteln, ohne dass sich jemand von den SUS langweilt?
  • Wie kann man als Lehrkraft den SUS helfen, die mit dem individualisierten Unterrichtskonzept nicht zurechtkommen?
  • Wie viel Zeit sollte die Lehrkraft mit jedem Einzelnen im Unterricht verbringen?
  • Wie kann man bei einem individualisierten Unterricht die Leistungen der SUS angemessen bewertet bzw. verglichen werden?
  • Wie könnte in einer solchen Unterrichtsform eine für alle vergleichbare Prüfung aussehen?

 

 

Sipan Abbas

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