- Bitte begründen Sie unter Rückgriff auf die Ausführungen in der Präsentation, warum Heterogenität im schulischen Kontext häufig als ´Herausforderung´, die bewältigt werden muss, wahrgenommen wird?
Heterogenität beschreibt die Verschiedenheit einer Gruppe. Innerhalb einer Schulklasse wird es nie eine homogene, einheitliche gleiche Mehrheit an Schüler*innen geben. Die Unterscheidungen beginnen bereits beim Geschlecht der Schüler*innen und hören bei der sozialen Schichtzugehörigkeit auf, sowie dem Herkunftsland und der Sprach und Konzentrationsfähigkeit. Auf der einen Seite ist Heterogenität was schönes und bereicherndes, auf der anderen Seite ist es gerade deshalb, weil es etwas sehr individuelles ist, etwas was „Reibungen“ innerhalb eines Gefüges erzeugt oder erzeugen kann.
2.Was ist damit gemeint, wenn von dem ´Konstruktionscharakter´ von Heterogenität die Rede ist? Bitte erklären Sie das in eigenen Worten.
Heterogenität ist ein Konstrukt bzw ein Konstruktionscharakter, da es nichts ist was man zum Beispiel spürbar anfassen kann, da es ein soziales Phänomen ist. Man kann einen heterogene Gruppe analysieren, aber nicht etwas symbolisches als heterogen charakterisieren.
3. Welche Erfahrungen/Beobachtungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität (siehe AGG) haben Sie in ihrer Schulzeit gemacht? Bitte beschreiben Sie ein aus Ihrer Perspektive besonders positives oder auch negatives Beispiel.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viele Lehrer*innen sehr überfordert ein heterogenes Klassengefüge kontrollieren zu können bzw. leiten zu können. Oft hatte ich das Gefühl, dass es ihnen nicht mal der Begriff Heterogenität geläufig ist bzw. , dass man sich nicht mit dem Begriff auseinandersetzen möchte, sondern eher im eigenen Interesse den Unterricht ohne jegliche pädagogische Kompetenz zielführend fortführen möchte, was ich natürlich nicht auf alle Lehrer*innen pauschal übertragen darf, die genannten Beispiele gab es jedoch.
Total nachvollziehbar, was du zu den überforderten Lehrkräften schreibst. Mir ging es in der Schule oft ähnlich – manche haben einfach so getan, als wären alle auf dem gleichen Stand, und dann hieß es „das schaffen wir schon irgendwie“. Dabei wäre mehr Bewusstsein für die unterschiedlichen Hintergründe echt hilfreich gewesen.
Die Sache mit der Überforderung der Lehrkräfte kann ich total nachvollziehen. Bei uns wurde damals einfach so getan, als wären alle auf dem gleichen Stand, und wer nicht mitkam, hatte halt Pech gehabt.
Der Punkt mit der Überforderung der Lehrkräfte trifft es bei mir ziemlich genau – ich erinnere mich an eine Lehrerin, die einfach alle auf dasselbe Niveau gezwungen hat, statt auf die Unterschiede einzugehen. Das hat bei mir lange nachgewirkt. Gut, dass das Thema jetzt endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Ich musste bei dem Punkt mit den überforderten Lehrerinnen direkt schmunzeln – das kam mir aus meiner Schulzeit auch sehr bekannt vor. Gerade in Fächern wie Mathe oder Englisch wurde einfach auf dem Niveau der Schnellsten weitergemacht, während der Rest abgehängt wurde. Schade, dass der Begriff Heterogenität damals bei vielen gar nicht auf dem Radar war.
Der Punkt mit der Überforderung der Lehrkräfte kann ich total nachvollziehen. Bei uns wurde damals eher versucht, alle über einen Kamm zu scheren, statt die Unterschiede wirklich zu nutzen – schade, denn genau diese Vielfalt hätte den Unterricht so viel spannender machen können.