Erste Entwurfsfassung des Szenarios und Lernziele

In ihrer ersten Version legte die Unterrichtsplanung gemäß dem Bildungsplan SekII (2008) des Landes Bremen einen starken Schwerpunkt auf die kommunikative Produktion „schreiben”. Das ursprüngliche Ziel bestand darin, die Schüler:innen in eine kreative Situation zu versetzen: mithilfe einer anpassbaren Consigne auf Fobizz eine glaubwürdige Fake News zu verfassen, ein passendes Bild zu generieren (immer noch auf Fobizz) und das Ganze in eine Instagram-Veröffentlichung mit Zeobb umzuwandeln.

Die KI wurde also auf relativ einfache Weise eingesetzt: Textproduktion über Fobizz Chat, Bildgenerierung über Fobizz Bild und Instagram Formatierung auf Zeoob. Was ich jedoch noch nicht wusste, was und wie die Schüler:innen schreiben sollten.

Und ich hatte die Lernziele (zu) weit gefasst formuliert. Ich hatte alles aufgeschrieben, was ich als Recherche gelesen hatte, um mir zu helfen.

Auf sprachlicher Ebene ging es darum, einen Wortschatz im Zusammenhang mit den Medien und der Manipulation von Informationen sowie Argumentationsstrukturen zu mobilisieren. Auf kommunikativer Ebene sollten die Schüler:innen einen kohärenten Text verfassen, ihn präsentieren und begründen. Auf thematischer Ebene stand das Verständnis der Mechanismen von Fake News im Mittelpunkt. Auf medialer Ebene schließlich ging es um die Nutzung und kritische Analyse von KI-generierten Inhalten.

Zu diesem Zeitpunkt war der Schwerpunkt noch nicht klar hierarchisiert. Das Schreiben nahm einen dominierenden Platz ein, während die mündliche Dimension und die kritische Diskussion noch nicht vollständig als Kernstück der Sitzung identifiziert worden waren. Vor allem hatte ich noch kein konkretes Ziel definiert.

(Im Laufe des Prozesses hat sich diese Hierarchie geklärt. Die mündliche Kompetenz „Sprechen“ wurde nach und nach zum zentralen Ziel, wie wir im weiteren Verlauf dieses Portfolios sehen werden. Das „Schreiben“ verschwand nicht, sondern wurde zu einem Mittel in den Diensten der Diskussion und Argumentation.)

Theoretische Fundierung der Kompetenzwahl

Die Auswahl der Kompetenzen basiert auf den Leitlinien des Bremer Bildungsplans für die Sekundarstufe II (2008), der den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Kommunikationskompetenzen „Sprechen“, „Schreiben“ legt. Ich hatte, wie schon erwähnt, der schriftlichen Kompetenz Vorrang eingeräumt, was im Einklang mit einem kompetenzorientierten Ansatz stand. (Formell war das in Ordnung, inhaltlich jedoch nicht).

Was die Medienkompetenz betrifft, so stützt sich die Einbeziehung kritischer Reflexion über Fake News und KI-generierte Inhalte auf die Empfehlungen zur „Bildung in der digitalen Welt” der KMK (2016) S.16: „1.2.1. Informationen und Daten analysieren, interpretieren und kritisch bewerten und 1.2.2 Informationsquellen analysieren und kritisch bewerten“ sowie auf die digitale Kompetenz „verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien” von Alles et all S5. (2025).

Die Planung wird auch von einer handlungsorientierten Logik beeinflusst: die Schüler:innen erfüllen eine konkrete Aufgabe (Erstellen und Präsentieren einer Fake News), die dem Sprachgebrauch einen Sinn gibt. (vgl. Nieweler 2017).

Didaktisch-methodische Entscheidungen

In meinem ersten Entwurf verfolgte ich einen kommunikativen Ansatz, der sich auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit „Schreiben“ konzentrierte. Die Produktion war der Motor des Lernens.

Methoden

Ich bevorzugte einen handlungsorientierten und produktiven Ansatz (vgl. Nieweler 2017): die Schüler:innen sollten eine konkrete Aufgabe erfüllen (eine glaubwürdige Fake News erstellen), um Französisch in einer bedeutungsvollen Situation anzuwenden. Diese Methode zielte darauf ab, das Sprachenlernen in einen Kontext zu stellen, der ihrer digitalen Realität nahekommt.

Arbeitsformen

Gruppenarbeit war vorgesehen, um erstmal die Motivation zu fördern aber auch um die sprachliche Verhandlung und die gemeinsame Ausarbeitung des Textes zu fördern: „Partner-/Gruppenarbeit In dieser Form schließen sich Paare oder kleine Gruppen aus mehreren Lernenden zusammen. Die Paare bzw. Gruppen können an denselben oder an unterschiedlichen Arbeitsaufträgen (Thema, Aufgaben-, Fragestellung, o. a.) arbeiten. In der Partner-/Gruppenarbeit wird das Miteinander gefördert. Zudem profitieren die Lernenden durch die Stärken der anderen und erfahren durch diese Sicherheit bei der Bearbeitung der Aufgabenstellung.“ (vgl. Thies et all 2023: 3).

Die Phasen im Plenum, insbesondere während der Präsentationen der Fake-News, sollten den Austausch und die gemeinsame Nutzung der Ergebnisse ermöglichen: „Plenumsarbeit Bei dieser Form arbeitet die gesamte Gruppe gemeinsam an einem Arbeitsauftrag (Thema, Aufgaben-, Fragestellung, o. a.). Die Zusammenarbeit kann etwa als offene Diskussion oder als Gespräch stattfinden, welches durch die Lehr-/Ausbildungsperson strukturiert wird. Trainiert werden Austausch und Umgangsweisen in großen Gruppen. “ (vgl. Thies et all 2023: 3).

Einsatz von KI

KI wurde als kreatives und experimentelles Werkzeug konzipiert. Durch die Verwendung einer in Fobizz veränderbaren prompt konnten die Schüler:innen konkret beobachten, wie die Formulierung das generierte Ergebnis beeinflusst. Das Ziel war nicht, das Schreiben an die Maschine zu delegieren, sondern die Mechanismen der Informationsproduktion und Manipulation sichtbar zu machen.

Bei der Erprobung I an der Universität stellte sich jedoch heraus, dass das schriftliche Produzieren einen zu großen Stellenwert einnahm und vom Hauptziel ablenkte: dem Austausch und der kritischen Reflexion. Die Schüler:innen kopierten größtenteils eine vorgegebene prompt und produzierten nur wenig Eigenes. Die Kompetenz „Schreiben“ wurde also nicht so authentisch trainiert, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Diese Erkenntnis veranlasste mich, den Schwerpunkt der Sitzung auf die Kompetenz „Sprechen“ zu legen und den sprachlichen Schwierigkeitsgrad anzupassen, der sich für die Gruppe zunächst als zu einfach erwiesen hatte.

Warum und wie nutze ich KI? Bezug zum Modell „Lernen und KI“

Der Einsatz von KI in dieser Unterrichtseinheit zielt nicht darauf ab, ein zusätzliches technisches Werkzeug einzuführen, sondern eine Lernsituation zu schaffen, die einen Bezug zum Alltag hat. Durch die Verwendung von Fobizz zur Generierung von Fake News anhand einer anpassbaren Eingabeaufforderung erleben die Schüler:innen konkret, wie einfach es ist, scheinbar glaubwürdige Inhalte zu produzieren. KI wird so zu einem Mittel, um den Prozess der Informationsmanipulation sichtbar zu machen.

Diese Wahl ermöglicht es auch, das Erlernen der französischen Sprache mit der digitalen Welt der Schüler:innen zu verbinden. Die Erstellung des kleinen Textes dient als Ausgangspunkt für eine kritische Diskussion über die Glaubwürdigkeit von Informationen und die Risiken im Zusammenhang mit KI-generierten Inhalten.

Der Einsatz von KI ist Teil des Modells „KI-Kompetenzen“ (vgl. Alles et all 2025)

  • Die Schüler:innen lernen mit KI (Erstellung eines Textes),
  • über KI (Einfluss des Prompts auf das Ergebnis)
  • und im Umgang mit KI (kritische Bewertung der generierten Inhalte).

Konkret wird KI als Werkzeug zur Textproduktion im Rahmen einer angeleiteten Arbeit mit Prompts eingesetzt. Die Schüler:innen interagieren mit einem Chatbot (Fobizz Chat), passen einen vorgegebenen Prompt an und analysieren anschließend den generierten Text.

Erste Materialien und digitale Werkzeuge

Für die erste Version der Sitzung waren folgende Materialien vorgesehen:

  • ausgedruckte „richtig oder falsch”-Karten;
  • einfache Fake News, formuliert in einem Satz;
  • Fobizz Chat für die Texterstellung;
  • Fobizz Bild (dessen Nutzen noch nicht vollständig geklärt war);
  • Zeoob für die Erstellung eines gefälschten Instagram-Posts;
  • eine noch wenig strukturierte Eingabeaufforderung für Fobizz Chat, deren Formulierung noch präzisiert werden musste;
  • Fragen für die abschließende Reflexion;
  • Hilfen zur Formulierung auf Französisch auf den Folien;
  • eine Dokumentation der verwendeten KI-Tools.

Als ich mit der Konzeption begann, wusste ich noch nicht viel über Fobizz. Im Laufe des Prozesses habe ich mich nach und nach mit diesen Tools vertraut gemacht.

Reflexionsfragen

Welche Modelle oder Theorien beeinflussen meine Planung?

Meine Planung wird von mehreren didaktischen Modellen beeinflusst.

  • Sie folgt zunächst einem kompetenzorientierten Ansatz (vgl. Nieweler 2017), da das zentrale Ziel die Entwicklung messbarer Kommunikationskompetenzen ist, insbesondere der produktiven mündlichen Kompetenz (Sprechen).
  • Darüber hinaus basiert die Struktur der Unterrichtsstunde auf einer handlungsorientierten Logik: die Schüler:innen erfüllen eine konkrete Aufgabe (die Erstellung und Präsentation einer Fake News), die dem Sprachgebrauch einen Sinn gibt. (vgl. Nieweler 2017).
  • Die Planung ist auch von den Leitlinien der „Bildung in der digital vernetzten Welt” (vgl. KMK 2016) sowie vom DigCompEdu-Rahmen beeinflusst. (vgl. Redecker 2019) Schließlich stützt sich die Integration der KI auf das Modell KI-Kompetenzen (vgl.Alles et all 2025)

Wo musste ich erste Ideen verändern und warum?

Ich habe die Idee aufgegeben, die Kompetenz „Schreiben“ in den Mittelpunkt der Sitzung zu stellen. Die Erprobung hat gezeigt, dass das „Schreiben“ teilweise durch eine vordefinierte Vorgabe geleitet wurde und keine eigenständige Produktion darstellte. Die Dynamik der Sitzung zeigte, dass die Kompetenz „Sprechen“ relevanter und kohärenter mit den tatsächlichen Zielen war.

Außerdem habe ich die Consigne umformuliert, da sie für die Schüler:innen beim ersten Versuch nicht klar genug war. Sie wussten nicht immer, wie sie sie ändern oder anpassen sollten. Schließlich habe ich den sprachlichen Schwierigkeitsgrad angepasst, der ursprünglich im Hinblick auf das tatsächliche Niveau der Gruppe zu einfach war.

Wo und wie kann KI mich bei der Planung sinnvoll unterstützen?

KI kann Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung unterstützen. Bislang nutze ich sie nicht zu diesem Zweck, aber die Lektüre bestimmter Literatur veranlasst mich, meine Meinung zu überdenken. In einem Artikel von Almut Steilein findet sich folgende Idee: „Generative Kl kann bei der Unterrichtsplanung unterstützen, als Dialogpartner Kommunikationssituationen simulieren und bei der Texterstellung helfen. In einer von performanten KI-Tools durchdrungenen Lebenswelt gilt es zudem, die Medienkompetenz aus dem Fachunterricht heraus zu schulen.“ (vgl. Steinlein 2025: 2).

D’après mes recherches, l‘ia peut soutenir un enseigner de plusieurs manières, que j’ai essayé de regrouper en plusieurs categories :

Hinweis: Ich habe die Tabelle bewusst auf Französisch belassen, da sie aus meinen vorab gemachten Überlegungen stammt.

Domaine Objectifs / Compétences visées Exemples concrets d’application
Planification et structuration de l’enseignement Concevoir et organiser l’apprentissage de manière cohérente et progressive – Concevoir des tâches- Structurer une séquence didactique- Élaborer une progression annuelle ou thématique- Planifier des parcours différenciés- Soutenir la différenciation.
Création de matériel pédagogique Produire des supports adaptés aux objectifs d’apprentissage – Générer des exemples d’exercices- Créer des supports (textes, dialogues, listes de vocabulaire)- Produire des fiches de travail- Concevoir des aides à l’écriture- Générer des modèles et solutions types
Adaptation et différenciation Ajuster les contenus aux besoins et aux niveaux des élèves – Adapter le niveau linguistique d’un texte- Proposer des supports différenciés selon le niveau- Simplifier ou complexifier un contenu- Générer des versions A/B d’une même tâche
Création d’exercices spécifiques – compréhension écrite Développer la compréhension et l’entraînement ciblé – Questions à choix multiple- Textes à trous- Questions de compréhension ouvertes ou fermées- Autres formats d’entraînement (vrai/faux, reformulation, association, etc.)

 

Ich habe mich bei diesen Recherchen auf die Arbeiten von Steinlein 2025 „Lernen mit der Sprachmaschine” sowie auf eine „Einführung Generative KI im Fremdsprachenunterricht” des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2023 und auf die Arbeiten von Katrin Sommerfeldt „KI im Spanischunterricht – Para bien o para mal?” aus dem Jahr 2025 gestützt.

Ich möchte jedoch einen Vorbehalt anbringen: KI kann die Planung unterstützen, ersetzt jedoch weder das fachliche Urteilsvermögen noch die didaktische Verantwortung des Lehrers.

Ich möchte diese Überlegungen zu meinem Engagement für KI mit einem Zitat aus dem Artikel von Steinlein (2025) abschließen, das ich für sehr treffend halte: „Die künstliche Intelligenz soll ein Werkzeugsein, das wir nutzen können, und nicht eine Brille, durch die wir die Welt betrachten. Um ein so mächtiges Werkzeug zu steuern, müssen wir mit dem Wissen ausgestattet sein, es zu verstehen und zu bedienen (vgl. Taulli 20221V in Steinlein 2025: 2).“ Formularbeginn

Meiner Meinung nach ist das in etwa so, als würde man Google Translate oder Deepl verwenden und das Tool bitten, einen Text zu übersetzen, ohne über Kenntnisse der Zielsprache zu verfügen. Das kann nicht funktionieren, man braucht ein Mindestmaß an Kenntnissen.