Zweite Woche KW 16

Teilaufgabe 1:

Seyfried et al vermutet in seinem ersten Satz, dass die hoch angepriesene Ausgestaltung des Unterrichts mit Medien, nur selten in dieser Form umgesetzt wird. Selbst der Fakt, dass es nur wenige empirische Studien in diesem Feld gibt, lässt auf die Ergebnisse schließen. Warum sollte sich ein Lehrer daraufhin beobachten lassen, wenn eigentlich schon vorhersehbar ist, dass sein Unterricht in einer solchen Studie negativ bewertet würde? So liegt es auf der Hand, dass Seyfried mit der Annahme richtig liegt „Gleichförmigkeit und Methodenmonoismus“ dominiere immer noch den deutschen Unterrichtsalltag. Die Ergebnisse einer Studie über die Methodenvielfalt würden meiner Meinung nach belegen, dass Lehrer, abhängig von Ihrer Zeit die sie bereits unterrichten, immer weniger verschiedene Medien nutzen. Ich könnte mir zudem vorstellen, dass Lehrer sich in ihrer Dienstzeit immer mehr auf eine Form versteifen.

Teilaufgabe 2:

Genau wie ich erwartet habe stellte sich heraus, dass der Frontalunterricht immer noch dominierend im Unterricht eingesetzt wird. Obwohl festgestellt wurde, dass der Frontalunterricht in den meisten Unterrichtssituationen mehr Nach- als Vorteile aufweist. Auffällig war, dass der Unterricht im Rechnungswesen, bzw. Matheunterricht, sehr wenig auf verschiedene Medien zurück greift. Weniger überraschend fand ich den vermehrten Einsatz von Medien in sowieso medienunterstützen Fächern wie der Informatik. Besonders überrascht war ich über die Tatsache, dass der Einsatz von verschiedenen Medien keine signifikante Korrelation mit dem Alter des unterrichtendem ausweist. Wie oben beschrieben bin ich fest davon ausgegangen, dass sicher Zusammenhang bestünde.

Teilaufgabe 3:

In der Studie „Geomedienkompetenz – Untersuchung zur Akzeptanz und Anwendung von Geomedien im Geographieunterricht unter besonderer Berücksichtigung moderner Informations- und Kommunikationstechniken“ wurde von der Autorin Ulrike Klein (2007) der Einsatz von Geomedien, vor allem der Einsatz von Computergestützten Geomedien, im Unterricht untersucht. Festgestellt wurde, dass sich der Einsatz positiv auf den subjektiven Lernerfolg, die intrinsische Motivation und das Ansehen des Fachs auswirkte. Jedoch stelle sich durch eine quantitative Prüfung heraus, dass genau diese Medien nur sehr selten im Unterricht eingesetzt werden (http://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dissertation_derivate_00002116/d2116.pdf;jsessionid=F020C49E56116C299D164C5134FAB5B6).

Teilaufgabe 4/5:

Am 22. April 2016 habe ich in der E-Phase im Geographieunterricht den Medieneinsatz beobachtet. Auffällig war, dass das didaktische Format kaum wechselte. Der Unterricht wurde überwiegend von der Lehrkraft dominiert. Abgelöst wurde der einseitige Lehrervortrag nur durch das Fragend entwickelnde Lehrer-Schüler Gespräch. Diese Einseitigkeit kam auch im Einsatz der Medien zum Tragen. Zwar wurde ein Arbeitsblatt verteilt, dieses wurde jedoch kaum angesprochen. Von der Lehrkraft wurde dann Bezug auf eine große Deutschlandkarte genommen. In Form des Lehrervortrags zeigte er des Öfteren auf die Karte. Am Ende der Stunde wurde dann die Entwicklung Bremens anhand verschiedener Illustrationen/Karten der Stadt gezeigt. Jedoch wurde wieder nur vom Lehrer darüber referiert. Die Schüler hatten keinen direkten Kontakt zu der Karte.

Der Lehrer könnte die Schüler sehr viel mehr, in die im Geographieunterricht essentielle, Kartenarbeit einbeziehen. Besonders der zeitliche Verlauf hätte durch die Schüler selbst anhand von Kopien der Karten beschrieben werden können. Durch ein solches eigenständiges Vorgehen würde nicht nur die Kartenlesekompetenz trainiert, sondern auch die Unterrichtsinhalte besser behalten werden.

Am 28. Mai beobachtete ich in meinem zweiten Fach Deutsch wieder eine Klasse in der E-Phase in der 7. Und 8. Stunde. Hier kam gleich zu Anfang das Buch „Der Vorleser“ ins Spiel welches die Schüler zurzeit behandeln. Daneben wurden von der Lehrkraft mehrere Arbeitsblätter herein gereicht an denen die Schüler arbeiteten. Zunächst dominierte das Fragend entwickelnde Schüler-Lehrer Gespräch um den Stoff der letzten Stunde zu wiederholen. Danach gingen die Schüler in eine Erarbeitungsphase über und erledigten die Aufgaben auf dem Arbeitsblatt. Nach der Erarbeitungsphase wurden die Ergebnisse gemeinsam verglichen. Dazu wurde ein OHP verwendet, welcher das AB an die Wand projizierte. Die Schüler gingen nach vorn, trugen ihre Ergebnisse ein und nahmen sich dann gegenseitig weiter dran, bis das AB fertig gestellt war.

Zum Ende der Stunde gab es noch zwei Buchvorstellungen durch Schülerinnen. Diese unterstützen ihre Vorträge durch Präsentationen mit dem Beamer.

Anhand dieser Stunde kann man sehr gut erkennen, dass es möglich ist verschiedene Medien in den Schulalltag, ohne besonders großen Aufwand, zu integrieren. Auch die Schüler profitieren davon in Bezug auf ihre Medienkompetenz.

Teilaufgabe 6:

– Wie typisch fanden sie die untersuchten Unterrichtsstunden?

Ich habe zwei sehr unterschiedliche Stunden beobachten können. An der ersten fand ich es sehr typisch, dass stark in dem LV verharrt wurde und so auch nur wenige Medien eingesetzt wurden, obwohl sich ein vielfältiger Medieneinsatz im Geographieunterricht anbietet.

Bei der Deutsch Stunde fand ich vor allem die eingesetzten Medien sehr typisch. Arbeitsblätter und der OHP sind keine revolutionären Medien, aber dienen immer noch ihren Zweck.

-Welche Details gab es, wie z.B. verwendete Software?

Als Detail könnten vielleicht die verwendeten Karten im Geographieunterricht benannt werden. Diese wurden von dem Bierhersteller Becks herausgegeben und als Werbegeschenk damals herausgegeben. Sie eignen sich jedoch sehr gut für die Analyse der Stadtentwicklung Bremens.

-Gab es Probleme beim Medieneinsatz?

Probleme gab es in der Deutschstunde diesmal nicht. Jedoch muss hier vermerkt werden, dass die Beamer und OHPs häufig defekt sind und es dadurch zu Schwierigkeiten kommt.

-Wäre ihnen etwas Sinnvolles eingefallen, mehr digitale Medien einzusetzen?

Vor allem in der Geographiestunde wäre es angebracht gewesen ein AB zu erstellen, welches die verschiedenen Karten umfasst. Auch hier hätte die Sicherungsphase mit Hilfe eines Beamers oder OPHs durchgeführt werden können. Da nur sehr wenig Medien eingesetzt wurden, sind hier in der Erweiterung fast keine Grenzen gesetzt.