Genderperspektiven

Anfang 1900 fand die Debatte zum Thema Koeduktion ihren Anfang. Schon damals gab es zwei Fraktionen. Eine war dagegen und eine dafür. Die ‚Kontra-Fraktion‘ war der Auffassung, die Jungen werden dann durch die Mädchen gestört und werden sexuell überreizt. Außerdem seien homogene Lerngruppen effektiver – diesen Punkt kann man in der heutigen Inklusionsdebatte ebenso wiederfinden.Mädchen wird zugeschrieben, sie seien intelligenter, ruhiger , hilsbereit und ‚anständig‘. Jungen hingegen seien sozial inkompetent, laut, unaufmerksam , stark und aktiv.

Dieses Bild ist auch heute noch sehr weit verbreitet und in vielen Köpfen tief verankert. Diese Zuschreibungen geschehen oft unbewusst. Sie werden durch Medien jeglicher Art untermauert. Aber zum Glück findet ein Umdenken in unserer Gesellschaft statt. Denn auch Jungen können intelligent und aufmerksam sein und ebneso sozial kompetent wie Mädchen sein. Diese können wiederum auch laut und aktiv usw. wie Jungen sein.

In meinem O-Praktikum in der 1. Klasse hat sich dieses weit verbreitete Bild bestätigt. Die Jungen waren eher laut und aggressiv und die Mädchen eher leise und folgsam. Auch hier gab es natürlich Ausnahmen. Die Jungen, die verhaltensauffällig waren hatten einen Migrationshintergrund und konnten die deutsche Sprache nicht sprechen oder waren dieser nur zum Teil mächtig. In meinem zweiten Praktikum in einer 4. Klassse konnte ich die eben genannten Aspekte nicht wiederfinden. Nur, dass die SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten einen Migrationshintergrund hatten. Es betraf Jungen wie Mädchen.

Beobachtungsfrage: Stören SchülerInnen, die Deutsch als Zweitsprache haben, den Unterricht mehr als SchülerInnen, die Deutsch als Erstsprache haben?

Ein Gedanke zu „Genderperspektiven“

  1. Liebe Carina,
    du hast einen sehr interessanten Beitrag geschrieben und die relevanten Punkte der Vorlesung gut zusammengefasst.
    Du hast recht, dass die bestimmten Zuschreibungen von Mädchen und Jungen zu sehr in den meisten Köpfen verankert sind. In meinem Orientierungspraktikum in einer 2. Klasse gab es viele Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund. Mir sind vor allem drei Kinder (2 Jungen und 1 Mädchen) aufgefallen. Diese drei Kinder waren noch dabei die deutsche Sprache zu lernen, da sie aus Syrien geflohen sind und noch nicht lange in Deutschland lebten. Diese Kinder waren besonders auffällig und da war es kein Unterschied, ob Mädchen oder Junge. In meinem zweiten Praktikum, ebenfalls in einer zweiten Klasse, gab es auch viele Jungen die ziemlich still gearbeitet haben, fleißig waren und auch sozial engagiert. Ich finde es nicht richtig, dass Kinder oft mit den Gendertypischen-Stereotypen abgestempelt werden. Jedes Kind ist individuell, egal ob Junge oder Mädchen.

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