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    Nele veröffentlichte ein Update in der Gruppe Gruppenlogo von Ringvorlesung “Umgang mit Heterogenität in der Schule“ 2026 GORingvorlesung “Umgang mit Heterogenität in der Schule“ 2026 GO vor 2 Monaten

    1) Wie können Emotionen im Unterricht sichtbar und damit besprechbar gemacht werden?

    Emotionen jeglicher Art müssen im Unterricht und in den Pausen angesprochen werden können. Die Lehrkraft muss den Raum dafür bieten, es dürfen keine Emotionen ignoriert oder den Schüler*innen abgesprochen werden. Jede Emotion hat einen Grund und eine deskriptive, also beschreibende, und eine evaluative, wertende Funktion (Folien zur Vorlesung, Seite 4).

    Jede Person erlebt Situationen anders und reagiert anders, je nachdem, was sie in der Vergangenheit erlebt hat. Damit Emotionen besprechbar werden, muss die Lehrkraft eine offene, wertschätzende Atmosphäre schaffen, in der Schüler*innen ihre Gefühle äußern können, ohne Angst vor Bewertung zu haben.

    Das ist wichtig, da Emotionen das Lernen sehr beeinflussen und auch hindern können. Aber das gilt nicht nur ins Negative, sondern auch ins Positive. Eine offene, positive, motivierte Ausstrahlung der Lehrkraft kann die Motivation und das Lernverhalten der Schüler*innen deutlich steigern.

    2) Inwiefern hängen Emotionen und Bewertungen zusammen?

    Emotionen haben mehrere Funktionen, eine davon ist eine evaluative (bewertende) Funktion (Folie, Seite 4). Menschen bewerten Situationen nicht immer gleich, so reagiert auch nicht jede Schüler*in auf dieselbe Situation gleich.

    Emotionen sind ein Teil der Wahrnehmung und beeinflussen die Realität eines Menschen. Dadurch, dass sie sich auf die Wahrnehmung auswirken, beeinflussen sie auch, wie wir Situationen verarbeiten und darauf reagieren. Dadurch besitzen Emotionen eine sogenannte „realitätskonstruktive Kraft“.

    Aber Emotionen entstehen auch aufgrund solcher Bewertungen. Wenn eine Schüler*in in einer ähnlichen Situation in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht hat, wird bei der Bewertung einer vergleichbaren Situation Angst ausgelöst (vgl. Weber 1975).

    3) Wie stelle Sie sich eine emotionalsensible Bildungsarbeit vor?

    Ich denke, jede Lehrkraft muss über die Jahre ihre eigene Art von emotional sensibler Bildungsarbeit erlernen. Für mich gehört dazu in erster Linie die Arbeit auf Augenhöhe und mit Respekt.

    Darüber hinaus finde ich es wichtig, Emotionen im Unterricht nicht nur wahrzunehmen, sondern ihnen auch Raum zu geben. Das bedeutet für mich, dass man Situationen, in denen viele Emotionen entstehen, nicht einfach übergeht, sondern zumindest kurz sich in sich kehrt und dann ruhig darauf zu reagieren.

    Dabei können auch Methoden helfen, wie zum Beispiel der „Emotionskochtopf“ oder eine Positionslinie, bei denen Schüler*innen zeigen können, wie sie sich fühlen oder wie sie zu einem Thema stehen.

    Ich glaube außerdem, dass es wichtig ist, Schüler*innen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Gefühle besser zu verstehen und damit umzugehen. Es geht also nicht darum, Emotionen zu unterdrücken, sondern einen Umgang damit zu lernen.

    Gleichzeitig muss man als Lehrkraft aufpassen, dass man Emotionen nicht ausnutzt oder bewusst verstärkt, um etwas zu erreichen. Man hat als Lehrkraft eine gewisse Machtposition und der sollte man sich auch bewusst sein.

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