Bastis Blog

Eine weitere Uni-Bremen Blogs Seite

Mathematikunterricht und Heterogenität

zu Frage 2.

Grndsätzlich möchte ich diese Frage mit „Ja“ beantworten. Dies hat den einfachen  Grund, dass Schüler in vielen Fällen der Auffassung sind, dass der vermittelte Stoff in der Schule wirklichkeitsfremd sei und nicht brauchbar sei für ihre Zukunft. Deswegen erachte ich es als wichtig, dass explizit im Mathematikunterricht auch (weiterhin) ein Bezug zum Alltag hergestellt werden sollte. Im Bezug auf die kulturelle Heterogenität besteht natürlich das Problem der Sprachvermittlung. In einer der Folien von Frau Knipping haben wir gesehen wie eine einfache Textaufgabe für Nicht-Muttersprachler zum reinsten Missverständnis werden kann. Hier muss denke ich zum einen die (bildungs-)sprachliche Förderung mehr einsetzen, was ein anderes Gebiet, jedoch auch Aufgabe des Bildungssystems, ist . Diese Förderung würde das Missverrständnis einer solchen Textaufgabe aber nicht gänzlich aufheben. Deswegen liegt die Verbesserung des Verständnisses auch in der Verantwortung der Lehrer, in diesem Fall der Mathematik-Lehrer. Es ist denke ich möglich mit einem bildungssprachlichen Fundament eine alltagsweltliche Öffnung beizubehalten. Dabei sehe ich es als wichtig an Komposita und die Ambiguität von Wörtern in ihrer Anwendung zu vermeiden, um eine Textaufgabe z.B. so verständlich wie möglich zu gestalten. Dies ist denke ich auch nicht nur ein Vorteil für Nicht-Muttersprachler, sondern ein Vorteil für alle, denn eine klare Fragestellung ermöglicht mit höherer Wahrscheinlichkeit ein klare Beantwortung.

Mein Fazit:

Die alltagsweltliche Öffnung sollte meines Erachtens nach nicht in Frage gestellt werden, da sie eine Möglichkeit bietet den Unterricht nicht immer „trocken“ und rein fachlich zu vermitteln. Allerdings erfordert dies eine Förderung der Sprache (hier Bildungssprache) und eine Plastizität was explizite Aufgabenstellungen angeht.

Musik und Kulturenvielfalt in Relation

zu Frage 1.

ich muss sagen, dass mir keine spontane Antwort zur Einordnung von Musik, welche unsere Kultur beschreibt, einfällt. ich glaube das liegt daran, dass Deutschland seit mehreren Generationen multikulturell geprägt ist und dadurch viele musikalische Einflüsse aus verschiedenen Regionen der Welt bei uns mit einfließen. Bei der Frage, welche die Musik unserer Kultur ist, muss denke ich neben dem Aspekt der kulturellen Vielfalt die mediale Situation mit einbezogen werden. In Deutschland und Europa ist man medial nicht standortgebunden, da wir mittels World Wide Web und Fernsehen Musik jeglicher Art konsumieren können. Deswegen finde ich es auch so schwierig die Musik unserer Kultur auf den Punkt zu bringen, da jeder individuell Musik konsumiert und diese nicht immer, eher noch selten, der deutschen Kultur entspringt. Ich erinnere mich an eine Debatte, die vor ein paar Jahren die Frage aufwarf, wieviel deutschsprachige Musik in deutschen Radiosendern prozentual gespielt werden sollte. Der Grund für diese Debatte war natürlich, dass in Deutschland eben sehr wenig deutschsprachige Musik (die Sprache sehe ich hier als einen Teilaspekt der sich identifizierenden Kultur) in den Radios gespielt wurde. Hier geht der Trend meines Erachtens wieder aufwärts. Und wie den bereits angesprochenen Aspekt der Sprache sehe ich dabei  zentral. Wenn ich einen Ansatz über die Einordnung der Musik unserer Kultur machen müsste, würde ich bei der Sprache ansetzen, soll heißen die deutsche Sprache ist dabei ein Kriterium zur Einordnung.

zu Frage 2.

wie oben bereits angesprochen ist Deutschland multikulturell geprägt, was sich auch auf musikalische Hintergründe auswirkt wie ich finde.  Ich hatte bisher eigentlich keine explizite Situation, in der mir Musik einer anderen Kultur fremd vorkam. Orientalische Klänge zum Beispiel gehören mittlerweile auch zu unserem Alltag, was ich als Bereicherung sehe, denn hier dient Musik auch zum Verständnis von kulturellen Hintergründen untereinander. Es ist daher wichtig für „fremde“ Musik offen zu sein, vielleicht gerade um kulturelle Hintergründe zu verstehen. Hierbei zählt meiner Auffassung nach nicht nur die Qualität der Musik, sondern auch die Frage, welche Bedeutung hat Musik in anderen Kulturen. Es ist zum Beispiel sehr auffällig, dass in Mittel- und Ostasien Musik einen wesentlich wichtigeren und vor allem alltäglicheren Charakter hat als hier in Europa, speziell in Deutschland. Und somit finde ich es auch einfacher Musik einer anderen Kultur zu identifizieren, als die der Deutschen. Und vielleicht ist es gerade wichtig, dass Musik und das Bewusstsein von Musik durch andere Kulturen, in denen Musik viel wichtiger für die Gesellschaft erscheint nach Deutschland transportiert wird.

Beitrag zum 7. Vorlesungstermin am 14.05.2013

zu Frage 1.

Da wir in in Deutschland ein kulturelle Vielfalt haben ist denke ich der Ansatz der „reflexiven interkulturellen Koedukation“ absolut notwenidg und vor allem förderlich ist. Es macht wenig Sinn Koedukation, besonders
in der gegenwärtigen Situation nicht einhergehend mit dem Begriff der Heterogenität zu behandeln und zu thematisieren. Die Thematisierung der klischeehaften oder nicht-klischeehaften Rollenverteilung ist an sich wichtig, damit im Rahmen der Schule kein Nährboden entsteht, der Jungen und Mädchen in ihre „althergebrachten“ Rollenmuster verfallen lässt. Die Thematisierung und Diskussion, besonders durch die Lehrkräfte, sehe ich insofern förderlich, dass sie die Möglichkeit bietet, die Koedukation wirksam Umzusetzen, indem man Grenzen und Klischees aufhebt. Das kann gerade förderlich sein, wenn Lehrkräfte auch den Dialog mit der Schülerschaft suchen.
Und gerade hier greift der Aspekt der Heterogenität. Natürlich ist es wichtig Koedukation & Heterogenität gemeinsam zu betrachten, denn die Inklusion stellt ja den Anspruch, dass alle, ganz gleich welcher Kultur zugehörig (ich nenne besonders diesen Aspekt der Heterogenität, weil sie auch Thema der Vorlesung ist), gleich behandelt werden. Wird dies pädagogisch nicht umgesetzt ist eine interkulturelle Gleichstellung im Rahmen der Koedukation, wie auch in allen anderen Bereichen nicht gegeben. Und dann entsteht meines Erachtens auch die Frage, ob die Koedukation in der gegenwärtigen Situation überhaupt Sinn macht. Also: Koedukation & Heterogenität immer in Relation betrachten und praktizieren.

zu Frage 2.

Diese Frage ist sehr schwierig muss ich sagen. Die vorgelegten Statistiken der IGLU sind für mich eigentlich nicht verwunderlich. Doch fragt man sich nach dem „Warum?“ finde ich es schwierig Mutmaßungen anzustellen. Die Frage ist ja aber auch nicht damit abgetan zu sagen „Das ist doch normal.“ , denn nur wenn man die Gründe dafür sucht, warum Jungen sich weniger berücksichtigt und sicher in Schulen fühlen, kann man diese Differenz im Vergleich zu den Mädchen ausgleichen. Vielleicht ist es wichtig für die Jungen (ich betrachte diese Gruppe hier isoliert, da die Fragestellung sich auf  Jungen beschränkt) Aktivitäten, die normalerweise den außerschulischen Bereich betreffen in die Schule zu verlegen, sodass sie auch Freizeit in der Schule zu verbringen. So könnte man so das Sicherheitsgefühl der Jungen, in Form von adäquater Lernumgebung stärken, also das sie auch gerne zur Schule gehen und eben nicht nur um zu lernen.
Dass sie sich wenig bekümmert vonseiten der Lehrkräfte fühlen, bedeutet für mich eigentlich zwingend, dass Lehrkräfte gefordert sind mehr Zeit mit ihren Schülern zu verbringen. Dies betrifft sowohl das Lernen als auch Aktivitäten, die nicht immer zwingend mit Schulstoff verbunden sein müssen. Das dies im gegenwärtigen Schulsystem eine idealisierte Vorstellung ist und insgesamt schwer umsetzbar ist, da die Gesamtanforderungen an die Lehrerschaft bereits groß sind ist mir klar. Dennoch ist der Denkansatz nicht verkehrt, denn anhand eines solchen Ideals kann man sicherlich zum Fortschritt schreiten auch wenn kein 100%ger Erfolg daraus resultiert.

Perspektiven von Heterogenität in der Kunstdidaktik (rv05 am 30.04)

Eine besondere Verknüpfung zwischen Hetrogenität und Kunstdidaktik ist meines Erachtens nach gegeben und sehr förderlich wie ich finde. Die Anwendung von Kunstdidaktik, unabhängig davon in welchen Fach sie angewendet wird, ist eine Methode Schüler auf eine ganz andere Weise kennenzulernen. Kunst ist universell und lässt die üblichen Abgrenzungen(welche oft schon im Unterbewusstsein verankert sind), von verschiedenem Alter oder Herkünften (um einen Bezug zum Heterogenitätsdiskurs herzustellen)  verschwimmen. Man lernt Schüler eben von ihrer künstlerischen Seite kennen. Mit dem Leitsatz „Jeder Mensch ist ein Künslter“ ist es also ausgeschlossen, dass Schüler kategorisiert werden. Sie sind auf einer Ebene und sollen etwas erschaffen. Kreativität ist dann gefragt und nicht Leistung. Schüler erfahren darüber hinaus auch etwas über ihre Persönlichkeit, fern ab von gängigem Leistungsdruck und dem lediglichen „tun müssen“.

Ich persönlich wäre gewillt Kunstdidaktik besonders im Fach Geschichte anzuwenden, da dieses Fach sich im Allgemeinen keiner großen Beliebtheit bei der Schülerschaft erfreut wie ich den Eindruck habe. Durch Anwendung von kunstdidaktischen Methoden besteht jedoch die Möglichkeit einen anderen Zugang zum Fach herzustellen, anstatt das reine Chronologisieren von Tatsachen. Es wäre beispielsweise möglich Schülern die Kompetenz zu übertragen, Ereignissen in einer beliebigen Epoche, die gegenwärtig im Unterricht behandelt wird eine besondere Bedeutung zuweisen und dies nach ihren Horizonten und Maßstäben zu begründen. Die Schülerschaft kann so zum Akteur, anstatt zum reinen „gelangwelten“ Rezipienten von Geschichte werden.

Interkulturelle Bildung Fallbeispiel

So wie das Mädchen die Situation schildert, ist ein respektvoller Umgang vonseiten der Lehrerin im Rahmen der interkulturellen Bildung nicht gegeben. Besonders in der heutigen Schülergeneration sollte von Lehrern grundsätzlich beachtet werden, dass es Schüler mit Migrationshintergrund gibt, diese jedoch nicht zwingend die Werte ihrer entspringenden Kultur vertreten (welche nebenbei gesagt auch nicht immer konservativ sein müssen!) oder gar überhaupt so kennen, da die meisten ja bereits hier in Deutschland aufgewachsen sind. Das Mädchen sagt, dass sie „europäisch“ denkt, was eine Aussage über ihre kulturelle Moral macht. Sie ordnet sich weder der türkischen, noch der deutschen Kultur zu. Der Kommentar der Lehrerin missachtet diese generationsbedingte Auffassung, ja zieht sie erst gar nicht in Betracht. Sie geht eher noch einen Schritt zurück und stigmatisiert die Schülerschaft (in diesem Bsp. auf den kulturellen Hintergrund). Sie lässt den Punkt außer Acht, dass neuere Generationen mit Migrationshintergrund durch das Aufwachsen hier in Deutschland durchaus auch in ihren kulturellen Wertvorstellungen geprägt werden, welche im europäischen Raum vertreten werden.

Ihr Umgang mit Heterogenität, um diesen Terminus in diesem Bezug aufzugreifen, ist eher destruktiv, anstatt förderlich. Es ist sicherlich interessant einen Bezug zwischen Romeo & Julia und Kulturen herzustellen, in denen sich diese Tragödie möglicherweise abbildhaft widerspigelt. Dies jedoch mit dem „zeigenden FInger“ auf eine türkischstämmige Schülerin zu tun und zu sagen: „Warum hast DU nichts dazu geschrieben?“ ist sicherlich der falsche Weg und eben auch Stigmatisierung. Einmal ganz abgesehen davon könnte wirklich jeder etwas dazu geschrieben haben. Interkulturelle Bildung bedeutet doch auch zu fragen: „Warum habt IHR nichts dazu geschrieben?“, ganz gleich welcher Kultur man abstämmig ist.

Beitrag zum Thema „Inklusion in Schulen“

Der in der Vorlesung nach Stichweh zitierte Terminus der „inkludierenden Exklusion“ trifft so ziemlich den Kern zur Beschreibung des Schulsystems in Deutschland. Grundsätzlich stellt sich die Frage inwieweit es nötig ist, dass Schulsystem zu differenzieren und so allen allen Anforderungen, die die Gesellschaft an das Bildungssystem stellt gerecht zu werden. Das jeder das Recht auf Bildung hat ist vom Grundsatz her in Deutschland umgesetzt. Darin begründet sich ja auch unser Bildungssystem, was Hand in Hand mit dem Terminus der Demokratie geht. Also der Einbezug und die individuelle Entfaltung eines jeden. Der Einbezug wirklich aller Personen in das Bildungssystem macht die Strukturierung des Bildungssystems augenscheinlich deutlich. Es gibt für jeden Anforderungsgrad (zumindest grob) die Einteilung (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Sonderschule etc.). Und hier greift meiner Ansicht nach die „inkludierende Exklusion“. Aus meiner eigenen Erfahrung als Schüler heraus, kann ich bestätigen, dass diese Differenzierung sich im Alltag an der Schule doch bemerkbar macht und das eben auch unter den Schülern. In einem Satz beschrieben würde ich es so formulieren: „Wir gehen zwar alle auf diese Schule, sind jedoch unterschiedlich gruppiert“. Den Widerspruch sehe ich darin, dass die Bildungspolitik bestrebt war/ist die Bildung individuell für jeden zu gestalten, jedoch damit genau das Gegenteil erreicht hat. Die Individualisierung ist streng gesehen also auch eine Art der Diskriminierung, denn „der da ist Realschüler und der dort ist Sonderschüler“. Inklusion ist dadurch eigentlich nicht gegeben, denn wenn Schüler von vornherein kategorisiert werden und nur kategorieintern lernen, dann verfolgt man damit eher das Prinzip „gleich und gleich gesellt sich gern“ anstatt sich kategorieübergreifend zu ergänzen. Des Weiteren sehe ich auch ein Problem für Lehrkräfte. Es erscheint mir schwierig in einem systematisierten Schulsystem, wie es in Deutschland betrieben wird, individuelle Fähigkeiten von Schülern zu erkennen, wenn sie durch das Schulsystem bereits differenziert werden. Die Motivation von Lehrkräften sehe ich in gewisser Weise dadurch entkräftet.

Kritik kann man nun zu genüge üben, dennoch sind wir als angehende Lehrkräfte auch mit dem Schulsystem konfrontiert und werden dazu ausgebildet in ihm zu praktizieren. Ich persönlich wahre mir das Ideal, einen Schüler, trotz institutineller Kategorisierung, als individuell wahrzunehmen und eben auch individuelle Kompetenzen zu erkennen, die sowohl für ihn, als auch für seine Mitschüler hilfreich sein können. Dies ist denke ich eine tragende und zugleich schwierige Aufgabe für eine Lehrkraft, da sie dadurch gefordert ist stets die Augen offen zu halten, um solche Fähigkeiten zu erkennen. Es ist denke ich daher wichtig, wenn Inklusion nur scheinbar gegeben ist, sich diese als Lehrkraft zum eigenen Ideal zu machen.

 

Hallo Welt!

Willkommen auf Uni-Bremen Blogs. Dies ist dein erster Beitrag. Bearbeite oder lösche ihn, dann lege mit dem Bloggen los!
Benötigst Du Hilfe beim Schreiben neuer Artikel? Auf der Supportseite des Blogssystems findest Videotutorials, die Dir den Einstieg so einfach wie möglich machen sollen:
http://blogs.uni-bremen.de/support/


Zur Werkzeugleiste springen