Englisch kann jeder,oder?

Fokussierung des Vorlesungsthemas:

Die letzte Vorlesung behandelte die Heterogenität im Fach Englisch. Professorin Frau Dr. Doff der Fremdsprachendidaktik Englisch sprach hierbei über die Stärkung von Maßnahmen zum Umgang mit Heterogenität. Sie teilte die bestehende Heterogenität im Unterricht in 3 Kategorien ein. Die erste Kategorie beschreibt den Englischunterricht in Bezug auf Leistungsheterogenität. Sie erfordert ein differenziertes Lernangebot, da die Schüler im Unterricht sich auf dem Level X+1 befinden sollen, welches impliziert,dass Schüler das Level x haben und der Lehrer das Level x+1. Durch zu starke Leistungsheterogenität kann dieses jedoch nicht für alle Schüler ohne zusätzliche Lernangebote und innere Differenzierung erfolgen. Die zweite Kategorie bezieht sich auf den Englischunterricht mit sprachlicher Heterogenität.Hierbei führte Frau Dr. Doff an, dass es wichtig sei, die Muttersprachen der anderen Schüler miteinzubeziehen und den Unterricht im Hinblick auf beispielsweise dem Vergleich der Grammatik der verschiedenen Sprachen zu gestalten. Die dritte Kategorie bezog sich auf den Englischunterricht mit kultureller Heterogenität. Hierbei treffen unterschiedliche Lebenswelten und Lebensbedingungen aufeinander. Diese kann man im Unterricht ebenfalls als Vergleich zum Unterrichtsinhalt heranziehen,da somit die anderen Schüler wertvolle Einblicke in andere Lebenswelten Erlangen und die Integration untereinander gefördert wird. Weiterhin sprach Frau Dr. Doff über die Sprache als Inhalt, Medium und Ziel des Englischunterrichtes zugleich, was eine Input-Phase am Anfang jeder Stunde zum einstellen auf die Sprache unerlässlich mache. Sie schilderte auch, wie man im Hinblick auf die erste Kategorie der Heterogenität eine Differenzierung vornehmen könne. Eine Differenzierung innerhalb des Unterrichtes ist möglich im Hinblick auf Ziele, Methoden, Sozialformen, Aufgaben etc. Zum Schluss führte Frau Dr. Doff an, wie Englisch als Chance für Heterogenität genutzt werden kann, indem man das Fach als Fremdsprache für alle einordnen kann und die Mehrsprachigkeit im Unterricht für die Schülergemeinschaft förderlich ist und eine weitere Verständigungsform durch die Sprache ermöglicht wird. Englisch kann aber ebenso als Gefahr für Heterogenität gesehen werden, indem Englisch auf einen Werkzeug-Charakter reduziert wird und somit die Sprache falsch angewendet wird und die Mehrsprachigkeit auch hinderlich für den Unterricht sein kann.

Anwendung und theoriegeleitete Reflexion:

In meiner Schulzeit habe ich eine innere Differenzierung vor allem in der Oberstufe erfahren, da ich mich durch einen Schulwechsel in einer neuen Klasse zurechtfinden musste, auf dessen Wissenslevel ich mich nicht befand. Ich habe dies damals vor allem im Fach Musik bemerkt, da dies mein Hauptleistungsfach war und ich dort am meisten Probleme hatte. Der Lehrer gab sich von Anfang an sehr viel Mühe mich und ein paar andere neue Schüler in den Unterricht zu integrieren und gab uns außerhalb des Unterrichtes in den Schulräumen in der Mittagspause kleine Übungs- bzw. Nachhilfestunden. Man könnte argumentieren, dass wir uns dadurch schlecht und weniger intelligent als die anderen fühlen könnten und von den anderen abgeschieden Aufgaben nachholen mussten, dem war aber nicht so. Im Gegenteil hat uns dies sehr geholfen und wir haben schnell den Anschluss an die anderen Schüler gefunden und konnten produktiv mitarbeiten. Daher war dieser Ansatz der Differenzierung bzw. Unterstützung des Erreichen des Leistungsniveaus aus meiner Sicht durchaus gelungen. Der Lehrer differenzierte innerhalb des Unterrichtes auch im Hinblick auf Unterrichtsgespräche, indem er uns immer ermutigte daran teilzunehmen, obwohl wir weniger qualitative Aussagen beizutragen hatten, als die anderen Schüler, die diese Schule seit der 5.Klasse besuchten. Weiterhin gab er uns auch Aufgabenzettel, die wir zuhause bearbeiten konnten und bei gutem Ergebnis unsere Note damit verbessern konnten. Ich war damals sehr froh einen engagierten Lehrer zu haben, denn andere Lehrer wiederum machten mir das Lernen an dieser Schule durch ihr fordern nach sofortigem Einstieg auf dem Leistungslevel der Schule, welches ich noch nicht hatte, sehr schwer und unangenehm.

Anwendung und Reflexion zukünftiger Praxiserfahrungen:

In meinem zukünftigen Praktikum würde ich gerne beobachten, wie die Lehrer mit der ersten Kategorie, der Leistungsheterogenität der Schüler umgehen. Ich finde gerade diesen Bereich sehr interessant, da er sich auch auf alle anderen Unterrichtsfächer in der Schule anwenden lässt. Sprachliche Heterogenität und kulturelle Unterschiede finden in Fächern wie Sport, Kunst oder Mathe wenig Aufmerksamkeit, da sie nichts mit dem Unterrichtsthema zu tun haben und bei solchen Fächern jeder Schüler mit den anderen, egal welcher Nationalität gleichgestellt wird bzw. Werden sollte. Die Leistungsheterogenität lässt daher ein breiteres Spektrum an Beobachtung und Lernangeboten zu, da in jedem Fach verschiedene Schüler davon betroffen sind und es kein Fach gibt, indem alle Schüler von Anfang an das gleiche Leistungslevel haben. In jedem Fach würde sich daher der Umgang mit der Leistungsheterogenität und die innere Differenzierung durch den Lehrer beobachten und bewerten lassen.

Anwendung und Theoriegeleitete Reflexion:

Eine Maßnahme wäre beispielsweise wie oben erläutert, Schülern denen zB. das Fach Englisch schwerfällt Nachhilfestunden anzubieten, dort können sie Fragen stellen und das gelernte ohne Zeitdruck reflektieren. Man könnte ebenfalls in diesen Nachhilfestunden gute Schüler bzw. Englisch-Muttersprachler hinzuziehen und diese den Schülern den Unterrichtsstoff erneut erklären lassen, dies fördert den Zusammenhalt der Klassengemeinschaft und die Unterstützung untereinander. Weiterhin sollte man den weniger guten Schülern extra Angebote zum verbessern ihrer Note anbieten, wie zB ein Referat zu einem Ihnen bekannten Thema, oder eine Textabgabe, oder eine mündliche Reflexion eines von Ihnen gelesenen Buches. Dies stärkt das Selbstvertrauen der Schüler und zeigt Ihnen, dass sie trotz ihrer Probleme das Fach nicht mit einer schlechten Note abschließen müssen, sondern es immer Möglichkeiten zur Verbesserung gibt die sie nutzen können.

 

 

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