20.06.17 – Inklusive Pädagogik: Theoretische Diskussionslinien und praktische Umsetzung

In der Vorlesung vom 20.06.17 zum Thema inklusive Pädagogik ging es darum, was Inklusion ist, wie gutter inklusiver Unterricht aussieht und wie das inklusive System in Bremen derzeit funktioniert.

Inklusion ist die Weiterentwicklung von Integration und Überwindung von Seperation. Das Ziel ist die Teilnahme und Teilhabe für alle. So sollen Barierren der Zugehörigkeit abgebaut warden. Außerdem steht Inklusion für Gleichheit, Differenz und Differenzkonstruktion. Es soll keine Grenze mehr geben, welcher Schüler am Unterricht nicht mehr teilnehmen darf. So entsteht eine Schule ohne Auslese. Die Ansätze der Bremer Schulbehörde zum Thema Inklusion sind an sich gut und auch sinnvoll, jedoch scheitert es hier stark an der Umsetzung. Sowohl Kinder, die mehr Förderung bräuchten, da sie nicht mitkommen im Unterricht bleiben auf der Strecke, als auch jene Kinder, die mehr Förderung bräuchten, da sie im  Unterricht unterfordert sind.

Ich werde in meinem nächsten Praktikum mich auf jeden Fall mit den LehrerInnen unterhalten, um in Erfahrung zu bringen, wie sie mit SchülerInnen wie Nergin umgehen würden, um ihn optimal in den Unterricht einzubinden und was für Erfahrungen sie bisher mit föderbedürftigen Kindern gemacht haben. Außerdem interessiert mich auch die Reaktion der anderen SchülerInnen auf ein Kind wie Nergin und ob es da in den verschiedenen Klassenstufen Unterschiede gibt.

Ich denke was sehr helfen würde, wäre eine engere Zusammenarbeit mit den sonderpädagogischen Lehrkräften. Die Inklusion steckt in Bremen immer noch in den Kinderschuhen und die Realität in den Schulen sieht teilweise wirklich katastrophal aus, dies hört man immer wieder von den verschiedensten Lehrkräften. Die Behörden stellen es immer so da, als wäre Bremen ein Vorbild für andere Bundesländer, dem kann ich nicht zustimmen. Es muss ja schließlich einen Grund haben, dass an der Uni die Bremer SchulabsolventInnen sich deutlich schwerer tun als jene aus den anderen Bundesländern Deutschlands. Gute SchülerInnen bleiben auf der Strecke und werden nicht vernünftig auf das Uni- und Arbeitsleben vorbereitet. Außerdem finde ich es nicht sinnvoll, dass es zwar noch Sonderschulen gibt, den Eltern aber die Entscheidung überlassen ist ihr Kind dort hinzuschicken oder nict. Was ist mit jenen Kindern, dessen Eltern sich nicht besonders für ihre Kinder und deren Zukunft interessieren? Grade in Großstädten kommt dies oft vor, es ist nicht schön, aber man kann es auch nicht verleugnen. Und häufig sind es grade diese Kinder und Jugendliche, die speziellen Förderbedarf brauchen und die dann im Endeffekt auf der Strecke bleiben.

Vorlesung 13.06.17

Doppelte Heterogenität beschreibt das Phänomen, dass SchülerInnen und LehrerInnen nochmal unterschiedliche Sichtweisen haben. Ziel ist es, diese Vielfalt mit in den Unterricht einzubauen. So haben Politik die SchülerInnen oft eine andere Vorstellung was der Begriff Freiheit bedeutet, als der/die Lehrer/in. Für SchülerInnen bedeutet es meist, dass man frei darin ist, seine Entscheidungen zu treffen. LehrerInnen haben aufgrund ihres Studiums nocheinmal ein sehr viel breiteres Hintergrundwissens und denken bei Freiheit in Zusammenhang mit Politik oft auch an die Unterscheidung positive und negative Freiheit.

Um SchülerInnenvorstellungen einzubringen kann man verschiedene Methoden anwenden. Eine sehr Methode wäre, den SchülerInnen verschiedene Bilder/Illustrationen zu geben und ihre Assoziationen zu sammeln. Eine andere Methode wäre, ihnen den Begriff zu geben und sie eine MindMap o.ä. erstellen zu lassen um so ihre Vorstellungen zu sammeln und mit einzubringen. Eine weitere Methode wäre, die SchülerInnen in Gruppen einzuteilen und sie ersteinmal untereinander über den Begriff diskutieren zu lassen und sich gegenseitig auszutauschen.

Was für Methoden werden angewendet um die Sprachwirklichkeiten der SchülerInnen aneinander anzunähren und auch an die der LehrerInnen anzugleichen?

Mathematische Leistungsunterschiede – Sitzung am 30.05.17 – Pr. Dr. Knipping

Ich denke nicht, dass die Unterschiede in den mathematischen Leistungen von SchülerInnen ein Grund zur Sorge sind. Natürlich ist es wichtig, dass alle SchülerInnen die mathematischen Grundlagen beherrschen, wie Bruchrechnung, Dreisatz, etc., aber wenn es um die höhere Mathematik geht sind Unterschiede in der Leistung nicht verwunderlich und meiner Meinung ganz normal. Dieses Phänomen der Leistungsunterschiede findet man schließlich nicht bloß im Matheunterricht. Jede/r Schüler/in hat unterschiedliche Stärken und Schwächen und ist demnach nicht in jedem Fach gleich begabt und auch nicht gleich interessiert. Wenn ich mich für ein Fach nicht besonders interessiere, dann gebe ich mir auch nicht so viel Mühe wie in anderen Fächern. Dies SchülerInnen schlagen dann aber auch meist in ihrer Zukunft Wege ein, bei denen sie die ganze höhere Mathematik nicht unbedingt brauchen.

Ich denke Spielen im Matheunterricht kann durchaus eine sinnvolle Methode sein, um Leistungsunterschiede anzugleichen. Manchen Kindern fällt es einfacher Aufgaben zu lösen, wenn sie in einem direkten Zusammenhang stehen, so wie es beim Spielen der Fall ist. Außerdem macht das Spielen den Kindern meist mehr Spaß, als andere Unterrichtsmethoden und so fällt es Ihnen leichter sich mit dem Stoff zu beschäftigen und ihr Interesse wird eher geweckt. Ein weiterer Vorteil kann sein, dass die Kinder sich gegenseitig helfen, die Leistungsstärkeren also den Leistungsschwächeren weiterhelfen, wenn es z.B. Spiele sind, die in Teams gespielt warden oder mit einem Partner/ einer Partnerin.

Was für Methoden werden verwendet um Leistugsunterschiede anzugleichen und wie reagieren die SchülerInnen darauf?  Auf welche Struktur der Kommunikation sprechen die SchülerInnen am besten an?

Die pädagogische Ordnung des individualisierenden Unterrichts – schultheoretische Perspektiven (Leistungsheterogenität)

In der Vorlesung zur Leistungsheterogenität ging es darum, traditionelle Unterrichtsmethoden (z.B. Frontalunterricht) aufzubrechen und so den Unterricht zu individualisieren. Um dies zu erreichen kann man den Unterricht beispielsweise als Klassengespräch halten, so wird nicht nur die Kommunikation untereinander, sondern auch die Fremd- und Selbstdisziplinierung gefördert wodurch es einfacher ist sich einer Homogenisierung anzunähren. Weitere Methoden zur Individualisierung von Unterricht sind die Dezentralisierung der Ordnung, Flexibilisierung der Zeiten, Öffnung der Räume, Vervielfältigung von Aktivitätszentren, Adressierung Einzelner oder Teilgruppen und die thematische Ausdifferenzierung. Individualisierung kann auch als Problem der modernen Schule gesehen werde, da die Schule nicht die pädagogische Tätigkeit erweitert, sie verengt sie vielmehr; sie verhindern die Anschließung an Individuen, denn die Schüler erscheinen massenhaft in gewissen Stunden. Die Individualisierung wird als ein auf Heterogenität reagierendes didaktisches Prinzip gesehen. Eine Methode der Individualisierung sind (individualisierte/differenzierte) Arbeitspläne: Tages- oder Wochenarbeitspläne. Die Kritik an Individualisierung ist, dass es vor allem für die Schüler geeignet ist, die die Eigenschaft der Selbstdisziplin mit sich bringen. Individualisierung ist ein Ziel, dessen Weg die Differenzierung ist.

Auch bei uns wurde am Gymnasium versucht die traditionelle Unterrichtsweise zu brechen, um so besser individuell auf die Leistungen der einzelnen SchülerInnen eingehen zu können. Im Englischunterricht wurden wir einmal vom Lehrer vorab in Gruppen eingeteilt und jeder Gruppe hatte er einen Text zugeteilt. Er hat extra einige Gruppen gemacht, in denen nur leistungstärkere SchülerInnen waren und einige mit Leistungsschwächeren. Die Texte wurden nach Schwierigkeitsgrad zugeteilt, so dass die leistungsstärkeren SchülerInnen die schweren Texte bekamen um sie so angemessen zu fördern. Jede Gruppe hat ihren Text dann dem Rest der Klasse in einer Präsentation vorgestellt und Fragen der Mitschüler beantwortet.

Die schultheoretische Sichtweise betrachtet Unterricht auch jeder möglichen Perspektiven. Dadurch ensteht eine umfangreiche, ganzheitliche Reflexion von Umgang mit Heterogenität im Unterricht.

Wie reagieren die einzelnen SchülerInnen auf die Aufbrechung der traditionellen Unterrichtsweisen und die Individualisierung von Unterricht?

Heterogenität im Deutschunterricht – Vielsprachigkeit und Gender als Herausforderung

Es gibt viele verschiedene Arten von Vielfalt, die Einfluss auf den Deutschunterricht haben, nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Ländern, in denen Deutsch Amts- oder Verkehrssprache ist. Es gibt neben der körperlichen und geistigen Vielfalt auch die Vielfalt der sozialen Entwicklund, der materiellen Ressourcen, der Interessen und Attributionen und der familiären Systeme – was Bildungsnähe, etc. betrifft.

Heutzutage wird die Vielsprachlichkeit nicht mehr als Zufall, sondern als Normalfall akzeptiert, den zu ihr gehören z.B. auch Dialekte. Jeder Sprecher benutzt nämlich eine Vielfalt an Sprachen wie Fremdsprachen, Dialekte und Soziolekte. Dies beschränkt sich nicht bloß auf den Deutschunterricht, sondern lässt sich auch in anderen Fächern wiederfinden und dient der Sprachförderung aller.

Auch Gender spielt im Deutschunterricht eine wichtige Rolle. In der Pisastudie schneiden die Mädchen generell besser ab als die Jungs. Aber nicht nur in der Leistung lassen sich deutliche Unterschiede erkennen, auch was die Interessen angeht. So bevorzugen Mädchen sich auch in ihrer Freizeit mit Romanen oder Spielfilmen zu beschäftigen, während die Jungs ihren Fokus mehr auf Computerspielen, oder ähnlichem haben. Wenn es um Büchergenres geht so sind Mädchen eher Liebesgeschichten und Fantasieromanen zugeneigt, wohingegen Jungs sich mehr für Comics Graphic Novels interessieren. Wenn man gezielt nach Mädchen- und Jungenbüchern sucht, so muss man feststellen, dass es für „Mädchenbücher“ 48 Einträge gibt, für „Jungenbücher“ allerdings nur 5 Einträge. Auch im Deutschunterricht werden größtenteils Lektüren behandelt, die eher den Interessen der Mädchen entsprechen.

Auch wir haben im Deutschunterricht hauptsächlich Lektüren behandelt, die die Jungs nicht besonders interessiert haben, wie „Kabale und Liebe“ oder „Agnes“. Dies hat sich allerdings nicht nur auf den Deutschunterricht beschränkt, auch die Lektüren unseres Englischunterrichts waren hauptsächlich Liebesgeschichten, wie „Romeo and Juliet“ und „The Great Gatsby“.

Beobachtungsaufgabe: Versuchen Lehrkräfte in ihren Unterricht auch Themen und Lektüren mit einzubeziehen die eher den Interessen der Jungs entsprechen oder, die die Mehrheit interessieren (wie Abenteuerromane)?

Heterogenität im Englischunterricht (rv03)

Auch im Englischunterricht an sich gibt es verschiedene Kategorien von Heterogenität. Es gibt Leistungsheterogenität und sprachliche, sowie kulturelle Heterogenität.

Im Englischunterricht herrschen erhöhte Anforderungen, da die Sprache Inhalt, Medium und Ziel des Unterrichts zugleich ist. Daher sind grade zu Anfang Input-Phasen unerlässlich, da eine Differenzierung/Individulisierung des Lernangebots extrem problematisch in dieser Anfangszeit ist. Dennoch ist es wichtig differenzierende Lernangebote zu schaffen. Dies wird auch innere Differenzierung genannt. Eine Differenzierung kann in folgenden Feldern vorgenommen werden: Ziele, Medien, Methoden, Sozialreformen, (Haus-) Aufgaben, Schwierigkeitsgrad, Unterrichtsgespräche, Hilfsmittel, Zeit, Schwerpunkte/Inhalte, Lernwege, Team-Mitglieder.

Englisch kann sowohl eine Chance, als auch eine Gefahr für sprachliche Heterogenität sein. Zum einen ermöglicht es Verständigung und Mehrsprachigkeit kann eine förderliche Lernvoraussetzung sein. Zum anderen, sind Kinder, deren erste Sprache Deutsch ist oft im Lernvorteil („linguistic imperialism“). Außerdem wird Englisch auf die Funktion eines „Werkzeugs“ reduziert. Letztendlich kann Mehrsprachigkeit eventuell auch eine hinderliche Lernvorraussetzung sein.

Auch in meiner eigenen Schulzeit konnte ich im Englischunterricht oft eine Leistungsheterogenität feststellen. Unsere LehrerInnen haben mit differenzierenden Lernangeboten versucht dieser Heterogenität gerecht zu werden. Ein Beispiel was mir dazu einfällt ist aus meiner Oberstufenzeit. Dort war ich im Englisch Leistungskurs, wir waren zwar alle auf einem ähnlichen Lernstand, dennoch hat man Unterschiede gemerkt, was die Auffassungsgabe und das Verständnis der Sprache betrifft. Als es darum ging mehrere geschichtliche Texte zu lesen wurde unser Kurs in unterschiedlich große Gruppen unterteilt. Jeder Gruppe wurde ein Text zugeordnet, den sie bearbeiten und dem Rest des Kurses vorstellen sollte. Unser Lehrer hat die Gruppen so eingeteilt, dass er in 1-2 Gruppen nur leistungsstärkere SchülerInnen und in den anderen die leistungsschwächeren SchülerInnen hatte. Den leistungsstärkeren SchülerInnen hat er die schwierigeren Texte gegeben und den anderen die einfacheren Texte. So hat er versucht, jeden Schüler zu fördern, und niemanden zu über- oder unterfordern.

In zukünftigen Praktika werde ich beobachten, wie die verschiedenen LehrerInnen ihr Lernangebot differenzieren und ob die Kinder positive oder negative Reaktionen zeigen und inwie weit dies ihren Leistungsstand fördert und sie weiter bringt.

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