2.Tagebucheintrag-Mein Spaziergang


Liebes Tagebuch,

du wirst nicht glauben was mir heute auf dem winterlichen Spaziergang alles passiert ist. Am späten Nachmittag machte ich mich langsam auf dem Weg zu meiner Route, welche ich sonst auch immer gehe. Es war sehr kalt, doch ich war froh, dass ich dieses Mal das Wetter gut einschätzen konnte und mich dementsprechend auch dicker angezogen hatte. Sogar die blauen Handschuhe hatte ich dabei, die meine Hände gut vor der Kälte schützen. Es war kalt und bewölkt, was halt so ein klassischen Wintertag ausmachte.

So machte ich mich auf den Weg in der Richtung des Sees. Alle Bäume hatten bereits ihre Blätter verloren, was mich jedes Mal aufs Neue leicht traurig macht, mir aber auch Vorfreude auf den Frühling schenkt. So ist das nun mit den Jahreszeiten. Jede ist was Besonderes auf ihrer ganz eigenen Art.  Immer weiter ging ich die Straße lang und hörte mir nebenbei eine Playlist von meinem Handy an, welche perfekt zum Wetter und der Stimmung passte. Mit jedem Schritt spürte ich immer wieder die Kälte aufs Neue durch den Wind, welcher den Bommel von meiner Mütze leicht in Bewegung brachte. Der Weg führte mich zum See. Ich schlenderte langsam zum Ufer und ging etwas am Wasser entlang, um zu sehen wie das immer wieder kurz den Sand vom Ufer neu befeuchtet. Ich hatte aber dazu immer noch genug Abstand, so dass meine Schuhe nicht nass wurden

Auf einmal entdeckte ich eine kleine braune Kugel. Ein Stein konnte es nicht sein, da die ja andere Farbe hatten. Ich hob sie neugierig hoch und realisierte das es eine kleine Kastanie war. Wahrscheinlich noch ein Überbleibsel vom Herbst. Sie musste vielleicht vor langer Zeit angespült worden sein, da auf der anderen Seite des Sees ein großer Kastanienbaum stand, der immer im goldenen Herbst seine Früchte fallen ließ. Ich überlegte, wo sie sonst herkommen könnte. Vielleicht hatte sie auch jemand fallen gelassen. Ein Kind, welche die Kastanie frisch im Herbst gesammelte hatte. Diese Freude am Sammeln hatte ich früher auch immer. Einen ganzen Beutel voll…Manche habe ich sogar mit einem Kescher vom Baum geholt. Ich musste lächeln und sah mir dabei die Kastanie etwas näher an. Auch ein Tier könnte sie vielleicht hier fallen gelassen haben.

Sie ist und bleibt ein kleines Geschenk der Natur, welches mir an dem Tag gegeben wurde. Ein sehr schönes, welches sofort alte Erinnerungen hervorrufte. Wer weiß wie lange sich so eine alte Kastanie hält. In der Zukunft hätte ja daraus ein neuer Baum wachsen können. Oder wenn sich die Welt eventuell doch immer mehr von der Natur entfernt, hätte dies ein Funke sein können, der die Menschheit auffordert mehr auf die Natur zu achten. Den ein Gefühl von Vergänglichkeit steckte auch in der Kastanie, da sie den eigentlichen Glanz auch bereits verloren.  Es kann auch nur eine einfache Kastanie sein, die viele Umstände erlebt hat. Regen, Schnee oder Sturm. Das natürliche Altern kann natürlich auch ein Grund.

Ich bin erstaunt wie jeder einzelne Gegenstand, eine eigene Geschichte haben kann. So war es auch bei der Kastanie, welche ich dann mit einsteckte und in meiner Jackentasche einfach mitnahm. Ich setzte meinen Spaziergang fort und erinnert mich immer mehr an Herbst. Mit diesen Gedanken setzte ich später auch langsam meinen Heimweg fort und kam noch vor der Dämmerung zuhause an. Ich machte mir eine Tasse Tee und legte die Kastanie auf den Tisch ab. Fokussiert blickte ich auf sie und trank dann einen Schluck. Die Gedanken wollten mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Welcher Hintergrund hatte die kleine Kastanie nur? Eine weitere Frage, die mir weiter im Kopf bleibt.

Nun gut liebes Tagebuch. Ich werde dir bald neues berichten! Wer weiß welcher Gegenstand als nächstes auftauchen wird.

Bis bald!

 

 


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