Ringvorlesung

Heterogenität im Klassenzimmer ist eine der zentralen Alltagsbedingungen von Lehrkräften. Für den Anspruch und die Umsetzung eines inklusiven Schulsystems ist es daher von großer Bedeutung, Heterogenitätsaspekte bzw. – dimensionen im Hinblick auf die Unterrichtsgestaltung und die Unterstützung von Lernprozessen der SchülerInnen zu beleuchten, sowie den Zusammenhang von Gleichheit und Differenz angemessen zu reflektieren.

Immer mehr rückt dabei im aktuellen Bildungsdiskurs die Intersektionalität bzw. simultane Relation von Heterogenitätsdimensionen in den Mittelpunkt der Betrachtung, die aufzeigt, dass bspw. Kategorisierungen wie Alter, Geschlecht, soziale Schicht, Leistung, Behinderung/Nicht-Behinderung, Religion/Religiösität, Sprache und/oder Ethnizität auch im schulischen Kontext nicht nur gesondert, sondern insbesondere in unterschiedlichen Verknüpfungen wirksam werden können und entsprechend in der schulischen Praxis Beachtung finden müssen.

Hierbei sind das fachdidaktische Wissen der Lehrkräfte über die Initiierung und Unterstützung von Lernprozessen ebenso relevant wie auch die Aneignung von erziehungswissenschaftlichen Grundlagen und Konzepten und die Reflexion eigener Wissensbestände und Haltungen.

Um zukünftige Lehrkräfte in der Entwicklung dieser Kompetenzen zu unterstützen und sie an zentrale Fragestellungen im Umgang mit Heterogenität heranzuführen, bietet die Ringvorlesung Studierenden die Möglichkeit, einen interdisziplinären Einblick in erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Zugänge zum Themenfeld Heterogenität im Kontext von Schule zu gewinnen. Dabei werden unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen aufgegriffen und ebenso Deutsch als Zweitsprache (DaZ) berücksichtigt.

Die Ringvorlesung findet im SoSe 2019 zum achten Mal für den Studienbereich Erziehungswissenschaft im Zwei-Fächer-Bachelor Gymnasium/Oberschule sowie Bildungswissenschaften des Primar- und Elementarbereichs statt und ist dem  Pflichtmodul “Umgang mit Heterogenität in der Schule” (BA-UM-HET) zugeordnet. Das Modul umfasst im Bachelor die Ringvorlesung und ein Vertiefungsseminar im Folgesemester, welches aus den Fachdisziplinen Interkulturelle Bildung (IB), Inklusive Pädagogik (IP) und Deutsch als Zweitsprache (Daz) ausgewählt werden kann. Dieser Einführung mit praktischen Bezügen folgt im Master (M.Ed. Gy/OS)  eine stärkere Theorieorientierung und die Möglichkeit der Vertiefung eigener Schwerpunkte.

Das Modul und insbesondere die Ringvorlesung sind insofern bedeutsam und innovativ als eine fächerübergreifende Kooperation und Gestaltung der Vorlesungsinhalte stattfindet und eine systematische Zusammenführung unterschiedlicher Fachdisziplinen im Umgang mit Heterogenität in der Schule erfolgt.