Lernzuwachs bei der Konzeption von Unterrichtsszenarien
Die Konzeption dieses Szenarios hat mir geholfen, die Bedeutung einer klaren Hierarchisierung der Kompetenzen besser zu verstehen. Anfangs neigte ich dazu, mehrere Ziele gleichzeitig integrieren zu wollen, wie Schreiben, Sprechen, Lesen und Medienreflexion, ohne einen Schwerpunkt ausreichend genau zu definieren. Die Arbeit an dieser Unterrichtseinheit hat mir gezeigt, dass eine kohärente Planung explizite und bewusste Entscheidungen erfordert.
Außerdem habe ich mein Verständnis von Konzepten wie kompetenzorientiertem Unterricht, Aufgabenansatz und Scaffolding vertieft. Ich fühle mich nun sicherer darin, beobachtbare Ziele zu formulieren und eine komplexe Aufgabe schrittweise zu strukturieren.
Was die KI betrifft, hat sich meine Sichtweise deutlich verändert. Bisher habe ich sie nur gelegentlich genutzt, hauptsächlich für die Erstellung von Bildern oder einfachen Übersetzungen, und ich war eher zurückhaltend, was ihre Integration in den Unterricht angeht. Durch diese Arbeit habe ich entdeckt, dass sie im schulischen Kontext eine sinnvolle Ergänzung sein kann, vorausgesetzt, sie ist didaktisch strukturiert und in einen durchdachten Rahmen eingebunden.
Lernzuwachs durch Erprobung und Überarbeitung
Das Experiment konfrontierte mich mit der Realität der Umsetzung auf dem Papier im Vergleich zur Praxis. Mir wurde bewusst, dass sich die theoretische Planung nie eins zu eins in die Praxis umsetzen lässt, auch wenn ich das schon ein wenig vermutet hatte. Es ist schwierig, eine Unterrichtsstunde minutengenau zu planen, da kein Lehrer vor Unvorhergesehenem gefeit ist. Ich habe das selbst erlebt, insbesondere durch äußere Umstände wie schlechtes Wetter oder persönliche Schwierigkeiten bei der Anreise. Diese Erkenntnis hat mich gelehrt, flexibler und realistischer zu planen. Die reichhaltigen Diskussionen haben auch gezeigt, dass bestimmte Dynamiken auf dem Papier nicht vollständig vorhersehbar sind. Ich habe verstanden, dass die Qualität einer Unterrichtsstunde nicht in ihrer Dichte liegt, sondern in der Kohärenz ihrer Prioritäten und in der Fähigkeit, sich an den Moment anzupassen.
Professionalisierungsentwicklung im Umgang mit KI
Mein Verhältnis zur KI hat sich im Laufe dieses Prozesses professionalisiert. Ich sehe sie nicht mehr als eine abstrakte und beeindruckende Innovation aus einer Dystopie, sondern als ein Werkzeug unter vielen, das, wenn es richtig eingesetzt wird, helfen kann. Schließlich hatten auch die Anfänge des Internets und von Webseiten anfangs Angst gemacht. Diese Arbeit hat mir außerdem die Notwendigkeit einer echten Prävention und Begleitung in Schulen bewusst gemacht. KI ist heute ein alltägliches Werkzeug für Schüler:innen; es reicht nicht aus, sie zu verbieten oder zu ignorieren. Es ist notwendig, den Umgang damit kritisch und verantwortungsvoll zu lernen. In diesem Kontext hatte ich die Gelegenheit, an einer Fachkonferenz in der Einrichtung, in der ich arbeite, teilzunehmen, deren Thema der Einsatz von KI im Französischunterricht war. Dank des im Seminar FD3 erworbenen Wissens konnte ich aktiv an den Austauschgesprächen teilnehmen und meine Kollegen über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Werkzeuge informieren. Mir wurde sogar vorgeschlagen, eine kurze Präsentation zu organisieren, um meine Kollegen bei der Integration von KI im Unterricht zu unterstützen. Diese Erfahrung hat mein Vertrauen gestärkt und mir ermöglicht, den Nutzen des Gelernten konkret zu messen.
Ableitungen für meine weitere Professionalisierung
Für meine zukünftigen Planungen beachte ich die Wichtigkeit, von Anfang an eine klare didaktische Priorität festzulegen. Das Output zu klären. Das war ein Konzept, das mir bisher noch sehr unklar war, das ich aber langsam zu verstehen beginne.
Bezüglich der KI möchte ich ebenfalls weiterhin darüber nachdenken, wie sie in den Sprachunterricht integriert werden kann, insbesondere indem ich Formate entwickle, die unterstützen, Analyse fördern und es auch ermöglichen, kritisches Denken zu entwickeln.
Ich möchte auch an meinem persönlichen Stressmanagement in Unterrichtssituationen arbeiten, insbesondere wenn ich vor Kollegen oder in Bewertungskontexten unterrichte. Das ist etwas, das mich bis heute sehr stark stresst.
Gesamtschau
Dieses Portfolio sowie die daraus resultierenden Überlegungen haben mir gezeigt, dass Professionalisierung nicht in der Perfektion einer ersten Version liegt, sondern in der Fähigkeit, zu analysieren, zu ändern und sich selbst zu hinterfragen. Der Prozess des Experimentierens und Überarbeitens hat meine Fähigkeiten gestärkt, Theorie und Praxis zu verbinden, Feedback anzunehmen, ohne es persönlich zu nehmen, und Anmerkungen in strukturierte Entscheidungen umzuwandeln. Zumindest ist das, was ich versucht habe, und das ist auch, was ich immer noch zu tun versuche. Heute sehe ich mich als zukünftige Lehrerin, die sich ihrer didaktischen Entscheidungen bewusster ist, in der Lage ist, die Integration digitaler Werkzeuge zu begründen und auf die Gesamtlogik eines Lernszenarios achtet, während meine Entscheidungen noch ein Semester zuvor eher dem Zufall geschuldet waren.
Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass alle Fragen gelöst sind, weit davon entfernt, aber ich habe nun solidere konzeptuelle und reflektierende Werkzeuge, um sie zu beantworten, und ich freue mich darauf, sie während meines Vorbereitungsdienstes in der Praxis anzuwenden!