Monat: März 2026

Abschließende Reflexion

Lernzuwachs bei der Konzeption von Unterrichtsszenarien

Die Konzeption dieses Szenarios hat mir geholfen, die Bedeutung einer klaren Hierarchisierung der Kompetenzen besser zu verstehen. Anfangs neigte ich dazu, mehrere Ziele gleichzeitig integrieren zu wollen, wie Schreiben, Sprechen, Lesen und Medienreflexion, ohne einen Schwerpunkt ausreichend genau zu definieren. Die Arbeit an dieser Unterrichtseinheit hat mir gezeigt, dass eine kohärente Planung explizite und bewusste Entscheidungen erfordert.

Außerdem habe ich mein Verständnis von Konzepten wie kompetenzorientiertem Unterricht, Aufgabenansatz und Scaffolding vertieft. Ich fühle mich nun sicherer darin, beobachtbare Ziele zu formulieren und eine komplexe Aufgabe schrittweise zu strukturieren.

Was die KI betrifft, hat sich meine Sichtweise deutlich verändert. Bisher habe ich sie nur gelegentlich genutzt, hauptsächlich für die Erstellung von Bildern oder einfachen Übersetzungen, und ich war eher zurückhaltend, was ihre Integration in den Unterricht angeht. Durch diese Arbeit habe ich entdeckt, dass sie im schulischen Kontext eine sinnvolle Ergänzung sein kann, vorausgesetzt, sie ist didaktisch strukturiert und in einen durchdachten Rahmen eingebunden.

Lernzuwachs durch Erprobung und Überarbeitung

Das Experiment konfrontierte mich mit der Realität der Umsetzung auf dem Papier im Vergleich zur Praxis. Mir wurde bewusst, dass sich die theoretische Planung nie eins zu eins in die Praxis umsetzen lässt, auch wenn ich das schon ein wenig vermutet hatte. Es ist schwierig, eine Unterrichtsstunde minutengenau zu planen, da kein Lehrer vor Unvorhergesehenem gefeit ist. Ich habe das selbst erlebt, insbesondere durch äußere Umstände wie schlechtes Wetter oder persönliche Schwierigkeiten vor der Fahrt dahin. Diese Erkenntnis hat mich gelehrt, flexibler und realistischer zu planen. Die reichhaltigen Diskussionen haben auch gezeigt, dass bestimmte Dynamiken auf dem Papier nicht vollständig vorhersehbar sind. Ich habe verstanden, dass die Qualität einer Unterrichtsstunde nicht in ihrer Dichte liegt, sondern in der Kohärenz ihrer Prioritäten und in der Fähigkeit, sich an den Moment anzupassen.

Professionalisierungsentwicklung im Umgang mit KI

Mein Verhältnis zur KI hat sich im Laufe dieses Prozesses professionalisiert. Ich sehe sie nicht mehr als eine abstrakte und beeindruckende Innovation aus einer Dystopie, sondern als ein Werkzeug unter vielen, das, wenn es richtig eingesetzt wird, helfen kann. Schließlich hatten auch die Anfänge des Internets und von Webseiten anfangs Angst gemacht. Diese Arbeit hat mir außerdem die Notwendigkeit einer echten Prävention und Begleitung in Schulen bewusst gemacht. KI ist heute ein alltägliches Werkzeug für Schüler:innen; es reicht nicht aus, sie zu verbieten oder zu ignorieren. Es ist notwendig, den Umgang damit kritisch und verantwortungsvoll zu lernen. In diesem Kontext hatte ich die Gelegenheit, an einer Fachkonferenz in der Einrichtung, in der ich arbeite, teilzunehmen, deren Thema der Einsatz von KI im Französischunterricht war. Dank des im Seminar FD3 erworbenen Wissens konnte ich aktiv an den Austauschgesprächen teilnehmen und meine Kollegen über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Werkzeuge informieren. Mir wurde sogar vorgeschlagen, eine kurze Präsentation zu organisieren, um meine Kollegen bei der Integration von KI im „FLE“ Unterricht zu unterstützen. Diese Erfahrung hat mein Vertrauen gestärkt und mir ermöglicht, den Nutzen des Gelernten konkret zu messen.

Ableitungen für meine weitere Professionalisierung

Für meine zukünftigen Planungen beachte ich die Wichtigkeit, von Anfang an eine klare didaktische Priorität festzulegen. Das Output zu klären. Das war ein Konzept, das mir bisher noch sehr unklar war, das ich aber langsam zu verstehen beginne.
Bezüglich der KI möchte ich ebenfalls weiterhin darüber nachdenken, wie sie in den Sprachunterricht integriert werden kann, insbesondere indem ich Formate entwickle, die unterstützen, Analyse fördern und es auch ermöglichen, kritisches Denken zu entwickeln.
Ich möchte auch an meinem persönlichen Stressmanagement in Unterrichtssituationen arbeiten, insbesondere wenn ich vor Kollegen oder in Bewertungskontexten unterrichte. Das ist etwas, das mich bis heute sehr stark stresst.

Gesamtschau

Dieses Portfolio sowie die daraus resultierenden Überlegungen haben mir gezeigt, dass Professionalisierung nicht in der Perfektion einer ersten Version liegt, sondern in der Fähigkeit, zu analysieren, zu ändern und sich selbst zu hinterfragen. Der Prozess des Experimentierens und Überarbeitens hat meine Fähigkeiten gestärkt, Theorie und Praxis zu verbinden, Feedback anzunehmen, ohne es persönlich zu nehmen, und Anmerkungen in strukturierte Entscheidungen umzuwandeln. Zumindest ist das, was ich versucht habe, und das ist auch, was ich immer noch zu tun versuche. Heute sehe ich mich als zukünftige Lehrerin, die sich ihrer didaktischen Entscheidungen bewusster ist, in der Lage ist, die Integration digitaler Werkzeuge zu begründen und auf die Gesamtlogik eines Lernszenarios achtet, während meine Entscheidungen noch ein Semester zuvor eher dem Zufall geschuldet waren.

Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass alle Fragen gelöst sind, weit davon entfernt, aber ich habe nun solidere konzeptuelle und reflektierende Werkzeuge, um sie zu beantworten, und ich freue mich darauf, sie während meines Vorbereitungsdienstes in der Praxis anzuwenden!

Erprobung II: Durchführung am Horn Gymnasium

Ablauf in der realen Klasse

Die Durchführung der Unterrichts war ursprünglich für den 12. Januar vorgesehen. Aufgrund von Schneefall erfuhr ich am Vorabend, dass sie auf den 26. Januar verschoben werden musste. Diese Terminänderung erforderte eine logistische Umorganisation, änderte jedoch nichts am Inhalt der Planung.

Der Unterricht fand in einer 10. Klasse (E-Phase) statt und folgte dem Lehrplan der 11. Klasse während der 3. und 4. Stunde.

Die Gruppe bestand aus etwa fünfzehn Schülern;innen, von denen die meisten entweder französischer Muttersprache oder zweisprachig mit sehr guten Französischkenntnissen waren. Diese Homogenität und das hohe Sprachniveau waren ein günstiger Faktor für die Durchführung der Kommunikationsaufgabe.

Anwesend waren Nicolas Michel, Lehrer am Gymnasium Horn, einer seiner Referendare sowie ein Mitkommiliton (FD3).

Beobachtungen und Unterschiede zur Seminarerprobung:

Insgesamt verlief die Sitzung wie ursprünglich geplant. Die verschiedenen vorgesehenen Phasen wurden eingehalten und die allgemeine Struktur blieb unverändert. Auf Anraten meiner Dozentin Katin Grigat und der Mitkommilitonen hatte ich den Schwerpunkt auf das Sprechen gelegt und daher einige Anpassungen an meiner Tabelle vorgenommen, die ich sorgfältig ausgedruckt hatte, um sie vor Augen zu haben. Ich hatte auch einige Elemente der Powerpoint-Präsentation geändert, um meine Zeit auf zwei Stunden statt wie bei meiner Erprobung 1 vorgesehen auf eine Stunde anzupassen.

Am Morgen selbst kam es jedoch zu einer unvorhergesehenen Verzögerung: aufgrund eines technischen Problems mit meinem Auto (defekte Wasserpumpe) in Verbindung mit den schwierigen Wetterbedingungen kam ich mit fünfzehn Minuten Verspätung an. Ich musste also spontan mein Zeitmanagement anpassen. Ich entschied mich, einige formale Elemente zu reduzieren (Begrüßsung und Erklärungen zu Beginn der Sitzung wurden kürzer gefasst), während ich die zentralen Phasen, die dem Inhalt und der Diskussion gewidmet waren und die ich aus didaktischer Sicht als vorrangig betrachtete, beibehielt.

Trotz dieser anfänglichen Verzögerung verlief das Zeitmanagement insgesamt reibungslos. Die Schüler:innen verstanden schnell, was in dieser Stunde von ihnen erwartet wurde, und zeigten sich sofort engagiert. Die Aufgaben wurden gut verstanden, und die Arbeitsatmosphäre blieb konzentriert und positiv. An ein oder zwei Stellen waren geringfügige Anpassungen erforderlich (kurze Ermahnungen bezüglich der Lautstärke einer Gruppe), die jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den Ablauf hatten.

Die Sitzung war von einer ausgezeichneten Dynamik geprägt, die durch Humor und konstruktiven Austausch, ausschließlich auf Französisch, gekennzeichnet war. Die Vielfalt der Diskussionen bestätigte die Relevanz des Schwerpunkts auf mündlichen Kompetenzen.

Wichtigste Beobachtungen

Bei der Umsetzung fielen mehrere Aspekte besonders auf:

  • Das hohe Sprachniveau der Gruppe begünstigte tiefgehende Diskussionen. Das hatte mich noch mal positiv überrascht.
  • Der humoristische Aspekt der Fake News trug zu einer entspannten Atmosphäre bei, die das Wortergreifen förderte.
  • Die Authentizität des Themas (KI, Fake News, Instagram) sorgte für eine hohe Motivation.
  • Die Aufgabe wurde schnell verstanden, was zeigt, dass die Anweisungen klar genug waren

Feedbacks und Reflexion

Das Feedback, das ich am Ende des Unterrichts erhielt, hat mich tief beeindruckt. Als Nicolas Michel der Lehrer mir sagte, dass ich mich „sehr gut geschlagen“ habe, dass ich entspannt war und ,dass es eine „wertvolle Stunde“ gewesen sei, war ich wirklich erleichtert. Vorher hatte ich große Zweifel gehabt, insbesondere wegen der Verschiebung des Unterrichts und der unerwarteten Verspätung am selben Morgen. Als ich hörte, dass die Unterrichtsstunden als „wertvoll” empfunden worden waren, wurde mir bewusst, dass trotz der unvorhergesehenen Ereignisse das Wesentliche, die Qualität des Austauschs und die didaktische Kohärenz, erhalten geblieben war.

Dieses Feedback stärkte mein Vertrauen in meine Fähigkeit, eine anspruchsvolle Klasse mit zweisprachigen Schülern:innen auf hohem Niveau zu unterrichten. Es zeigte mir auch, dass ich in unerwarteten Situationen flexibel und professionell bleiben kann, ohne dass dies die Qualität des Unterrichts beeinträchtigt.

Das Feedback meines Mitkommiliton, der den angenehmen und reibungslosen Ablauf der Sitzung hervorhob, bestätigte mein eigenes Empfinden: die Atmosphäre war konstruktiv, die Schüler:innen engagiert und der Austausch authentisch. Das hat mich besonders berührt, da es eines meiner impliziten Ziele war, einen Raum zu schaffen, in dem die Sprache lebendig und natürlich verwendet wird.

Rückblickend betrachtet war dieses Feedback nicht nur eine punktuelle Bestätigung, sondern ein wichtiger Moment in meinem Professionalisierungsprozess. Es hat mir geholfen, meine eigenen Unsicherheiten zu überwinden und meine sich entwickelnden Kompetenzen als Lehrerin anzuerkennen.

Was gut funktioniert hat:

Mehrere Elemente des Unterrichts haben sehr zufriedenstellend funktioniert. Zunächst einmal war die Motivation der Schüler:innen  während der gesamten Stunde spürbar. Es gab keine nennenswerten Momente der Unkonzentriertheit und keine passiven Schüler:innen. Dieses konstante Engagement lässt sich durch die Authentizität des Themas sowie durch die kreative und humorvolle Dimension von Fake News erklären. Der direkte Bezug zu ihrer digitalen Welt förderte eine aktive und anhaltende Beteiligung.

Die visuellen Hilfsmittel (Folien) und die Anweisungen wurden ohne größere Schwierigkeiten verstanden. Die Schüler:innen haben die Anforderungen der Aufgabe, einschließlich der Abschlussaufgabe, schnell verstanden. Dies zeigt, dass die Strukturierung des Unterrichts und die Klarheit der Erklärungen dem Niveau der Gruppe angemessen waren.

Auch die Nutzung der digitalen Tools verlief reibungslos. Fobizz funktionierte einwandfrei und erforderte keinen technischen Eingriff meinerseits. Auch das Tool Zeoob wurde von den Schüler:innen selbstständig genutzt. Diese technische Selbstständigkeit ermöglichte es, das Tempo der Sitzung aufrechtzuerhalten und unnötige Unterbrechungen zu vermeiden, was zur pädagogischen Kontinuität beitrug.

Insgesamt schuf die Kombination aus klaren Anweisungen, thematischer Relevanz und technischer Stabilität einen effizienten und dynamischen Lernrahmen.

Was weniger gut funktioniert hat:

Das Ausbleiben größerer Schwierigkeiten bedeutet nicht, dass der Unterricht  perfekt war, sondern vielmehr, dass sich die Planung und die nach der Erprobung I vorgenommenen Anpassungen ausgezahlt haben. Dadurch konnte ich konkret erkennen, wie wichtig der Prozess der Überarbeitung und reflexiven Analyse für die berufliche Weiterentwicklung ist.

 

Analyse der Erprobung anhand didaktischer Qualitätskriterien:

Für diesen Kurs hatte ich einige Recherchen zu den Kriterien durchgeführt, die zur Erstellung eines guten Sprachkurses beitragen.

Folgendes konnte ich während meiner ersten Erprobung umsetzen:

– Die Ausrichtung auf sprachliche Handlungen war deutlich erkennbar: die Schüler:innen haben nicht nur über Fake News gesprochen, sondern mit der Sprache gehandelt, indem sie Inhalte produziert, präsentiert und auf die Beiträge der anderen reagiert haben. Die vorgeschlagene Aufgabe stellte eine bedeutungsvolle Kommunikationssituation dar, die zu spontanen und reichhaltigen Gesprächen führte. Dieses Kriterium findet sich auch in den Arbeiten von Hofrichter et al. 2024 wieder: „mit Abstand am häufigsten genannte Kriterium in Englisch ist die Schaffung hoher Sprechanteile der Schüler:innen durch ‚echte‘ kommunikative Anlässe (12 %); dahinter folgt der aktive Gebrauch der Fremdsprache als Kommunikationsmedium (4 %). „ (vgl. Hofrichter et all: 2024: 125).

– Die Authentizität des Instagram-Kontexts, Fake News und KI-generierte Inhalte förderten die Neugier und damit das Engagement und die Beteiligung. Die Debatten zeigten, dass das Thema für die Lernenden sinnvoll war und eine authentische Meinungsäußerung ermöglichte Authentizität der Kommunikation / Interaktion (vgl. Moison 2025 : online).

– Was das Scaffolding betrifft, so haben mehrere Elemente die Schüler:innen bei der Erfüllung der Aufgabe unterstützt: die bereitgestellte Aufforderung, die Kriterien zum Erkennen von Fake News sowie die Vorbereitungsphase in der Gruppe haben die Produktion der Schüler:innen strukturiert und das Sprechen gesichert. Dieses Scaffolding ermöglichte es den Schülern:innen, ihre Ideen in der Präsentationsphase selbstständiger zu entwickeln: die Schüler:innen wurden Schritt für Schritt von mir unterstützt, um die Aufgabe zu bewältigen, und konnten anschließend zunehmend selbstständiger arbeiten. (vgl. Quehl et al. 2020).

– Die explizite Differenzierung stand bei diesem ersten Versuch nicht im Mittelpunkt, da das Niveau der Gruppe relativ homogen war. Dennoch ermöglichte die Zusammenarbeit eine gegenseitige Unterstützung zwischen den Schülern:innen.

Schließlich stellte die Verwaltung der von der KI generierten Produktionen eine zentrale Herausforderung dar. Obwohl eine kritische Haltung gefördert wurde, zeigte die Erprobung I, dass diese Analyse mit Hilfe expliziterer Kriterien besser strukturiert hätte werden können. Dieser Punkt floss in die spätere Überarbeitungsphase ein.

Überbearbeitung II – Was habe ich geändert ?

Im Zuge der zweiten Überarbeitung wurden mehrere zentrale Anpassungen vorgenommen, die sowohl die didaktische Klarheit als auch die Umsetzbarkeit der Stunde deutlich verbessert haben.

Finale Änderungen

  • Neuer Schwerpunkt: die wesentlichste Veränderung betrifft die klare Festlegung des Kompetenzschwerpunkts auf die produktive mündliche Kompetenz (Sprechen). Während in der ursprünglichen Planung die Schreibkompetenz stärker im Zentrum stand, wurde nach der Erprobungsphase deutlich, dass das kommunikative Potenzial der Aufgabe vor allem in der Präsentations- und Diskussionsphase lag.

In der überarbeiteten Fassung dient die schriftliche Produktion der Fake News nun ausdrücklich als vorbereitende Phase zur mündlichen Auseinandersetzung. Dadurch wurde die Zielhierarchie präzisiert und die Stunde kohärenter strukturiert.

  • Präzisierung des Promptings in Fobizz: eine weitere  Überarbeitung betrifft die Konkretisierung der consigne zur Nutzung von Fobizz. In der finalen Version wurden detaillierte Erklärungen ergänzt, die den Schüler:innen Schritt für Schritt verdeutlichen, wo und wie der Prompt eingegeben werden muss. Hunzelmann eklärt in ihrem Artikel warum das präzise prompten so wichtig ist: „Strukturierte Vorgaben machen Large Language Models zu einem interaktiven, sprachlich reaktiven Gegenüber. Dies ermöglicht quasi-authentische Kommunikationssituationen. Die Lernenden trainieren dadurch ihre kommunikativen Kompetenzen und das dialogische Schreiben“ (vgl. Hunzelmann 2025 : 9).

(Zum besseren Verständnis wurden in der endgültigen Fassung der Power Point entsprechende Screenshots eingefügt, die die einzelnen Eingabefelder sowie Beispiel-Formulierungen visualisieren.)

Die Anpassung war für mich hilfreich. Ich hatte weniger Stress beim Arbeiten mit dem digitalen Tool. Weil das Prompt klarer und besser strukturiert war, konnte ich mich besser auf den Inhalt konzentrieren.

  • Strukturierte Einführung in die Nutzung von Zeoob

Auch die Arbeit mit Zeoob wurde in der überarbeiteten Version genauer angeleitet. Ergänzt wurden konkrete Hinweise zur Gestaltung des Instagram-Posts (Titel, Bildunterschrift, Layout), um die Textsortenspezifik deutlicher herauszustellen.

(Die finale Version enthält hierzu visuelle Beispiele bzw. Screenshots, die die einzelnen Gestaltungsschritte illustrieren.)

Diese Präzisierung stärkt die Textsortenkompetenz und verhindert, dass die technische Bedienung des Tools den Unterrichtsfluss hemmt.

  • Reflexion über übernommenes und nicht übernommenes Feedback

In dieser Überarbeitungsphase habe ich mehrere Elemente aus dem Feedback berücksichtigt, das ich während des Experiments erhalten habe. Die wichtigste Änderung betrifft die Neudefinition des Schwerpunkts: ich habe mich dafür entschieden, den Fokus der Sitzung auf die produktive mündliche Kompetenz „Sprechen“ zu legen. Der Versuch hatte gezeigt, dass das kommunikative Potenzial der Aufgabe hauptsächlich in den Debatten und Präsentationen lag und nicht in der schriftlichen Produktion als solcher.

Ich habe auch die Empfehlung berücksichtigt, das Format auf eine Doppelstunde auszuweiten, um mehr Raum für den Austausch zu schaffen und übermäßigen Zeitdruck zu vermeiden. Schließlich habe ich die Anweisungen zur Verwendung der digitalen Tools (Fobizz und Zeoob) präzisiert und detaillierte Erklärungen und Screenshots hinzugefügt, um die technische Handhabung zu vereinfachen.

Die Empfehlung, jegliche Verwendung der deutschen Sprache in den Folien zu vermeiden, habe ich hingegen nicht vollständig befolgt. Mir wurde vorgeschlagen, eine ausschließlich französischsprachige Umgebung beizubehalten. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, am Ende der Sitzung einige einfache Übersetzungssätze beizubehalten, um die Diskussion zu unterstützen. Obwohl die Schüler:innen diese nicht wirklich brauchten, da die Gruppe zweisprachig war, bin ich der Meinung, dass eine leichte Unterstützung am Ende der Sitzung eine beruhigende Funktion haben kann.

Ich bin der Meinung, dass es in den letzten Minuten einer kognitiv und kommunikativ intensiven Unterrichtsphase nämlich zu einer sprachlichen Ermüdung kommen kann. Eine punktuelle Unterstützung in einer noch besser beherrschten Sprache kann dann dazu beitragen, das Engagement aufrechtzuerhalten, die kognitive Belastung zu verringern und ein Klima des Vertrauens zu bewahren. Diese Entscheidung stellt das sprachliche Eintauchen nicht in Frage, sondern ist, so denke ich, Teil einer maßvollen und durchdachten Begleitung.

Qualitative Verbesserung des Szenarios

Die für die Qualität des Unterrichts entscheidendste Änderung war die Neuausrichtung auf die mündliche Kompetenz. Durch diese klarere Hierarchisierung der Ziele konnte der Unterricht kohärenter strukturiert werden: Das „Schreiben“ wurde zu einer Vorbereitungsphase für die Diskussion und war nicht mehr Selbstzweck. Dadurch wurde die Kommunikationsdynamik gestärkt.

In diese Überarbeitung habe ich auch theoretische Elemente integriert. Die Neuausrichtung auf eine Hauptkompetenz entspricht einem kompetenzorientierten Ansatz. (vgl. Nieweler 2017). Die Klarstellung der Anweisungen und der Aufforderung diente der Unterstützung (Scaffolding) und der Verringerung der kognitiven Belastung. Die Verlängerung auf eine Doppelstunde berücksichtigt das Handlungs- und Kommunikationspotenzial der Aufgabe. Diese Anpassungen basieren also nicht nur auf einem subjektiven Eindruck, sondern auf meine didaktischen Überlegungen.

Für meine zukünftigen Planungen halte ich es für wichtig, von Anfang an eine klare Hierarchie der Kompetenzen festzulegen, die Zeitplanung in den Diskussionsphasen realistisch zu antizipieren und eine genaue Anleitung für die Verwendung digitaler Tools vorzusehen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Kohärenz einer Sitzung weniger von der Fülle der Ideen als von der Klarheit der didaktischen Prioritäten abhängt.

Erprobung I

Erprobung I an der Uni

Verlauf und Zentrale Beobachtungen

Bei diesem ersten Probedurchlauf im Seminar war ich besonders gestresst, da ich mich nicht immer wohl dabei fühle, vor meinen Kommilitonen und einer erfahrenen Lehrerin zu unterrichten.

Zwei Dinge, die ich als besonders positiv empfand, haben mir jedoch geholfen:

– Ich hatte eine strukturierte Powerpoint-Präsentation vorbereitet, die in einer Schule einsetzbar war und die verschiedenen Arbeitsphasen klar erkennbar darstellte (Begrüßung, Warm-up, Einstieg, Hauptphase, Was haben wir heute gelernt, Verabschiedung). Diese Struktur hilft mir immer sehr, wenn ich ein solches Format für meinen Unterricht verwende.

– Ich hatte die richtige Klasse am Vortag beobachten und mich mit ihrem Lehrer vor Ort austauschen können. Dieser Austausch ermöglichte es mir, meine Unterrichtsstunde an die Eigenschaften der Gruppe anzupassen.

Und wenn ich nur einen einzigen positiven Punkt nennen müsste, wäre es dieser. Diese Vorbereitung im Vorfeld ist rückblickend ein sehr positiver Aspekt dieses ersten Experiments.

Was negatives ?

Mein erste Kompetenzschwerpunkt war eindeutig falsch, aber das wurde mir erst nach meiner Erprobung I und nach dem Feedback der Studierenden klar: wie bereits in diesem Portfolio erwähnt, hatte ich die Sitzung ursprünglich auf die schriftliche Produktionskompetenz (Schreiben) ausgerichtet. Während der Erprobung I wurde mir jedoch klar (insbesondere dank der lebhaften Diskussionen, die durch das ausgelöst wurden, was später zur Hauptphase werden sollte), dass die mündliche Kompetenz (Sprechen) tatsächlich relevanter war. Die Diskussionen zeigten, dass das kommunikative Potenzial der Sitzung weit über das einfache Schreiben hinausging, dessen Anteil sich auf das einfache Abschreiben einer zu ändernden Vorlage beschränkte. (Diese Erkenntnis hat meine Planung in der Folge stark beeinflusst.)

Was das Zeitmanagement angeht, war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich die Sitzung für eine oder zwei Stunden planen sollte. Ich hatte mich für ein einstündiges Format entschieden, stellte jedoch schnell fest, dass dies nicht ausreichte. Der Austausch war reichhaltig, das Thema stieß auf großes Interesse, und selbst die Reaktionen auf die von Fobizz Bild generierten Bilder führten zu spontanen Diskussionen und humorvollen Momenten. Daher lautete die Empfehlung im Feedback eindeutig, eine Doppelstunde einzuplanen, um mehr Raum für Diskussionen zu lassen und eine zu schnelle Dynamik zu vermeiden. Diese Bemerkung war natürlich zu beachten, denn diese Änderung trug dazu bei, eine authentische und menschliche Atmosphäre des Austauschs zu bewahren, anstatt einen zu mechanischen und zu schnellen Ablauf.

Reflexion

Besonders gut funktioniert hat nach meiner Einschätzung die Einstiegsphase („Vrai ou faux?“). Die bewusst humorvoll formulierten Fake News erzeugten sofort Aufmerksamkeit und motivierte die Lernenden. Die humorvolle Zuspitzung der Inhalte führte nicht nur zu einer hohen Beteiligung, sondern schuf auch eine positive, entspannte Lernatmosphäre. Didaktisch lässt sich dies durch die emotionale Aktivierung erklären: Humor kann als motivierender Faktor wirken und Hemmungen beim Sprechen reduzieren. Die Forschungen von Loeschmann (2015) zu diesem Thema sind sehr interessant, und ich habe sie mit großer Freude gelesen, da sie meiner Sichtweise entsprechen: „So wichtig Lehrende bei der Schaffung einer heiteren Lern- und Arbeitsatmosphäre auch sind, die Mitwirkung, ja die Verantwortung der Lernenden darf keineswegs unterschätzt werden, vielmehr kommt es darauf an, sie zu aktivieren, zu animieren, sich angemessen humorvoll an der Gestaltung des Unterrichts zu beteiligen.“ (vgl. Loeschmann 2015: 49-50).

Auch die Präsentationsphase im Plenum erwies sich als besonders gelungen. Die Vorstellung der selbst erstellten Fake News führte zu spontanen Reaktionen, Lachen und lebendigen Diskussionen. Diese positive Dynamik unterstützte die mündliche Beteiligung und förderte eine kommunikative Unterrichtsatmosphäre, in der meine Mitkommilitonen die die „Schüler:innen“ spielten, trauten, frei zu sprechen und aufeinander zu reagieren.

Ich denke, dass es sehr hilfreich war, eine gebrauchsfertige, klare und gut strukturierte Powerpoint-Präsentation erstellt zu haben. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, auch als Angestellte an der Schule, Powerpoint-Präsentationen mit folgendem Ablauf zu erstellen: Begrüßung, Erläuterung der Sitzung, Erwärmung, Haupthase, was haben wir heute gelernt, Verabschiedung. Das hilft allen, den Überblick zu behalten und nicht den Faden zu verlieren.

Als kleinere Schwierigkeit zeigte sich ein technisches Problem beim Hochladen einer Datei (ein Fobiiz Bild) von einer Mitkommilitonin auf StudIP. Auch wenn dies keinen gravierenden Einfluss auf den Ablauf hatte, verdeutlicht es die Notwendigkeit, bei digital gestützten Unterrichtssettings stets alternative Lösungswege einzuplanen. Der Einsatz digitaler Werkzeuge erfordert somit nicht nur methodische Planung, sondern auch organisatorische Flexibilität.

Eine weitere Herausforderung betraf die Zeitplanung. Die Diskussions und Präsentationsphase entwickelte eine größere Dynamik als ursprünglich erwartet, sodass der geplante Zeitrahmen einer Einzelstunde nicht ausreichte. Didaktisch lässt sich dies durch das hohe kommunikative Potenzial der Aufgabe erklären: die authentische Thematik sowie die humorvollen Beiträge führten zu intensiven Austauschprozessen. Rückblickend erscheint die Durchführung als Doppelstunde sinnvoller, um der inhaltlichen Tiefe und der mündlichen Interaktion ausreichend Raum zu geben und eine unnötige Beschleunigung des Unterrichts zu vermeiden.

Im Nachhinein und nach mehreren Wochen des Nachdenkens bin ich nun besser in der Lage, die Bedeutung der verschiedenen Rückmeldungen zu analysieren und zu verstehen. Im ersten Moment haben mich einige Bemerkungen verunsichert, da sie Entscheidungen in Frage stellten, in die ich viel Energie investiert hatte. Mit etwas Abstand konnte ich jedoch ihre didaktische Relevanz erkennen. Das Feedback im Seminar hat mir geholfen, meine Prioritäten zu klären, insbesondere in Bezug auf die Hierarchisierung von Kompetenzen und das Zeitmanagement.

Diese Experimentierphase erwies sich somit als entscheidend für meinen beruflichen Lernprozess: sie konfrontierte mich mit der Kluft zwischen theoretischer Planung und ihrer konkreten Umsetzung und veranlasste mich, meine Entscheidungen kohärenter und zielgerichteter anzupassen.

Überarbeitung – Was habe ich geändert ?

Die größte Veränderung bestand darin, die  produktive Kompetenz zu ändern: nicht mehr „Schreiben“, sondern „Sprechen“. Während dieser Erprobung an der Universität habe ich festgestellt, dass das Schreiben, das ich ursprünglich ausgewählt hatte, überhaupt nicht geeignet war, weil die Schüler:innen nur sehr wenig schreiben.

Außerdem habe ich meine Stunde zu einer Doppelstunde umgearbeitet und nicht zu zwei einzelnen Stunden. Eine Einzelstunde war dafür zu kurz.

Die Powerpoint Präsentation musste ich nur leicht anpassen.

Reflexion des ersten Teils

Dieses Thema erschien mir relevant, da die Schüler:innen täglich in einer dichten, schnelllebigen und oft unübersichtlichen Informationswelt leben: „Kinder und junge Erwachsene wachsen in einer Welt auf, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Sie kennen es nicht anders ». (vgl. Redecker / DigCompEdu 2019 : 10). Informationen sind Teil ihrer Welt, und Instagram ist Teil ihrer Realität, ebenso wie manipulierte Inhalte, Fake News und durch künstliche Intelligenz generierte Texte. Sie sind mit diesen Phänomenen konfrontiert, ohne immer über die notwendigen Werkzeuge zu verfügen, um deren Glaubwürdigkeit, Herkunft oder zugrunde liegende Absichten zu analysieren. Das war der Ursprung meiner Überlegungen.

Die Auseinandersetzung mit Fake News im Französischunterricht war also kein Zufall, sondern etwas, das ich als pädagogische Notwendigkeit ansah. Als Mutter und studentische Lehrkraft an einer Schule sehe ich oft, wie Schüler:innen leichtgläubig alles glauben, was sie in den sozialen Netzwerken lesen. Ich wollte also das Sprachenlernen mit einer konkreten Realität verbinden, die Sprache in einen ihnen vertrauten Kontext stellen und vor allem eine kritische Distanz zu Inhalten entwickeln, die sie oft intuitiv konsumieren, ohne unbedingt darüber nachzudenken, was sie lesen.

Erwartungen, Chancen und Risiken

Hier ist eine Tabelle, die aus meinen persönlichen Überlegungen entstanden ist und mir zu Beginn der Konzeption geholfen hat, meine Ideen zu ordnen:

Hinweis: Ich habe die Tabelle bewusst auf Französisch belassen, da sie aus meinen vorab gemachten Überlegungen stammt.

Attentes (ce que j’espérais) Opportunités (ce que cela peut apporter) Risques (ce que je craignais)
Susciter une forte motivation grâce à un thème proche du quotidien des élèves (Instagram, fake news, IA) Relier l’apprentissage du français à l’univers numérique réel des élèves Que les élèves se concentrent davantage sur l’outil que sur la langue, parce que c’est « drôle » de travailler avec l’IA.
Favoriser une production écrite authentique en français à partir d’un contexte concret Développer l’esprit critique face aux contenus générés par l’IA Qu’il n’y est pas beaucoup à écrire
Encourager la prise de parole spontanée lors des échanges et des présentations Travailler la compétence communicative dans une situation signifiante et actuelle Que la discussion dérive vers l’aspect technique au lieu de rester centrée sur le sens
Amener les élèves à réfléchir aux mécanismes de manipulation de l’information Développer la compétence médiatique et la KI-Literacy en cours de langue Que certains élèves copient le texte généré sans réelle appropriation
Rendre visible le lien entre langue, médias et société Favoriser une prise de conscience des dangers des fake news et des deep fakes Difficulté pour certains élèves à distinguer clairement vrai/faux malgré l’activité
Permettre une participation active de tous les élèves grâce au support numérique Offrir un cadre rassurant pour écrire grâce au prompt adaptable Risque de surcharge cognitive (langue + outil + réflexion critique)

 

Konzeption

Erste Entwurfsfassung des Szenarios und Lernziele

In ihrer ersten Version legte die Unterrichtsplanung gemäß dem Bildungsplan SekII (2008) des Landes Bremen einen starken Schwerpunkt auf die kommunikative Produktion „schreiben”. Das ursprüngliche Ziel bestand darin, die Schüler:innen in eine kreative Situation zu versetzen: mithilfe einer anpassbaren Consigne auf Fobizz eine glaubwürdige Fake News zu verfassen, ein passendes Bild zu generieren (immer noch auf Fobizz) und das Ganze in eine Instagram-Veröffentlichung mit Zeobb umzuwandeln.

Die KI wurde also auf relativ einfache Weise eingesetzt: Textproduktion über Fobizz Chat, Bildgenerierung über Fobizz Bild und Instagram Formatierung auf Zeoob. Was ich jedoch noch nicht wusste, was und wie die Schüler:innen schreiben sollten.

Und ich hatte die Lernziele (zu) weit gefasst formuliert. Ich hatte alles aufgeschrieben, was ich als Recherche gelesen hatte, um mir zu helfen.

Auf sprachlicher Ebene ging es darum, einen Wortschatz im Zusammenhang mit den Medien und der Manipulation von Informationen sowie Argumentationsstrukturen zu mobilisieren. Auf kommunikativer Ebene sollten die Schüler:innen einen kohärenten Text verfassen, ihn präsentieren und begründen. Auf thematischer Ebene stand das Verständnis der Mechanismen von Fake News im Mittelpunkt. Auf medialer Ebene schließlich ging es um die Nutzung und kritische Analyse von KI-generierten Inhalten.

Zu diesem Zeitpunkt war der Schwerpunkt noch nicht klar hierarchisiert. Das Schreiben nahm einen dominierenden Platz ein, während die mündliche Dimension und die kritische Diskussion noch nicht vollständig als Kernstück der Sitzung identifiziert worden waren. Vor allem hatte ich noch kein konkretes Ziel definiert.

(Im Laufe des Prozesses hat sich diese Hierarchie geklärt. Die mündliche Kompetenz „Sprechen“ wurde nach und nach zum zentralen Ziel, wie wir im weiteren Verlauf dieses Portfolios sehen werden. Das „Schreiben“ verschwand nicht, sondern wurde zu einem Mittel in den Diensten der Diskussion und Argumentation.)

Theoretische Fundierung der Kompetenzwahl

Die Auswahl der Kompetenzen basiert auf den Leitlinien des Bremer Bildungsplans für die Sekundarstufe II (2008), der den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Kommunikationskompetenzen „Sprechen“, „Schreiben“ legt. Ich hatte, wie schon erwähnt, der schriftlichen Kompetenz Vorrang eingeräumt, was im Einklang mit einem kompetenzorientierten Ansatz stand. (Formell war das in Ordnung, inhaltlich jedoch nicht).

Was die Medienkompetenz betrifft, so stützt sich die Einbeziehung kritischer Reflexion über Fake News und KI-generierte Inhalte auf die Empfehlungen zur „Bildung in der digitalen Welt” der KMK (2016) S.16: „1.2.1. Informationen und Daten analysieren, interpretieren und kritisch bewerten und 1.2.2 Informationsquellen analysieren und kritisch bewerten“ sowie auf die digitale Kompetenz „verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien” von Alles et all S5. (2025).

Die Planung wird auch von einer handlungsorientierten Logik beeinflusst: die Schüler:innen erfüllen eine konkrete Aufgabe (Erstellen und Präsentieren einer Fake News), die dem Sprachgebrauch einen Sinn gibt. (vgl. Nieweler 2017).

Didaktisch-methodische Entscheidungen

In meinem ersten Entwurf verfolgte ich einen kommunikativen Ansatz, der sich auf die schriftliche Ausdrucksfähigkeit „Schreiben“ konzentrierte. Die Produktion war der Motor des Lernens.

Methoden

Ich bevorzugte einen handlungsorientierten und produktiven Ansatz (vgl. Nieweler 2017): die Schüler:innen sollten eine konkrete Aufgabe erfüllen (eine glaubwürdige Fake News erstellen), um Französisch in einer bedeutungsvollen Situation anzuwenden. Diese Methode zielte darauf ab, das Sprachenlernen in einen Kontext zu stellen, der ihrer digitalen Realität nahekommt.

Arbeitsformen

Gruppenarbeit war vorgesehen, um erstmal die Motivation zu fördern aber auch um die sprachliche Verhandlung und die gemeinsame Ausarbeitung des Textes zu fördern: „Partner-/Gruppenarbeit In dieser Form schließen sich Paare oder kleine Gruppen aus mehreren Lernenden zusammen. Die Paare bzw. Gruppen können an denselben oder an unterschiedlichen Arbeitsaufträgen (Thema, Aufgaben-, Fragestellung, o. a.) arbeiten. In der Partner-/Gruppenarbeit wird das Miteinander gefördert. Zudem profitieren die Lernenden durch die Stärken der anderen und erfahren durch diese Sicherheit bei der Bearbeitung der Aufgabenstellung.“ (vgl. Thies et all 2023: 3).

Die Phasen im Plenum, insbesondere während der Präsentationen der Fake-News, sollten den Austausch und die gemeinsame Nutzung der Ergebnisse ermöglichen: „Plenumsarbeit Bei dieser Form arbeitet die gesamte Gruppe gemeinsam an einem Arbeitsauftrag (Thema, Aufgaben-, Fragestellung, o. a.). Die Zusammenarbeit kann etwa als offene Diskussion oder als Gespräch stattfinden, welches durch die Lehr-/Ausbildungsperson strukturiert wird. Trainiert werden Austausch und Umgangsweisen in großen Gruppen. “ (vgl. Thies et all 2023: 3).

Einsatz von KI

KI wurde als kreatives und experimentelles Werkzeug konzipiert. Durch die Verwendung einer in Fobizz veränderbaren prompt konnten die Schüler:innen konkret beobachten, wie die Formulierung das generierte Ergebnis beeinflusst. Das Ziel war nicht, das Schreiben an die Maschine zu delegieren, sondern die Mechanismen der Informationsproduktion und Manipulation sichtbar zu machen.

Bei der Erprobung I an der Universität stellte sich jedoch heraus, dass das schriftliche Produzieren einen zu großen Stellenwert einnahm und vom Hauptziel ablenkte: dem Austausch und der kritischen Reflexion. Die Schüler:innen (die Studierende) kopierten größtenteils eine vorgegebene prompt und produzierten nur wenig Eigenes. Die Kompetenz „Schreiben“ wurde also nicht so authentisch trainiert, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Diese Erkenntnis veranlasste mich, den Schwerpunkt der Sitzung auf die Kompetenz „Sprechen“ zu legen und den sprachlichen Schwierigkeitsgrad anzupassen, der sich für die Gruppe zunächst als zu einfach erwiesen hatte.

Warum und wie nutze ich KI? Bezug zum Modell „Lernen und KI“

Der Einsatz von KI in dieser Unterrichtseinheit zielt nicht darauf ab, ein zusätzliches technisches Werkzeug einzuführen, sondern eine Lernsituation zu schaffen, die einen Bezug zum Alltag hat. Durch die Verwendung von Fobizz zur Generierung von Fake News anhand einer anpassbaren Eingabeaufforderung erleben die Schüler:innen konkret, wie einfach es ist, scheinbar glaubwürdige Inhalte zu produzieren. KI wird so zu einem Mittel, um den Prozess der Informationsmanipulation sichtbar zu machen.

Diese Wahl ermöglicht es auch, das Erlernen der französischen Sprache mit der digitalen Welt der Schüler:innen zu verbinden. Die Erstellung des kleinen Textes dient als Ausgangspunkt für eine kritische Diskussion über die Glaubwürdigkeit von Informationen und die Risiken im Zusammenhang mit KI-generierten Inhalten.

Der Einsatz von KI ist Teil des Modells „KI-Kompetenzen“ (vgl. Alles et all 2025)

  • Die Schüler:innen lernen mit KI (Erstellung eines Textes),
  • über KI (Einfluss des Prompts auf das Ergebnis)
  • und im Umgang mit KI (kritische Bewertung der generierten Inhalte).

Konkret wird KI als Werkzeug zur Textproduktion im Rahmen einer angeleiteten Arbeit mit Prompts eingesetzt. Die Schüler:innen interagieren mit einem Chatbot (Fobizz Chat), passen einen vorgegebenen Prompt an und analysieren anschließend den generierten Text.

Erste Materialien und digitale Werkzeuge

Für die erste Version der Sitzung waren folgende Materialien vorgesehen:

  • ausgedruckte „richtig oder falsch”-Karten;
  • einfache Fake News, formuliert in einem Satz;
  • Fobizz Chat für die Texterstellung;
  • Fobizz Bild (dessen Nutzen noch nicht vollständig geklärt war);
  • Zeoob für die Erstellung eines gefälschten Instagram-Posts;
  • eine noch wenig strukturierte Eingabeaufforderung für Fobizz Chat, deren Formulierung noch präzisiert werden musste;
  • Fragen für die abschließende Reflexion;
  • Hilfen zur Formulierung auf Französisch auf den Folien;
  • eine Dokumentation der verwendeten KI-Tools.

Als ich mit der Konzeption begann, wusste ich noch nicht viel über Fobizz. Im Laufe des Prozesses habe ich mich nach und nach mit diesen Tools vertraut gemacht.

Reflexionsfragen

Welche Modelle oder Theorien beeinflussen meine Planung?

Meine Planung wird von mehreren didaktischen Modellen beeinflusst.

  • Sie folgt zunächst einem kompetenzorientierten Ansatz (vgl. Nieweler 2017), da das zentrale Ziel die Entwicklung messbarer Kommunikationskompetenzen ist, insbesondere der produktiven mündlichen Kompetenz (Sprechen).
  • Darüber hinaus basiert die Struktur der Unterrichtsstunde auf einer handlungsorientierten Logik: die Schüler:innen erfüllen eine konkrete Aufgabe (die Erstellung und Präsentation einer Fake News), die dem Sprachgebrauch einen Sinn gibt. (vgl. Nieweler 2017).
  • Die Planung ist auch von den Leitlinien der „Bildung in der digital vernetzten Welt” (vgl. KMK 2016) sowie vom DigCompEdu-Rahmen beeinflusst. (vgl. Redecker 2019) Schließlich stützt sich die Integration der KI auf das Modell KI-Kompetenzen (vgl.Alles et all 2025)

Wo musste ich erste Ideen verändern und warum?

Ich habe die Idee aufgegeben, die Kompetenz „Schreiben“ in den Mittelpunkt der Sitzung zu stellen. Die Erprobung hat gezeigt, dass das „Schreiben“ teilweise durch eine vordefinierte Vorgabe geleitet wurde und keine eigenständige Produktion darstellte. Die Dynamik der Sitzung zeigte, dass die Kompetenz „Sprechen“ relevanter und kohärenter mit den tatsächlichen Zielen war.

Außerdem habe ich die Consigne umformuliert, da sie für die Schüler:innen (die Studierende) beim ersten Versuch nicht klar genug war. Sie wussten nicht immer, wie sie sie ändern oder anpassen sollten. Schließlich habe ich den sprachlichen Schwierigkeitsgrad angepasst, der ursprünglich im Hinblick auf das tatsächliche Niveau der Gruppe zu einfach war.

Wo und wie kann KI mich bei der Planung sinnvoll unterstützen?

KI kann Lehrkräfte bei der Unterrichtsvorbereitung unterstützen. Bislang nutze ich sie nicht zu diesem Zweck, aber die Lektüre bestimmter Literatur veranlasst mich, meine Meinung zu überdenken. In einem Artikel von Almut Steilein findet sich folgende Idee: „Generative Kl kann bei der Unterrichtsplanung unterstützen, als Dialogpartner Kommunikationssituationen simulieren und bei der Texterstellung helfen. In einer von performanten KI-Tools durchdrungenen Lebenswelt gilt es zudem, die Medienkompetenz aus dem Fachunterricht heraus zu schulen.“ (vgl. Steinlein 2025: 2).

D’après mes recherches, l‘ia peut soutenir un enseigner de plusieurs manières, que j’ai essayé de regrouper en plusieurs categories :

Hinweis: Ich habe die Tabelle bewusst auf Französisch belassen, da sie aus meinen vorab gemachten Überlegungen stammt.

Domaine Objectifs / Compétences visées Exemples concrets d’application
Planification et structuration de l’enseignement Concevoir et organiser l’apprentissage de manière cohérente et progressive – Concevoir des tâches- Structurer une séquence didactique- Élaborer une progression annuelle ou thématique- Planifier des parcours différenciés- Soutenir la différenciation.
Création de matériel pédagogique Produire des supports adaptés aux objectifs d’apprentissage – Générer des exemples d’exercices- Créer des supports (textes, dialogues, listes de vocabulaire)- Produire des fiches de travail- Concevoir des aides à l’écriture- Générer des modèles et solutions types
Adaptation et différenciation Ajuster les contenus aux besoins et aux niveaux des élèves – Adapter le niveau linguistique d’un texte- Proposer des supports différenciés selon le niveau- Simplifier ou complexifier un contenu- Générer des versions A/B d’une même tâche
Création d’exercices spécifiques – compréhension écrite Développer la compréhension et l’entraînement ciblé – Questions à choix multiple – Textes à trous- Questions de compréhension ouvertes ou fermées- Autres formats d’entraînement (vrai/faux, reformulation, association, etc.)

 

Ich habe mich bei diesen Recherchen auf die Arbeiten von Steinlein 2025 „Lernen mit der Sprachmaschine” sowie auf eine „Einführung Generative KI im Fremdsprachenunterricht” des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen 2023 und auf die Arbeiten von Katrin Sommerfeldt „KI im Spanischunterricht – Para bien o para mal?” aus dem Jahr 2025 gestützt.

Ich möchte jedoch einen Vorbehalt anbringen: KI kann die Planung unterstützen, ersetzt jedoch weder das fachliche Urteilsvermögen noch die didaktische Verantwortung des Lehrers.

Ich möchte diese Überlegungen zu meinem Engagement für KI mit einem Zitat aus dem Artikel von Steinlein (2025) abschließen, das ich für sehr treffend halte: „Die künstliche Intelligenz soll ein Werkzeug sein, das wir nutzen können, und nicht eine Brille, durch die wir die Welt betrachten. Um ein so mächtiges Werkzeug zu steuern, müssen wir mit dem Wissen ausgestattet sein, es zu verstehen und zu bedienen (vgl. Taulli 20221V in Steinlein 2025: 2).“

Meiner Meinung nach ist das in etwa so, als würde man Google Translate oder Deepl verwenden und das Tool bitten, einen Text zu übersetzen, ohne über Kenntnisse der Zielsprache zu verfügen. Das kann nicht funktionieren, man braucht ein Mindestmaß an Kenntnissen.

Ideenfindung

Ausgangspunkt und thematische Entscheidung

Um ganz ehrlich zu sein, hat mich der Titel des Seminars zunächst verunsichert. Der Begriff „KI” hat mich nicht spontan begeistert, sondern sogar eine gewisse Zurückhaltung ausgelöst. Ich bin in den 1990er Jahren bis 2010 in einem noch weitgehend analogen Umfeld aufgewachsen und zur Schule gegangen. Ich habe mein erstes Studium ohne dieses Werkzeug abgeschlossen und mich lange Zeit gegen die Digitalisierung gewehrt, die ich für unnötig hielt. Die Idee, künstliche Intelligenz in einen Sprachkurs zu integrieren, gab mir daher das Gefühl, überfordert zu sein.

Als ich begriff, dass ich im Rahmen einer Lehrprobe einen Unterricht mit KI entwickeln sollte, war ich zunächst etwas unsicher. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, da mich das Tool nicht interessierte und ich es zudem für gefährlich hielt. Also beschloss ich, mit einer Frage zu beginnen, die mir lag: wie kann man die Schüler:innen zu einem reflektierten Umgang mit KI anleiten? Wie kann man ihnen helfen, KI nicht als Ersatzwerkzeug zu betrachten oder sie nicht zum Schummeln zu verwenden, sondern als Begleitinstrument, das es zu verstehen und zu begleiten gilt? Schließlich würde diese Frage auch mir helfen, klarer zu sehen.

Aus diesen Überlegungen entstand die Idee einer Mini-Sensibilisierungskampagne rund um Fake News und KI-generierte oder -beeinflusste Instagram-Beiträge für meine Lehrprobe. Der Titel „Vrai ou faux? L’IA invente l’info.” bot sich ohne langes Überlegen als Ausgangspunkt an. Schließlich ist das Phänomen der Fake News ein zentraler Bestandteil der digitalen Welt der Schüler:innen. Durch die Verbindung der Sprache Molières, Instagram und KI konnte das Lernen in ihren Alltag integriert und gleichzeitig eine kritische Distanz zu digitalen Inhalten entwickelt werden. Und auch ich würde dabei lernen.

Das Ziel bestand also nicht nur darin, bestehende Instagram-Beiträge zu analysieren, sondern die Schüler:innen dazu zu bringen, selbst Französisch in einem zeitgenössischen Medienkontext zu produzieren. Die Produktion und Präsentation von Fake News bot somit einen idealen Rahmen, um die produktive Kompetenz zu trainieren, die für unsere Lehrprobe vorgeschrieben war.

Ich habe mich daher mit den Bildungsplänen des Landes Bremen befasst. Im Bremer Bildungsplan für Fremdsprachen (Sekundarstufe II) finden wir die produktiven Kompetenzen Sprechen und Schreiben für eine Klasse (vgl. LIS 2008: 11-12). Ich war mir aber erstmal nicht sicher, ob ich mich auf die mündliche oder die schriftliche Produktion konzentrieren sollte.

Gleichzeitig sollte die Unterrichtseinheit auch auf die Entwicklung kritischer Medienkompetenz abzielen: die Schüler:innen arbeiten aktiv mit KI, analysieren die produzierten Inhalte und reflektieren über Manipulationsmechanismen. Dabei stützte ich mich auf die Forschungen des Digcompedu (vgl. Redecker 2019) und dir Forschung von Alles et al. (2025).

Zielgruppe und Lernvoraussetzungen

Ich wusste, dass ich in einer 10. Klasse unterrichten würde, aber ich kannte das Sprachniveau der Gruppe nicht genau. Nachdem ich das Thema festgelegt hatte, nahm ich Kontakt mit dem verantwortlichen Lehrer, Herrn Nicolas Michel, auf, um die Relevanz meines Projekts zu überprüfen. Seine Rückmeldung war sofort ermutigend: das Thema schien ihm geeignet, und die Mehrheit der Schüler:innen waren Muttersprachler:innen. Wir vereinbarten ein Treffen, damit ich mir ein konkreteres Bild von der Gruppe machen konnte.

Vor diesem ersten Besuch hatte ich mich auf die Kompetenzen des LIS Bildungsplan (2008) für die 10. Klasse gestützt, um meinen Inhalt auszurichten. Vor Ort stellte ich fest, dass sich die Schüler:innen in der E-Phase befanden und bereits den Lehrplan der 11. Klasse absolvierten. Alle waren zweisprachig und beherrschten die französische Sprache quasi perfekt oder sogar perfekt.Diese Entdeckung veranlasste mich, meinen ursprünglichen Kurzentwurf anzupassen, der sprachlich gesehen letztlich noch etwas zu einfach war.

Als Muttersprachlerin habe ich manchmal Bedenken hinsichtlich meiner Sprechgeschwindigkeit oder meines Wortschatzes, wenn ich vor einer anspruchsvollen Gruppe stehe. Diese Befürchtungen zerstreuten sich jedoch schnell: das Niveau war hoch, und der Lehrer sprach zu etwa 95 % auf Französisch mit den Schülern:innen. Das sprachliche Umfeld ermöglichte es mir also, die gleichen Anforderungen zu stellen.

Was die Voraussetzungen angeht, so beherrschen die Schüler:innen dieses Alters nicht nur bereits die Sprache, sondern kennen sich im Allgemeinen auch bestens mit Instagram und seinen Mechanismen aus und bewegen sich in einer Informationswelt, die von Nachrichten, aber leider auch von Fake News geprägt ist. Sie sind KI-generierten Inhalten ausgesetzt, ohne unbedingt über die kritischen Werkzeuge zu verfügen, um diese zu analysieren, und wissen leider nicht unbedingt, wie sie echte von gefälschten Nachrichten unterscheiden können. (vgl. Unesco 2026: online).

Da ihre Motivation weitgehend digital geprägt ist, erschien es mir sinnvoll, eine Sensibilisierungsbotschaft zu KI und Fake News in einem vertrauten Format zu vermitteln, das Linguistik, kritisches Denken, aber auch eine spielerische Dimension kombiniert. So waren meine ersten Überlegungen.

Erste Kompetenzüberlegungen und Schwerpunktsetzung

Auch wenn ich sie zu Beginn nicht explizit formuliert hatte, lagen meiner Idee (nicht wirklich bewusst) mehrere didaktische Konzepte zugrunde. Die Unterrichtstunde folgte einem kompetenzorientierten Ansatz mit dem Schwerpunkt Fake News anhand eines vorgegebenen Prompts zu verfassen und Fake News zu erkennen. Ich musste also herausfinden, wie man dieses Thema bearbeiten konnte. Meine Idee war es, Kommunikations- und Medienkompetenzen zu entwickeln, die die Schüler:innen in einer konkreten Situation anwenden konnten. Diese Ausrichtung entspricht den Prinzipien des kompetenzorientierten Fremdsprachenunterrichts (vgl. Nieweler 2017), wonach der Sprachunterricht den Lernenden ermöglichen soll, sprachliche Strukturen zu entdecken, sie auf vielfältige Weise zu üben und vor allem in einem sinnvollen Kontext anzuwenden: „Der fremdsprachliche Unterricht soll den Lernenden ermöglichen sprachliche Strukturen kennenzulernen, diese vielfältig zu üben und schließlich in einem interessanten Kontext anzuwenden.“

Das Ziel des kompetenzorientierten Fremdsprachenunterrichts ist “learning to use the language rather than just learning about the language (as a subject)“. (vgl. Council of Europe 2018: 27 in Zebis o.j: online), und das ist genau das, worauf ich in meiner Unterrichtstunde hinaus wollte.

In Fortführung dieser auf den effektiven Sprachgebrauch ausgerichteten Logik folgt die Planung auch einem aufgabenorientierten Ansatz (vgl. Nieweler 2017 und Dorner 2022), der ebenfalls die Planung strukturiert: die Schüler:innen erfüllen eine oder mehrere bedeutungsvolle Aufgaben: erstellen, präsentieren und diskutieren (in meinem Fall eine Fake News), was dem Sprachgebrauch einen Sinn gibt.

Diese Ausrichtung entspricht diesmal den Prinzipien der Aufgabenorientierung, die unter anderem von Dorner (2022) untersucht wurden. Er hat dort das Folgende festgestellt: „Im Mittelpunkt steht bei aufgabenorientiertem Unterricht […] die Aufgabe. […] Es sollen also Aufgaben sein, die deine Schüler:innen zur praktischen Anwendung des Lernstoffs außerhalb des Klassenzimmers animieren. Besonders wichtig ist dabei, dass die Aufgaben einen persönlichen Bezug zu den Lernenden haben.“ (vgl. Dorner 2022: online). Mit anderen Worten: der Schwerpunkt liegt nicht auf einer Liste grammatikalischer Punkte, sondern auf einer oder mehreren bedeutungsvollen Aufgaben, die in einem personalisierten Kontext zu erledigen sind und die Schüler:innen motivieren. Das war für mich genau das Richtige. In meiner Unterrichtstunde erfüllen die Erstellung, Präsentation und Diskussion einer Fake News diese Anforderung: sie geben dem Sprachgebrauch einen Sinn, indem sie ihn in eine Realität einbetten, die dem Alltag der Schüler:innen nahe ist.

Zu Beginn der Planung dachte ich daher, dass sich die Schüler:innen auf die Kompetenz „Schreiben” konzentrieren müssten, da ich davon ausging, dass sie mit Hilfe der KI selbst eine Fake News schreiben müssten. Naiverweise, sagte ich mir, dass dies die richtige Kompetenz sei, ohne groß darüber nachzudenken, ob sie in meiner Unterrichtsstunde überhaupt einsetzbar wäre. Ich hatte in den Forschungen von Nieweler, S. 127 (2017), gelesen, dass das Schreiben ein sehr guter produktiver und kommunikativer Prozess für die Schüler:innen sei, da es ihnen Zeit für Korrekturen und Änderungen lasse, jedenfalls mehr als die Kompetenz „Sprechen”, und ich hatte Angst, sie mit meinem Niveau in meiner Muttersprache Französisch zu überfordern. (Aber tatsächlich wurde mir nach meiner ersten Erprobung an der Universität klar, dass dieser Schwerpunkt nicht der richtige war.)

Darüber hinaus stand die Sitzung im Einklang mit den Leitlinien der KMK (2016) zur „Bildung in der digitalen Welt”. KI-Kompetenz im Sprachunterricht bedeutet, dass die Schüler:innen lernen, KI kritisch, reflektiert und verantwortungsbewusst einzusetzen.

Im Seminar FD3 gab einen Satz, den wir ganz am Anfang besprochen hatten: „KI ist nicht als Ersatz für sprachliche Anstrengungen gedacht, sondern als begleitendes Werkzeug, dessen Funktionsweise und Grenzen es zu verstehen gilt.“ Ich wusste noch nicht genau, wie ich diese Idee in die Praxis umsetzen sollte, aber die KI-Kompetenztabelle für Lehrende und Lernende von Alles et all (2025) halfen mir dabei: der Kompetenzbereich „Reflektieren” der Tabelle entsprach genau meinem Ansatz: Niveaustufe I „Falschinformationen in KI-Output und Auswirkungen (Fake News – Deepfakes) erkennen” und Niveaustufe II: „KI-generierte Inhalte hinsichtlich Verzerrungen und Qualität kritisch prüfen und Ursachen untersuchen” (vgl. Alles et al. 2025: 5).

Theoretische Fundierung der Idee

Um meine Gedanken zu ordnen, fasse ich sie immer gerne in Tabellen zusammen. Hier ist eine Tabelle, die aus meinen persönlichen Überlegungen entstanden ist und mir bei der Konzeption meines Kurses geholfen hat:

Hinweis: Ich habe die Tabelle bewusst auf Französisch belassen, da sie aus meinen vorab gemachten Überlegungen stammt.

Ce que je voulais faire spontanément

Les élèves doivent réagir à l’oral à des fake news données

Le concept didactique correspondant

Approche par compétences (Kompetenzorientierung)

Ce que cela signifie dans ma séance

Les élèves participent à l’oral activement et réagissent aux Fake news

Les élèves doivent produire un texte en français, avec l’aide d’un prompt. Approche par compétences (Kompetenzorientierung) Les élèves écrivent sur Fobizz Chat un Prompt pour créer une Fake News.
La séance repose sur une mission concrète : créer un post Instagram crédible Approche par tâches (Aufgabenorientierung) Les élèves réalisent un post Instagram à l’aide de Fobizz et Zeoob.
Relier le cours de français à leur univers numérique quotidien Stratégie KMK « Éduquer dans le monde numérique » (Bildung in der digitalen Welt) Instagram, fake news et IA sont intégrés comme objets d’apprentissage pertinents
Faire utiliser l’IA par les élèves de manière critique et réfléchie Dig com Edu (Ki Kompetenz – Anwenden) Les élèves apprennent à questionner, adapter et analyser des contenus sur les réseaux sociaux, et remette en question ce qu’ils lisent
Amener les élèves à réfléchir aux mécanismes de manipulation de l’information Compétence médiatique (Medienkompetenz) Les élèves analysent la crédibilité, les dangers et les effets des fake news
Mettre l’accent sur l’échange, la discussion et l’argumentation Compétence communicative

Sprechen (LIS Bildungsplan)

Les présentations sont en fin de séance

Die Gestaltung der Unterrichtsstunde basiert daher auf mehreren theoretischen Aspekten, die Teil didaktischer Rahmenbedingungen sind, auf die wir hier näher eingehen werden:

– Zunächst wollte ich, dass die Schüler:innen zu Beginn der Unterrichtsstunde als Aufwärmübung mündlich auf gefälschte Nachrichten reagieren. Dieser Wunsch entspricht einem kompetenzorientierten Ansatz (Kompetenzorientierung), bei dem das Ziel nicht die Anhäufung von Wissen zu einem Thema ist, sondern die Fähigkeit, erworbenes Sprachwissen in einer konkreten Situation anzuwenden. Ein Zitat, das Nieweler (2017) in seinen Forschungen aufgreift, passt meiner Meinung nach perfekt, um meine Ausführungen zu veranschaulichen: „[…] verstehen wir unter Kompetenzen die bei Individuen verfügbaren oder von Ihnen erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, bestimmte Probleme zu lösen […] die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“. (vgl. Klieme 2007: 72 in Nieweler 2017: 85).  In meinem Unterricht bedeutet dies, dass die Schüler:innen aktiv mündlich teilnehmen, Stellung beziehen und auf die präsentierten Inhalte reagieren, indem sie ihr Wissen aktivieren. Das „Sprechen“ ist keine einfache formale Übung, sondern ein Kommunikationsakt, der in einer bestimmten Situation verankert ist und ein wichtiger Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts bleiben muss, wie Dr. Kieweg in seinen Forschungen feststellt: „Eine Erhöhung der im Fremdsprachenunterricht (FU) erworbenen Sprechkompetenz ist unumgänglich.“ (vgl. Kieweg o.j: 1).

Ebenso entspricht die Idee, dass die Schüler:innen mithilfe einer Eingabeaufforderung einen Text auf Französisch verfassen, einer kompetenzorientierten Logik, diesmal im Bereich des Schreibens, was ebenfalls im Rahmen des LIS-Bildungsplans vorgesehen ist. (vgl. Lisbildungsplan 2008). Genauer gesagt ging es nicht nur darum, einen von KI generierten Text zu verstehen, sondern selbst eine Anweisung auf Französisch zu formulieren, um das von Fobizz Chat erzeugte Ergebnis zu beeinflussen. Ich hatte in einem Artikel von Elisabeth Helm mit dem Titel „le bon choix professionnel“, dass KI dazu beitragen kann, die schriftliche Kompetenz zu verbessern. (vgl. Helm 2025: 22). So wurde das Schreiben für das Lernszenario zu einer strategischen Handlung: die Schüler:innen mussten mit Hilfe einer Eingabeaufforderung eine Fake News umschreiben. Für diese Kompetenz stützte ich mich auf folgende Forschungsergebnisse: „ ‚Schreiben‘ d. h. schriftlich kommunizieren – muss im Fremdsprachenunterricht gezielt geübt werden, um die Lernenden zu befähigen, verschiedene Schreibanlässe im privaten und später im beruflichen Bereich situations-, adressaten- und textsortengerecht zu meistern“ (vgl. Bundesminesterirum 2021: 5).

Die Sitzung basiert außerdem auf einer konkreten Abschlussaufgabe: der Erstellung eines glaubwürdigen Instagram-Posts. Diese Strukturierung entspricht dem aufgabenorientierten Ansatz, den man in den Arbeiten von Nieweler (2017) findet. Zur Erinnerung: „das aufgabenorientierte Sprachlernen […] verbalisiert entweder die Auseinandersetzung mit Wirklichkeitsausschnitt“. (vgl. Nieweler 2017: 80). Die Sprache wird tatsächlich verwendet, um eine identifizierbare Handlung auszuführen, die ein klares Ziel und ein Endergebnis hat. In meiner Unterrichtstunde erstellen die Schüler:innen mit Hilfe von Fobizz und Zeoob einen Instagram-Post, der echt aussieht, was der Aktivität einen authentischen und abgeschlossenen Charakter verleiht.

Die Entscheidung, den Französischunterricht mit der digitalen Alltagswelt der Schüler:innen zu verbinden, basiert auf den strategischen Leitlinien von Alles et all (2025): Instagram, Fake News und künstliche Intelligenz werden nicht als nebensächliche Elemente behandelt, sondern als relevante Lerninhalte. Der Sprachunterricht fügt sich somit in die digitale Realität der Schüler:innen ein: „Digitale Medien können genutzt werden, um die aktive Beteiligung der Lernenden zu fördern, z. B. bei der Erforschung eines Themas, beim Experimentieren mit verschiedenen Optionen oder Lösungen, beim Erschließen von Verknüpfungen und beim Finden von kreativen Lösungen oder der Erarbeitung eines Produkts und des darüber Reflektierens“ (vgl. Redecker / DigCompEdu 2019:18).

Die Integration der KI ist auch Teil der Forschungen von Alles et al., insbesondere im Hinblick auf den bewussten Einsatz digitaler Tools. Die Schüler:innen begnügen sich nicht damit, KI zu nutzen, sondern lernen, Prompts anzupassen, generierte Inhalte zu analysieren und das, was sie in sozialen Netzwerken lesen, zu hinterfragen. Die Nutzung wird kritisch und nicht rein technisch. (vgl. Alles et al. 2025: 5).

Darüber hinaus bezieht sich die Reflexion über die Mechanismen der Informationsmanipulation auf die Medienkompetenz. Die Schüler:innen analysieren die Glaubwürdigkeit einer Information, identifizieren die Gefahren von Fake News und diskutieren deren mögliche Auswirkungen. (vgl. Alles et al. 2025: 5).

Schließlich entspricht die Betonung des Austauschs, der Diskussion und der Argumentation direkt der im LIS-Bildungsplan (2008) definierten Kommunikationskompetenz. Die Präsentationsphase am Ende der Sitzung stellt das mündliche Ausdrucksvermögen „Sprechen“ in den Mittelpunkt des Unterrichts. Die Schüler:innen produzieren nicht nur Inhalte, sondern präsentieren und begründen diese und reagieren auf die Beiträge der anderen.

So zeichnet sich hinter den ursprünglich intuitiven pädagogischen Absichten eine kohärente Struktur ab, die Kommunikationskompetenz, Medienkompetenz und den kontrollierten Einsatz künstlicher Intelligenz in einem sinnvollen Lernkontext miteinander verbindet.

 

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