Abschlussreflexion

1.Benennen Sie die für Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vorträgen der Ringvorlesung für sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken Ihrer eigenen beiden Fächer beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissen- schaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.

Eine der zentralsten theoretischen Erkenntnisse war die der Heterogenität und den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Was für Herausforderungen sie mit sich bringt, wie umfangreich sie ist und vor allem, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass es sie überhaupt gibt.

So gilt es besonders für mich im zukünftigen Deutschunterricht besonders auch die Kinder zu beachten, die einen Migrationshintergrund mitbringen. Da in deren Familien häufig zu Hause kein oder wenig Deutsch gesprochen wird, muss mir als Lehrerin immer klar sein, dass sie niemals die gleichen sprachlichen Voraussetzungen mit in den Deutschunterricht bringen können wie andere Kinder. Insofern liegt es dann an mir zu erkennen, wo und wie ich diese Kinder unterstützen und fördern kann.

Auch die theoretische Erkenntnis, dass in deutschen Schulen oft noch die nationale Orientierung im Unterricht im Vordergrund steht, hat mich überrascht.Das Schulsystem war ursprünglich nicht auf eine vielfältige kulturelle Klassengemeinschaft ausgerichtet, doch im Hinblick auf die letzten Jahrzehnte mit Zuwanderung und Migration hat sich einiges dahingehend geändert, sodass die Unterrichtsinhalte dringend angepasst werden müssen.
Dieser Aspekt wird sowohl in meinem Fach Deutsch aber vor allem auch in Geschichte eine Rolle spielen. Nicht nur die deutsche Geschichte ist interessant und lohnenswert zu erfahren, auch die Historie und Persönlichkeiten anderer, ,,fremder“ Länder ist wichtig kennenzulernen. Insofern sollte Migration nicht als ,,Herausforderung für die Schule“ stehen, sondern auch als eine Bereicherung.

Da ich in meiner Schulzeit in einer Unterrichtseinheit herausfinden sollten, welcher ,,Lerntyp“ wir sind, also wie wir angeblich am besten lernen können, war für mich die Vorlesung ,,Empirische Forschung zu Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht: Felder und Maßnahmen“ sehr interessant. Hier wurde kurz auf die vier unterschiedlichen Lerntypen eingegangen und vor allem wurde auch das Problem beleuchtet:
Weder lassen sich diese Typen, noch eine empirische Wirkung auf Lernerfolg nachweisen. (Loos, 2001; Pashler, McDaniel, Rohrer & Bjork, 2009) 

Die einzig sinnvolle Erkenntnis hierbei war: Das  Sprechen und das Zeigen sollten einander sinnvoll unterstützen, außerdem können Lerninhalte in unterschiedlicher Aufbereitung im Unterricht präsentiert werden, sodass sich Schülerinnen und Schüler ein ihrem Lerntyp entsprechenden Inhalt zuwenden können.

In der Vorlesung ,,Welt-Gesellschaftliche Veränderungen, Migration und die Reaktion von Schule“ wurde ein schwerwiegender Missstand aufgedeckt: Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund haben in allen Stufen des Schulsystems Erfahrungen mit Diskriminierung. Da unser Schulsystem mit Bestensauslese funktioniert, werden diese Rangordnungen nur noch verstärkt. Migration wird im Schulsystem als eine Herausforderung angesehen und nicht als eine Bereicherung.

„Eine reflektierte interkulturelle Pädagogik weist darauf hin, dass kulturelle Differenzen weder notwendig Ursache von Problemen und Konflikten noch allein als ein Effekt sozialer Ungleichheiten verständlich sind. Sie bricht mit der Prämisse (Vorannahme -YK) eines naiven Kulturalismus, der zufolge Individuen Angehörige einer Kultur und durch diese geprägt sind. Sie fordert zur Auseinandersetzung mit den Bedingungen, Formen und Folgen von ethnischen, kulturellen und religiösen Zuschreibungen und Identifikationen sowie ihrer gesellschaftspolitischen, sozialen und individuellen Bedeutung auf.􏰀“ (Hormel, U./Scherr, A. (2005): Bildung für die Einwanderungsgesellschaft, BpB) 

2.Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenität (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, prägen in Ihrer Wahrnehmung aus eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Praktika, Berichte aus der Praxis) den Schulalltag besonders stark – und warum? An welcher Stelle könnten Sie einzelne der unter 1 genannten Erkenntnisse zur Erklärung heranziehen?

Meiner Meinung nach prägt der Faktor ,,Lehrer/in“ den Schulalltag besonders stark Lehrer/- innen können Vorbild, Respektsperson, Freund, Helfer, Lehrender und Gestaltender sein. Von ihnen hängt (fast) alles ab. An ihnen liegt es, die Schüler zu erkennen, Individuen wahrzunehmen und zu respektieren. Die Lehrenden  haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie die Schüler sich verhalten und auch wie sie lernen. 

So muss sich auch der Lehrende bewusst sein, dass es nicht die perfekte Unterrichtsform gibt, weder Frontalunterricht noch individualisierender Unterricht ist die Lösung für alle Schüler auf einen ähnlichen Leistungsstand zu kommen. Hier gilt es, so wie wir in der Vorlesung ,,Individualisierung als Antwort auf Leistungsheterogenität“ erfahren haben, den Unterricht der Lerngruppe anzupassen. Sich bewusst sein, dass jeder Schüler mit seinen Eigenarten, persönliche Kenntnissen und Leistungsfähigkeiten vor einem sitzt. So kann sowohl der Unterricht als Klassengespräch als auch der individualisierende Unterricht für jeden Schüler zu verschiedenen Zeitpunkten die richtige Lernatmosphäre darstellen.

Aber auch die Schulformen, so wie sie es lange gab, aber auch noch gibt, beeinflussen den Schulalltag und somit die Schulzeit der Schüler und Schülerinnen besonders stark. Die Einteilung in Haupt,- Realschule und Gymnasium ist nicht nur eine strukturelle Einteilung sondern auch eine menschliche. Kinder werden hier in unterschiedliche Schichten eingeteilt, wenn man so will, was für ihren weiteren Lebensweg fatal sein kann. Nicht nur die Schüler und Schülerinnen auf Haupt,- und Realschulen fühlen sich abgehängt und als dumm abgestempelt, nein, auch die Schüler und Schülerinnen auf den Gymnasien halten sich oft für etwas besseres und unterliegen einem enormen Leistungsdruck. Und so wie in der Ringvorlesung über Inklusion gesprochen wurde wird deutlich, wie wichtig es ist, Klassen zu mischen. Denn bleibt man immer mit den Leuten zusammen, die einen ähnlichen Leistungsstand haben wie man selbst, haben sie wenig Chancen von den anderen zu lernen, und das gilt auf beiden Seiten. 

3.Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, würden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begründen Sie Ihre Wahl?

Die Fragestellung ,,Was sind ihrer Meinung nach die größten Chancen und Herausforderung der schulischen Inklusion?“ war für mich sehr interessant. In der Theorie darüber zu sprechen war schon bemerkenswert, wie es tatsächlich in der Praxis aussieht, wird noch mal etwas anderes sein.

Im Vergleich zu anderen Ländern wie Norwegen, Schweden oder Dänemark, wo fast 100% der beeinträchtigten Kinder in ganz normale Schulen mit andern Kindern gehen, hängt Deutschland noch hinterher. So wird es (hoffentlich) in den nächsten Jahren auch hier zu einem Zuwachs von Kindern mit Förderbedarf an Regelschulen kommen.

Hier wäre es hilfreich, konkrete Informationen und Hilfe aus den Ländern zu bekommen, wo es schon funktioniert um auch in Deutschland eine angemessene Chancengleichheit für alle Schüler und Schülerinnen herzustellen.

,,Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Schüler/-innen mit Förderbedarf?“

Bei dieser Fragestellung wäre es interessant, richtig ins Detail zu gehen. Zu erfahren, was es tatsächlich mit Schülern und Schülerinnen mit Förderbedarf macht, ausgesondert zu werden. An dieser Stelle wäre es toll, mit Psychologen zu sprechen oder sogar Schüler und Schülerinnen mit Förderbedarf, die eben dieses erlebt haben, sprechen zu lassen.

Da ich davon ausgehe, dass Aussonderung (in allen Bereichen) schwerwiegende Konsequenzen hat und nicht einfach ist wieder rückgängig zu machen, wäre es toll, diesem vorbeugen zu können. Und das kann man am besten wenn man mit den Betroffenen spricht und sie zu Wort kommen lässt.

Inklusion rv07

1.Die Konsequenzen der Aussonderung von Schülern und Schülerinnen mit Förderbedarf sind schwerwiegend und vielfältig und nicht nur auf Seiten von ihnen zu finden. 

Wir alle, und insbesondere Kinder, brauchen Vorbilder und jemanden, von dem man sich etwas abschauen kann, wie Verhalten oder Sprache. Lässt man nun Schüler und Schülerinnen mit Förderbedarf in einer Gruppe und integriert sie nicht mit anderen, kommen sie nicht weiter. Sie haben keine Chance von anderen zu lernen.

Auch auf Seiten der Schüler und Schülerinnen ohne Förderbedarf hat eine Aussonderung Konsequenzen. Sie lernen nicht, mit eben solchen Menschen umzugehen, sie lernen nicht, dass es eben solche Menschen gibt und sie ein Recht darauf haben, normal behandelt zu werden. Wer nicht früh in Umgang mit Menschen mit Förderbedarf gerät, wird vielleicht ein Leben lang ein Problem damit haben und kein normales Verhältnis zu ihnen aufbauen können.

2.Die Betitelung der Förderbedarfe sind erst einmal nur Kategorisierungen und sagen nicht viel über das Kind aus. Grundsätzlich sind diese Kinder nicht auf dem gleichen Stand wie andere Kinder in diesem Alter und weichen von der Norm ab. 

Man darf sich aber nicht allein mit diesen Stigmata zufrieden geben und muss sich darum kümmern mehr über das Kind zu erfahren. Welche Schulen hat es besucht, welche Interessen besitzt es, hat es Geschwister und vieles mehr. Erst so bekommen wir eine Ahnung davon, auf welchem Stand das Kind ist und wie es arbeiten kann.

3.Um der Vielfalt der Schüler und Schülerinnen gerecht zu werden, muss der Lehrer oder die Lehrerin sich die Zeit nehmen und sich mit den Schülern auseinander setzen. Gespräche, intensive Beobachtungen geben die Möglichkeiten herauszufinden, welche Lerntypen in der Klasse vorhanden sind. So kann nach und nach der Unterricht an die Schüler angepasst werden und nicht anders rum.

Auch können die Lehrer und Lehrerinnen als Unterstützung Verbündete in Eltern und Kollegen finden. Durch gemeinsame Beratung kann das Klassenbild schärfer und der Unterricht einfacher gestaltet werden.

4.Schaut man (nicht wenige) Jahre zurück, mag man kaum darüber nachdenken wie Menschen, die angeblich nicht der Norm entsprachen, behandelt wurden. Aus der Gesellschaft verbannt und schlimmeres. Erst versuchte man die ,,Kranken“ zu heilen, mittlerweile versucht man sie in ihren Fähigkeiten zu fördern. 

Die Sonderschulen sind insofern ein Fortschritt, als dass man erkannt hat, dass Kinder mit Förderbedarf lernfähig sind und ein Recht darauf haben sich fortzubilden.

Meint Inklusion wirklich alle?rv06

  1. Für mich war der interessanteste Aspekt die öffentliche Erkenntnis der ,,inkludierenden Exklusion“, nämlich, dass die Sonderbehandlung von Kindern mit Behinderung eine Art Exklusion, also Ausschließung, ist. Es war schon ein großer Fortschritt, scheinbar ,,unnormale“ Mitglieder der Gesellschaft nach Jahrhunderte langer Ausgrenzung überhaupt am allgemeinen Geschehen teilhaben zu lassen. Doch Sondereinrichtungen, oder durch einen besonderen Umgang mit Menschen oder Kindern mit Behinderung ,führen eben nicht zwangsläufig zu einer Eingliederung. Im Gegenteil kann auch das Gefühl der Ausschließung entstehen. Der Versuch diesen Missstand zu bewältigen empfinde ich als sehr positiv. 

      Auch der damit einhergehende Gedanke ,,Die Person ist behindert“ oder ,,Die Person wird                (von uns) behindert“ regt zum Nachdenken an und 

2a. Mein Cousin ist von einer schweren geistigen Behinderung betroffen. Er benötigt Hilfe beim Essen, sitzt dauerhaft in einem Rollstuhl und kann sich nur schwer verständigen. Mittlerweile ist er 25 und arbeitet täglich in einer Behindertenwerkstatt. Es ist schwer hier die inkludierende Exklusion als negativ zu bewerten. Einerseits hätte er keine Chance an einer normalen Schule und er ist in dieser Werkstatt gut aufgehoben, man merkt, dass es ihm dort Freude bereitet.

Andererseits wird er so ganz bewusst von der ,,normalen Gesellschaft“ (sofern es so etwas überhaupt gibt) ausgeschlossen. 

2b. Sich klar zu diesem Thema zu positionieren finde ich sehr schwierig und so habe ich es auch in Gesprächen mit anderen empfunden. Niemand hat explizit geäußert, dass keine Inklusion von Schülern und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Gymnasien stattfinden soll. Im Gegenteil, ich habe viele positive Meinungen dazu gehört, jedoch immer mit einem aber: Aber wie soll das geleistet werden? Aber wer soll sich um die betreffende Person besonders kümmern? Aber wie soll so der Unterricht weiter ,,normal“ funktionieren? 

Und ich hatte das Gefühl, viele hatten Angst vor so einer neuen  Situation (was man nicht kennt bereitet einem ja oft Angst oder Unbehagen). Grundsätzlich sollte jeder Mensch, egal mit welcher Erkrankung und Einschränkung das Gefühl der Gesellschaft bekommen, dazuzugehören.

2c. Die größte Chance wird sein, eine Atmosphäre von größter Akzeptanz zu schaffen. Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben die Möglichkeit an einem normalen Schulalltag teilzunehmen, können mit Kindern spielen, die nicht ,,besonders“ sind. Sie erfahren so, dass sie nicht ,,anders“ sind, dass sie genau die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben wir alle anderen. Auch auf Seiten der ,,gesunden“ Schüler und Schülerinnen wird sich etwas tun. Sie werden nicht mehr ängstlich sein, sie werden offener werden und eine Behinderung nicht als etwas Unnormales abtun. Alle Schüler und Schülerinnen, sowie die Lehrer natürlich auch, werden sich daran gewöhnen und an solchen Konstellationen wachsen.

Die größte Herausforderung wird sein, Inklusion ganzheitlich durchzusetzen. Vereinzelt an manchen Schulen ist auch schon toll, aber es gelangt zu wenig an die Oberfläche, als dass alle mitziehen, oft werden nur über jene Projekte berichtet, die scheitern. Als nächstes muss es genügend ausgebildete, mutige und lustvolle Lehrkräfte geben, die diesen Zusammenschluss mit anpacken.

3. Eine Beobachtungsaufgabe könnte sein, wo sitzt der Schüler oder die Schülerin mit sonderpädagogischem Förderbedarf? Wird er oder sie mit eingebunden oder fällt er auf? Wie verhalten sich die anderen SuS ihm oder ihr gegenüber? Muss der Lehrer oder die Lehrerin mehr Aufwand betreiben?

Mathematische Leistungsunterschiede- empirische Befunde und Konsequenzen für das Mathemaische Lernen rv05

 

1.Unterschiede in den mathematischen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern ist überhaupt       kein Grund zur Sorge- im Gegenteil. Denn gerade die Schüler, die in diesem Wissensgebiet Schwierigkeiten haben, sind oft in anderen Fächern sehr stark. Viel eher sollte ein Grund zur Sorge sein, dass trotz des Wissens und der Beschäftigung mit der Heterogenität der Schüler, immer noch die Erwartung vorherrscht, alle sollten auf dem gleichen Level sein (PISA). Das ist nicht nur für die Schüler dramatisch, da hier schnell das Gefühl von nicht-gut-genug-sein entsteht, es ist auch für die Lehrer sehr herausfordernd.

2. Besonders den Schülern, die Schwierigkeiten im Fach Mathematik haben, macht der Unterricht    keinen Spaß mehr. Sie haben das Gefühl, abgehängt zu sein und nicht mehr mit zu kommen. Mathematik wird oft als sehr ,,trockener“ Unterricht beschrieben, ohne Bilder, ohne Musik, nur stumpfe Zahlen. Es könnte für alle von großem Nutzen sein mit passenden Spielen, die das mathematische Themengebiet näher bringen, dem Unterricht neuen Schwung zu verleihen und das Interesse, besonders bei den leistungsschwächeren Schülern, wieder zu wecken.

3. Wie gut können die Schüler das Spiel mit dem Mathematikunterricht in Verbindung bringen? Können sie später erklären, was ihnen das Spiel nahe gebracht hat?

Wie konzentriert arbeiten die Schüler?

Wie schnell lassen sie sich ablenken?

4. Durch Gruppenarbeit, also das Lernen voneinander und miteinander, und das Spielen, haben die Schüler die Möglichkeit einen etwas lockereren Unterricht mit mehr Spaß zu gestalten. Doch nicht nur diese Umstände führen zu einer kognitiven Aktivierung, auch das Verhalten des Lehrers spielt eine zentrale Rolle. Bringt er dem Schüler viel Verständnis gegenüber und verurteilt ihn nicht wenn er Fehler macht, sondern baut ihn auf und ermutigt ihn weiter zu machen, fördert dies die Lernprozesse bei dem Schüler. 

Individualisierung als Antwort auf Leistungsheterogenität rv04

  1. Die wichtigste Einsicht nach dieser Vorlesung war für mich noch einmal der Fakt, dass es nicht die perfekte Unterrichtsform gibt. Weder der Frontalunterricht noch der individualisierende Unterricht sind die Lösung für alle Schüler, auf den gleichen Leistungsstand zu kommen. Denn sowohl die eine als auch die andere Unterrichtsgestaltung bringen Vor- und Nachteile mit sich.  Mit diesem Wissen und der Akzeptanz, dass jeder Schüler seine Eigenarten, persönliche Kenntnisse und Leistungsfähigkeiten besitzt wird recht schnell deutlich, dass es nicht die eine Antwort auf auf Leistungsheterogenität gibt. Sowohl Unterricht als Klassengespräch als auch individualisierter Unterricht ist wichtig und gibt für jeden Schüler zu verschiedenen Zeitpunkten die richtige  Lernatmosphäre.
  1. Eine solche und vor allem auch kritische Sichtweise auf die mit Individualisierung verbundenen Herausforderungen und Probleme für die Reflexion des Umgangs mit Leistungsheterogenität ist äußerst wichtig und zeigt endlich, dass es ein Bewusstsein dafür gibt, dass die Schüler unterschiedlich sind und es notwendig ist darauf einzugehen. Mit diesem neuen Bewusstsein werden Türen geöffnet, Unterrichtsformen zu entwickeln, die mehr Spielraum für die Individualisierungen der Schüler lassen. Die Ausarbeitung dessen, was es für Lernprozesse gibt und welche Logiken dahinterstecken, ermöglichen eine tiefere Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Schüler und ermöglichen ein größeres Verständnis des pädagogischen Problems.
  1. Während welcher Unterrichtsform herrscht eine konzentriertere Atmosphäre?

Wann sind Schüler mit mehr Begeisterung dabei?

Welche Unterrichtsform fordert den Lehrer mehr heraus?

Empirische Forschung zu Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht: Felder und Maßnahmen rv03

1.Empirisch überprüfte Fakten zum Umgang mit Heterogenität

Auf keinen Fall sollte man Jungs und Mädchen von einander trennen, egal ob im Sport-, Physik-, oder Deutschunterricht. Es muss anerkannt und akzeptiert werden, dass jeder nun mal seine individuellen Kenntnisse und Arbeitsweisen mit sich bringt und es ist die Aufgabe der Lehrkräfte, diese im Unterricht zu erkennen und zu unterstützen. 

Was aber vielleicht eine Möglichkeit wäre, manche Unterrichtsfächer für alle Schüler attraktiver zu gestalten, ist herauszufinden welche gemeinsamen Interessen vorliegen und diese in den Unterricht einzubinden, nicht stumpf nach Lehrbüchern zu unterrichten. 

2.Wirkungsvolle Unterrichtsmuster 

         

Ich persönlich empfand bunt gemischte Gruppenarbeit, in der alle gemeinsam eine Aufgabe lösen mussten als sehr positiv. Natürlich weiß sich jeder Schüler ungefähr einzuschätzen, ob man nun zu den ,,besseren“ oder ,,schlechteren“ gehört. Da wäre es nicht besonders förderlich jene leistungsschwächere Schüler in eine Gruppe zu stecken, da die Gefahr der Stigmatisierung droht.

Auch gab es in meiner Schule solche Lehrer, die fast in jede Stunde zu Gruppenarbeit neigten und jene Lehrer, die man im Monolog vorne vor der Tafel fand. Ein gesundes Mittelmaß fanden die wenigsten, was schade ist, da genau das für die Schüler wahrscheinlich eine angenehme Lernatmosphäre schafft.

3. Aufgabe mit drei gestuften Lernhilfen 

Untersucht den vorliegenden Text mit dem Hintergrund, dass dieser in dem Jahr 1943 verfasst wurde. Welche Gefühle werden in dem Textauszug geäußert? 

Tipp 1: Sammelt gemeinsam Merkmale aus der NS-Zeit. 

Tipp 2: Konzentriert euch auf den Autor, wie alt ist er, woher stammt er?

Tipp 3: Hinterfragt euch selber, welche Gefühle verbindet ihr mit dem Gedanken an die Zeit des       Nationalsozialismus in Deutschland? 

4. Diskussion über ,,schlechte“ Schüler auf dem Gymnasium

Die Debatte um die Sinnhaftigkeit von Gesamtschulen geht schon lange. Ich würde meiner Kollegin raten, sich nicht so sehr zu ereifern. Die Aufteilung des Schulsystems in Haupt-, Realschule und Gymnasium  beinhaltet den Grundgedanken, die Schüler nach ihrer Leistung einzuteilen. Das ist fehlerhaft, denn besonders die Schüler, die nach vier Jahren Grundschule auf eine ,,schlechtere“ Schule geschickt werden, bekommen gleich den Stempel aufgesetzt, sie seien nicht gut genug und diesen Stempel wird man kaum wieder los. Was Auswirkungen auf die spätere Arbeitseinstellung sowie auch das Sozialverhalten haben kann. Wie kann sich überhaupt nach vier Jahren Schule schon herausgestellt haben, wie man lernt und was für ein Arbeitsverhalten man hat? Alles ist noch in der Entwicklung und den Schülern wird die Chance und das Selbstvertrauen genommen, schon im jungen Alter werden sie als ,,nicht gut genug“ und leistungsschwach behandelt. 

Außerdem haben bunt gemischte Gruppen, von sowohl leistungsstärkeren als auch leistungsschwächeren Schülern für alle einen Vorteil.

Integration rv02

1. Nationale Orientierung im Unterricht lässt sich in vielerlei Hinsicht feststellen, nicht zuletzt weil unser Schulsystem in seiner Ausrichtung ursprünglich nicht auf eine vielfältige mit verschiedenen Kulturen ausgerichtet war. Durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Hinblick auf Zuwanderung und Migration stellen sich neue Anforderungen an die Unterrichtssituation. Es lässt sich schnell nachweisen, dass in fast allen Fächern die nationale Orientierung den Ausgangspunkt der Betrachtung in den verschiedenen Unterrichtsinhalten bildet. Dieses wird möglicherweise besonders deutlich in Fächern wie Deutsch, Geschichte, Musik und Politik.

2. ,,Migration als Herausforderung für die Schule“ klingt zunächst nach einer Belastung, obwohl Migration eine ganz natürliche Entwicklung ist und schon seit Jahrzehnten in Deutschland stattfindet. Als ein Beispiel für die unterschiedliche Wahrnehmung von kulturellen Gepflogenheiten steht nach wie vor die Debatte um das Tragen eines Kopftuches, etwa in öffentlichen Einrichtungen, wenn die Betreffende dort tätig ein will (Schule). Dass dies auch heute noch zu großen Diskussionen oder zu Rechtsstreitigkeiten führt, macht deutlich, wie weit wir von einer tiefergehenden Akzeptanz entfernt sind. Es prallen in der Schule so viele Sprachen und Kulturen aufeinander, dass es oft zu Situationen kommt, die besonders für die Lehrer schwierig zu bewältigen sind. Die Diskussion zum Thema ,,Schüler mit Migrationshintergrund“ ist in den Kollegien in den Lehrerzimmern ein Dauerthema. Im Grunde gehört es in die Sparte Heterogenität und den Umgang damit: Auch innerhalb der ,,deutschen“ Lerngruppen ist die Heterogenität so groß, dass auch hier das Angebot der Schule so sein sollte, auf die jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnisse eingehen zu können. Hier stehen sich der Anspruch des Bildungssystems, bestimmte Lernziele in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen und die Möglichkeiten der Lehrenden (zu große Klassen, zu wenig Lehrer) diametral gegenüber.

3. Anhand des Beispiels von Betül und ihrer Deutschlehrerin wird eines leider sehr deutlich: Wie tief die Vorstellungen und Erwartungen in vielen von uns sitzen, wie ein Mensch zu sein hat sobald er einen anderen Namen trägt oder einen anderen Heimatort besitzt. In diesem Beispiel verbindet die Lehrerin die Erwartung an diese Schülerinnen, sich speziell zu der dargestellten Problematik durch ihre scheinbar kulturellen Voraussetzungen zu äußern. Womöglich sieht die Lehrerin dieses sogar noch als gutüberlegtes Angebot an diese Schülergruppe, sich emotional zu öffnen und zu dem Thema Stellung zu nehmen. In diesem Fall ein Irrtum mit Folgen.

Umgang mit Heterogenität rv01

Heterogenität kommt zum Vorschein sobald eine Gruppe von Menschen zusammen ist. Unterschiedliche Herkunft, Religion, Sprache, alles spannende Dinge, die ein Mensch mit sich bringt. In der Schule jedoch sprechen wir vor allem dann von Heterogenität, wenn wir uns die Fähigkeiten der Schüler anschauen. Wie sind die unterschiedlichen Kenntnisse die jemand besitzt, wie schnell können die Schüler sich neues Wissen aneignen. Für Lehrer kann dieses im Hinblick auf den Unterricht in so fern eine Herausforderung sein, als dass er eben diese Unterschiede eines jeden Schülers erkennen und auf sie eingehen muss, indem er besondere Hilfestellung leistet und Rücksicht nimmt, die Schüler nicht ungleich behandelt. Nur so kann eine Art Chancengleichheit hergestellt werden, die jedem Schüler die Möglichkeit bietet in der Schule gut mitzukommen und sich wohl zu fühlen.

 

Es wird auch von einem ,,Konstruktionscharakter“ von Heterogenität gesprochen, da die Gesellschaft mit dafür verantwortlich ist, dass es Heterogenität überhaupt gibt und wie wir sie definieren. Wir mit unseren Erwartungen und Idealvorstellungen, besonders in Betrachtung der Leistungen in Schule und im Beruf, konstruieren erst Heterogenität. Durch ständiges Vergleichen werden angebliche Abweichungen der Norm erkannt und führen zu einem Gefühl der Ungleichheit.

 

 

Ich kann mich noch gut an meine Grundschulzeit erinnern, in der wir in unserer Klasse natürlich auch Kinder mit unterschiedlicher Herkunft hatten. Unsere Klassenlehrerin ließ das nur allzu deutlich heraushängen: Sie hatte ihre Lieblinge und die, die scheinbar gar nichts richtig machten. Sie war unfreundlich zu den Kindern, die zum Beispiel schlechter lasen (was daran lag, dass sie zu Hause kein Deutsch sprachen) und behandelte eben diese Kinder nach ihren Leistungen gut oder schlecht. Als ich acht Jahre später an eben derselben Grundschule mein Praktikum absolvierte, viel mir dieser Misstand, praktiziert von einer anderen Lehrerin, erneut auf.

Auf dem Weg zu einer Schule für alle?

1.Die Konsequenzen der Aussonderung von Schülern und Schülerinnen mit Förderbedarf sind schwerwiegend und vielfältig und nicht nur auf Seiten von ihnen zu finden. 

Wir alle, und insbesondere Kinder, brauchen Vorbilder und jemanden, von dem man sich etwas abschauen kann, wie Verhalten oder Sprache. Lässt man nun Schüler und Schülerinnen mit Förderbedarf in einer Gruppe und integriert sie nicht mit anderen, kommen sie nicht weiter. Sie haben keine Chance von anderen zu lernen.

Auch auf Seiten der Schüler und Schülerinnen ohne Förderbedarf hat eine Aussonderung Konsequenzen. Sie lernen nicht, mit eben solchen Menschen umzugehen, sie lernen nicht, dass es eben solche Menschen gibt und sie ein Recht darauf haben, normal behandelt zu werden. Wer nicht früh in Umgang mit Menschen mit Förderbedarf gerät, wird vielleicht ein Leben lang ein Problem damit haben und kein normales Verhältnis zu ihnen aufbauen können.

2.Die Betitelung der Förderbedarfe sind erst einmal nur Kategorisierungen und sagen nicht viel über das Kind aus. Grundsätzlich sind diese Kinder nicht auf dem gleichen Stand wie andere Kinder in diesem Alter und weichen von der Norm ab. 

Man darf sich aber nicht allein mit diesen Stigmata zufrieden geben und muss sich darum kümmern mehr über das Kind zu erfahren. Welche Schulen hat es besucht, welche Interessen besitzt es, hat es Geschwister und vieles mehr. Erst so bekommen wir eine Ahnung davon, auf welchem Stand das Kind ist und wie es arbeiten kann.

3.Um der Vielfalt der Schüler und Schülerinnen gerecht zu werden, muss der Lehrer oder die Lehrerin sich die Zeit nehmen und sich mit den Schülern auseinander setzen. Gespräche, intensive Beobachtungen geben die Möglichkeiten herauszufinden, welche Lerntypen in der Klasse vorhanden sind. So kann nach und nach der Unterricht an die Schüler angepasst werden und nicht anders rum.

Auch können die Lehrer und Lehrerinnen als Unterstützung Verbündete in Eltern und Kollegen finden. Durch gemeinsame Beratung kann das Klassenbild schärfer und der Unterricht einfacher gestaltet werden.

4.Schaut man (nicht wenige) Jahre zurück, mag man kaum darüber nachdenken wie Menschen, die angeblich nicht der Norm entsprachen, behandelt wurden. Aus der Gesellschaft verbannt und schlimmeres. Erst versuchte man die ,,Kranken“ zu heilen, mittlerweile versucht man sie in ihren Fähigkeiten zu fördern. 

Die Sonderschulen sind insofern ein Fortschritt, als dass man erkannt hat, dass Kinder mit Förderbedarf lernfähig sind und ein Recht darauf haben sich fortzubilden.

Meint Inklusion wirklich alle?

  1. Für mich war der interessanteste Aspekt die öffentliche Erkenntnis der ,,inkludierenden Exklusion“, nämlich, dass die Sonderbehandlung von Kindern mit Behinderung eine Art Exklusion, also Ausschließung, ist. Es war schon ein großer Fortschritt, scheinbar ,,unnormale“ Mitglieder der Gesellschaft nach Jahrhunderte langer Ausgrenzung überhaupt am allgemeinen Geschehen teilhaben zu lassen. Doch Sondereinrichtungen, oder durch einen besonderen Umgang mit Menschen oder Kindern mit Behinderung, führen eben nicht zwangsläufig zu einer Eingliederung. Im Gegenteil kann auch das Gefühl der Ausschließung entstehen. Der Versuch diesen Missstand zu bewältigen empfinde ich als sehr positiv. 

      Auch der damit einhergehende Gedanke ,,Die Person ist behindert“ oder ,,Die Person wird (von uns)     behindert“ regt zum Nachdenken an und 

2a. Mein Cousin ist von einer schweren geistigen Behinderung betroffen. Er benötigt Hilfe beim Essen, sitzt dauerhaft in einem Rollstuhl und kann sich nur schwer verständigen. Mittlerweile ist er 25 und arbeitet täglich in einer Behindertenwerkstatt. Es ist schwer hier die inkludierende Exklusion als negativ zu bewerten. Einerseits hätte er keine Chance an einer normalen Schule und er ist in dieser Werkstatt gut aufgehoben, man merkt, dass es ihm dort Freude bereitet.

Andererseits wird er so ganz bewusst von der ,,normalen Gesellschaft“ (sofern es so etwas überhaupt gibt) ausgeschlossen. 

2b. Sich klar zu diesem Thema zu positionieren finde ich sehr schwierig und so habe ich es auch in Gesprächen mit anderen empfunden. Niemand hat explizit geäußert, dass keine Inklusion von Schülern und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Gymnasien stattfinden soll. Im Gegenteil, ich habe viele positive Meinungen dazu gehört, jedoch immer mit einem aber: Aber wie soll das geleistet werden? Aber wer soll sich um die betreffende Person besonders kümmern? Aber wie soll so der Unterricht weiter ,,normal“ funktionieren? 

Und ich hatte das Gefühl, viele hatten Angst vor so einer neuen  Situation (was man nicht kennt bereitet einem ja oft Angst oder Unbehagen). Grundsätzlich sollte jeder Mensch, egal mit welcher Erkrankung und Einschränkung das Gefühl der Gesellschaft bekommen, dazuzugehören.

2c. Die größte Chance wird sein, eine Atmosphäre von größter Akzeptanz zu schaffen. Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben die Möglichkeit an einem normalen Schulalltag teilzunehmen, können mit Kindern spielen, die nicht ,,besonders“ sind. Sie erfahren so, dass sie nicht ,,anders“ sind, dass sie genau die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben wir alle anderen. Auch auf Seiten der ,,gesunden“ Schüler und Schülerinnen wird sich etwas tun. Sie werden nicht mehr ängstlich sein, sie werden offener werden und eine Behinderung nicht als etwas Unnormales abtun. Alle Schüler und Schülerinnen, sowie die Lehrer natürlich auch, werden sich daran gewöhnen und an solchen Konstellationen wachsen.

Die größte Herausforderung wird sein, Inklusion ganzheitlich durchzusetzen. Vereinzelt an manchen Schulen ist auch schon toll, aber es gelangt zu wenig an die Oberfläche, als dass alle mitziehen, oft werden nur über jene Projekte berichtet, die scheitern. Als nächstes muss es genügend ausgebildete, mutige und lustvolle Lehrkräfte geben, die diesen Zusammenschluss mit anpacken.

3. Eine Beobachtungsaufgabe könnte sein, wo sitzt der Schüler oder die Schülerin mit sonderpädagogischem Förderbedarf? Wird er oder sie mit eingebunden oder fällt er auf? Wie verhalten sich die anderen SuS ihm oder ihr gegenüber? Muss der Lehrer oder die Lehrerin mehr Aufwand betreiben?

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