ABSCHLUSSREFLEXION

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Der folgende Blogbeitrag dient dazu, diesem Blog einen würdigen Abschluss zu widmen. Dies tue ich indem dieser letzte Beitrag eine Abschlussreflexion mit Blick auf die Ringvorlesung „Umgang mit Heterogenität“ ist. 

Ich möchte als erstes die zentralsten theoretischen Kenntnisse, die ich aus den Vorträgen mitnehmen konnte, benennen. Am zentralsten würde ich hier die Theorie der Heterogenität sehen. Alle Vorträge und Aufgaben drehten sich um diese Thematik. Durch die Vorlesung konnte ich mein Wissen erweitern, mehr in die Tiefe gehen und mich mit vielen Aspekten rund um Heterogenität beschäftigen. In der Ringvorlesung 09 „Inklusion in der Grundschule in Südtoril/Italien – Zusammenhänge und Gestaltungsmöglichkeiten“  habe ich besonders viel über die Begriffe „Empowerment“, „Normalisierung“ und „Konstruktion“ gelernt. Jeder habe ein Recht auf Teilhabe und man muss erkennen, dass Integration und Individualisierung in einem inneren Zusammenhang stehen und nicht im Gegensatz zueinander (Brugger, E. (2016). Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung in einem inklusiven Bildungssystem am Beispiel Italien-Südtirol. Zeitschrift für Inklusion.).

 In der RV 11 „Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik“ konnte ich mich mit dem Förderkonzept „Enter“ auseinandersetzen und somit einen Einblick in den fachdidaktischen Aspekt der Frühförderung gewinnen (nachzulesen in: Bönig, D. Thöne, B. (2017). Integrierte Förderung von Sprache und 3 Mathematik in Kita und Familie. Springer-Verlag, Wiesbaden).

In der Ringvorlesung 08 „Schule für wirklich alle?“ habe ich mich mit dem Down Syndrom (Trisonomie 21) beschäftigt und wie dies mit dem Konzept der Regelschule vereinbar sein kann. Dabei ging es vor allem um das Verhalten der Schüler*innen, sowie Lehrer*innen. Vor allem wir Lehrer und Lehrerinnen sind für eine diskrimierungsfreie Umgebung in der Schule verantwortlich und sollten für gute Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler, sowie Schüler und Schüler sorgen. Ich fand diese Vorlesung besonders Interessant, da ich mich in dem Seminar „Einführung in den Schwerpunkt Geistige Entwicklung“ bei Dr. Eileen Schwarzenberg, parallel mit dem Thema beschäftigt habe.

Im Folgenden werfe ich einen Rückblick auf meine eigenen Praxiserfahrungen und inwieweit welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenität den Schulalltag besonders geprägt haben bzw. prägen. 

Zu meiner Oberschulzeit, welche von 2010-2016 ging, habe ich den Unterricht in einer Inklusionklasse besucht. Dies war die erste eingeführte Inklusionsklasse auf unserer Schule. Wir hatten über die gesamten sechs Jahre eine Betreuerin in unserer Klasse, welche eine zusätzliche Hilfe war, sowohl im erzieherischen Sinne, als auch beim Unterrichtsstoff. Unsere Klasse war eine Inklusionsklasse, weil einpaar Schüler*innen mit besonderem Förderbedarf unter uns waren. Wer diese Schüler*innen genau sind, wurde nie preisgegeben, zum Schutz vor bsw. Hänseleien oder Mobbing. Unsere gesamte Klasse wurde aber von den Schüler*innen der Nachbarklassen oft beleidigt oder schikaniert, da sie ein falsches Bild vermittelt bekommen haben. Sie dachten alle Schüler*innen aus unserer Klasse seien „nicht schlau genug“ eine „normale“ Klasse zu besuchen und alle seien förderbedürftig. Zurückblickend würde ich sagen, dass die Schule Schuld daran war, die Schüler*innen nicht genügend aufzuklären und dies somit zu Vorurteilen führte, wodurch Hänseleien entstanden sind. Aus meiner eigenen Schulerfahrung heraus, würde ich genügend Aufklärung auch unter den Schüler*innen empfehlen. Ich kann aber sagen, dass meine Lehrer*innen damals sehr kompetent mit uns umgegangen sind und sie keine auffälligen oder diskriminierenden Unterschiede zwischen den Schüler*innen ohne und den Schüler*innen mit Förderbedarf gemacht haben. Besonders meine damalige Klassenlehrerin war neben ihrem kompetenten Unterricht auch auf persönlicher und emotionaler Ebene sehr stark und ich bewundere ihre Fähigkeiten bis heute. 

Ein weiteres Beispiel habe ich zu meinen eigenen Erfahrungen in der Grundschule. Als ich in der ersten Klasse war, gab es gab einen Jungen welcher eine Behinderung bzw. Körperliche Einschränkung hatte und motorisch sehr starke Schwierigkeiten hatte. Bsw. Hat seine Hand beim Schreiben stark gezittert und auch seine Haltung war sehr schief. Er hatte eine Betreuerin bei sich. Leider hat er die Schule nach der ersten Klasse verlassen und ging auf eine Förderschule. Ich bin der Meinung hier hat das Schulsystem sowie die Lehrkräfte versagt. Ich glaube mit genügend Unterstützung hätte er die Grundschule bei uns auf der Regel-Grundschule abschließen können. Dies kann ich durch die hier kennengelernten Konzepte der Heterogenität mit Sicherheit sagen. Mir hat die Vorlesung geholfen meine eigenen Erfahrungen zu reflektieren und bestimmte Dinge und Situationen aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können. Dadurch konnte ich zu einem Ergebnis bei meinen eigenen Erfahrungen kommen bzw. die Fehler meiner damaligen Lehrkraft erkennen.

Besonders gerne würde ich mehr zum Umgang mit förderbedürftigen Schüler*innen lernen und wie mit diesen umzugehen ist. Dies lerne ich besonders gut im Studienfach inklusive Pädagogik, da sich dort intensiv und detailreich mit einzelnen Förderbedarfen und entsprechenden Theorien und Fördermaßnahmen beschäftigt wird. Dennoch glaube ich, dass dies im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET wichtig ist, damit alle angehenden Lehrkräfte, unabhängig vom Studieren des Faches Inklusive Pädagogik genügend geschult sind. Ich glaube, dass die Lehrer*innen heutzutage noch nicht genügend mit den nötigen Kompetenzen geschult wurden, obwohl die Zukunft ganz nach Heterogenität in allen Schulen Deutschlandweit aussieht bzw. Dieses Ziel erreicht werden soll.

Als weiteres Thema finde ich Leistungen wahrnehmen, Rückmelden und beurteilen (RV12) wichtig.  Es ist wichtig, dass wir als angehende Lehrkräfte unsere zukünftigen Schüler*innen gerecht und kompetent bewerten können. 

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Ich hoffe euch haben meine Blogbeiträge gefallen!

Bis dann, Meryem 🙂

Add comment  Tagged:  31. August 2021

RV13: Umgang mit Heterogenität

1. Zum einen versuchen Sie mal die für Sie am bedeutungsvollsten Ergebnisse unserer Überlegungen aus der heutigen Sitzung festzuhalten in Bezug auf das, was die Ringvorlesungsinhalte verschiedener Einheiten für mögliche Effekte von „Corona- Bedingungen“ (also Distanz-Lernen, Home-Schooling, Digitalität etc.) in den Grundschulen mit sich bringen könnten. Stellen Sie Literaturbezüge her, wo es passen könnte. Wenn Sie zu dem Thema auch schon Praxiserfahrungen haben, bringen Sie die gerne mit ein.

Die Pandemie brachte nicht nur für Studenten Unregelmäßigkeiten mit sich, sondern auch für Schüler*innen. Besonders für Grundschüler*innen gab es ein häufiges Wechseln vom Home-Schooling zurück in die Schule. Aus diesen Unregelmäßigkeiten folgte für Schüler*innen oft Unstrukturiertheit in ihrer Organisation und in der Bearbeitung der Schulaufgaben. Außerdem war es für viele Schüler*innen nicht einfach den Unterricht online mitzuverfolgen, da einige vorher nicht mit digitalen Medien zu tun hatten. Insbesondere mussten sich alle Schüler*innen mit dem Programm itslearning auseinandersetzten und dieses neu kennenlernen.

Es ist besonders wichtig in der Zeit der Pandemie mit den Eltern in Kontakt zustehen und individuelles Feedback zu geben. Eine ständige Elternkooperation ist daher die Basis für eine gute Kommunikation (vgl. Zierer 2015, S. 25).

2. Zum anderen suchen Sie sich noch eine weitere Perspektive aus, aus der man Inhalte der Vorlesung sozusagen querlesen könnte und reflektieren Sie, was sich dabei an relevanten Erkenntnissen festhalten ließe. – Anforderungen an Kooperation von Schule und Eltern im Kontext „Umgang mit Heterogenität in der Schule“.

Wenn es um Kooperation von Schule und Eltern geht, ist die Kommunikation sehr zentral. Dabei ist es wichtig den Eltern gegenüber transparent zu sein, sei es in Bezug auf Unterrichtsgestaltung, Organisation und Planung innerhalb der Schule etc. Um diese Transparenz zu erhalten, wären informative Elternabende essenziell.

Auch ist es entscheidend den Eltern ein gewisses Mitspracherecht zu geben. Entscheidungen sollten nicht nur von der Schule selbst getroffen werden, sondern in Vereinbarung und Absprache mit den Eltern.

 

In Bezug auf “Umgang mit Heterogenität” ist es von großer Bedeutung, diese Elternabende als interkulturelle Elternabende zu organisieren. Auch könnte man an regulären Elternabenden aufmerksam auf benachteiligte Schüler*innen machen.

So besteht die Möglichkeit auch andere Eltern mit dem Thema der Heterogenität zu sensibilisieren.

Am wirkungsvollsten wäre es, an jedem Elternabend verschiedene Themen aufzugreifen, die mit “Umgang mit Heterogenität” in Verbindung stehen z. B. das Thema der Leistungsheterogenität, welche verschiedene Formen annehmen und sich in Lerntempo, -motivation und -produkt (vgl. Speck-Hamdan 2004, S. 56ff.) unterscheiden kann.

 

Falls es aus zeitlichen Gründen nicht passt mit Eltern am Elternabend in Bezug auf diesen Themen ins Gespräch zu kommen, wären Infozettel für die Eltern eine weitere Option.

Add comment  Tagged:  23. Juli 2021

RV12 // Sven Trostmann // Leistungen wahrnehmen, rückmelden und beurteilen!

Hallo liebe Blogleserinnen und -leser,

Willkommen zurück. Ich freue mich Sie wieder in einem neuen Beitrag von mir begrüßen zu dürfen. Mein heutiger Beitrag bezieht sich auf die 12. Ringvorlesung, gehalten von Herrn Trostmann, welche die Thematik Leistungen wahrnehmen, rückmelden und beurteilen, behandelt. Dies ist ein pädagogischer Diskurs zur Leistungsheterogenität im Spannungsfeld von Standardisierung und Individualisierung. 

1. Welche Zusammenhänge zwischen der Leistungsheterogenität der Kinder und dem Einfluss von Lehrerinnen und Lehrern auf den Bildungserfolg unter Berücksichtigung der pädagogischen Forderungen sind für Sie heute deutlich geworden?

Ein Kind ist ein Mensch, welcher sich in einer Lebensphase befindet, in der es sich entwickeln und reifen muss, um zu einem selbstständigen und lebensfähigen Wesen heranwachsen zu können. Deswegen gilt bei den meisten Kindern von Natur aus: Neugier, Entdeckersinn, Handlung und Leistung. In dem was sie tun wollen sie bestätigt, bestärkt und unterstützt werden. 

Nach Weinert wird das Leisten in der Schule als „die Überführung von eigenen Potentialen in Kompetenzen durch Eigentätigkeit“ verstanden. Der Begriff Leistung wird auch in der Physik behandelt und wird durch die Formel P=W:t definiert. Laut Budde entsteht in sozialen Vergleichen Gleichheit und Differenz, welche jeweils mit spezifischen Bedeutungen und Wertungen aufgeladen werden. Die Wahrnehmung und Bewertung dessen, fällt je nach Kultur, Epoche, Schulart oder Schulkultur unterschiedlich aus. Die Leistungsbedingte Heterogenität nach Wenning (2007) meint, dass es Unterschiede im Lernprozess gibt, sowie im Abschluss. Die Leistung durch die Eigentätigkeit, hängt auch mit dem Einfluss der Lehrer*innen zusammen. Diese bringen Kompetenzen, Wissen, Haltung, Vorurteile und Sozialisation mit. Zierer (2015) ist der Meinung, dass es auf die „Haltungen der Lehrpersonen“ ankommt. Nach Hatties Verteilung der wichtigen Faktoren nehmen die Lehrpersonen 21% ein. Die zuständige Lehrperson nimmt Einfluss auf die Schüler*innen, indem diese die Kompetenzen unterstützen, welche für die Entwicklung der Eigentätigkeit benötigt werden. Der Leistungsbegriff fasst die Betrachtung des Zuwachses der Handlungskompetenzen und ein Ausbalancieren von Autonomie und Sozialität (vgl. Jürgens 2010, S.455f.) und dies müssen die Lehrkräfte fördern.

2. Welche Herausforderungen im Bereich Leistungswahrnehmung, -rückmeldung und -beurteilung haben Sie in Ihren bisherigen  Praxisphasen kennengelernt und wie haben Sie oder die Lehrperson in der schulischen Praxis darauf reagiert?

Im Umgang mit Leistungsheterogenität in Bildungsinstitutionen, spielen die Faktoren Wahrnehmen, Rückmelden und Beurteilen eine zentrale Rolle. Nach Wodzinski (2014, S.38) setzt Differenzierung in der Wahrnehmung von Leistungsheterogenität voraus, dass Lehrkräfte die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler im Blick haben. Dies habe ich in meiner Praxisphase dahingehend beobachten können, als meine für mich zuständige Lehrkraft darüber geredet hat, dass es bei einigen Schüler*innen einfacher und bei einigen schwieriger ist, einen Blick auf sie zu haben. Bsw. Wenn einige Kinder lauter sind als andere, fallen die Lauteren mehr in den Blick der Lehrkraft, als die Leisen. Die Lehrkraft muss sich somit selbst in Erinnerung rufen, auch den unauffälligeren Schüler*innen Aufmerksamkeit zu schenken, um ihre Leistungen wahrnehmen zu können. Somit habe auch ich versucht meinen Blick zu schärfen, um alle Kinder gleich viel und gerecht wahrzunehmen, unabhängig von ihrer Auffälligkeit.

Das effektive Feedback ist laut Hattie (2009) eine der wichtigsten und entscheidensten Aufgaben von Lehrer*innen. Die zu beachtenden Bereiche bestehen aus der Aufgabe, dem Prozess, der Selbstregulation und der Bewertung der Person Selbst. Die Lehrkräfte müssen „in der Lage sein, den Lernenden passende und differenzierte Rückmeldungen zu geben“ (Wodzinski 2014, S.38).  In meiner Praxisphase hat sich die Lehrkraft regelmäßig Notizen gemacht, um diese später für Kriterienraster und/oder an Sprechtagen verwenden zu können. 

Bei der Leistungsbeurteilung gibt es Normen (Heinzel 2009), die sich in der Individualnorm, in der Sachnorm und in der Sozialnorm ausdrücken. Ich habe in der Praxis erste Leistungsbeurteilungen für die Individualnorm erfahren können. Das heißt ich konnte die Beurteilung von einzelnen Kindern von den Lehrkräften miterleben. Darunter bsw. Besprechungen unter den Lehrkräften, wie sich in eines der Kinder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes individuell entwickelt hat und welche Fortschritte es in spezifischen Bereichen gemacht hat.

3. Wie positionieren Sie sich zu der Aussage von Hiller selbst als angehende Lehrer*in und welche möglichen Forschungsfragen wären für Sie relevant, um die getroffene Aussage empirisch weiter zu verfolgen?

„Kinder und Jugendliche aus den unteren Statusgruppen scheitern in den Schulen an der Starrheit institutioneller Gegebenheiten und Zwänge, der Borniertheit vieler Curricula sowie an gedankenloser Routine und der Arroganz eines Personals gegenüber nichtbürgerlichen, bildungsfernen Milieus, dessen Attitüden Pierre Bourdieu als „Rassismus der Intelligenz“ (1993) bezeichnet hat.“ (Hiller 2019, S.148). 

Hillers Wortwahl ist sehr hart, dennoch glaube ich, dass er recht hat. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass es immer noch viele Lehrkräfte gibt, die die „schlauen“ (bzw. Die Schüler*innen aus gebildeten Haushalten) merklich bevorzugen. Oft waren diese dann auch als die „Lieblingsschüler“ unter den Mitschülern bekannt.                                                                                    Ich empfinde das aus heutiger Sicht, als sehr kritisch. Lehrkräfte stehen in der Verantwortung jeden Schüler und jede Schülerin gleich zu behandeln und keine Schüler*innen zu bevorzugen oder andere zu vernachlässigen. Ansonsten kann es zur Folge haben, dass sich Schüler*innen nicht gut genug in ihren Fähigkeiten wertgeschätzt fühlen und die Motivation sich am Unterricht zu beteiligen, verlieren. Auch die „gedankenlose Routine“ kratzt an der Motivation vieler Schüler*innen. Unterricht sollte an vielen Punkten noch offener gestaltet werden, um der „Borniertheit“ vieler Curricula entgegenzuwirken. 

Mögliche Forschungsfragen:

  • Was für einen Einfluss hat der soziale Status auf die individuelle Beurteilung?
  • Wird ein höherer Lernerfolg durch offenere Aufgabenstellungen erzielt?

 

Danke für eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal! 🙂

Eure Meryem

 

 

Add comment  Tagged:  9. Juli 2021

RV11 // Integrierte Frühförderung von Sprache und Mathematik

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der Vorlesung „Integrierte Frühforderung von Sprache und Mathematik“ von Frau Prof. Dr. Dagmar Bönig. Ich werde drei Fragen beantworten.

1. Inwiefern lässt sich das vorgestellte Förderkonzept für die Kita auf den schulischen Kontext übertragen? Wo rechnen Sie mit Problemen und wie könnten Sie diesen begegnen?

Das Förderkonzept „Enter“ (Entdecken und Erzählen) soll die sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten fördern. So sollen Kita und Vorschulkindern, vor allem aus sozial benachteiligten Familien, die Möglichkeit zur Weiterentwicklung gegeben werden. Insgesamt soll für ein alltagstaugliches Setting gesorgt werden, damit innerhalb der Familien zusammen gelesen und gespielt wird. Es werden Materialien mit mathematischen Inhalt wie bsw. Spiele, Bilderbücher, Hörspiele etc. bereitgestellt. Anschließend findet wöchentlich ein Stuhlkreis (ca. 45 Minuten) und die Kinder können rückblickend das Material welches sie genutzt haben, vorstellen. Weiterhin soll die mündliche Erzählfähigkeit sowie die arthmetischen und geometrischen Kompetenzen der Kinder gefördert werden. Auf den schulischen Kontext bezogen schaffen die Materialien einen ersten Einblick ins Schulleben. Die Kinder erlangen ein erstes Vorwissen, welches sie in der Schule weiterhin anwenden können. Ich glaube, dass das Konzept auch weiterführend in der Schule angewendet werden kann. Durch das Konzept werden narrative und mathematische Fähigkeiten gefördert. Die Kinder lernen mit verschiedenen Medien umzugehen. Durch die Freiheit der Auswahl der zu nutzenden Medien, können die Kinder nach eigenen Interessen ihre Lernmethode wählen. Vor allem für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, wird dieses Konzept als eine zusätzliche Unterstützung förderlich sein. Sie setzen sich spielerisch mit der Sprache auseinander. Wenn dieses Konzept in der Schule angewendet werden soll, müsste dies gut organisiert und dem Stundenplan angepasst werden. Es dürfte kein Unterricht zu kurz kommen oder Lernstoff verpasst werden. Dies könnte für die Umsetzung eine Herausforderung darstellen.

 2. Konkretisieren Sie die verschiedenen Funktionen der Sprache jeweils an einem konkreten Beispiel in einem Ihrer Unterrichtsfächer.

Ich beziehe die verschiedenen Funktionen der Sprache auf das Unterrichtsfach Kunst. Die kommunikative Funktion der Sprache dient als Mittel der Verständigung. Im Kunstunterricht können sich somit über verschiedene Werke, Künstler und Materialien ausgetauscht werden. Auch um die Sinnhaftigkeit hinter Werken erkennen zu können oder über Bedeutungen zu spekulieren ist die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler, sowie zwischen den Schüler*innen wichtig. So können verschiedene Meinungen und Ideen basierend auf den Hintergründen und Erfahrungen der einzelnen Schüler*innen ausgetauscht werden und neue Perspektiven eröffnet werden. In diesen Gesprächen kann die Kreativität weiter angeregt werden. Die kognitive Funktion der Sprache, wird im Kunstunterricht genutzt um Vorgänge verstehen und nachvollziehen zu können, um diese anschließend anwenden zu können. Die Vorgaben der Lehrkraft können dann mit eigenem Können und eigenen Erfahrungen/Ideen verknüpft werden, so dass ein individuelles Werk entsteht.

3. Formulieren Sie zwei Beobachtungsfragen zum Thema Sprachförderung im fachlichen Kontext für kommende Praktika.

– In Bezug auf die Anwendung des Förderkonzeptes: Können nach einem bestimmten Zeitraum Fortschritte im Wortschatz der Kinder festgestellt werden?

– Können die verschiedenen Funktionen der Sprache gezielt im Unterricht beobachtet werden und wie äußern sich diese?

Ich danke für eure Aufmerksamkeit! Über einen Kommentar würde ich mich freuen 🙂

Add comment  Tagged:  2. Juli 2021

RV09 // Inklusion in der Grundschule in Südtirol / Italien Zusammenhänge und Gestaltungsmöglichkeiten

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zurück auf meinem Blog. Heute habe ich mich mit der Thematik „Inklusion und damit einhergehend Gestaltungsmöglichkeiten und Zusammenhänge“ auseinandergesetzt. Im Folgenden beziehe ich mich auf Pinedas Aussagen und setze diese in Verbindungen mit den Begriffen „Empowerment“, „Normalisierung“ und „Dekonstruktion“.

  1. Pineda beschreibt, dass „besondere“ Kinder vor allem durch den Lehrplan diskriminiert werden, da die Lehrkräfte den Begriff der Adaptierung falsch verstanden hätten. Sie würden durch das Reduzieren von Aufgaben und das Verteilen von Extra-Übungsblättern, den Kindern das Gefühl geben, diskriminiert zu werden. Pineda sei froh, dasselbe gelernt zu haben, wie alle anderen. Aus diesem Grund habe er es an die Universität geschafft. Pineda definiert somit die Empowerment. Eine strukturelle Gewalt, welche Menschen durch Barrieren behindert und sie behindert macht. Er strebt „Normalisierung“ an und möchte, dass jeder wie ein „normaler“ Mensch behandelt wird. Jeder habe somit ein Recht auf Teilhabe an der Normalität. Der Raum Schule sei in der Pflicht dies zu ermöglichen. Somit soll im Lehrplan eine Dekonstruktion stattfinden, eine Auflösung von tief verankerten Stereotypen und Denkweisen. Pineda steht zur Aussage, dass jeder das Recht hat, nicht zu einem „Anderen“ gemacht zu werden. Das heißt nicht, dass Ungleichheit verschwindet, wenn man nicht mehr hinsieht. Es dürfte sich aber kein Kind mehr aufgrund von „fehlerhaften“ Umsetzungen der Vorgaben des Lehrplans, diskriminiert fühlen.
  2. Integration und Individualisierung stehen in einem „inneren“ Zusammenhang und nicht im Gegensatz zueinander. „Gemeinsamkeit entsteht, weil Selbstachtung der Einzelnen und Anerkennung der Anderen wie die beiden Seiten ein und derselben Medaille sind. (…) „wir“ entsteht, indem die Verschiedenen sich in ihrer Verschiedenheit kennenlernen.“ (Prengel 1999; S. 51; Hervorh. im Original). Um Gemeinsamkeit und Individualisierung in ein Gleichgewicht zu bringen, ist die Öffnung des Unterrichts mit Lernen am gemeinsamen Gegenstand wichtig. Da keine Unterschiede gemacht werden wird eine soziale Zugehörigkeit vermittelt, doch durch die Offenheit der Aufgaben, kann Individualisierung stattfinden. Wenn dies dann in einen Austausch gebracht wird, können die Schüler*innen untereinander sowie die Lehrer*in, neben den Unterschieden auch feststellen, welche Gemeinsamkeiten die SuS haben. Im Austausch können Erfahrungen, Erlebnisse und Interessen miteinander besprochen werden. Laut Seitz schafft der Austausch viel produktive Atmosphäre, wo viel individuelles Gedankengut anzutreffen sei und den Unterricht bereichert (Seitz et al. 2015). Es können in diesem Austausch aber auch Gemeinsamkeiten hervorgebracht werden. Diese offenen Aufträge bestehen aus mehreren Lösungsmöglichkeiten, sowie ein gerechter Austausch und gemeinsamen Entscheidungen. Einen geschlossenen Auftrag dagegen, erkennt man darin, dass dieser mit einer möglichen Lösung ausgestattet ist und durch die „Helfer-Beziehungen“ gekennzeichnet ist.
  3. Diese Beobachtung kann am besten erfolgen, wenn eine Rollenzuteilung stattfindet. Somit wird abgesichert, dass jedes Kind eine notwendige Funktion in der Gruppe hat. Die Verantwortung des Einzelnen wird erhöht und das Risiko einer ungleichen Teilnahme reduziert. Die Lehrkraft kann die Kinder in ihrer zugeteilten Rolle beobachten und sehen, wie sich diese in ihrer Rolle zurechtfinden. Auch wie die anderen SuS auf die Umsetzung der Rolle des Einzelnen reagieren kann beobachtet werden. Wenn die Kinder ihre Rolle selber entscheiden dürfen, kann man beobachten, welches Kind welche Rolle übernehmen möchte. Anschließend kann man die einzelnen SuS Fragen stellen in Bezug darauf, wieso sie diese Rolle einnehmen wollten und ob sie sich nochmal für diese Funktion entscheiden würden. Dennoch muss die Lehrkraft Acht darauf geben, dass sich der Status einzelner Kinder nicht kristallisiert. Vor allem wenn sich eine Person wiederholt in einem niedrigen Status wiederfindet. Laut der inklusiven Didaktik, soll die Lehrkraft versuchen Situationen zu schaffen „die Statusdynamiken in ständiger Bewegung halten, so dass sich jedes Kind „ermächtigt“ fühlen kann.“ (Cohen, 1999). Damit die Rollen nicht versteift sind, ist Flexibilität wichtig. Wenn ein Kind also merkt, dass es sich unerwartet in seiner Rolle unwohl fühlt, sollten Lösungen geschaffen werden. Das Kind darf also fragen, ob jemand in seiner Gruppe mit ihm die Rollen tauschen würde oder ob es sich eine komplett neue Rolle aussuchen kann. Somit wäre es sinnvoll pro Gruppe mehr Rollen anzubieten, als es Teilnehmer gibt, so dass die SuS flexibel ihre Rolle wechseln könnten. Rollenwechsel sind auch gut für die Beobachtung, um feststellen zu können, welches Kind mit welcher Rolle besser oder eben schlechter klarkommt. Stärken, sowie eventuelle Schwächen können somit kristallisiert werden.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal! Über einen Kommentar würde ich mich freuen 🙂

Add comment  Tagged:  19. Juni 2021

RV08 // Schule für wirklich alle?

Liebe Leserinnen und Leser,

für folgenden Blogbeitrag zu der Thematik „Schule für wirklich alle?“, habe ich mir das Interview von Carina Kühne ausgesucht und beziehe mich besonders auf ihre Erfahrungen in der Schulzeit. Carina ist 34 Jahre alt und hat das Down Syndrom. Sie ging in einen Regelkindergarten, sowie in eine Regelschule. Vor allem ihre negativen Erfahrungen in der Grundschule waren besonders prägend und traumarisierend für sie. Bis heute kann sie das Verhalten ihrer ehemaligen Klassenlehrerin ihr gegenüber, nicht nachvollziehen.

  1. Welche theoretischen Bezüge aus Ihrem bisherigen Studium  passen zu den Inhalten des Videos (oder sind widersprüchlich)? 

Bildung für alle gleichberechtigt zu gestalten, ist ein Menschenrecht. Inklusion möchte gegen Kategorisierung und der „klassischen“ Exklusiven (durch Sonderschulen etc.) vorgehen und die Bedürfnisse eines jeden Kindes berücksichtigen. Alle Kinder sollen in einer Gruppe gemeinsam lernen können, egal welche Herkunft, Stand oder Krankheitsbilder (wie bsw. behinderte Kinder).                                                                                                                                                                                                  Somit passt es, dass Carina in eine Regelschule gehen durfte, trotz ihres Down Syndroms. Doch das Verhalten ihrer ehemaligen Klassenlehrerin in der Grundschule, widerspricht dem Konzept der Inklusion. Sie exkludierte Carina systematisch, sagte ihr offen, dass sie „nichts könne“ und ließ Carina in vielen Aufgaben und Aktivitäten außen vor. Somit verfolgte Carinas Lehrerin nicht die Prinzipien der „Inklusion“ sondern vielmehr der „Exklusion“. Dies lässt sich nicht mit dem was wir bereits im Studium gelernt haben, vereinbaren. Damit so ein unprofessionelles Auftreten vorgebeugt und vermeidet werden kann, sollten sich die zukünftigen Lehrkräfte mit Trisonomie 21, sowie mit anderen Behinderungen und Beeinträchtigungen auseinandersetzen müssen. Um eine diskriminierungsfreie Gesellschaft erreichen zu können, sollte besonders im Bereich Schule auf Heterogenität Acht gegeben werden.

2. Welche eigenen Praxiserfahrungen sind Ihnen zum Thema des Videos in den Sinn gekommen? Es können konträre oder vergleichbare Aspekte sein.

Zum Thema „Inklusion in Schule“, habe ich die Erfahrung hautnah miterlebt, in der Mittelstufe selbst in einer Inklusionsklasse zu sein. Wir hatten keine behinderten Schüler*innen, aber mehrere mit Lernschwächen. Wir waren die erste eingeführte Inklusionsklasse auf der Schule. Im Jahrgang war bekannt, dass wir die Schüler*innen einer Inklusionsklasse waren und wurden von weiteren Schüler*innen der Nachbarklassen in einen Topf gesteckt (als seien alle Schüler*innen dieser Klasse Inklusionsbedürftig). Es wurde vermutet, dass alle Kinder der Inklusionsklasse „dumm“ seien. Somit glaube ich, aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus, dass auch innerhalb der Schule mehr über das Thema Inklusion und den eigentlichen Zweck informiert werden sollte, damit solche Vorfälle nicht weiterhin geschehen.                                                                                      Innerhalb des Klassenverbandes, war Inklusion kein großes Thema. Das heißt die Kinder wurden so gut in die Klasse eingebunden, dass es nicht merkbar war, welche Kinder nun die Inklusion benötigten. Es wurde weder von meiner Klassenlehrerin noch von anderen Lehrer*innen deutlich darauf aufmerksam gemacht, welche Kinder nun diejenigen mit Beeinträchtigung bzw. Lernschwächen waren. Somit sind meine ehemaligen Lehrer*innen den Prinzipien der Inklusion erfolgreich nachgegangen und haben alle Kinder so gut wie möglich inkludiert. 

3. Welche Fragen an ihre (zukünftige) Praxis ergeben sich aus dem Video ? Fokussieren Sie auf sich als Lehrperson.

  • Wie kann ich alle Kinder, unabhängig von ihren Fähigkeiten, so gut wie möglich inkludieren?
  • Wie erreiche ich gegenseitige Akzeptanz, auch zwischen den Schüler*innen?
  • Wie kann ich gegen jegliche Art von Diskriminierung effektiv angehen?
  • Wie schaffe ich es, dass sich jedes Kind wertgeschätzt fühlen kann?

Ich danke euch für das Lesen meines Beitrages. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen! 🙂

Add comment  Tagged:  11. Juni 2021

Hallo Welt!

Willkommen auf Uni-Bremen Blogs. Dies ist dein erster Beitrag. Bearbeite oder lösche ihn, dann lege mit dem Bloggen los!
Benötigst Du Hilfe beim Schreiben neuer Artikel? Auf der Supportseite des Blogssystems findest Videotutorials, die Dir den Einstieg so einfach wie möglich machen sollen:

1 comment 12. April 2021


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