Autor: Pia

  • Tags

    Zu Graffiti gehören die sogenannten „Tags“.

    „Ein Graffiti-Tag ist die einfachste Form von Graffiti und besteht oft aus einer stilisierten Signatur oder einem Spitznamen des Künstlers. Tags werden normalerweise schnell mit Sprühfarbe oder Markern erstellt und bilden die Grundlage für komplexere Graffiti-Werke. Sie sind das einzigartige Erkennungszeichen des Künstlers, ähnlich einem Logo, und repräsentieren seine Präsenz und seinen Stil in der Graffiti-Szene.“ (Clothing, 2024).

    Graffiti Tags haben ihren Ursprung in den 196er Jahren. Der Tagger Darryl McCay begann in Philadelphia sein Pseudonym „Cornbread“ zu verbreiten. Ende der 60er Jahre schwappte dann das Phänomen des Taggens nach NewYork City über, wo viele andere Menschen ebenfalls damit begonnen (Graffiti Tags – Diese 4 Tipps und Tricks Solltest Du Kennen, 2025).

    (Cornbread – 7 Artworks – Drawing, o. D.)

    Tag sind die unverwechselbare Handschrift eines Writers und es gibt einige parallelen zu der Kalligraphie (Graffiti Tags – Diese 4 Tipps und Tricks Solltest Du Kennen, 2025).

    Der Stil und die Art wie ein Graffiti Tag gezeichnet ist kann und konnte sogar etwas über die Herkunft eines Taggers aussagen. Die Tagger der Amerikanischen Ostküste zeichnen eckige und eher kurvige Buchstaben. Die Tagger der Westküste verwenden quadratische Buchstaben mit rautenförmigen Bögen, während Tagger aus Philadelphia große und ungewöhnlich geformte Buchtabenbögen zeichnen (Graffiti Tags – Diese 4 Tipps und Tricks Solltest Du Kennen, 2025).

  • Was sind überhaupt Latrinalia?

    Im deutschen auch „Klospruch“ genannt, bezeichnet Latrinalia eine besondere Form von Graffiti, die man größtenteils in den Kabinen von öffentlicher Toiletten findet. Andere Begriffe dafür sind auch „Toilettengraffiti“ oder „Kloesie“.

    Der Begriff wurde von dem Anthropologen oder auch „Folkloristen“ Alan Dundes im Jahr 1966 erfunden, welcher an der „University of California, Berkeley“ arbeitete. Der Begriff „Latrinalia“ bezieht sich auf Graffiti, die auf Toiletten gefunden werden können. Das Wort bildet sich aus Latrine (auf Latein: Toilette) und „-alia“, was die ungeordnete Sammlung an Dingen bezeichnet. Dundes präferierte den neuen Begriff über die bereits bestehende Bezeichnung „Scheißhaus Poesie“ oder „Shithouse poetry“ (Tinkle, 2021).

    „Latrinalia is considered lore because it is informally learned, unofficial knowledge about the world, ourselves, our communities, our beliefs, our cultures, and our traditions, that is expressed creatively through writing or drawing. Latrinalia is the interactive, dynamic process of creating, communicating, and performing as we share that knowledge with other people.“ (Mathios, 2016). Es wird deutlich, dass Latrinalia für kreative Kommunikation und Austausch steht. Oft werden viele verschiedene Themen behandelt, die die allgemeine Gesellschaft beschäftigt. Es werden Informationen ausgetauscht, diskutiert und Sorgen ausgesprochen.

    Um die Geschichte von Latrinalia zu verstehen ist es wichtig, die Wurzeln des Graffiti zu verstehen. Also woher kommen Graffiti und was war der Sinn dieser?

    Die Wurzeln des Graffiti liegt in Amerika. In den 1980er und 1990er Jahren erlangte Graffiti internationales Interesse und Anerkennung. Oft ging und geht es dabei um soziale und politische Themen (Shane & Shane, 2025).

    Im Jahr 1982 war Graffiti bereits ein Thema in Deutschland. Dies war unter anderem auf den „Sprayer von Zürich“, Harald Naegeli, zurückzuführen. Er wurde strafrechtlich verfolgt und von Künstler*innen und Intellektuellen in Schutz genommen. Die 1980er waren in Deutschland die Zeit, in der Graffiti große Bekanntheit in der breiten Masse erhielt. Die behandelten Themen waren meist politisch und beinhalteten gesellschaftliche Konflikte wie zum Beispiel die militärische Aufrüstung der NATO (Papenbrock, o. D.)

  • Latrinalia auf den Frauen*-Toiletten der Universität Bremen

    Zu meiner Positionalität:

    Ich bin seit 2022 Studentin der Universität Bremen und komme aus einem Akademiker*innen Haushalt der mittleren Klasse. Ich bin weiß und Cis. Meine ersten Berührungspunkte mit Graffiti hatte ich in meiner Kindheit, da ich diese schon immer faszinierend fand. Seitdem ich in Bremen wohne beschäftige ich mich mehr mit der Thematik und bin interessiert daran, mehr darüber zu erfahren.