Was sind überhaupt Latrinalia?

Im deutschen auch „Klospruch“ genannt, bezeichnet Latrinalia eine besondere Form von Graffiti, die man größtenteils in den Kabinen von öffentlicher Toiletten findet. Andere Begriffe dafür sind auch „Toilettengraffiti“ oder „Kloesie“.

Der Begriff wurde von dem Anthropologen oder auch „Folkloristen“ Alan Dundes im Jahr 1966 erfunden, welcher an der „University of California, Berkeley“ arbeitete. Der Begriff „Latrinalia“ bezieht sich auf Graffiti, die auf Toiletten gefunden werden können. Das Wort bildet sich aus Latrine (auf Latein: Toilette) und „-alia“, was die ungeordnete Sammlung an Dingen bezeichnet. Dundes präferierte den neuen Begriff über die bereits bestehende Bezeichnung „Scheißhaus Poesie“ oder „Shithouse poetry“ (Tinkle, 2021).

„Latrinalia is considered lore because it is informally learned, unofficial knowledge about the world, ourselves, our communities, our beliefs, our cultures, and our traditions, that is expressed creatively through writing or drawing. Latrinalia is the interactive, dynamic process of creating, communicating, and performing as we share that knowledge with other people.“ (Mathios, 2016). Es wird deutlich, dass Latrinalia für kreative Kommunikation und Austausch steht. Oft werden viele verschiedene Themen behandelt, die die allgemeine Gesellschaft beschäftigt. Es werden Informationen ausgetauscht, diskutiert und Sorgen ausgesprochen.

Um die Geschichte von Latrinalia zu verstehen ist es wichtig, die Wurzeln des Graffiti zu verstehen. Also woher kommen Graffiti und was war der Sinn dieser?

Die Wurzeln des Graffiti liegt in Amerika. In den 1980er und 1990er Jahren erlangte Graffiti internationales Interesse und Anerkennung. Oft ging und geht es dabei um soziale und politische Themen (Shane & Shane, 2025).

Im Jahr 1982 war Graffiti bereits ein Thema in Deutschland. Dies war unter anderem auf den „Sprayer von Zürich“, Harald Naegeli, zurückzuführen. Er wurde strafrechtlich verfolgt und von Künstler*innen und Intellektuellen in Schutz genommen. Die 1980er waren in Deutschland die Zeit, in der Graffiti große Bekanntheit in der breiten Masse erhielt. Die behandelten Themen waren meist politisch und beinhalteten gesellschaftliche Konflikte wie zum Beispiel die militärische Aufrüstung der NATO (Papenbrock, o. D.)

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