Reflexion

1. Lesen Sie bitte Ihre eigenen Beiträge, die Sie im Rahmen der Ringvorlesung erstellt  haben, und die dazu geschriebenen Kommentare Ihrer KommilitonInnen.

-Check-

2. Überlegen Sie sich, welche Denkanstöße Ihnen die Kommentare auf Ihre eigenen Beiträge gegeben haben.

Beim Lesen meiner Beiträge und der dazugehörigen Kommentare ist mir aufgefallen, dass es häufig einen Einklang meiner Gedanken mit denen meiner Kommilitonen gab. Es wurden aber immer wieder Ergänzungen aufgezählt, die, meines Erachtens nach, durchaus berechtigt waren. Unter anderem habe ich mich dadurch mehr mit den Themen Chancengleichheit, Toleranz aber auch mit einigen, nur schwer behebbaren Macken unseres derzeitigen Schulsystems beschäftigt. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mir weniger die Kommentare zu meinen Beiträgen, als die Vorlesung selbst mich mit Gegebenheiten konfrontiert hat, die mir völlig neu waren und mir somit einige Denkanstöße geliefert hat. Die Benachteiligung von Jungen in der Schule war zum Beispiel ein Thema, das mir vor dessen Erwähnung in der Vorlesung nicht einmal bewusst war und mit dem ich mich in Form eines Kommentares auf einen anderen Beitrag auseinandergesetzt habe.

Sprachliche Heterogenität in Naturwissenschaften

Diskutieren Sie, wieso die Berücksichtigung der sprachlichen Heterogenität
der Klassen in NW-Unterricht wichtig ist. Berücksichtigen Sie dabei die
Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und der Fachsprache. Ist
Fachsprache gleich Sprache?

Die naturwissenschaftliche Fachsprache ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Sprache. Mit ihrer Hilfe lassen sich komplexe Sachverhalte verhältnismäßig schnell und eindeutig vermitteln. Der große Nachteil an der Sache: Ebenso wie Fremdsprachen müssen sich die Schüler zunächst diese Sprache aneignen, was zu vielfältigen Problemen führen kann.

Ein Großteil der naturwissenschaftlichen Fachsprache lässt sich klassischerweise von Lateinischen, bzw. Altgriechischen Begriffen ableiten, ihre Bedeutung jedoch, kann unter Umständen der ursprünglichen Wortherkunft abweichen und in Bezug auf gewisse Phänomene nur im entfernteren Sinne „übersetzt“ werden. Nichtsdestotrotz führt dieser Umstand dazu, dass Schüler, die entweder eine frühe Förderung für diese klassischen Sprachen erhalten haben, oder aber auch schlichtweg sprachlich „begabter“ sind, einen Vorteil gegenüber anderen Schülern haben. Die Lehrkraft kann also nicht davon ausgehen, dass die Schüler fachsprachlich all auf einem ähnlichen Stand sind. Diese Diskrepanzen können dazu führen, dass bestimmte Schüler, die besondere Schwierigkeiten haben, sich diese Fachsprache anzueignen, auch stärkere Probleme dabei haben, sich in der Welt der Naturwissenschaften zurechtzufinden. Auf dieses, häufig verkannte, Problem muss in der Schullaufbahn stärker eingegangen werden, da es dazu führen kann, dass ein eigentlich naturwissenschaftlich begabter Schüler sich durch die Fachsprache von diesen Bereichen ausgeschlossen fühlt und Lernschwierigkeiten und im schlimmsten Fall eine Verweigerungshaltung aufzeigt.

Musik und Kultur

Fragen zur Vorlesung Interkulturelle Öffnung: Warum Musikunterricht ein interessantes Beispiel ist
1. Was ist die Musik Ihrer Kultur? Wie würden Sie die Beantwortung dieser Frage angehen? Können Sie das spontan sagen? Müssen Sie nachdenken? Lässt es sich in Worte fassen? Ist diese Frage für Sie wichtig?

2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie die Musik einer anderen Kultur (oder die eigene) als „fremd“ erlebt haben?

Als Musik meiner Kultur sehe ich die west- und mitteleuropäische Musik, insbesondere die im deutschsprachigen Raum. Dabei stehen bei mir die Stücke ernster Musik, die durch ihren fortschreitenden und revolutionären Charakter auffallen, im Vordergrund. Selbstverständlich gehören aber auch Werke der Unterhaltungsmusik zum Kulturgut, wie beispielsweise Volksmusik oder aber auch, um im deutschsprachigen Bereich zu bleiben, Musik der Neuen Deutschen Welle. Ich denke, man muss abwägen, wie bestimmte Stücke die Entwicklung der Gesinnung bestimmter Nationen oder Nationenverbünde beeinflussen, bzw. widerspiegeln, um tatsächlich eine Aussage darüber treffen zu können, ob diese zum Kulturgut gehören.

Fremd ist mir öftermals neue Musik. Eine Situation, die mir noch besonders gut im Gedächtnis blieb, ereignete sich erst neulich in meinem Musiktheorie- und Gehörbildungskurs. Unser Dozent hat uns den „Gesang der Jünglinge“ von Stockhausen, einem deutschen Komponisten, der revolutionäre Werke veröffentlichte, vorgespielt und analysieren lassen. Ich habe weder eine bekannte Struktur der Musik erkennen, noch irgendein Gefühl der Ästhetik des Stückes wahrnehmen können, wodurch ich das Ganze auch nur widerwillig als Kunst ansehen konnte. Ich denke, dass ich für außerkulturelle Musik relativ offen bin, doch wenn die Musik nur noch Ausdrucksmittel für etwas „Neues“ ist und nicht ansatzweise -von mir gesetzte – Wünsche der Ästhetik bedienen kann, ist sie wirklich befremdlich.

Erziehungswissenschaftliche Grundlagen und Konzepte im Umgang mit Leistungsheterogenität

„Viele LehrerInnen bemühen sich zwar um einen methodisch abwechslungsreichen und schüleraktivierenden Unterricht. Innere Differenzierung ist (…) in der Schulpraxis aber (noch?) kaum verbreitet; die konzeptionell angelegten Möglichkeiten werden lediglich in bescheidenen Grenzen genutzt“ (Trautmann/Wischer 2011, S. 123).

Warum, glauben Sie, tun sich Lehrkräfte im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft schwer? Überlegen Sie mögliche Erklärungen. Sie können dabei die Vorlesungsfolien sowie die beiden eingestellten Texte von Reh (2005) und Jürgens (2005) zu Rate ziehen.

In der Tat ist es so, dass sich Lehrer in der derzeitigen Lage mit einer heterogenen Schülerschaft häufig schwer tun. Das „alt und bewährte“ aktuelle Schulsystem kommt den Lehrern mit einer frühen Homogenisierung der Klassenverbände vermeintlich entgegen. Doch ist diese Vorgehensweise tatsächlich eine Verbesserung der Umstände? Im Folgenden möchte ich nun nur einige Gründe nennen, warum der Umgang mit einer Heterogenen Lerngemeinschaft häufig zu einer Überforderung der Lehrkräfte führt.

Als einen der Gründe kann man die durchschnittliche Klassengröße, die sich mittlerweile mit einer Steigenden Tendenz bei annähernd 30 SchülerInnen pro Klasse beläuft. Ein individueller Umgang mit all diesen Schülern ist zwar keine Utopie, jedoch aber immerhin ein sehr hohe Anforderung, die an die Lehrkräfte gesetzt wird.

Eine Unmittelbare Folgerung hieraus ist, dass das Lehrpersonal unter anderem eine „Bereitschaft zu erhöhtem Aufwand in der Unterrichtsvorbereitung und -reflexion“ zeigen muss, wie es in der Präsentation von Herrn Prof. Dr. Idel nachzulesen ist. Das heißt konkret, dass sich die Arbeitszeit von Lehrern unentgeltlich erhöhen würde.

Ein weiterer, interessanter Punkt ist die Verkürzung der Schulzeit mit der Einführung des Abiturs nach 12 Jahren. Durch dieses Konzept werden, wie anhand der wöchentlichen Stundenzahlen zu sehen ist, höhere Erwartungen an die SchülerInnen gesetzt. Die Frage ist, ob der selbe Lernstoff in dieser Zeit auch von einer Heterogenen Gruppe bewältigt werden kann. Ich denke, dass dies durchaus machbar ist, jedoch nur unter der Bedingung, dass die angepriesene individuelle Förderung auch tatsächlich gegeben wird, was zwangsläufig eine Erhöhung des Lehrpersonals erfordert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Lehrkräfte häufig mit einer Heterogenen Schülerschaft schwer tun, da das alte Schulsystem noch immer dominierend ist und eine Durchsetzung eines so reformistischen Gedankens Anpassungen des Gefüges erfordert.

 

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