E02 Methoden- und Medieneinsatz im Unterricht

I

Seifrieds Artikel beginnt mit den Sätzen:

„Es gibt vielfältige Hinweise darauf, dass das unterrichtliche Handeln in deutschen Schulen – ungeachtet der Diskussion über Handlungsorientierung und Konstruktivismus (vgl. z.B. BEYEN 2003) – noch immer durch Gleichförmigkeit und Methodenmonismus geprägt ist. Es dominiert – so die Annahme – das Unterrichtsskript des lehrerdominierten, fragend-entwickelnden Unterrichts. Nach wie vor gibt es aber nur wenige empirische Untersuchungen, die diese Vermutungen stützen.“

Ich erwarte, dass sich diese Annahme im weiteren Verlauf des Textes bestätigen wird. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass auch Lehrer um die positiven Wirkungen wissen, die Problem- und Handlungsorientiertheit haben können, glaube ich, dass auch häufig Frontalunterricht durchgeführt wird. Ich führe dies darauf zurück, dass die Vorbereitung einer handlungs- und problemorientierten Stunde deutlich mehr Arbeitsaufwand und Kreativität bedeutet als die Planung einer Stunde mit Frontalunterricht. Nicht immer hat man eine gute und sinnvolle Idee, ein bestimmtes Thema z.B. in Gruppen- oder Projektarbeit durch die SuS erarbeiten zu lassen und an dieser Stelle ist Frontalunterricht einfacher. Zudem ist eine solche Herangehensweise an ein Thema meist nicht nur in der Planung, sondern auch in der Durchführung zeitintensiver und erschwert damit die Erfüllung des nach Lehrplan zu erbringenden Pensums. Allerdings habe ich auch bereits die Erfahrung gesammelt, dass Frontalunterricht gerade jüngere SuS schnell langweilt, der Lerneffekt geringer ist und auch der Lautstärkepegel dadurch ansteigen kann.

 

II

Überraschend war für mich, dass der Einsatz des Frontalunterrichts als Unterrichtsmethode unabhängig vom Dienstalter stattfindet. Ich hätte erwartet, dass gerade die älteren Lehrkräfte, deren eigene Schulzeit und Studium schon länger zurückliegt und daher selbst hauptsächlich Erfahrung mit Frontalunterricht gesammelt haben, und die ihren Materialpool schon lange mit den altbewährten Mitteln gefüllt haben, häufiger auf Frontalunterricht zurückgreifen. Meine Vermutung wäre gewesen, dass jüngere Kolleginnen und Kollegen, die in ihrer eigenen Schulzeit und im eigenen Studium schon häufig mit alternativen Methoden in Berührung gekommen sind, jene auch häufiger einsetzen als die „alten Hasen“. Auch den Einfluss der 45-Minuten-Taktung auf die Wahl der Methode hatte ich zwar vermutet, aber deutlich unterschätzt.

 

III

Ein Beispiel für eine empirische Untersuchung zum Einsatz von Medien und Methoden im Biologieunterricht ist die im Jahr 2010 erschienene Abhandlung „Allgemeine und fachspezifische Merkmale der Unterrichtsqualität im Fach Biologie“ von Stefanie Wüsten, in welcher sie den Unterricht auf unterschiedliche Aspekte hin untersucht, die Einfluss auf die Unterrichtsqualität haben. In diesem Zusammenhang erforscht sie auch im Speziellen den Medieneinsatz im Biologieunterricht und stellt fest, dass auch in diesem Fach, in dem eine Vielzahl von Modellen zur Verfügung steht und verschiedenste Medien Anwendung finden könnten, der Einsatz von weniger spezifischen und geläufigen Medien (Tafel, Overheadprojektor, Arbeitsblatt) dominiert. Auch die Methoden unterscheiden sich, abgesehen von der gelegentlichen Durchführung von Experimenten, nicht von denen anderer Fächer; Auch hier werden selten Gruppenarbeit, Stationenlernen oder Spiele durchgeführt.

Mich überrascht, dass die der Schule zur Verfügung stehenden Modelle, die ganze Schränke und Räume füllen, doch relativ selten zum Einsatz kommen, da diese sowohl wunderbar als Anschauungsmaterial, als auch als Grundlage für handlungsorientierten Unterricht dienen. Nach den Überlegungen in den vorigen Aufgaben führe ich dies jedoch auch vor allem auf organisatorische bzw. zeitliche Probleme zurück.

 

IV

Beobachtungsbogen Biologie

Beobachtungsbogen Kunst

 

V / VI

Die Biologiestunde fand in der achten Stunde mit einer sechsten Oberschulklasse statt. Sie begann mit der Begrüßung, nach der die Betrachtung von Bildern mithilfe des Beamers und die Beschreibung dieser durch die SuS folgte. Im Anschluss daran notierten die SuS jeweils drei biologische Fragestellungen, die ihnen bei der Betrachtung der Bilder in den Sinn kamen. Nach etwa fünf Minuten stellten sie diese vor, während die Lehrkraft moderierte und anschließend das Unterrichtsgespräch zu der Frage leitete, auf die sie mit Hilfe der Bilder ursprünglich hinauswollte. Sie notierte die Frage am Interactive Whiteboard (IWB) und brachte die Frage mithilfe einer zuvor erstellten kleinen Präsentation zusätzlich in den Kontext des bisher Gelernten ein. Dazu zeigte sie mit dem Beamer ein Fließdiagramm, in welches das Thema eingeordnet wurde. Der Kontext wurde zusätzlich mit der Bearbeitung eines Arbeitsblattes verdeutlicht und noch einmal durch die SuS verbalisiert. Die von den SuS geäußerten Stichpunkte wurden parallel von der Lehrkraft am IWB notiert. Zuletzt wurde das neue Thema anhand eines Arbeitsblattes, welches die Lehrkraft zuvor kurz erklärte, in Einzel- und Partnerarbeit erarbeitet.

Die Biologiestunde war genau so aufgebaut, wie ich es von der Lehrkraft in den vorigen Stunden gewohnt war. In einem Gespräch mit ihr fand ich heraus, dass sie großen Wert auf Problemorientierung legt. Wie ich ja bereits durch den Artikel von Seifried und Wüsten herausgefunden habe ist dies keine Selbstverständlichkeit. Ich konnte auch schon Stunden bei anderen Lehrkräften beobachten, dass sie ihren Fokus auf Frontalunterricht und Einzelarbeit legten. Arbeitsblätter werden im Allgemeinen gerne als Mittel genutzt. Auch die Interactive Whiteboards, die an meiner Schule in jedem Klassen- und Fachraum vorhanden sind und die normalen Tafeln auch teilweise ersetzt haben, finden bei allen Lehrkräften Verwendung. Die Software, die dort verwendet wird, nennt sich ActivInspire; man kann dort einfach Bilder im JPG-Format einfügen und mit einem speziellen Stift darüberzeichnen. Dies funktionierte in der Stunde auch sehr gut. Mir persönlich wäre keine bessere Möglichkeit eingefallen, die Medien zu nutzen.

 

Die Doppelstunde Kunst fand in der dritten und vierten Stunde mit einer fünften Oberschulklasse statt. Nach der Begrüßung wurde den SuS von der Lehrkraft noch einmal kurz der Arbeitsauftrag erklärt und die SuS begannen direkt mit ihrer Arbeit, die darin bestand, ein Zentangle-Bild mit schwarzem Fineliner zu zeichnen. Diese Aufgabe hatten die SuS schon einige Stunden zuvor begonnen. Da es hierbei darum geht, eine bestimmte Form mit Mustern zu füllen und einige SuS noch keine Form vorgezeichnet hatten, projizierte die Lehrkraft mithilfe des Beamers einige Formen, die diesen SuS als Orientierung für ihre Arbeit dienten. Die Muster entnahmen sie von der Lehrkraft kopierten Heften mit entsprechenden Anleitungen. Während der Arbeit war es den SuS gestattet, mit ihren Smartphones über Kopfhörer Musik zu hören. Die Lehrkraft ging während der Arbeitsphase umher, um die SuS zu beraten und zu unterstützen.

Diese Kunststunde ist nach meiner Erfahrung sehr typisch gewesen. Da die SuS bereits ihre Materialien und Aufgaben hatten und nun nur noch an ihrem Projekt arbeiten sollten, hielt sich der Medieneinsatz in Grenzen und auch die Lehrkraft agierte eher passiv. Für das Heraussuchen von Formen im Internet und die Verfügbarmachung dieser für alle SuS erwies sich der Computer mit dem Beamer als hilfreich. In den kopierten Anleitungen für Zentangle-Muster konnten die SuS nach Belieben blättern. Dass die Benutzung des Smartphones als Musikplayer erlaubt war, hatte seine Vor- und Nachteile – einige SuS hörten tatsächlich nur Musik, waren selbst ruhig und konzentriert bei der Arbeit, andere jedoch nutzten diese Gelegenheit, das Smartphone im Klassenzimmer nutzen zu dürfen, aus, um heimlich im Internet zu surfen oder, statt zu arbeiten, stundenlang nach Musik zu suchen. Als Alternative hierzu würde mir daher ein zentrales Audio-Gerät einfallen, mit dem man für alle SuS z.B. ein Hörbuch/Hörspiel anmacht, sodass sie nicht durch ihre eigene Smartphone-Nutzung abgelenkt würden.

 

E01 Hallo!

Herzlich willkommen auf meinem Blog. Ich bin Kathy und studiere Biologie und Kunst auf Gymnasial-/Oberschullehramt.

Rückblickend auf meine Schulzeit kann ich schon sagen, dass mich wohl vor allem der Kunstunterricht auch in meiner Studien- und Berufswahl beeinflusst hat. Nachdem ich den größten Teil meiner Schulzeit immer dieselben beiden Kunstlehrer gehabt hatte, die wenig Freiraum für künstlerische Entfaltung und Kreativität ließen und deren Benotung offensichtlich völlig willkürlich und subjektiv war (und die in mir das Bestreben weckten, es irgendwann selbst als Lehrerin besser zu machen), bekam ich in der 12. Klasse eine neue Lehrerin, welche zwar ein Thema vorgab, die Umsetzung aber vollkommen uns Schülern überließ, sodass ich meiner Kreativität endlich freien Lauf lassen konnte. Auf diese Weise schaffte sie es auch, die weniger Kunst-Begeisterten zu motivieren. Auch die Benotung erfolgte nachvollziehbar und nach einem persönlichen Dialog mit ihr. Diese Vorgehensweise inspiriert mich heute und bestärkt mich in dem Glauben, dass das Fach Kunst fast jedem (auch denen, die behaupten, sie wären künstlerisch unbegabt) Spaß machen kann, wenn man es richtig angeht. Für die Biologie hat mich wohl hauptsächlich mein Vater begeistert, der ebenfalls Biologielehrer ist und mir zuhause stets alles erklärte, was ich in der Schule nicht verstanden hatte. Durch seine detaillierten, verständlichen und strukturierten Erklärungen konnte ich eine Beziehung zwischen der Biologie und meinem eigenen Leben und Körper herstellen, bekam Spaß daran, weiter zu fragen und weiter zu denken und entwickelte so großes Interesse an dem Fach, dass ich beschloss, es selbst zu studieren. Auch meine Mutter, ebenfalls Lehrerin (uaaah jaa, totales Lehrerkind), hat es geschafft, mir durch ihre sehr guten Erklärungen sogar Spaß und Interesse an Mathe zu bescheren. Durch meine Eltern habe ich gelernt, dass man sehr viel Spaß an einem Fach haben kann, wenn man es nur richtig erklärt bekommt. In dieser Hinsicht dienen sie mir daher als Vorbild und ich hoffe, meine Schüler irgendwann durch gute Erklärungen auch für meine Fächer begeistern zu können.

Im Unterricht wurden während meiner Schulzeit meist die Tafel und Bücher als Medium verwendet. Wenn Abbildungen besprochen wurden, kam auch häufiger der Overheadprojekter, später auch eine an einen Beamer angeschlossene Kamera zum sinnvollen Einsatz, da jeder die Abbildungen gut sehen konnte. Die Benutzung von Computern zur Recherche oder zur Erstellung von Präsentationen waren eine gute Alternative zu Büchern und Plakaten, da sie die Arbeit erheblich erleichtern konnten. Allerdings wurde dieses Medium auch häufig missbraucht, wenn die Lehrkraft gerade nicht hinsah, und es wurde sich während der Unterrichtszeit mit kleinen Spielen oder Videos abgelenkt. Auch der Einsatz des Fernsehers mit Videorekorder im Unterricht war eine willkommene Abwechslung, weil das Zuschauen uns nicht aktiv zur Aktion forderte und manche Themen hiermit gut veranschaulicht werden konnten – allerdings wirkten zu lange Filme eher einschläfernd. Das sinnvollste Medium war wohl das Schulbuch, in welchem die Themen strukturiert, in verständlichen und zusammenfassenden Texten formuliert und in Abbildungen veranschaulicht wurden und hier wenig Möglichkeit zur Ablenkung bestand.

In meinem Alltag nutze ich einen Laptop und ein Smartphone, ab und zu sehe ich fern und selten benutze ich ein Tablet. Mein Laptop dient mir sowohl als Arbeitsgerät, um Arbeiten für die Uni zu erledigen oder im Internet zu recherchieren, als auch als Unterhaltungsgerät in der Freizeit, um im Internet zu surfen, Freunde zu kontaktieren oder zu spielen. Auf meinem Smartphone befinden sich einige Foto-Apps, die ich seltener nutze, kaum Spiele, die ich so gut wie nie nutze und Apps für soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder auch Nachrichten-Apps wie WhatsApp. Für Letztere benutze ich mein Handy hauptsächlich und ich finde gerade WhatsApp auch sehr praktisch, weil man dort schnell und unkompliziert Informationen z.B. in Form von Fotos, Videos, Sprachnachrichten und Texten austauschen kann. Auch das Internet nutze ich häufiger, um „schnell mal was nachzugucken“. Allerdings fällt mir auch auf, dass mich mein Smartphone zeitweise sehr stark von meinen Uni-Pflichten ablenkt und mir als Mittel zur Prokrastination dient. Somit hat sich in den letzten fünf Jahren durch die Anschaffung des Smartphones für mich die Gefahr vergrößert, dass ich mich ablenke, Pflichten aufschiebe und statt der Lehrperson zuzuhören lieber auf mein Smartphone schiele.

Zuletzt noch meine Meinung zum Internet, digitalen Medien und Smartphones:

  1. Das Internet macht das Leben als Lehrerin leichter, weil es eine große Fülle an Informationen bietet, die man verwenden kann und weil mein sich dadurch mit anderen Lehrkräften vernetzen kann. Es macht das Leben als Lehrerin aber auch schwerer, weil auch die Schüler Zugang zum Internet haben und es für negative Zwecke nutzen können.
  2. Digitale Medien wie z.B. Interactive Whiteboards, Tablets oder das Internet werden für die Schule der Zukunft eine große Rolle spielen.
  3. Smartphones in der Schule sind bisher meist eine Ablenkung oder ein Störfaktor und daher verboten.