RV 14 von Dr. Christoph Fantini

Benennen Sie die für sie bedeutungsvollsten Inhalte, die sie zum Umgang mit Heterogenität in der Schule aus der Ringvorlesung mitgenommen haben, und reflektieren sie, welche Bedeutung diese Inhalte für ihr nächstes Praktikum haben könnten.

Aus der ersten Vorlesung nehme ich mit, dass Heterogenität immer eine Konstruktion auf Basis subjektiv arranierter Maßstäbe ist. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen, doch diese können im Unterricht beispielsweise positiv genutzt werden.

Am meisten ist mir von der Vorlseung zu Heterogenität im Unterricht geblieben. So wurde beispielsweise angesprochen, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Interessensgebiete besitzen – da die Verteilung der darauf zutreffenden Themen unproportional ist, kommt es auch zu Unterschieden in der „Leistung“ zwischen den Geschlechtern. Dieselbe Problematik zeigte sich später auch in einer Vorlesung in der Deutschdidaktik. Es wurden vor allem Bücher gelesen, die dem Themeninteresse von Schülerinnen entsprachen, während es in den Naturwissenschaften eher umgekehrt ist. In meinem Unterricht möchte ich deshalb versuchen, ein ausgewogenes Verhältns zwischen Themen, die eher Jungen oder eher Mädchen interessieren, herzustellen.

Eine erklärte Methode, die mir besonders gefallen hat, war die Anwendung von gestuften Lernhilfen. Dies ermöglicht eine Individualisierung an der gleichen bearbeiteten Aufgabe.

Im Praktikum kann das Wissen möglicherweise dabei helfen, eigene Vorurteile gegenüber „leistungsschwachen“ SuS abzubauen, wenn man das Vorwissen aus der Vorlesung mitbringt und merkt, dass beispielsweise Jungen zu großen Teilen unzufrieden mit dem Lesestoff sind. Außerdem schärft die die Vorlesung unseren Blick auf den Faktor Heterogenität und den Umgang damit. Der beobachtete Unterricht kann mit erklärten Theoriemodellen verglichen werden, sodass man abschließend selbst besser beurteilen kann, was man für seinen eigenen Unterricht davon mitnehmen möchte.

Aufgaben zum 11. Vorlesungstermin – bei Prof. Dr. Andreas Klee

  1. Diskutieren sie die Relevanz der Arbeitshypothese der „doppelten Heterogenität“ für eines ihrer Fächer und stellen sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar.

Die „doppelte Heterogenität“ steht für die Möglichkeit einen Fachbegriff auch auf eine andere Art und Weise zu deuten. Das rührt meist daher, dass dieser im Alltag eine andere Bedeutung besitzt und SuS diese ihnen schon bekannte Bedeutung nicht hinterfragen, während die Lehrkraft die im Unterrichtszusammenhang falsche Interpretation häufig nicht bemerkt und aufdeckt. So kann es passieren, dass lange Zeit an den SuS vorbeigeredet wird und für diese der Unterrichtsinhalt keinen Sinn ergibt. Ich studiere die Fächer Musik und Biologie auf Lehramt und in beiden gibt es meiner Meinung nach die Möglichkeit für solche Missverständnisse, auch wenn sie im Biologieunterricht von größerer Bedeutung sind, da dort mehr noch mit präziser Sprache und Fachbegriffen umgegangen werden muss. Eine große Quelle für Missverständnisse ist beispielsweise das häufig genutzte Zitat von Darwin „Survival of the fittest“. Viele SuS denken, wer fit ist, wäre körperlich stark und ausdauernd, da dies die deutsche Bedeutung in der Alltagssprache ist. Streng genommen bedeutet „to fit“ aber „passen“ und so heißt der Satz übersetzt „Überleben der Angepasstesten“. Diese müssen nicht zwingend stark oder ausdauernd sein, dies bedeutet nämlich einen größeren Energieverbrauch – in einer ressourcenarmen Umgebung ist dies also nicht unbedingt eine sinnvolle Anpassung. Dieser Zusammenhang muss gut dargelegt werden, da die SuS sonst einen komplett falschen Eindruck von der Evolutionstheorie erhalten. In der Musik fällt mir ein Beispiel ein, dass mir selbst einige Zeit Schwieirgkeiten bereitet hat. Im Unterricht fiel gelegentlich der Begriff „Dynamik“, eine genauere Erklärung fiel nie (oder ich hatte im entscheidenden Moment nicht zugehört). Da ich aus dem Alltag den Begriff „dynamisch“ kannte, dachte ich, der Begriff beziehe sich auf das Tempo eines Musikstückes, denn wer etwas dynamisch tut, der tut es „agil“, „regsam“ und „lebhaft“ (laut Duden). Später erst fand ich heraus, dass sich Dynamik auf die Lautstärke bezieht, was für mich weniger gut zu der Alltagsbedeutung des Adjektives „dynamisch“ passte.

2. Skizzieren sie unter Bezugnahme auf einen konkreten Unterrichtsinhalt drei methodische Varianten zur unterrichtspraktischen „Erhebung“ von SchülerInnenvorstellungen.

Erstens könnte man einen Satz aus dem Unterrichtszusammenhang an die Tafel schreiben und nach der Bedeutung fragen und anschließend klären, wie der Begriff sich im Sachzusammenhang von seiner alltäglichen Bedeutung unterscheidet.

Zweitens könnte man den Schülern die Aufgabe geben, mit ihrem Sitznachbarn über die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten zu diskutieren und anschließend besprechen, was die SuS herausgefunden haben.

Drittens könnte man die SuS (konkret auf das Beispiel „Survival of the fittest“ bezogen) in deutsch- und englischsprachigen Wörterbüchern nachsehen lassen, was die unterschiedliche Bedeutung des gleichen Wortes sein kann und den Satz anschließend ins deutsche übersetzen lassen.

3. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe in Bezug auf unterschiedliche Sprachwirklichkeiten von SchülerInnen und LehrerInnen.

Welche Methoden nutzt die Lehrkraft, um mehrdeutige Begriffe im Sachzusammenhang korrekt darzustellen und die Schülervorstellungen zu berücksichtigen, um Missverständnisse zu vermeiden? Sind die Schüler anschließend sicher im Umgang mit den neuen Begriffen?

RV08: Die pädagogische Ordnung des individualisierenden Unterrichts – Schultheoretische Perpektiven

  1. Fassen Sie die für Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen diese Perspektive eröffnet hat, zusammen.

In seiner Vorlesung sprach Herr Professor Idel über den individualisierten Unterricht aus schultheoretischer Perspektive. Die schultheoretische Ethnografie untersucht Transformationsprozesse und nutzt dafür Methoden der Beobachtung. Ein Wandel, der sich anzudeuten scheint, ist die Zunahme des sogenannten individualisierten Unterrichts: Während die meisten von uns Studenten noch „traditionelle“ Klassenzimmer, in denen alles zur Tafel und dem Lehrer ausgerichtet ist, kennen, gibt es heute immer häufiger anders gestaltete Lernräume. Diese sind nach den Prinzipien des individualisierenden Unterrichts so gestaltet,  dass mehrere Aktivitätszentren parallel zueinander entstehen. Der Lehrer ist hierbei mehr Lerncoach als Instruktor. Durch die verschiedenen Aktivitätszentren kann auf die Heterogenität der Schüler besser eingegangen werden (es kann allerdings passieren, dass diese verstärkt wird). Beim traditionellen Unterricht findet dagegen eine Homogenisierung statt.

2. Reflektieren Sie in Bezug auf eigene Erfahrungen in Schule und Unterricht die Formen eines veränderten Umgangs mit Leistungsheterogenität, die in der Vorlesung angesprochen wurden.

An meiner Schule gab es wenig vergeichbares. Für mich scheint der allgemeine Ablauf des individualisierenden Unterrichts Gruppenarbeitsphasen zu ähneln, wewegen ich hierzu einige Erlebnisse übertragen möchte: Meist war ein Problem in Gruppenarbeitsphasen, dass es sehr einfach war, so zu tun als arbeite man konzentriert und effektiv, ohne wirklich etwas zu tun. Die Frage nach diesem Phänomen stellt sich mir auch beim individualisierenden Unterricht. Außerdem herrschte in solchen Phasen häufig keine „Lernatmosphäre“: Es war laut und Leute liefen durch den Raum, was mir ein Fokussieren auf meine Aufgabe teilweise fast unmöglich machte. Dass Probeschulen riesige geöffnete Lernräume geschaffen haben erscheint mir absurd, Individualisierung könnte doch auch in separaten Räumen stattfinden, Durchmischung ist ja nach dem Konzept auch so schon gewährleistet. So wie das Konzept mit vollständig geöffneten Räumen durchgeführt wird, leiden mit Sicherheit einige Schüler unter der Reizüberflutung.

3. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche schultheoretische Sichtweise für die Reflexion des Umgangs mit Heterogenität im Unterricht? Welche Fragestellungen könnten aus einer solchen Sicht in der Beobachtung von Unterricht in Praktika entwickelt werden?

Eine möglich Fragestellung wäre: Wird an der Praktikumsschule individualisierdener Unterricht durchgeführt und wenn ja, in welcher Form? Wechseln sich lehrerzentrierte und individualisierende Phasen ab, falls ja in welchem Zeitverhältnis stehen sie zu einander? Wie ist der Umgang mit Schülern, denen ein selbständiges Planen und Arbeiten schwerfällt?

Heterogenität im naturwissenschaftlichen Unterricht

Fokussierung des Vorlesungsthemas

1. In einer Konferenz in Ihrem Fachbereich in Ihrem Fach an Ihrer Schule diskutiert das Kollegium über Maßnahmen zum Umgang mit Heterogenität. Sie erinnern sich kurz an diese Vorlesung: nennen Sie zwei empirisch überprüfte Fakten zum Umgang mit Heterogenität, die der Diskussion dienen könnten!

Bei naturwissenschaftlichen Fächer stellt sich immer wieder die Frage, wie es kommt, dass Schüler in Vergleichstests (z.B. TIMSS/PISA) besser abschneiden als Schülerinnen. Hierbei muss erst einmal differenziert werden, was häufig fälschlicherweise über einen Kamm geschert wird: Während Jungen bessere Ergebnisse in Physik und Chemie erzielen, liegen Mädchen in Biologie vorne. Dass Mädchen mit naturwissenschaftlichen Fächern einfach „nichts anfangen können“, ist damit schon einmal klar widerlegt, zudem zeigen Studien, dass der Unterricht, wie er in der heutigen Form stattfindet, häufig eher an die Interessen der Jungen gerichtet ist, wodurch die Mädchen weniger motiviert sind. So zeigte etwa die IPN-Interessenstudie, dass Jungen sich primär für Technik interessieren, worauf im Physikunterricht häufig der Fokus liegt. Umgekehrt könnte man so auch versuchen, Jungen für den Biologieunterricht zu begeistern, indem man beispielsweise Bionik thematisiert.

Ein anderes umstrittenes Thema ist die Gruppenbildung in Gruppenarbeitsphasen. Wird ein größerer Lernzuwachs durch leistungshomogene oder durch leistungsheterogene Gruppen erreicht? Laut Saleh et al. (2015) zeigte sich im Biologieunterricht, dass leistungsheterogene Gruppen weder für „leistungsstarke“ noch für „leistungsschwache“ Schüler/innen einen geringeren Lernzuwachs bewirken. Bei „leistungsstarken“ Schüler/innen ist kaum ein Unterschied festzustellen, während „leistungsschwache“ deutlich profitieren. Signifikant ist allerdings, dass die Motivation bei „leistungstarken“ Schüler/innen in leistungsheterogenen Gruppen deutlich abnimmt, was bei leistunghomogenen Gruppen nicht der Fall ist. Bei diesen sind allerdings die „leistungsschwachen“ Schüler im Nachteil.

Anwendung und theoriegeleitete Reflexion bisheriger Praxiserfahrungen, inklusive Perspektivwechsel von Lernenden zu Lehrenden

2. Erläutern Sie, welches Unterrichtsmuster Sie in Ihrer bisherigen Erfahrung selbst als das wirkungsvollste erlebt haben! Diskutieren Sie Ihre Beobachtung vor dem Hintergrund der Vorlesung!

In meinem damaligen Biologieunterricht fand eine Mischung aus Unterrichtsmuster Typ 1 und 2 (nach PISA) erlebt, was mir persönlich als das wirkungsvollste erschien. Unser Lehrer war darauf bedacht nicht nur die Inhalte zu vermitteln, sondern unser kritisches Denken und innovative Ideen aus uns hervorzubringen. Deshalb ließ er uns häufig zu Beginn neuer Themen Hypothesen aufstellen und überlegte dann mit uns gemeinsam Möglichkeiten, diese zu überprüfen. Nach solchen Anfangsphasen, die häufig sehr motivierend wirkten, gab er mehr vor und Experimente und Lösungen wurden von ihm auch teilweise referiert, um den gesamten Stoff, den wir lernen mussten „durchzubringen“.

 Anwendung und theoriegeleitete Reflexion zukünftiger Praxiserfahrungen

3. Entwickeln Sie eine kurze Aufgabe mit drei gestuften Lernhilfen, die Sie in Ihrem Fach morgen im Unterricht einsetzen könnten! Erläutern Sie die gestuften Lernhilfen und beschreiben Sie, wie sie im Unterricht erkennen können, ob diese erfolgreich gewählt sind.

Aufgabe zum Themengebiet Evolutionsbiologie: Schildkröten besitzen einen stabilen Panzer, in den sie sich zurückziehen können. Beschreibe, wie sich dieser nach Darwins Theorie entwickelt haben könnte.

Lernstrategische Hilfe 1: Sieh dir im Schulbuch auf S.65 die Abbildung mit der Unterscheidung zwischen dem Lamarckschen Prinzip und dem Prinzip von Darwin an.

Inhaltliche Hilfe 1: Wozu könnte ein Panzer gut sein? Überlege, welchen Gefahren eine Schildkröte durch einen Panzer trotzen kann.

Lernstrategische Hilfe 2: Sieh dir den Stammbaum der Giraffen auf S. 68 im Buch an und entwirf einen fiktiven Stammbaum zur Entwicklung der Schildkröten.

Inhaltliche Hilfe 2: Der Panzer dient zum Schutz vor Fraßfeinden. Doch nicht immer besaßen die Schildkröten einen, wie kann sich der Panzer also entwickelt haben?

Im Unterricht würde ich darauf achten, ob die Schüler, nachdem sie eine Lernkarte genommen haben weiterkommen oder auf ihrem Problem sitzenbleiben. Dann müsste etwas an den Lernkarten geändert werden. Außerdem würde ich darauf achten, ob die Schüler sofort das ganze Ergebnis wissen, sobald sie auf die Lernkarten geschaut haben, oder ob sie noch etwas Eigeninitiative einbringen konnten, was sehr wichtig wäre.

 

Deutsch als fremde Bildungssprache im Kontext fachlichen Lernens

  1. Benennen Sie ausgewählte, für Sie zentrale Aspekte des in der Vorlesung aufgemachten Themas „Deutsch als fremde Bildungssprache im Kontext fachlichen Lernens.“

    In ihrer Präsentation sprach Frau Baginski die verschiedenen Sprachkompetenzen an, die für Schüler/innen an der Schule erforderlich sind. Während in außerunterrichtlichen Situationen (z.B. auf dem Pausenhof) Alltagssprache vorherrscht, wird im Unterricht Bildungsprache erwartet. In vielen Vorbereitungskursen für Schüler/innen, die noch kein Deutsch sprechen, wird allerdings ungenügend an der Fachsprache und Schulsprache gearbeitet. Die Fachsprache ist die für jedes Fach spezifische Sprache, die häufig viele Fremdwörtet einschließt. Hier würde es sich lohnen anzusetzen – wie Frau Baginski an einer Versuchsgruppe Deutschlernender herausfand, erleichterte ein Ansetzen an fachlichen Stellen häufig sogar einiges dadurch, dass viele sehr spezifische Wörter international im Gebrauch sind. Die Schulsprache dagegen besteht aus Schlüsselbegriffen, die im Schulkontext eine andere Bedeutung haben als im üblichen Gebrauch. Sie sind aber unumgänglich, um Arbeitsaufträge oder Aufgabenstellungen korrekt umzusetzen. Deshalb ist es wichtig in Deutschkursen nicht nur die Grammatik, Satzbau oder einen allgemeinen Wortschatz aufzubauen, sondern gezielt auf die speziellen Anforderungen an der Schule vorzubereiten. Des weiteren gehen Bildungressourcen, die in vielen Fällen bereits bestehen, verloren, wenn ein ganzes Jahr lang nicht daran angeknüpft wird. Deshalb sollte die Phase des reinen Deutschlernens so kurz wie möglich sein.

  1. Benennen und diskutieren Sie Beispiele für die von Ihnen unter 1 benannten Aspekte und nehmen sie dabei explizit Bezug zu Ihren bisherigen Praktika, Ihrer eigenen Schulzeit oder Diskussionen in den Medien.

    An meiner alten Schule war ich als Nachhilfelehrerin in einem schulinternen Nachhilfesystem involviert und hatte zweimal Schülerinnen, die noch sehr geringe Deutschkenntnisse besaßen. Damals gab es (an meiner Schule jedenfalls) noch keine Sprachlernklassen, die Schüler/innen wurden gleich in den Unterricht integriert und nahmen zusätzlich an Fördekursen teil und konnten freiwillig Nachhilfe nehmen. Mir fiel hierbei auf, dass die Schülerinnen mit diesem Konzept recht zufrieden wirkten, da sie in ihren Lieblingsfächern gleich von Anfang an eine sehr hohe Motivation mitbrachten. Das führte dazu, dass ihnen die Sprache dort auch am wenigsten Probleme machte, da sie mit höherer Motivation Wörter nachsahen oder nachfragten. Das Konzept hatte jedoch den Nachteil, dass die Schüler/innen anfangs meiner Meinung nach zu wenig Förderung erhielten, bzw, die Zeiten in den Regelklassen zu lang waren. Ansonsten war es aber sehr gut, dass die Schüler/innen nicht separiert wurden oder auf das Deutschlernen reduziert wurden.

  1. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe für kommende Praktika zum Thema „Deutsch als fremde Bildungssprache im Kontext fachlichen Lernens“

    Im Praktikum möchte ich in Erfahrung bringen, wie die Schule mit Schüler/innen, die kein Deutsch sprechen, umgeht und ob es Ansätze gibt, die fachliches Lernen integrieren statt reine Deutschlernklassen zu bilden in denen nur auf die B1 Prüfung vorbereitet wird.

Ringvorlesung 01 – Einführung (Kommentar)

(1.) Fokussierung des Vorlesungsthemas

Heterogenität, also Unterschiede in Weltanschauung, Gender, Alter u.v.m, ist meist der Normalzustand in einer Gruppe von Menschen, beispielsweise Schülern. Die Vielfalt ist Realität und obwohl der Ordnungswunsch nach Gemeinsamkeiten nötig ist, um gemeinsames Lernen und Leben möglich zu machen, heißt das nicht, dass Unterschiede eliminiert werden müssen oder sollten. Stattdessen gibt es viele Möglichkeiten des produktiven Umgangs mit Heterogenität, durch die Unterschiede sich insgesamt positiv statt negativ auswirken können.

(2.) Anwendung und theoriegeleitete Reflexion bisheriger Praxiserfahrungen

Auch wenn zu meiner Schulzeit das inklusive Schulsystem erst auf dem Vormarsch und nicht Realität war, habe ich verschiedene Erfahrungen gemacht, wie Lehrkräfte mit der natürlich trotzdem vorhandenen Heterogenität umgingen. Einige Lehrer nutzten Gruppenarbeitsphasen, um möglichst verschiedene Leute zusammenarbeiten und voneinander lernen zu lassen. Das konnte sich sowohl positiv als auch negativ auf das Klassenklima auswirken – je nach Herangehensweise. Manchmal wollten Lehrer „leistungsstarke“ mit „leistungsstarken“ Schülern zusammenarbeiten lassen, damit die einen die anderen motivierten. Da sie diesen Plan allerdings der Klasse mitteilten, führte das häufig zu problematischen Situationen, da das Gefühl entstand, dass einige Schüler über anderen stehen, abgesehen davon, dass man sich als Schüler im vornherein abgestempelt fühlte. Besser funktionierten dagegen Systeme in denen Lehrkräfte kommentarlos schon fertige Gruppen einteilten oder nach verschiedenen Zufallsprinzipien zusammenstellen ließen.

(3.) Anwendung und theoriegeleitete Reflexion zukünftiger Praxiserfahrung

Im Praktikum sollte darauf geachtet werden, wie verschiedene Lehrkräfte die individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Schüler nutzen und gleichzeitig ein Gemeinschaftserlebnis schaffen können, bei dem sich alle gleichermaßen wertgeschätzt und angenommen fühlen.

Hallo Welt!

Willkommen auf Uni-Bremen Blogs. Dies ist dein erster Beitrag. Bearbeite oder lösche ihn, dann lege mit dem Bloggen los!
Benötigst Du Hilfe beim Schreiben neuer Artikel? Auf der Supportseite des Blogssystems findest Videotutorials, die Dir den Einstieg so einfach wie möglich machen sollen:
http://blogs.uni-bremen.de/support/