KW 19 – Methodenauswahl: Individueller Lernplatz

Hallo,

ich habe mich für eine Methode entschieden, die am ehesten dem „Individuellen Lernplatz“ gleicht. Allerdings kenne ich mein Modell eher unter dem Namen „Stationenlernen“. Einen großen Unterschied kann ich bei beiden Methoden nicht erkennen.

Es geht darum, dass die SchülerInnen selbstständig an einem Thema arbeiten, dafür jedoch aufbereitete Informationen durch die Lehrkraft zur Verfügung gestellt werden. Bei dem „Individuellen Lernplatz“ wird explizit darauf verwiesen, dass es sich um Texte und AV-Medien handeln soll (http://wwwuser.gwdg.de/~kflechs/iikdgkdmil.htm, http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/internet/arbeitsblaetterord/unterrichtsformord/preiss/method09.html). Das muss beim „Stationenlernen“ nicht der Fall sein. Hier ist die Auswahl der Medien lediglich an die Eignung für die Fragestellung gebunden.

Der Ablauf sieht so aus, dass die SchülerInnen in ein Thema eingeführt werden und dann eine Fragestellung aufgeworfen wird. Diese Fragestellung wird nun in einem zweiten Schritt beantwortet. Dies findet an den Stationen statt. Wichtig ist, dass es genügend Auswahl gibt, damit jede SchülerIn auch wirklich wählen kann. Die Ergebnisse können an einer Ergebniswand bzw. von einer Lehrkraft kontrolliert werden.

Bei beiden Methoden geht es darum, dass selbstständige Arbeiten der SchülerInnen zu fördern, sie jedoch bei ihrer Arbeit trotzdem zu unterstützen. Hier liegt etwa ein Unterschied zur Projektarbeit vor. Beim Stationenlernen müssen sich die SchülerInnen nicht selber um eine Fragestellung bemühen, sondern bekommen diese vorgegeben.

Ich habe mir überlegt, dass dies eine gute Idee für den Abschluss einer Geschichtseinheit ist. Im konkreten Fall haben die SchülerInnen zuvor die Kolonisation Südamerikas bearbeitet (Klasse). Sie haben einige Dinge über die Unterdrückung und Vernichtung der indigenen Bevölkerung gelernt. In der Abschlussstunde geht es nun darum, dass eine konkrete Übertragung der Problematik auf unsere heutige Zeit stattfinden soll. An den Stationen liegen verschiedene Texte und Bilder aus, die sich mit der modernen „Kolonisation“ Südamerikas durch die Industriestaaten und die Wirtschaft beschäftigen. Als Hilfestellung sind zu den Texten/Bildern Aufgaben gegeben. Die SchülerInnen sollen verschiedene Stationen, je nach Interesse, bearbeiten. Die jeweils erste Station, die sie besucht haben, stellen sie später ihren MitschülerInnen vor.

Meine Hoffnung ist, dass die SchülerInnen in einem begrenzten Zeitrahmen ein Gefühl dafür entwickeln, dass viele indigene Stämme in Südamerika noch heute unterdrückt werden. Ich habe keine Schulbuchtexte, sondern Berichte aus verschiedenen Zeitungen ausgewählt. Die SchülerInnen können so kleine „Forschungen“ betreiben und können sich ihr Wissen selber erschließen, um es dann mit der Klasse zu teilen.