Wenn mich Menschen fragen „Und was machst du so beruflich?“ und ich antworte „Ich arbeite im Labor“, sehe ich meist ein fragendes Gesicht vor mir. Wie der Alltag im Labor aussieht ist oft für viele nicht vorstellbar. Mir selbst war dies am Anfang meiner Ausbildung ehrlich gesagt auch noch nicht ganz klar. Nun bin ich allerdings schon im dritten Lehrjahr und kann mittlerweile einiges berichten.

An der Universität Bremen arbeiten wir in verschiedenen Forschungsgruppen mit, welche alle an unterschiedlichen Themen interessiert sind. Dies macht die Ausbildung meiner Meinung nach sehr abwechslungsreich! Mal wird in der Zellkultur gearbeitet, mal in der Mikrobiologie, dann in der Meeresbiologie und mal arbeitet man molekulargenetisch. Jede Forschungsgruppe bringt wieder etwas ganz neues mit sich, sowohl an Methoden als auch an thematischen Hintergründen. Was ich dabei besonders schön finde, ist dass man in den Gruppen wirklich in die Forschung integriert wird und als Auszubildende somit auch einen Teil dazu beitragen kann.

Aber wie sieht nun die Arbeit als Laborantin eigentlich aus? Ehrlich gesagt ist bei mir jeder Tag unterschiedlich. In meiner letzten Arbeitsgruppe habe ich mich hauptsächlich mit der Klonierung von Pflanzengenen beschäftigt. Dabei hatte ich mit vielerlei Methoden zu tun. Ich habe z.B. DNA mittels PCR vervielfältigt, DNA analysiert, DNA-Fragmente miteinander verbunden oder fremde DNA in Pflanzen eingeschleust. Aber auch mit Bakterien und Pflanzen habe ich in dem Zusammenhang gearbeitet. Dabei bekommen wir Azubis natürlich auch immer Unterstützung. Meistens arbeitet man mit bzw. für eine andere Person, welche z.B. gerade an ihrer Doktorarbeit schreibt.

Gelegentlich sind wir aber auch im Ausbildungslabor. Hier haben wir im Laufe der Jahre unterschiedliche Praktika, welche uns grundlegende Methoden vermitteln. Dadurch sind alle Azubis, trotz verschiedenster Erfahrungen in den Arbeitsgruppen, auf demselben Wissensstand. Wenn wir uns bei einem Versuch bzw. bei einer Methode noch unsicher fühlen, haben wir immer die Möglichkeit uns mit unseren Ausbildern zusammenzusetzen. Dann können wir theoretisch sowie praktisch alles wiederholen.

Am Ende der Ausbildung wird durch die große Vielfalt an der Universität Bremen ein guter Grundstein für die weitere berufliche Laufbahn gelegt, da die Ausbildung thematisch als auch praktisch breit aufgestellt ist, was sehr von Vorteil sein kann.

04.09.2020 Luise Brandt (3. Lehrjahr als Biologielaborantin)