„Was ist ein FaMI?“ werdet ihr Euch bestimmt fragen. „FaMI“ steht für Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste.

Dazu möchte ich Euch einen kurzen Einblick in mein Leben als FaMI geben.

Zum einen gibt es das Leben in der Berufsschule.

Dort gelte ich als Exot, denn niemand aus meiner Klasse erlernt die gleiche Fachrichtung wie ich. Meine Berufsschulklasse setzt sich aus FaMIs der Fachrichtungen Bibliothek, Archiv, Bildagentur, Information und Dokumentation und mir zusammen. Daraus resultieren die Neugier und das Interesse meiner Klassenkameraden nach dem, was ich denn den lieben langen Tag mache. Natürlich stehe ich dann Rede und Antwort. Das Fach Medizinische Dokumentation wird alle zwei Wochen für zwei Stunden unterrichtet, den Unterricht finde ich persönlich sehr interessant. Zusätzlich ist der Kurs für meine anderen Mitschüler freiwillig. Durch die Tatsache, dass aber niemand anderes daran teilnimmt, bin ich der einzig Anwesende – neben der Lehrkraft natürlich. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit neben dem groben Unterrichtsstoff, kleine Exkurse in die jeweiligen Themen zu machen. Der Unterricht kann somit individueller gestaltet werden und die Lehrkraft besser und detaillierter auf Fragen, Anmerkungen oder Sonstiges eingehen.

Zum anderen gibt es natürlich auch noch meinen Arbeitsplatz.

Dieser befindet sich in der Abteilung Datenmanagement des Kompetenzzentrums für Klinische Studien Bremen (KKSB). Das KKSB ist unter anderem an der Durchführung von Klinischen Studien z.B. im Arzneimittelbereich oder bei Studien der Pflegewissenschaften beteiligt.

Meine Tätigkeiten bestehen hauptsächlich aus PC- bzw. Schreibtischarbeit. Ein Teil meiner Aufgaben besteht aus dem Pflegen unserer kleinen Bibliothek, die nur für unsere ca. 25 Mitarbeiter zugänglich ist.

Mein Haupt-Aufgabengebiet ist die Mitarbeit bei der Erstellung von Fragebögen und Pflegen von Datenbanken. Dazu entwerfe ich vorab handschriftlich ein Schema, welches die spätere Gliederung der Datenbank widerspiegelt. Daraus entstehen dann im weiteren Verlauf Tabellen, in die Daten geschrieben werden, Formulare zur Eingabe und Bearbeitung von Daten, Abfragen sowie Berichte zur visuellen Ausgabe der gespeicherten Daten.

Die bei uns im Haus beschäftigten Statistiker werten die Studiendaten aus. Damit sie einen Überblick darüber bekommen, welche Tabellenspalte der Datenbank der Frage eines Fragebogens entspricht, werden sogenannte annotierte Fragebögen angefertigt. Hierfür lege ich mit einer speziellen Software kleine Kästchen, die jeweils den Spaltennamen der Datenbank-Tabelle enthalten, über die jeweilige Frage auf dem Fragebogen. Also werden für jede Frage auf einem Fragebogen ein Variablenname und deren genaue Bedeutung definiert.

Das  KKSB veranstaltet den Masterstudiengang Medizinische Biometrie. Bei einigen der im Rahmen des Studiengangs stattfindenden Vorlesungen durfte ich mich dazu setzen. So konnte ich mir schon spannende und lehrreiche Vorträge zu Krebsmarkern, Tumorentstehung und Minimalinvasive Chirurgie anhören.