1- Als ich an einer staatlichen Schule als Hilfslehrkraft gearbeitet habe, habe ich oft Schüler*innen begleitet, die vom gemeinsamen Lernen ausgeschlossen wurden.
Erstens hatte ich oft Schüler*innen, die erst nach Deutschland gekommen waren. In diesem Fall konnten die Schüler*innen mehr Erklärungen zu den Aufgaben bekommen und mehr Zeit erhalten, um die Aufgaben zu erledigen. Das hat gut funktioniert.
Ein anderer Fall war ein Schüler, der die ganze Zeit Aufmerksamkeit von einer erwachsenen Person wollte. Die Begründung dafür war, dass er ständig den Unterricht störte. Er hat sich darüber gefreut, weil er dadurch Aufmerksamkeit bekommen konnte. Darüber hinaus musste er Medikamente einnehmen, um sich beruhigen zu können, aber die Eltern konnten das nicht immer gewährleisten.
Ich habe auch Schüler*innen begleitet, die lernschwach waren oder gar kein Interesse am Unterricht hatten. Bei diesen Gruppen hat es jedoch nicht viel gebracht. Das heißt, die Situation hat sich nicht verändert.
Für den Unterricht war diese Maßnahme sowohl für die Schüler*innen als auch für die Schulklasse hilfreich. Allerdings waren diese Schülerinnen sozial oft weniger akzeptiert als andere Schüler*innen. Das hatte negative Auswirkungen auf ihre sozialen Beziehungen.
2 – A., 6. Klasse, 12 Jahre alt
a) Förderausschuss:
Der Schüler zeigt erhebliche Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme im Unterricht. Es fällt ihm schwer, sich selbst zu regulieren und über einen längeren Zeitraum ruhig zu bleiben. Nach ärztlicher Empfehlung ist eine regelmäßige Medikamenteneinnahme erforderlich, deren Umsetzung durch die Eltern jedoch nicht immer gewährleistet werden kann. Darüber hinaus benötigt der Schüler eine enge pädagogische Begleitung, da er ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit durch erwachsene Bezugspersonen zeigt.
b) Beschreibung aus der Sicht der Lehrkraft:
A. kann dem regulären Unterricht folgen. Er hat keine Lernschwierigkeiten, und seine Deutschkenntnisse sind ausreichend, um am Unterricht teilzunehmen. Das Hauptproblem besteht darin, dass er ständig Aufmerksamkeit benötigt. Wenn er diese Aufmerksamkeit nicht bekommt, stört er den Unterricht.
Deshalb wäre es sinnvoll, eine FSJ-Kraft oder eine Hilfslehrkraft einzusetzen. Er ist daran gewöhnt und freut sich darüber.
Vergleich:
Auf der einen Seite ist der erste Text eher deskriptiv und erklärt, worin das Problem besteht, sodass Lehrkräfte die Situation besser verstehen können. Auf der anderen Seite ist der zweite Text eher lösungsorientiert und enthält die wichtigen Informationen, die der Lehrer oder die Lehrerin wissen sollte, um den Unterricht planen zu können. Der erste Text konzentriert sich stärker auf die Defizite und Schwierigkeiten des Schülers sowie auf die offizielle Begründung für den Förderbedarf. Der zweite Text beschreibt dagegen eher die konkreten pädagogischen Maßnahmen und die Ressourcen des Schülers, die für die Unterrichtsplanung wichtig sind.
3- Ich habe eine Leseübung gewählt. Der Text ist auf B1-Niveau, nicht lang und relativ einfach zu lesen. Das Ziel der Aufgabe ist es, neuen Wortschatz zu erwerben.
Bei Aufgabe 4a kann man den Schülerinnen, die eine einfachere Aufgabe brauchen, eine Wörterliste zur Verfügung stellen. Für die Schülerinnen, die bereits besser Englisch können, kann man die Wörterliste weglassen, da sie die richtigen Wörter bereits im Text erkennen können.
Ähnliches kann man auch bei Aufgabe 4b machen. Den Schülerinnen, die einfachere Aufgaben brauchen, kann man die Bedeutungen bereits vorgeben. Schülerinnen, die schon besser Englisch können, können dagegen zuerst versuchen, die Bedeutungen selbst zu formulieren.
Bei den einfacheren Versionen war mein Ziel, die Aufgabe für die Schülerinnen leichter zu machen. Dadurch sollte es ihnen ermöglicht werden, die Aufgabe ebenfalls bearbeiten zu können.
Bei den schwierigeren Versionen war es meine Absicht, die Kompetenzen der Schülerinnen stärker herauszufordern, sodass sie die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten zu erweitern.
Die Entscheidungen habe ich selbstständig auf Grundlage meiner praktischen Erfahrungen und meines Studiums getroffen. Zusätzliche Unterstützung war dafür nicht unbedingt notwendig.
4- Das Video mit dem Titel „Begreifliche Grundlagen“ mit Ines Boban und Prof. Dr. Andreas Hinz würde ich gerne empfehlen. Begriffe zu definieren ist einer der ersten Schritte bei wissenschaftlichen Arbeiten.
Das Video hilft dabei zu verstehen, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Begriffen im inklusiven und pädagogischen Kontext ist. Gerade für Lehramtsstudierende ist dies relevant, da Begriffe unsere Perspektive auf Schüler*innen und Unterricht beeinflussen können.
Deshalb halte ich das Video für Lehramtsstudierende für besonders relevant.
Bei Minute 0:33 beginnt Prof. Dr. Andreas Hinz mit der Definition von Inklusion. Das finde ich besonders wichtig, weil ein gemeinsames Verständnis von Inklusion die Grundlage für inklusiven Unterricht bildet. Außerdem hilft die Definition dabei, theoretische Konzepte besser mit der schulischen Praxis zu verbinden.
Bei Minute 14:57 verbindet Ines Boban Inklusion mit Menschenrechtsorientierung. Das finde ich besonders wichtig, da Menschenrechte auch in der schulischen Praxis gestaltet und umgesetzt werden sollten.
Boban, Ines / Hinz, Andreas: Begreifliche Grundlagen. Verfügbar unter: path2in.uni-bremen.de (Zugriff am 22.05.2026).
Thaine, Craig (2012): Cambridge Academic English. An Integrated Skills Course for EAP. Intermediate Student’s Book. Cambridge: Cambridge University Press.


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