{"id":124,"date":"2021-04-14T14:38:49","date_gmt":"2021-04-14T12:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zuhausewaehrendcorona\/?p=124"},"modified":"2021-04-14T14:38:49","modified_gmt":"2021-04-14T12:38:49","slug":"abschliessende-gedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zuhausewaehrendcorona\/2021\/04\/14\/abschliessende-gedanken\/","title":{"rendered":"Abschlie\u00dfende Gedanken"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unserer Forschung haben wir viele Gespr\u00e4che mit den Menschen aus unserem nahen Umfeld gef\u00fchrt. Mit einigen haben wir uns zusammengesetzt um sie zu interviewen und ihre Ansichten und Erfahrungen festzuhalten.<\/p>\n<p>Allgemein l\u00e4sst sich f\u00fcr uns schlie\u00dfen, dass die meisten Befragten und auch wir das Zuhause an sich sehr \u00e4hnlich definieren. Der Begriff beschreibt meist einen Ort, allerdings ist dieser f\u00fcr viele mit einem Gef\u00fchl von Sicherheit und Geborgenheit verbunden.<\/p>\n<p>Diese Beobachtung l\u00e4sst zun\u00e4chst vielleicht schlie\u00dfen, dass auch die Erfahrungen im eigenen Zuhause sich \u00fcberschneiden m\u00fcssten, besonders wenn der Freiraum durch eine Pandemie auf die eigenen vier W\u00e4nde beschr\u00e4nkt wird.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich zeigte sich aber schnell, dass Menschen in den vielen unterschiedlichen Lebenslagen mit ganz unterschiedlichen Problemen zu k\u00e4mpfen hatten und haben. Es gibt also kein \u201eneues Normal\u201c wie wir zun\u00e4chst vermutet haben.<\/p>\n<p>Auch einen Ver\u00e4nderungsprozess an sich l\u00e4sst sich nicht klar beleuchten, sind die Erfahrungen doch so individuell, wie jeder den wir in unserer Umfrage und in Interviews befragten. Grob gesagt l\u00e4sst sich der Ver\u00e4nderungsprozess nur dahingehend beleuchten, dass zu Zeiten Coronas jeder mehr Zeit in seinem Zuhause verbringt als zuvor.<\/p>\n<p>Unsere Forschung hat uns gezeigt, dass die Frage wie sich unser Zuhause, und damit unser Verhalten, w\u00e4hrend der Pandemie ver\u00e4ndert hat nicht einfach zu beantworten ist.<\/p>\n<p>Verschiedene Personen in verschiedenen Lebenslagen haben uns so unterschiedliche Situationen, Gef\u00fchle und Herausforderungen geschildert, dass man diese Frage gar nicht allgemein beantworten kann. Diese Frage ist so individuell wie die Antworten und Eindr\u00fccke die wir bei unserer Social Media Umfrage sammeln konnten. So herausfordernd und vielschichtig wie die Gef\u00fchlslagen, die bei unseren Tagebucheintr\u00e4gen ans Licht getreten sind.<\/p>\n<p>Jede Person, die an unserer Umfrage teilgenommen hat, hat einen anderen Schwerpunkt und eine andere Problematik in seinem\/ihrem Leben. Ganz individuelle W\u00fcnsche, \u00c4ngste, Sorgen und Tr\u00e4ume. Aus diesem Grund k\u00f6nnen wir keine allgemeinen Schl\u00fcsse ziehen, da es nicht m\u00f6glich ist, alle in eine Schublade zu stecken.<\/p>\n<p>Viele Student*innen haben pandemiebedingt Schwierigkeiten, von Hause aus zu studieren: Kein direkter Kontakt zu Kommiliton*innen und Dozent*innen, st\u00e4ndiges Problem mit dem Internet oder schlechte Auswirkungen auf die eigene Gesundheit durch mangelnde Bewegung und ein nicht ausreichend gro\u00dfer Arbeitsplatz. Daraus resultierend fassen wir zusammen, dass das Studieren w\u00e4hrend der Pandemie sich als schwierig erweist. Die Abgrenzung zwischen Studium und Zuhause verschwimmt und das eigene Zuhause bekommt eine polyfunktionale Bedeutung. Studium, Freizeit und der gew\u00f6hnliche Alltag werden in das Zuhause integriert, so dass das Zuhause seine Funktion als ein gew\u00f6hnlicher \u201eRuheplatz\u201c beinahe verliert.<\/p>\n<p>Auch die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen haben es w\u00e4hrend der Corona-Pandemie nicht leicht: Homeschooling. Anfangs mag es harmlos klingen, aber hinter der Idee von Homeschooling stecken einige Probleme: fehlende Motivation durch geringen Kontakt zu Mitsch\u00fcler*innen und Lehrer*innen, keine Grenze zwischen Homeschooling und Zuhause und das st\u00e4ndige Gef\u00fchl, nicht kontinuierlich am Ball zu sein. Auf der einen Seite f\u00fchlt man sich einsam vor allem im jugendlichen Alter, da man seine Freunde nicht treffen kann, aber auf der anderen Seite regt die Pandemie die Kreativit\u00e4t an, z.B. gr\u00fcndet man Lerngruppen, um den roten Faden in der Schule nicht zu verlieren oder man entdeckt neue oder alte Hobbies wieder. Durch die Digitalisierung entdecken Sch\u00fcler*innen neue M\u00f6glichkeiten, den Anschluss zum sozialen Leben nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>Berufst\u00e4tige scheinen in der momentanen Lage am ehesten zu profitieren. Sie sind in ihrem Leben stabil etabliert und haben am meisten Freiraum. Durch gro\u00dfe Wohnungen oder H\u00e4user mit Arbeitszimmern k\u00f6nnen sie ihren Alltag nicht nur abwechslungsreich gestalten, sondern k\u00f6nnen auch eine klare r\u00e4umliche Trennung vornehmen.<\/p>\n<p>Besonderen Vorteil, scheinen tats\u00e4chlich diejenigen zu haben, die wie Jenni nicht l\u00e4nger im Homeoffice arbeiten und ihren Alltag aus ihrem Zuhause auslagern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Zukunft oder in weiteren Arbeiten w\u00e4re es \u00a0sch\u00f6n, die einzelnen Geschichten aus den Alltagen der Menschen, mit denen wir uns schon ein wenig befasst haben noch weiter zu erfahren. Aus unseren Interviews mag schon viel hervor gehen, aber doch erscheinen sie meist nicht ausreichend und inzwischen stellen sich uns immer mehr Fragen, die wir erkunden m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Unter unseren Befragten gibt es zudem noch keine gro\u00dfe Variation. F\u00fcr eine genauere und inklusivere Forschung w\u00e4re es n\u00f6tig, noch andere Altersgruppen, Gesundheitszust\u00e4nde und Wohnm\u00f6glichkeiten mit heran zu ziehen. Dies w\u00fcrde viele weitere Umfragen und Interviews erforschen, die wir leider nicht leisten k\u00f6nnen. So haben wir beispielsweise noch gar nicht die Sicht von Senioren einbezogen oder wie es Obdachlosen zurzeit ergeht. Doch wen dies an dieser Stelle interessiert kann sich auf verschiedensten Blogs \u00fcber andere Projekte unseres Seminars genauer informieren:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"MFgsLlR9zh\"><p><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/homestories\/projekte\/\">Projekte<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Projekte&#8220; &#8212; Home Stories\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/homestories\/projekte\/embed\/#?secret=tvtMSCMbAH#?secret=MFgsLlR9zh\" data-secret=\"MFgsLlR9zh\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>Wertvoll w\u00e4re es auch, sich noch intensiver mit den verschiedenen Formen von Zuhause zu besch\u00e4ftigen und deren genaue Wirkungen auf den Alltag. Eine kleinere Wohnung, wie solche, von Studenten scheint es schwieriger zu machen, private Freizeit von Arbeit, Schule und Studium zu trennen. Doch eine genauere Festlegung und die spezifischen Folgen einer kleinen Wohnung zu erforschen w\u00e4re f\u00fcr unseren Forschungsrahmen zu gro\u00df geworden.<\/p>\n<p>In unserer Arbeit haben wir vorrangig einzelnen Lebenssituationen und pers\u00f6nlichen Geschichten befasst, die es alle tats\u00e4chlich verdienen w\u00fcrden noch einmal genauer betrachtet zu werden und in gr\u00f6\u00dferem Umfang er\u00f6rtert und nach au\u00dfen weiter getragen zu werden. Und sei es nur, um uns allen ein wenig mehr Hoffnung f\u00fcr die Zukunft zu geben und uns zu versichern, dass wir nicht alleine sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend unserer Forschung haben wir viele Gespr\u00e4che mit den Menschen aus unserem nahen Umfeld gef\u00fchrt. 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