{"id":109,"date":"2024-01-15T15:34:48","date_gmt":"2024-01-15T14:34:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zimtschnecken\/?p=109"},"modified":"2024-01-15T15:34:48","modified_gmt":"2024-01-15T14:34:48","slug":"schulweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zimtschnecken\/2024\/01\/15\/schulweg\/","title":{"rendered":"Schulweg"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<p>Uni-Weg klingt komisch, find ich. Zu sehr nach Karriere und Berufspl\u00e4nen. Das meine ich nicht. Ich meine die Strecke von meinem Zimmer bis in den Seminarraum. Diese 30 Minuten, in denen ich von meiner privatesten Privatsph\u00e4re zum \u00f6ffentlichen, gesch\u00e4ftigen Campusgeschehen wechsle.<\/p>\n<p>Das beste daran ist der Teil, der durch den B\u00fcrgerpark geht. Bin ich fr\u00fch morgens unterwegs, sind die Wasserfl\u00e4chen noch am Schlafen. Zugedeckt von einer Eisschicht, von Nebelschwaden oder von samtigem Dunst. Manchmal, wenn der Himmel wolkenlos ist, glitzert auch schon erstes Licht auf manchen Stellen der Wasserwege. Dann ist es \u00fcber den B\u00e4umen hellblau und rosa und gelb und ein bisschen orange. An anderen Tagen hat der Himmel eine Farbe, die ich nicht benennen kann. Irgendwie die von Schatten, aber in der Intensit\u00e4t von durchl\u00e4ssigen Vorh\u00e4ngen, ganz klar andeutend, dass dahinter etwas helleres ist. Dem Gras kann man ansehen, wie feucht und k\u00fchl und frisch es ist. Irgendwo darin steht meistens der Reiher. Einmal habe ich auch schon gesehen, wie er sich \u00fcber die Baumwipfel erhoben und durch den ruhigen Morgenhimmel gegleitet ist. Zu dieser Zeit sind wenig Leute unterwegs. Dann ist es ruhig und ich nehme f\u00fcr den Teil oft die Musik aus meinen Ohren, um der Stille zuzuh\u00f6ren. Da ist ein kurzes Rattern meines Fahrrads bei der gepflasterten Br\u00fccke, das der anderen R\u00e4der und \u00fcber alledem ein sanftes Rauschen. Ein Rauschen von Wind und von B\u00e4umen und von Autos auf der Stra\u00dfe in der Ferne.<\/p>\n<p>Zu sp\u00e4teren Zeiten sind es vor allem die Anwesenden, die die Durchfahrt zu einem Genuss machen. Da sind ausgelassen quatschende Spazierende, lebhafte Kinder und Hunde, sehr viele und sehr s\u00fc\u00dfe Hunde. Den Menschen, die jetzt unterwegs sind, ist anzusehen, dass sie sich Zeit oder Auszeit genommen haben. Ihre Gesichter wirken meist ruhig, offen und entspannt. Andere bewegen ihre K\u00f6rper rennend, h\u00fcpfend oder im Gleichschritt gehend. Alle sind unterwegs und ich habe keine Ahnung, wohin, wie lange oder wieso. Aber gerade sind sie hier und das ist irgendwie sch\u00f6n. Sie tragen dazu bei, dass hier eine Atmosph\u00e4re von Ruhe und Genuss und Pause stattfindet, die sich bei mir automatisch ausbreitet, sobald ich auf die Fahrradsttra\u00dfe einbiege. Und am allermeisten tut das jeden Morgen aufs Neue die Natur, die strahlt oder leuchtet, flimmert oder brodelt, beruhigt oder tr\u00e4gt oder all das zugleich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uni-Weg klingt komisch, find ich. Zu sehr nach Karriere und Berufspl\u00e4nen. Das meine ich nicht. Ich meine die Strecke von meinem Zimmer bis in den Seminarraum. Diese 30 Minuten, in denen ich von meiner privatesten Privatsph\u00e4re zum \u00f6ffentlichen, gesch\u00e4ftigen Campusgeschehen wechsle. Das beste daran ist der Teil, der durch den B\u00fcrgerpark geht. 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