{"id":105,"date":"2024-01-15T13:40:04","date_gmt":"2024-01-15T12:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zimtschnecken\/?p=105"},"modified":"2024-01-15T13:41:11","modified_gmt":"2024-01-15T12:41:11","slug":"alles-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zimtschnecken\/2024\/01\/15\/alles-wird\/","title":{"rendered":"alles wird"},"content":{"rendered":"<p>Ich sitze in dem gro\u00dfen grauen Schaukelstuhl am Fenster, die Beine im Schneidersitz und darauf mein iPad. Gerade bin ich fertig mit dem Text f\u00fcr\u2018s Seminar morgen geworden. Meine Augen sind noch etwas m\u00fcde, der Kaffee wirkt dem aber gut entgegen. Gestern Abend war l\u00e4nger, als ich gedacht h\u00e4tte, und umso sch\u00f6ner. Drau\u00dfen schneit und regnet es im Wechsel und aus dem Wohnzimmer h\u00f6re ich die Stimmen von meinem Mitbewohner und seiner Freundin. Dazu kommen Beats aus meinem iPad, mit Texten \u00fcber das Lieben und den Fr\u00fchling und \u00fcber St\u00e4dte. An meiner Wand h\u00e4ngen seit zwei Tagen ein paar Poster, eine Uhr, ein Bullaugenspiegel und eine Fotografie aus dem Urlaub mit Janne und Anja vor vier Jahren. Mein Handy ist mittlerweile aufgeladen und auf dem Sperrbildschirm sind ein paar Mitteilungen zu sehen. Ich hab noch ein paar Dinge f\u00fcr die Uni zu erledigen, m\u00f6chte dann eine Maschine W\u00e4sche anschmei\u00dfen, meine Haare waschen, Sport machen und heute Abend wirklich mal p\u00fcnktlich zur Chorprobe sein.<\/p>\n<p>Vor f\u00fcnfzehn Wochen kannte ich nichts von dieser Situation. Der Sessel geh\u00f6rte noch der Frau aus diesem wei\u00dfen Reihenh\u00e4uschen, die ihn eigentlich zum Stillen gekauft, aber daf\u00fcr dann doch nie wirklich genutzt hatte, und die sich endlich zwei Katzen geholt hatte. Die Menschen, mit denen ich den Abend gestern verbracht und so genossen habe, waren an anderen Orten und ich h\u00e4tte kaum etwas mit ihnen assoziiert, w\u00e4re ich ihnen irgendwo begegnet. In dieser Wohnung wohnte eine andere Konstellation von Leuten, in anderer Beziehung zueinander stehend. Und die Wand hatte eine andere Farbe, ein graublau, behangen mit anderen Bildern, und es waren andere Gedanken in diesem Zimmer. Die Person, bei deren Nachrichten ganz viel in mir passiert, war vor f\u00fcnfzehn Wochen noch nie in meinem Kopf gewesen und die Mitteilungen auf meinem Handy hatten einen anderen Inhalt. Das Lied, das ich auf Dauerschleife h\u00f6re und mit diesem Abend vor ein paar Wochen verbinde, war damals noch unver\u00f6ffentlicht, vielleicht noch nicht einmal geschrieben. Ich h\u00e4tte nicht gewusst, wie ich zur Chorprobe komme, welche Orte sich gut zum Joggen eignen oder wo die Kaffeebohnen sind.<\/p>\n<p>Bei so vielem habe ich mich damals gefragt, wie es wohl wird und jetzt sitze ich hier und schaukle und so viel davon ist irgendwie geworden. Hat sich ver\u00e4ndert und entwickelt und eingerichtet. Und genauso geht es weiter &#8211; wie sieht all das und noch viel mehr in weiteren f\u00fcnfzehn Wochen aus, oder in drei, ja, nur schon nach der Probe heute Abend? Das Leben ist wirklich wirklich spannend und ich bin mittendrin und meine G\u00fcte ist das spannend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze in dem gro\u00dfen grauen Schaukelstuhl am Fenster, die Beine im Schneidersitz und darauf mein iPad. Gerade bin ich fertig mit dem Text f\u00fcr\u2018s Seminar morgen geworden. Meine Augen sind noch etwas m\u00fcde, der Kaffee wirkt dem aber gut entgegen. 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