{"id":29,"date":"2023-07-16T00:07:47","date_gmt":"2023-07-15T22:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zeynepdokcan\/?p=29"},"modified":"2023-07-16T00:07:47","modified_gmt":"2023-07-15T22:07:47","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/zeynepdokcan\/2023\/07\/16\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><strong>1.<\/strong> W\u00e4hrend der Ringvorlesung zur Heterogenit\u00e4t in Schulen fand ich die Vorlesung zur Mehrsprachigkeit von Andrea Daase sehr interessant. Es ist wichtig, die Mehrsprachigkeit von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern als eine F\u00e4higkeit anzuerkennen. Es gibt Unterschiede zwischen Deutsch als Erst- und Zweitsprache. Das bedeutet, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die Deutsch als Erstsprache haben, trotzdem Schwierigkeiten mit der Fachkompetenz in der deutschen Sprache haben k\u00f6nnen. Umgekehrt bedeutet es auch, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die nicht in Deutschland geboren sind, nicht automatisch auf dem Niveau einer Zweitsprache sind. Es ist wichtig, diese Unterschiede anzuerkennen und zu verstehen, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nicht zu benachteiligen. Schon seit dem ich in der Grundschule war war ich mir sicher, dass ich Lehrerin werden m\u00f6chte. Dieses Verlangen hat nie nachgelassen, denn \u00fcber die Jahre wurde mir klar: Ich m\u00f6chte die Lehrerin sein, die ich damals gerne gehabt h\u00e4tte. Deshalb ist es f\u00fcr mich als angehende Lehrerin sehr wichtig und wertvoll, eine Perspektive einzunehmen, in der ich mich selber gut reflektieren kann und jede*m einzelne*n Sch\u00fcler*in gleich behandle. Die ein oder andere Lehrkraft hat dies auch versucht zu vertreten, jedoch blieb es bei dem Gro\u00dfteil aus. Im Deutschunterricht sollten fachdidaktische Methoden angewendet werden, um den Sch\u00fcler*innen den Spracherwerb zu erleichtern. Eine L\u00f6sung w\u00e4re daf\u00fcr, dass man Menschen, die nicht all zu vertraut mit der deutschen Sprache sind quasi an die Hand zu nehmen und in einem niedrigeren Deutsch Niveau spricht, um sich verst\u00e4ndlicher auszudr\u00fccken, wenn es um Erkl\u00e4rungen von Inhalten geht, anstatt Fachsprache einzusetzen. Mit dem h\u00f6heren Niveau kann man dann folgen, wenn die Aufgabenstellung und das Thema verst\u00e4ndlich weitergegeben wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Zudem fand ich die Vorlesung zum Englischunterricht sehr interessant. Ein wichtiger Punkt, den ich aus der Vorlesung entnehmen konnte und welcher mich zum nachdenken angeregt hat ist \u201eDas Ideal des native speaker\u201c, bei dem es darum geht, dass man erst als native speaker gesehen wird, wenn man akzent- und fehlerfrei sprechen kann und dass es als \u201epeinlich\u201c angesehen wird, wenn man einen Akzent hat. Betont wurde dabei der Deutsche Akzent, den man lieber vermeidet, in dem man \u201efehlerlos schweigt\u201c, als Fehler zu machen. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Sch\u00fcler*innen aufgrund von Lehrermangel oft nicht von beispielsweise Englischlehrer*innen, sondern von vielen verschiedenen Lehrer*innen unterrichten werden, die die Sprache bzw. das Fach in vielen F\u00e4llen nicht beherrschen oder verstehen. Sehr schade hierbei ist, dass viele Sch\u00fcler*innen ihre Lernkompetenz dadurch nicht erweitern und f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Sie bekommen n\u00e4mlich keine aktive R\u00fcckmeldung zu ihren Fehlern und k\u00f6nnen sich in den meisten F\u00e4llen nicht einmal selber m\u00fcndlich beteiligen, weil Sie Lernmaterial bekommen, welches sie in Stillarbeit bearbeiten m\u00fcssen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><strong>2.<\/strong> Das Handeln von einigen Lehrkr\u00e4ften in Hinblick auf das Thema der Geschlechterrollen hat mich zu meiner Schulzeit sehr gepr\u00e4gt, denn diese Erkenntnis habe ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit des \u00f6fteren pers\u00f6nlich wahrgenommen. Es wurde oft diskutiert und behauptet, Jungen seien eher mathematisch fortgeschritten, als M\u00e4dchen es eben sind. Zudem wurde oft addiert, dass M\u00e4dchen daf\u00fcr eher sprachlich begabt seien. F\u00fcr mich als Lehrperson ist es daher \u00e4u\u00dferst wichtig sicherzustellen, dass ich Sch\u00fcler*innen in keiner Art und Weise aufgrund ihres Geschlechts durch unbewusste Vorurteile benachteilige oder ihre Leistungen \u00fcberbewerte. Es ist essenziell anzuerkennen, dass solche Vorurteile oft unbewusst aufgrund gesellschaftlicher Denkmuster entstehen, selbst wenn sie nicht unbedingt mit den eigenen moralischen \u00dcberzeugungen \u00fcbereinstimmen. Daher ist es als eine Lehrperson sehr wichtig, sich diesen Dingen bewusst zu werden und diesem Denkmustern nicht zu folgen. Diese stimmen n\u00e4mlich nicht zwingend \u00fcberein, weshalb man sich in jedem Fachgebiet zu jedem\/jeder Sch\u00fcler*in ein eigenes Bild machen sollte und diese F\u00e4higkeiten ohne jegliche Vorahnung behandeln und bewerten sollte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Zudem kam es in meiner Schulzeit oft zu F\u00e4llen von Mobbing. Ein Beispiel davon w\u00e4re w\u00e4hrend des Englischunterrichts. Meine Mitsch\u00fclerin wurde st\u00e4ndig ausgelacht, wegen ihrer schlechten Aussprache und der falschen Satzbildung, denn sie beherrschte die Grammatik nicht gut. Immer wenn sie gesprochen hat fingen alle Sch\u00fcler an zu lachen und Witze w\u00e4hrenddessen, oder auch au\u00dferhalb des Englischunterrichts \u00fcber sie zu machen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Deshalb hat sie sich m\u00fcndlich kaum bis gar nicht mehr beteiligt und einfach geschwiegen. Meiner Meinung nach ist es sehr bl\u00f6d f\u00fcr die Sch\u00fclerin, da sie in dem Fall ihre Englischkenntnisse nicht durch m\u00fcndliche Beteiligung und die damit einhergehende Korrektur von ihren Fehlern (von der Lehrkraft) erweitern konnte. In meinem Unterricht werde ich sehr darauf achten, dass ich meine Sch\u00fcler*innen in jeder Situation ermutigen und motivieren werde, in dem ich die richtigen Antworten hervorheben und loben werde. Zu bem\u00e4ngeln ist, dass die Lehrkraft sich da rausgehalten hat, beziehungsweise, dass der Lehrkraft wahrscheinlich nicht einmal bewusst war, dass dort Mobbing betrieben wurde. Diese Situation ist sehr zu bem\u00e4ngeln, man sollte LehrerInnen explizit auch auf solche Situationen schulen und ihnen bewusst machen, dass Mobbing auch schon mit erstmal &#8222;harmlos&#8220; scheinenden Aspekten beginnen kann, denn: \u201eMan spricht von Mobbing (englisch: Bullying) in der Schule, wenn ein\/e Sch\u00fcler\/in \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum absichtlich negativen, kr\u00e4nkenden oder verletzenden Handlungen von einer\/einem oder mehreren Sch\u00fcler\/innen ausgesetzt ist und zwischen Opfer und T\u00e4ter\/innen ein Machtungleichgewicht der Kr\u00e4fte besteht (vgl. Olweus 1995).\u201c (Strohmeier 2019) (Vorlesung: Mobbing, Diskriminierung und Rassismus, Folie 6) Dies traf auf jeden Fall auf die Sch\u00fclerin zu. Dies pr\u00e4gte selbst mich, denn ich hatte trotz meiner guten Englischkenntnisse immer Angst, selbst in solch eine Situation zu kommen und beispielsweise ausgelacht zu werden, denn sowas zieht sich in vielen F\u00e4llen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><strong>3.<\/strong> Ich w\u00fcrde generell gerne mehr \u00fcber das Thema Mobbing erfahren und h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht, dass man es erweitern w\u00fcrde. Ein Beispiel f\u00fcr eine Erweiterung w\u00e4re, dass man Fallbeispiele mit einbeziehen k\u00f6nnte, in denen genau beschrieben wird, wie breit gef\u00e4chert Mobbing sein kann und wie sensibel man mit diesem Thema umgehen muss. Zudem h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, dass die Themen Diskriminierung, Mobbing und Rassismus aus jeweils einer Vorlesung bestehen w\u00fcrden, da mann dann auch viel mehr Input f\u00fcr diese wichtigen Themen h\u00e4tte. Mehr erfahren w\u00fcrde ich auch gerne \u00fcber das Thema Migration. In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung von Migration halte ich es f\u00fcr wichtig, bei der Unterrichtsplanung dieses Thema angemessen zu ber\u00fccksichtigen. Deshalb w\u00fcrde ich gerne im Rahmen der Vorlesung eine vertiefte Auseinandersetzung mit Migration durchf\u00fchren und vor allem erziehungswissenschaftliche Ans\u00e4tze erforschen, die auf die Herausforderungen der Migration eingehen und angemessene Reaktionen darauf entwickeln. Dieses Thema ist sehr pr\u00e4sent und wird auch in Zukunft weiterhin pr\u00e4sent sein. Anzumerken ist, dass die Einf\u00fchrung in jeder Vorlesung super gelungen ist. Ich wurde gut in das Thema eingef\u00fchrt und hatte dann auch Spa\u00df daran aktiv zuzuh\u00f6ren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>Quellen:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Hufeisen, Britta; Riemer, Claudia (2010): Spracherwerb und Sprachenlernen. In: Krumm, Hans-J\u00fcrgen; Fandrych, Christian;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Hufeisen, Britta; Riemer, Claudia (Hrsg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. Halbband 1. Berlin: de Gruyter, 738\u2013753.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Senatorin f\u00fcr Bildung und Wissenschaft (2010). <i>Englisch. Bildungsplan f\u00fcr die Oberschule. <\/i>Bremen: Selbstverlag.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Oksaar, Els (1980): Mehrsprachigkeit, Sprachkontakt, Sprachkonflikt. In: Melde, Peter H. (Hrsg.): Sprachkontakt und Sprachkonflikt. Wiesbaden: F. Steiner, 43\u201352.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Trautmann, Mathias\/Wischer, Beate (2011): Heterogenit\u00e4t in der Schule. Eine kritische Einf\u00fchrung. VS-Verlag, S.17-18<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Wandruszka, Mario (1979): Die Mehrsprachigkeit des Menschen. M\u00fcnchen &amp; Z\u00fcrich: R. Piper &amp; Co. Verlag, S. 18<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Strohmeier, D. (2019). Mobbing in multikulturellen Schulen. In: Kracke, B., Noack, P. (eds) Handbuch<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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