{"id":95,"date":"2019-09-15T18:24:38","date_gmt":"2019-09-15T16:24:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/?p=95"},"modified":"2019-09-15T18:24:38","modified_gmt":"2019-09-15T16:24:38","slug":"glaubenssaetze-ueber-glaubenssaetze-bearbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/2019\/09\/15\/glaubenssaetze-ueber-glaubenssaetze-bearbeiten\/","title":{"rendered":"Glaubenss\u00e4tze \u00fcber Glaubenss\u00e4tze bearbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Am 13.9.2019 fand der 10. Experimentierworkshop zu Aufstellungen an der Universit\u00e4t Bremen statt. Zusammen mit 20 Teilnehmer\/innen aus vielen verschiedenen Kontexten gestalten wir in diesen Experimentierworkshops gemeinsame R\u00e4ume des Miteinander-Ausprobieren, des gemeinsamen Reflektierens und des Findes neuer Bilder durch Aufstellungen. In unseren #Erkundungsaufstellungen suchen wir das Andere, das Neue und reflektieren es gleich mit unseren Wissensbest\u00e4nden und Erfahrungen aus den verschiedenen Kontexten, aus denen wir kommen. Dabei stellt sich immer wieder heraus, dass die F\u00e4higkeit sehr unterschiedlich ist, die Aufstellungsbilder zu deuten und die sich darin zeigende Komplexit\u00e4t zu sehen. Aber der wertsch\u00e4tzende Raum, den wir gemeinsam zwischen Wissenschaft und Praxis aufmachen, f\u00fchrt fast alle immer wieder in die Bereitschaft, die #Komplexit\u00e4tliebenlernen. Wie sieht das genau aus?<\/p>\n<p>Lassen wir uns in unseren Glaubenss\u00e4tzen \u00fcber Glaubenss\u00e4tze irritieren? Die meisten Berater\/innen arbeiten mit dem Glaubenssatz, dass f\u00f6rderliche Glaubenss\u00e4tze eine Eigenschaft haben, uns wachsen zu lassen &#8211; sonst w\u00fcrden sie auch nicht so hei\u00dfen. Und ein weiterer Glaubenssatz lautet, dass auch Organisationen Glaubenss\u00e4tze habe. L\u00e4sst sich das Konzept der Glaubenss\u00e4tze einfach vom Menschen auf Organisationen \u00fcbertragen? Wir haben dazu eine Aufstellung gemacht, in der wir auf dem Boden vier Felder markiert haben: das Feld der realen Glaubenss\u00e4tze in ihrer Mischung aus f\u00f6rdernden und hemmenden Glaubenss\u00e4tze, wie wir sie im Alltag mit uns herumtragen; das Feld der reinen f\u00f6rdernden Glaubenss\u00e4tze; das Feld der reinen hemmenden Glaubenss\u00e4tze; das Feld ohne jegliche Glaubenss\u00e4tze. Die Aufstellung haben wir doppelt verdeckt durchgef\u00fchrt, die beiden Stellvertreter\/innen wussten nicht, um was es geht und wen sie repr\u00e4sentierten.<\/p>\n<p>Der eine Stellvertreter repr\u00e4sentierte das Individuum, die andere Stellvertreterin repr\u00e4sentierte die Institution.\u00a0 Beide haben wir gebeten, nacheinander die Felder zu besuchen und ihre Wahrnehmung zuschildern. Was haben sie uns berichtet? Das Inviduum konnte sehr schnell feststellen, dass das Feld der f\u00f6rdernden Glaubenss\u00e4tze sehr angenehm war, das Feld der hemmenden Glaubenss\u00e4tze sehr schwer auszuhalten war und das Feld ohne Glaubenss\u00e4tze einen deutlichen Druck auf der Brust bewirkte &#8211; es war nicht so angenehm auszuhalten. Die Institution konnte sich frei \u00fcber alle Felder bewegen, nahm keine signifikanten Unterschiede wahr und fand tats\u00e4chlich das Feld ohne Glaubenss\u00e4tze als potenzialorientiert. Hier konnte sie sich entwickeln. Und wenn beide Stellvertreter\/innen gemeinsam im Bild unterwegs waren, kamen sie nicht auf die Idee, sich gemeinsam in einem Feld aufzuhalten. Sie suchten eher polare Positionen: wenn das Individuum im Feld der f\u00f6rdernden Glaubenss\u00e4tze stand, blieb die Institution im Feld der hemmenden Glaubens\u00e4tze und umgekehrt. Es entstand der Eindruck, als wenn Menschen mit hemmenden Glaubensss\u00e4tzen sich von Institutionen lenken lassen, Menschen mit f\u00f6rdernden Glaubenss\u00e4tzen sich weniger von Institutionen lenken lie\u00dfen. Das ist vielleicht keine neue Hypothese, aber eine plausible.<\/p>\n<p>Irritationen f\u00fchren dazu, dass ich Glaubenss\u00e4tze \u00e4ndern k\u00f6nnen. Und die Aufstellung zeigte das Bild, dass Institutionen nicht gut unterscheiden konnten zwischen hemmenden und f\u00f6rdernden Glaubenss\u00e4tzen.\u00a0 Die Institution huschte \u00fcber die Felder und f\u00fchlte sich energetisiert durch die Unterschiede, die sie aber nicht beschreiben konnten. Was erzeugt diese Energie? Vielleicht arbeitet die Institutionslogik, n\u00e4mlich Zwecke durch koordinierendes Verhalten von Menschen zu erreichen, mit einer Polarit\u00e4t? Und in dem Moment, in dem sich die verschiedenen Kr\u00e4fte neutralisieren und ein Raum ohne Glaubenss\u00e4tze entsteht, ist Entwicklung m\u00f6glich. Nachdem die Stellvertreterin f\u00fcr die Institution sich im Raum ohne Glaubenss\u00e4tze entwickeln konnte, bekam sie einen gr\u00f6\u00dferen Blick auf das Ganze. Sie nannte es einen Zustand der intensiven Liebe.\u00a0 Und schon waren wir wieder von einer Situation umgeben, in der Komplexit\u00e4t und Liebe auf einer B\u00fchne zusammen standen. Vielleicht es ja wirklich der richtige Weg: #Komplexit\u00e4tliebenlernen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13.9.2019 fand der 10. Experimentierworkshop zu Aufstellungen an der Universit\u00e4t Bremen statt. 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