{"id":160,"date":"2020-06-07T18:25:53","date_gmt":"2020-06-07T16:25:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/?p=160"},"modified":"2020-06-07T18:25:53","modified_gmt":"2020-06-07T16:25:53","slug":"theorie-u-und-spiral-dynamics-entsteht-eine-neues-raumgefuehl-erst-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/2020\/06\/07\/theorie-u-und-spiral-dynamics-entsteht-eine-neues-raumgefuehl-erst-online\/","title":{"rendered":"Theorie U und Spiral Dynamics &#8211; Entsteht eine neues Raumgef\u00fchl erst online?"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Corona-Zeit und auch die Seminare zur Aufstellungsleitung finden online statt. Wir werden in zwei Erfahrungen geworfen, die sich beide als ausgesprochen positiv darstellen: 2 Tage energievoll eine Gruppe online durch ein Seminar f\u00fchren und Aufstellungen online durchf\u00fchren. Bislang war ich fasziniert von den M\u00f6glichkeiten der Raumsprache: Wie sich die Wahrnehmung eines Systems \u00e4ndert, wenn es im Raum aufgestellt wird und wir es dreidimensional darstellen! Hier nutzen wir ein Raumgef\u00fchl, welches wir im Alltag best\u00e4ndig haben und vielleicht weniger wahrnehmen: Mit unseren K\u00f6rpern k\u00f6nnen wir nicht anders, als uns dreidimensional im Raum bewegen. Helfen wir einem System, sich im Raum darzustellen und sich selbst zu sehen, passiert etwas, was Otto Scharmer als grundlegend f\u00fcr Transformation von Bewusstsein ansieht: <em>You cannot transform consciousness unless you make a system see and sense itself!<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>In Aufstellungen verk\u00f6rpern wir Systembilder im Raum und bringen das System durch repr\u00e4sentierende Wahrnehmung zum Sprechen. F\u00fcr viele ist in diesem Prozess f\u00fcr eine starke repr\u00e4sentierende Wahrnehmung die physische Anwesenheit der anderen Elemente wichtig &#8211; zumindest bislang! Am 5.\/6. Juni 2020 haben wir unser zweites Online Seminar zur Fortbildung in Aufstellungsleitung gemacht &#8211; diesmal kompakt zum Thema Spiral Dynamics und Theorie U. Der virtuelle Raum, den wir nutzen, ist schwieriger zu erfassen. Wir sitzen vor unseren Rechnern und sehen auf die Kamerabilder von Menschen, die irgendwo anders im physischen Raum sitzen &#8211; in unserem Seminar im Raum zwischen der Schweiz und Norddeutschland. Tats\u00e4chlich ist es erst einmal kein Raum, sondern ein 2D Bild &#8211; unserer Bildschirm. Anders als im physischen Raum sehe ich mich selbst auch in diesem 2D Raum &#8211; bei ZOOM\u00a0 immer gleich oben links an zweiter Stelle. Ich bin Teil der virtuellen Gemeinschaft und zugleich sitze ich allein vor meinem Rechner. Die N\u00e4he-Distanz-Wahrnehmung ist anders und es ist erstaunlich, dass es doch gelingt, sehr schnell N\u00e4he zu Menschen aufzubauen, die ich vorher noch nicht gesehen habe und die gerade 700 km entfernt vor ihrem Rechner sitzen &#8211; von mir nur 30 cm entfernt. Ich mache die Erfahrung, dass es doch nicht den ganzen Menschen in seiner K\u00f6rperlichkeit vor mir braucht, um diesen erfahren und kennenlernen zu k\u00f6nnen. Der virtuelle Raum l\u00e4sst auch viele Informationen eines Menschen durch, der nah und fern zugleich vor mir ist. Warum das gelingt und eine Gruppe \u00e4hnlich wie in einem Pr\u00e4senzseminar\u00a0 nur wenig Zeit braucht, um in ein intensives pers\u00f6nliches Miteinander zu\u00a0 kommen, kann ich noch nicht ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ich habe dazu eine Vermutung: In Aufstellungen stellen wir fest, dass mithilfe von repr\u00e4sentierender Wahrnehmung Informationen \u00fcber Ph\u00e4nomene und Systeme gelesen werden k\u00f6nnen, die sich nicht im Raum befinden &#8211; teilweise sind sie im Vergangenheitsraum, teilweise an einem ganz anderen physischen Ort. Und doch k\u00f6nnen wir sie wahrnehmen. Warum sollen wir nicht auch Menschen am Bildschirm umfassender wahrnehmen k\u00f6nnen als nur durch ihr Kopfbild?<\/p>\n<p>In dem Seminar haben wir uns mit den Unterscheidungen von Spiral Dynamics und Theorie U besch\u00e4ftigt. Wir modellieren in beiden Konzepten so etwas wie virtuelle R\u00e4ume &#8211; in Spiral Dynamics die verschiedenen Meme als wolkenartige Ph\u00e4nomene, die Gesellschaft durchziehen ohne sich zu durchmischen; in Theorie U die Phasen in und wieder aus dem U-Raum heraus. Bislang haben wir in Aufstellungen diese Unterscheidungen auch im Raum visualisiert, um k\u00f6rperlich im Bewegen durch die R\u00e4ume deren Qualit\u00e4ten zu erfahren und zu erfassen. In der online Variante haben wir lernen k\u00f6nnen, dass diese Bewegung durch die R\u00e4ume auch bewegungslos am Schreibtisch m\u00f6glich ist und \u00e4hnliche Erfahrungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Dieser Blog tr\u00e4gt den Titel: Komplexit\u00e4t lieben lernen. Nun taucht eine erste Ahnung auf &#8211; Corona sei Dank &#8211; , dass die Visualisierung von Komplexit\u00e4t im Raum nur ein erster Schritt war, um Vielfalt und Unberechenbarkeit zulassen und annehmen zu k\u00f6nnen &#8211; <em>You cannot transform consciousness unless you make a system see and sense itself<\/em>. Schon sind wir im zweiten Schritt und wir erfahren, dass es den physischen Raum nicht unbedingt braucht &#8211; der virtuelle Raum, der in unserem herk\u00f6mmlichen 3D Denken eigentlich kein Raum ist, weil er sich als 2D Variante auf dem Bildschirm zeigt, erzeugt \u00e4hnliche Wahrnehmung \u00fcber das Unsichtbare in Systemen. Wenn wir noch 2D Bilder zu Hilfe nehmen, ist das vielleicht nur ein \u00dcbergangsph\u00e4nomen, ein Handlauf, um nicht zu schnell frei im raumlosen Informationsraum zu stehen.<\/p>\n<p>Ich habe dazu folgende Vision: Wenn Menschen in Unternehmen Entscheidungen treffen, dann werden sie im Abw\u00e4gungsprozess immer wieder Embedding-Phasen machen und sich mithilfe von repr\u00e4sentierender Wahrnehmung die Wirkungen ihrer Entscheidungen auf die Umsysteme, auf Mensch und Natur in den Raum holen. Am Anfang werden sie die physische Aufstellung dazu brauchen, im weiteren Verlauf nur noch meditatives Hineinf\u00fchlen vom Sitzungsstuhl aus. Komplexit\u00e4t lieben lernen hei\u00dft f\u00fcr mich n\u00e4mlich, sich selbst und sein System (z.B. ein Unternehmen) als ein Ganzes und zugleich als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen (z.B. einer Region, einer Branche, eines Marktes) wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Embedding-Phase bedeutet dann, sein System in ein gr\u00f6\u00dferes System so einzubetten, dass sowohl Teil als auch Ganzes gut leben k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Corona-Zeit und auch die Seminare zur Aufstellungsleitung finden online statt. 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