{"id":121,"date":"2019-11-17T21:24:05","date_gmt":"2019-11-17T20:24:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/?p=121"},"modified":"2019-11-17T21:24:39","modified_gmt":"2019-11-17T20:24:39","slug":"mit-systemaufstellungen-dem-evolutionaeren-sinn-von-organisationen-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/yellowtransition\/2019\/11\/17\/mit-systemaufstellungen-dem-evolutionaeren-sinn-von-organisationen-auf-der-spur\/","title":{"rendered":"Mit Systemaufstellungen dem evolution\u00e4ren Sinn von Organisationen auf der Spur"},"content":{"rendered":"<p>Am 16. November 2019 trafen sich ca. 120 Menschen in Z\u00fcrich zu einem Workshop mit dem Titel: &#8222;We Discover Purpose!&#8220; Die Schweizer Beraterin und Systemaufstellerin Romy Gerhard hat zu dieser Veranstaltung eingeladen, um Menschen neue Erfahrungen zu verschaffen, was denn der evolution\u00e4re Sinn sein k\u00f6nnte, den Frederic Laloux in seinem bekannten Buch &#8222;Reinventing Organizations&#8220; als Durchbruch zur integralen Stufe von Unternehmen sieht. Laloux selbst f\u00fchrte in einer Videobotschaft in die Thematik ein. Die Methode des Tages waren Systemaufstellungen, eine Methode, die fast alle Teilnehmenden schon kannten und erfahren hatten. Auch wenn viele gekommen waren, um unter dem thematischen Dach der Suche nach dem &#8222;purpose&#8220; die alten Fragen nach den Erfolgsfaktoren zu stellen (warum funktioniert mein Gesch\u00e4ft nicht so, wie ich es gerne h\u00e4tte; was muss ich tun, um noch erfolgreicher zu sein?), so blieb doch genau der Raum erhalten, in dem die neuen Erkenntnisse sich zeigen konnten.<\/p>\n<p>Durch die Einf\u00fchrung von Frederic Laloux habe ich verstanden, dass der evolution\u00e4re Sinn eine Informationseinheit ist, die nicht von den Menschen einer Organisation gesetzt werden kann. Unternehmensgr\u00fcnder\/innen und Unternehmensgestalter\/innen k\u00f6nnen einen Sinn propagieren, in \u00fcber das Unternehmen legen und in den Selbsterz\u00e4hlungen best\u00e4ndig wiederholen. Das erfolgt dann zumeist in Mission Statements, Visionen und Unternehmensgrunds\u00e4tzen. Wenn die Sinnproduzenten in ihren Pers\u00f6nlichkeiten sehr pr\u00e4sent sind, kann der propagierte Sinn sehr nah an dem evolution\u00e4ren Sinn liegen. Tats\u00e4chlich, so die Botschaft, ist der evolution\u00e4re Sinne eine spirituelle Informationseinheit, eine Absicht, die von einer h\u00f6heren Intelligenz einer Organisation zugewiesen wird.<\/p>\n<p>Eine solche Vermutung ist sicherlich \u00fcbernommen von einem sehr spirituellen Menschenbild, welches davon ausgeht, dass jeder Mensch mit einer besonderen Lebensaufgabe zur Welt kommt. Diese gilt es zu finden und zu leben, um einen wertvollen Beitrag zu einem gr\u00f6\u00dferen Ganzen zu leisten. Vermutlich ist das dann auch die schwierigste Vermittlungsaufgabe eines evolution\u00e4ren Sinns: Warum sollten soziale Systeme jeder Art zu einem h\u00f6heren Sinn beitragen? Reicht es nicht aus, wenn sie ihre Zwecke erreichen und dabei so wenig Nebenwirkungen wie m\u00f6glich erzeugen. Es braucht ein holonisches Weltbild, um eine Idee davon zu bekommen, dass jedes Ganze zugleich Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen ist. Ich teile die Ansicht, dass sich hier die gro\u00dfe Aufgabe zeigt, die alle Systeme, Institutionen und\u00a0 Unternehmen in der vollen und komplexen Welt bew\u00e4ltigen m\u00fcssen: ihre eigenen selbstgesetzten Zwecke mit den evolution\u00e4ren Zwecken einer h\u00f6heren Einheit abstimmen. Das ist f\u00fcr viele Unternehmen und vor allem f\u00fcr viele Unternehmer\/innen und F\u00fchrungskr\u00e4fte eine gro\u00dfe Herausforderung: den eigenen Zwecken einen Sinn und eine Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung der Menschheit zu geben. Nun, die H\u00e4lfte aller Produkte und Dienstleistungen, mit denen heute Geld verdient wird,\u00a0 m\u00fcssten dann vom Markt verschwinden, weil sie au\u00dfer Einkommen f\u00fcr wenige mehr Schaden als Bedeutung erzeugen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu dem Workshop auf der Suche nach dem evolution\u00e4ren Sinn: In einer meiner Aufstellungen, die ich f\u00fcr die Fragen anderer geleitet habe, haben wir versucht,\u00a0 Stellvertreter\/innen f\u00fcr die Schweizer Banken, f\u00fcr deren evolution\u00e4ren Sinn und f\u00fcr Transparenz miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen. Die Aufstellung war verdeckt, die Stellvertreter\/innen wussten nicht, welches Element sie repr\u00e4sentierten. Der evolution\u00e4re Sinn war unser zu fokussierendes Element und er teilt uns zuerst mit, dass er sehr an Geld, Macht und Einfluss interessiert sei. Im Verlaufe der Aufstellung wurde dem evolution\u00e4ren Sinn immer klarer, dass er wie ein Trichter ist, der aus einer anderen Welt mit Informationen versorgt wird. Die Zuh\u00f6rer\/innen suchten ihre Interpretationen f\u00fcr einen evolution\u00e4ren Sinn, der seine Informationen aus einer anderen Welt zieht, dann aber ganz weltlich an Geld, Macht und Einfluss interessiert ist. Meine These, die ich als Interpretation anbieten m\u00f6chte, lautet: Das Schweizer Bankensystem ist Potenzialit\u00e4t f\u00fcr Macht und Einfluss, wof\u00fcr das Geld aber eingesetzt werden soll, ist nicht Teil der Information. Wir m\u00fcssen uns als Gesellschaft immer noch selbst entscheiden, was wir bewirken wollen und wie eine humane und integrale Lebensweise gef\u00fcllt werden kann. Der evolution\u00e4re Sinn verweist uns auf die Essenz der Systeme, die Abstimmung eines Systems mit dem h\u00f6heren System muss immer noch durch Menschen erfolgen, die beides zugleich denken k\u00f6nnen: Individualinteresse und Gemeinwohl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. 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