Kollegial meets digital: Digitale Lehrexperimente im Fachbereich 11 Human- und Gesundheits­wissen­schaften

von Claudia Einig, Nadine Ochmann, Tilman Reinelt, Franziska Richter, Martina Salm, Lisa Schumski und Katja Thane

Hinweis: Dies ist ein älterer Artikel. Die Inhalte wurden nicht aktualisiert und nicht überprüft, daher können die Informationen veraltet sein.

Der Artikel ist ursprünglich in „Resonanz, das Magazin für Studium und Lehre an der Universität“ (2013 bis 2020) erschienen.

Im September 2018 fand eine zweitägige Hochschuldidaktische Weiterbildung zum Thema „Blended Learning im Kontext von studentischen Praxis- und Forschungsprojekten: Lehr- und Lernunterstützung mit DoIT!, StudIPad, Blogs und Co“ mit Martina Salm und Franziska Richter vom ZMML statt. Ausgehend vom Zürcher Framework (Tremp/Hildbrand 2012) reflektierten die Teilnehmenden das Forschende Studieren in den eigenen Veranstaltungen, lernten die Werkzeuge aus Stud.IP kennen und planten deren Einsatz. Im Anschluss haben sich fünf Lehrende aus unterschiedlichen Fächern und Studiengängen des Fachbereichs 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Franziska Richter vom ZMML und Nadine Ochmann von der dezentralen Schreibwerkstatt am FB 11 zur Arbeitsgruppe Lehrexperiment zusammengeschlossen, um im Wintersemester 2018/19 die Instrumente in den eigenen Veranstaltungen zu erproben.

Während des Semesters traf sich die Arbeitsgruppe monatlich, um sich über den Einsatz und mögliche Stolpersteine auszutauschen. Zur Reflexion erstellten die Teilnehmenden jeweils zwei (unveröffentlichte) Blogbeiträge. Auf diesem Weg konnten die Lehrenden durch das Anlegen und Schreiben der Blogbeiträge ihre Medienkompetenz auch in diesem Feld erweitern. Die Veröffentlichung und Gestaltung der persönlichen Blog-Seite erfolgte über UniBremenlogs (UBlogs), der Blogfarm der Universität Bremen. Der erste Blogbeitrag beinhaltete die Themen Ideen, Ziele und erste Eindrücke des Einsatzes von digitalen Elementen in der Lehre und wurde bis zum Jahresende 2018 verfasst (siehe Auszüge von Schumski, Ochmann, Reinelt). Der zweite Blogbeitrag wurde nach Abschluss der Lehrveranstaltungen verfasst und beinhaltete die Reflexion und Nachhaltigkeit des Einsatzes der digitalen Instrumente, in dem u.a. genau beschrieben wurde, was Vor- und Nachteile der Anwendung waren oder wie die digitalen Instrumente von den Studierenden wahrgenommen wurden (siehe Auszüge von Thane, Einig). Für den Austausch über die Blogbeiträge nutzten die Lehrenden sowohl die persönlichen Treffen innerhalb der Arbeitsgruppe als auch die Kommentar-Funktion im Blogsystem. Im Folgenden werden (leicht überarbeitete) Auszüge aus den einzelnen Blogbeiträgen vorgestellt.

Blog-Auszug: „Einsatz digitaler Lehr-Tools im Seminar Spezielle Pflegeinterventionen I“ von Lisa Schumski

Derzeit bin ich zum zweiten Mal als Lehrende für das Seminar „Spezielle Pflegeinterventionen I“ zuständig. Laut des Modulhandbuchs sollen prophylaktische, therapeutische und rehabilitative Pflegemaßnahmen beschrieben und veranschaulicht werden. Zusätzlich steht die Erläuterung der Wirkungen und Wirksamkeit sowie auch eine kritische Reflexion der Maßnahmen und Konzepte im Vordergrund.


In DoIT! haben die Lehrenden die Möglichkeit, den Studierenden verschiedene Arten von Aufgaben zu stellen.

  • Erstellung und Bereitstellung zeitgesteuerter Aufgaben für Studierende inkl. Selbstüberprüfung
  • Einzel- und Gruppenbearbeitung
  • Single-/Multiple-Choice- und Text-Aufgaben
  • Gegenseitige Bewertung durch Studierende (Peer-Reviewing)
  • Individuelles Feedback der Lehrenden pro Studierender/m möglich und erwünscht
  • Antwortenübersicht per Matrix
  • Statistik

Zur Einführung in eine neue Thematik oder zur Wissensabfrage wurde das Tool DoIT! eingesetzt. In der Regel habe ich 3-4 Fragen konzipiert und die Beantwortung der Fragen mit einer zeitlichen Befristung von einer Woche versehen. Bei den Antwortmöglichkeiten habe ich meistens variiert zwischen Freitext, Single-Choice und Multiple-Choice. So mussten die Studierenden sowohl eigenständig recherchieren als auch zwischen gegebenen Lösungsoptionen wählen. Innerhalb des DoIT!-Tools hatten die Studierenden auch die Möglichkeit bestimmte Fragen-/Aufgabenkonstellationen oder Lösungen zu kommentieren oder diese mit Notizen zu versehen. In der Ergebnis-Übersicht konnte ich diese einsehen und darauf eine Rückmeldung oder ein Feedback geben. Die Studierenden hatten außerdem die Möglichkeit, zu unterschiedlichen Aufgabenrubriken Dateien hochzuladen.

Ziel des Tools DoIT! war vor allem eine Wissensabfrage und Festigung der Lehrinhalte. Durch den Freitext als Antwortoption wurde von den Studierenden auch gefordert, eine eigene Recherche durchzuführen. Da dies oftmals eine Schwierigkeit darstellte, wurde innerhalb des Seminars nochmal auf Datenbanken, Operatoren und Suchbegriffe eingegangen. Somit konnte auch verstärkt auf das Ziel einer Steigerung der Recherchekenntnisse hingewirkt werden.


Im Wiki können Lehrende und Studierende gemeinsam, asynchron Texte erstellen und bearbeiten.

  • Individuelle Bearbeitung von Texten
  • Versionshistorie
  • Druckansicht und PDF-Export
  • Löschfunktion für die aktuellste Seiten-Version

Das Tool Wiki diente vor allem der Erstellung von Übersichten zu bestimmten Themen oder Fragen. Durch die Tabellenfunktion wurde den Studierenden ein Format vorgegeben, um Antworten und Beiträge zu strukturieren.

Das Resultat war eine für alle einsehbare Übersicht. Ich konnte die Ausführungen der Studierenden ergänzen oder mit Kommentaren/Feedback versehen. Außerdem diente das Wiki auch als Plattform, um bestimmte Regularien (zum Beispiel Einzelheiten zur Prüfungsleistung) nochmal detailliert darzustellen und gut einsehbar zu machen.

Ziel des Tools Wiki war eine selbstständige Übersichtserstellung. Zudem sollte es als Informationsplattform dienen.

Fazit und Ausblick

Um frühzeitig von den Studierenden ein Meinungsbild einzuholen, habe ich auf ein Zwischenfazit bestanden. Dies fand nach der vierwöchigen Testphase der digitalen Lehre statt. Es war festzustellen, dass die Online-Beteiligung an den Aufgaben in DoIT! und StudIPad höher war als innerhalb des Seminars.

Durch die Bereitstellung von Aufgaben in DoIT! und StudIPad auf der Lernplattform haben mehr Studierende an der Veranstaltung teilgenommen und sich eingebracht, als physisch in der Präsenzsitzung anwesend waren. Das flexible Zeitmanagement ist ein weiterer großer Vorteil innerhalb der digitalen Lehre. Diese Aspekte wurde auch im Zwischenfazit (Abbildung 2) als positiv aufgeführt. Insbesondere die Feedback- Vergabe bei DoIT! und StudIPad wurden dankend entgegengenommen. Die klare Darstellung der Prüfungsstruktur über Wiki war für die Studierenden nachvollziehbar und deutlich. Die praxisnahen Fragestellungen, verknüpft mit wissenschaftlicher Literatur, im StudIPad halfen zum Verständnis der Thematik und förderten die Interaktion der Studierenden untereinander. Dadurch konnten Inhalte zu zahlreichen Themen gut und abwechslungsreich vermittelt werden.

Der Einsatz des Tools Wiki ist von den Studierenden als nicht intuitiv zurückgemeldet worden, was verschiedene Ursachen haben könnte, wie zum Beispiel unzureichende Einführung in das Instrument oder umständliche Bedienbarkeit. Die Vielfalt der verwendeten Tools wurde teilweise als überfordernd bewertet. Künftig plane ich eine Auswahl von ein bis zwei neuen Tools bzw. deren Einsatz je nach Thematik. Eine Unterrichtsform ausschließlich in digitaler Form (online) ist für die Studierenden jedoch undenkbar, da die vertiefende Diskussion in den Präsenzphasen als sehr wertvoll empfunden wurde.

Grundsätzlich wurde von den Studierenden eine Einführungsveranstaltung in sämtliche oder nützliche Stud.IP-Tools gewünscht, welche zum Anfang des Seminars oder (besser noch) zum Anfang des Studiums in der Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten stattfinden kann.

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