{"id":267,"date":"2019-04-23T23:30:49","date_gmt":"2019-04-23T21:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/?p=267"},"modified":"2019-05-04T17:33:26","modified_gmt":"2019-05-04T15:33:26","slug":"warum-ist-transparenz-so-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/2019\/04\/23\/warum-ist-transparenz-so-wichtig\/","title":{"rendered":"Warum ist Transparenz so wichtig?"},"content":{"rendered":"<p>Das ist eine gute und wichtige Frage.<\/p>\n<p>Als am 24. April 2013 das Rana Plaza Geb\u00e4ude in Bangladesch einst\u00fcrzte, starben 1135 Menschen und 2438 wurden verletzt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Anwesenden waren TextilarbeiterInnen, welche trotz Polizeivorgaben in das Geb\u00e4ude gelassen wurden. Man hatte bereits am Vortag Risse festgestellt.<\/p>\n<p>Noch 16 Tage nach dem Einsturz wurde die letzte lebende Person gefunden.<\/p>\n<p>Die Untersuchungskommission erstellte im Anschluss einen 400-seitigen Bericht, welcher darstellte, dass die Hauptursache auf grobe Fahrl\u00e4ssigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Schwache Baumaterialien und ungeeignetes Bauland waren bereits vor dem Bau erkannt wurden. Jedoch baute man trotzdem.<\/p>\n<p>Der Besitzer des Geb\u00e4udes sowie die Besitzer der Textilfabriken, die im Rana Plaza untergebracht waren, sollten lebenslange Haftstrafen bekommen.<\/p>\n<p>8 Monate nach der Katastrophe konnten 200 Leichen immer noch nicht identifiziert werden und Angeh\u00f6rige konnten somit auch keine Entsch\u00e4digungen erhalten.<\/p>\n<p>Man musste in den Ruinen des Geb\u00e4udes herumfischen, um \u00fcberhaupt zu erkennen, welche Modemarken im Rana Plaza Kleidung herstellen lie\u00dfen und es wurde klar, dass viele der Textilketten gar nicht genau wissen, wo ihre Produkte hergestellt werden.<\/p>\n<p><strong>Und warum ist das so?<\/strong><\/p>\n<p>Weil fragmentierte Lieferketten so jeglicher Verantwortung aus dem Weg gehen k\u00f6nnen nat\u00fcrlich. Je undeutlicher die Handelsvorg\u00e4nge, desto einfacher ist es zu sagen: \u201eNaja, wir wussten ja gar nicht was da abgeht, wir sind ja nicht die Besitzer der Textilfabriken.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-143 alignleft\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/files\/2019\/03\/worker-13550_960_720-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"405\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/files\/2019\/03\/worker-13550_960_720-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/files\/2019\/03\/worker-13550_960_720-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/files\/2019\/03\/worker-13550_960_720-676x507.jpg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/weserwareness\/files\/2019\/03\/worker-13550_960_720.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/>Die meisten Textilketten sind nicht gleich Besitzer der Textilfabriken, sondern lediglich vom Label, von der Marke, die sie verkaufen. So kann sie niemand f\u00fcr die Ausbeutung der ArbeiterInnen oder f\u00fcr die Konsequenzen derer verantwortlich machen.<\/p>\n<p>Manchmal sind hunderte oder sogar tausende verschiedener Fabriken im Herstellungsprozess von Kleidungsst\u00fccken einer Fashion Marke involviert. Und wenn man dann am Ende ein Kleidungsst\u00fcck in der Hand h\u00e4lt wissen weder Fashion Label noch Konsument wo genau das Kleidungsst\u00fcck herkommt und unter welchen Umst\u00e4nden es produziert wurde.<\/p>\n<p>Welche H\u00e4nde haben unser Kleidungsst\u00fcck bearbeitet? Wer genau ist die Person, die Arbeit in meine Kleidung investiert hat? Was sind die Lebensumst\u00e4nde? Wie geht es dieser Person bei der Arbeit?<\/p>\n<p>Habe ich vielleicht sogar ein Kleidungst\u00fcck im Schrank, welches im Rana Plaza hergestellt wurde? Und, w\u00fcrde ich es trotzdem weiterhin tragen?<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich: Nur Transparenz kann diese Fragen beantworten. Nur Transparenz kann Verantwortung schaffen. Nur Transparenz kann es verhindern, dass Millionen von Menschen unter schlechten Bedingungen arbeiten m\u00fcssen, oder sogar bei der Arbeit in einer Textilfabrik sterben, weil ein Besitzer unverantwortlich mit ihrem Leben spielt, ein Spiel, welches Profit vor Menschenleben stellt?<\/p>\n<p><strong>Aber sie spielen nicht nur mit denen, die die Kleidung herstellen. Sie spielen auch mit dir!<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt\">Quellen: By rijans \u2013 Flickr: Dhaka Savar Building Collapse, CC BY-SA 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=26051590<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine gute und wichtige Frage. Als am 24. April 2013 das Rana Plaza Geb\u00e4ude in Bangladesch einst\u00fcrzte, starben 1135 Menschen und 2438 wurden verletzt. 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