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Ringvorlesung 01

RV01 – Einführung in die Thematik und Systematik der Ringvorlesung 

  1. Bitte begründen Sie unter Rückgriff auf die Ausführungen in der Präsentation, warum Heterogenität im schulischen Kontext häufig als „Herausforderung“, die bewältigt werden muss, wahrgenommen wird?

Heterogenität bezeichnet eine Vielfalt, eine Differenz oder auch Abweichung von einer Norm. Im Allgemeinem Gleichstellungsgesetz werden fünf Dimensionen der Heterogenität als Differenz genannt. Die ethnische Herkunft, das Geschlecht, die Behinderung, das Alter und die Religion und Weltanschauung. Bezogen auf Schule und  Schüler und Schülerinnen fehlt jedoch die größte Differenz: die soziale Herkunft.

Schule als Institution hingegen ist ein Konzept der Vereinheitlichung, der Homogenisierung. Es besteht ein einheitliches Schuleingangsalter, Schüler und Schülerinnen werden nach einem einheitlichen Lehrplan unterrichtet, dieselben Lehrbücher werden genutzt. Wer in das Konzept nicht hineinpasst, dem droht eine Zurückstellung vom Schulbesuch, sitzen bleiben, ein Schulformwechsel oder ähnliches. Dies wiederum stellt eine große Herausforderung für die Seite der Schüler und Schülerinnen dar.

Bereits in der „Allgemeine Bestimmungen zum Auftrag der Schule“ Bremen wird die Zielvorgabe für Schulen Inklusion genannt. Ziel der Inklusion ist die Chancengleichheit. Lehrer und Lehrerinnen müssen also Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft, unterschiedlichem Geschlecht und Alter, unterschiedlicher Religion und Weltanschauung und einer eventuellen vorliegenden Behinderung, sowie Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlicher sozialer Herkunft gleiche Ausgangsbedingungen schaffen. Gleiche Ausgangsbedingungen für die Entfaltung ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen. Auf der anderen Seite müssen Lehrer und Lehrerinnen auch den Vorgaben und den Rahmenbedingungen der Schule und den Lehrplänen folgen. Sie sollen die Schüler „selektieren“ für die Übernahme verschiedener Aufgaben in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Die vielfältigen Aufgaben und Zielvorgaben zu bewältigen, scheint für viele Lehrer und Lehrerinnen weiterhin eine Herausforderung zu sein, sowie eine Erfüllung von allem genannten, oftmals schwierig.

  1. Was ist damit gemeint, wenn von dem „Konstruktionscharakter“ von Heterogenität die Rede ist? Bitte erklären Sie das in eigenen Worten.

Heterogenität ist abhängig von der Homogenität. Jeder Mensch bildet Stereotype, Normalitätserwartungen und Idealvorstellungen. Abweichungen gelten als Differenz und Streuung um diese Idealvorstellungen und stellen die Vielfalt,  die Heterogenität dar. Ohne Idealvorstellungen, Stereotype oder Normalitätserwartungen können auch keine Abweichungen existieren, die zu einer Heterogenität führen. Heterogenität beinhaltet also auch immer den Vergleich zu der Homogenität.

  1. a) Welche Erfahrungen/Beobachtungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität (AGG + soziale Schicht) haben Sie in Ihrer Schulzeit gemacht? Bitte beschreiben Sie ein aus Ihrer Perspektive besonders positives oder auch negatives Beispiel.

Aus meiner Schulzeit habe ich eine negative Erfahrung mit einem Lehrer in Erinnerung behalten, bezüglich der Ungleichbehandlung von Schüler und Schülerinnen. Ein Sportlehrer hat als AG Fußball angeboten und das Fußballteam aus der AG hat regelmäßig an Wettkämpfen mit anderen Schulen teilgenommen. Auffällig war, dass kein einziges Mädchen in die AG aufgenommen worden ist, trotz “Bewerbung” und dies über mehrer Schuljahre hinweg.