Individualisierung von Unterricht – Leistungsheterogenität

In der Vorlesung ging es diese Woche um die Individualisierung von Unterricht.

Individualisierung „umfasst das Auswählen und Bereitstellen individuell passender Lernangebote auf Basis einer zuvor erfolgten Erfassung der Lernvoraussetzungen der Schüler/-innen“ (Bohl 2013, S. 250). Statt dem Frontalunterricht, den wir wohl alle kennen gibt es also zum Beispiel Wochenpläne, den die SuS individuell bearbeiten in ihrem persönlichen Tempo und in selbstausgewählter Reihenfolge. In der Arbeitszeit können die SuS sich gegenseitig unterstützen und während der Unterrichtszeit kann auch eine Lehrperson Unterstützung anbieten. Natürlich stehen hier Wochenpläne nur als ein Beispiel wie Individualisierung im Unterricht aussehen könnte. Es sind jedoch auch andere Methoden möglich.

Dieses Unterrichtsmodell erscheint mir überwiegend positiv, da auf die individuellen Lernfähigkeiten eingegangen wird und das gleiche Wissen so vermittelt wird, dass trotz einer großen Lernheterogenität innerhalb einer Klasse, alle es aufnehmen. Jedoch gibt es auch Schwierigkeiten mit diesem Unterrichtsmodell. Die Lehrer müssen gut die SuS einschätzen können und sehr viel mehr Arbeitsaufwand einbringen im Gegensatz zum regulären Frontalunterricht. SuS mit Förderbedarf sind durch individuellen Unterricht sehr sichtbar für andere SuS da zu erkennen muss, dass sie eventuell einfachere Aufgaben oder mehr Hilfe bekommen. Von daher sollte dieses Thema in einer Klasse so besprochen werden, dass keiner sich benachteiligt fühlt, andere ausgrenzt oder sogar mobbt. Weiterhin kann dieses Unterrichtsmodell nur funktionieren, wenn es sich um eine kleinere Klasse handelt. Bei 25-30 Leuten in einer Klasse, oder sogar schon bei mehr als 15-20 SuS, ist es fast unmöglich zu erwarten, dass die Lehrkraft sich individuell um jeden Schüler kümmern kann.

In meinem Praktikum fände ich es interessant zu sehen, ob es an der Schule individuelle Lernmethoden gibt und wie effektiv dies ist. Da ich mein Orientierungspraktikum an einer Schule absolviere, die dafür bekannt geworden ist, dass sie gegen Inklusion klagt, interessiert mich umso mehr ob es momentan trotzdem individuelle Förderung gibt und wie diese aussieht.

Ein Gedanke zu „Individualisierung von Unterricht – Leistungsheterogenität“

  1. Hallo Vanessa,
    ich stimme dir zu, dass es viele verschiedene Methoden der Individualisierung gibt. Diese können einerseits längerfristig sein, wie auch bei den von dir bereits genannten Wochenplänen, oder kurzfristig, also nur bei einzelnen Aufgaben. Gemeinsam ist allen Methoden, dass sie den SuS auf ihre Leistungen abgestimmtes Arbeiten ermöglichen und damit individuell fördern.
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das Modell für die SuS vor allem positiv ist, da sie in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten können. Dadurch erreichen sie einen besseren Lernerfolg, was zu einer positiveren Stimmung führt. Außerdem wird dabei jemand, der ein Thema noch nicht verstanden hat, nicht einfach ‚mitgeschleift‘, sondern hat die Möglichkeit mit gezielten Aufgaben weiterhin daran zu arbeiten und schließlich ebenfalls zum Erfolg zu kommen. Dies ermöglicht ihnen auch zukünftige, darauf aufbauende Themen zu verstehen. Damit können SuS in einer Klasse trotz großer Leistungsheterogenität bestmöglich unterrichtet werden, sodass alle die Themen verstehen. Meiner Meinung nach fallen allerdings SuS mit Förderbedarf bei individuellem Unterricht genauso auf wie bei Frontalunterricht. Den SuS einer Klasse wird immer bewusst sein, wer leistungsstärker und wer leistungsschwächer ist. Ich sehe hier vor allem die Schwierigkeiten bei dem Lehrer/ der Lehrerin , da die Individualisierung mit deutlich mehr Aufwand verbunden ist, wie du auch schon angesprochen hast. Außerdem wird dadurch die Bewertung bzw. Benotung der SuS erschwert, da die SuS in einem unterschiedlichen Tempo arbeiten.
    Die Schule, an der ich mein Orientierungspraktikum absolviere, nimmt im Gegensatz zu deiner Schule SuS mit Förderbedarf auf. Deshalb finde ich es sehr interessant, wie die Individualisierung im Unterricht tatsächlich durchgeführt wird und wie die SuS darauf reagieren bzw. wo für sie die Vor- und Nachteile liegen.

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