{"id":5,"date":"2020-04-24T13:27:20","date_gmt":"2020-04-24T11:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/?p=5"},"modified":"2020-04-24T15:31:34","modified_gmt":"2020-04-24T13:31:34","slug":"heterogenitaet-im-schulischen-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/2020\/04\/24\/heterogenitaet-im-schulischen-kontext\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4t im schulischen Kontext (Rv01)"},"content":{"rendered":"<p>1. Wenn wir von Heterogenit\u00e4t im schulischen Kontext sprechen, verweisen wir meist auf die drei Dimension, in welche sie unterteilt werden kann. Das unterbringen dieser drei Dimensionen, kann bereits als Herausforderung angesehen werden, jedoch weisen die Dimensionen individuell auch Komplikationen auf.<\/p>\n<p>Die erste Dimension ist die didaktische Bedeutungsdimension, welche speziell den Fokus auf die Lehrinstanz setzt. Hierbei ist die Aufgabe einer Lehrinstanz nicht die Fehler bei ihren Sch\u00fclern zu suchen, sondern ihren Unterrichtsaufbau kritisch zu hinterfragen. Die Herausforderung k\u00f6nnte darin liegen, dass der Lehrer sich stets Selbstkritisch hinterfragen muss und nicht an Idealvorstellungen festhalten kann, jedoch auch nicht seine Pflichten, die eine Lehrinstanz besitzt, aus den Augen verlieren darf.<\/p>\n<p>Die zweite Dimension ist die deskriptive Bedeutungsdimension, welche sich vor allem an die stetige Globalisierung und Digitalisierung anpasst. Die Lehrinstanz soll hierbei eine Chance sehen, individuelle Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, zu nutzen und damit zu agieren. Hierbei k\u00f6nnen Individuen von einander lernen und bekommen ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Kulturen, Sprachen, Religion, etcetera. Die Herausforderung liegt darin, allgemein g\u00fcltige Rechte zu vertreten, einen politisch korrekten Wort Terminus aufzuweisen und individuellen Entfaltungsraum zu erschaffen.<\/p>\n<p>Die dritte Dimension ist ungleichheitskritische Bedeutungsdimension, bei welcher die Lehrinstanz auch mitwirkt mit ihrem Verhalten gegen\u00fcber Individuen. Bez\u00fcglich Strafen oder Haltung im Umgang mit Sch\u00fclern. Es werden auch soziale Ungleichheiten von Au\u00dfen an die Schule herangetragen. Die Herausforderung liegt darin, Weise \u00fcber Vorgehensweisen mit Sch\u00fclern zu entscheiden und Toleranzverhalten im Umgang mit Ungleichheiten zu vermitteln.<\/p>\n<p>Die evaluative Bedeutungsdimension kann als Produkt aller drei Dimensionen angesehen werden, da hier alle Vorgehensweisen bez\u00fcglich dem erziehungswissenschaftlichen Dienst auftreten. Das aus\u00fcben aller Dimension kann nur als Idealvorstellung angesehen werden, da jeder auftretende Fall individuell gel\u00f6st werden muss. Lehrende k\u00f6nnten sich unter dem Druck f\u00fchlen oder sehen es als Herausforderung an alle Dimensionen so gut wie m\u00f6glich umzusetzen.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden, dass jede einzelne Dimension Herausforderung b\u00fcrgt und das Umsetzen aller Bedeutungsebenen einen weiteren Druck auf die Lehrinstanz aus\u00fcbt, wird die Heterogenit\u00e4t im schulischen Kontext h\u00e4ufig als `Herausforderung\u00b4 angesehen.<\/p>\n<p>2. Konstruktionscharakter von Heterogenit\u00e4t:<\/p>\n<p>Heterogenit\u00e4t ist aus meiner Sicht ist das Gegenpol zu Homogenit\u00e4t und kann auch nur im gegenseitigen Verh\u00e4ltnis erkl\u00e4rt werden. Meines Erachtens ist dies ein Begriff welcher keine allgemein gesetzlich Bedeutung besitzt, sondern von individuellen Normen, Gepflogenheiten, Gesetzen und Verhaltensweisen gepr\u00e4gt wurde. Nach der Vorstellung die Immanuel Kant bereits vertrat, soll man seiner Unm\u00fcndigkeit entfliehen und alles kritisch Hinterfragen. Dieses Prinzip bildet eine Grundbasis, auf welcher sich individuelle Normen aufbauten, jedoch nur damit Homogenit\u00e4t in einer Weise vorhanden bleibt.<\/p>\n<p>Jedes Individuum hat seine eigene Vorstellung, was Heterogenit\u00e4t ist und ob diese im Verh\u00e4ltnis nur Homogenit\u00e4t schw\u00e4cher, gleich oder schwerer Auftreten solle. Wenn man also den Aufbau von Heterogenit\u00e4t erkl\u00e4ren soll, dann kann ich dies nur aus meiner individuellen Meinung heraus erkl\u00e4ren und keine allgemein g\u00fcltige These aufstellen.<\/p>\n<p>Meines Erachtens ist Heterogenit\u00e4t der Gegensatz nur Homogenit\u00e4t und beide geh\u00f6rten im Verh\u00e4ltnis gleich stark ausge\u00fcbt. Heterogenit\u00e4t ist im sozialen Konstrukt eine Wahrnehmung die getroffen wird, wenn ein Individuum anders oder verschieden zu festgelegten Verh\u00e4ltnissen steht oder sich verh\u00e4lt. Wenn man sich einen Eiswagen vorstellt, dann gibt es dort verschiedene Eissorten. Warum gibt es so viele verschiedene Eissorten? Weil Menschen unterschiedliche Pr\u00e4ferenzen besitzen und Geschm\u00e4cker, ansonsten k\u00f6nnte der Eisverk\u00e4ufer auch nur eine Eissorte verkaufen, wenn alle gleich denken w\u00fcrden. Individualit\u00e4t und Heterogenit\u00e4t gehen Hand in Hand und geh\u00f6ren bei der Entfaltung eines Menschen dazu.<\/p>\n<p>Dadurch ist Heterogenit\u00e4t kein Begriff der gesetzlich festgelegt ist, denn jedes Individuum kann seine eigene Vorstellung von Heterogenit\u00e4t aufstellen. Meiner Meinung nach zusammengefasst baut die Entwicklung eines Individuums auf der Heterogenit\u00e4t auf, welche gepr\u00e4gt von \u00e4u\u00dferen Einwirkungen ist. Die Homogenit\u00e4t bildet mit der Heterogenit\u00e4t ein Grundkonstrukt der Normen, Werte und Gesetze einer Gesellschaft. Auf diesem Konstrukt ist es dem Individuum m\u00f6glich sich frei zu entfalten.<\/p>\n<p>3.b. In dem Bundesland Niedersachen wo ich wohne, mache ich pers\u00f6nlich damit Erfahrung, dass der online Unterricht von den j\u00fcngeren Geschwistern meiner Freunde recht gut funktioniert. Ich bekomme aber auch mit das dieses Online lernen nur dann funktioniert, wenn jeder Sch\u00fcler*in einen funktionierenden Laptop besitzt, am Besten mit Kamera und Mikrophon. Die Ungleichheiten fangen also da an, wo die Schule als Instanz nicht mehr agieren kann, und zwar bei den Menschen Zuhause. Nat\u00fcrlich kann man Tafelbilder verschicken und zukommen lassen, jedoch ist ein Frontalunterricht, auch wenn dieser nur \u00fcber Computer funktioniert doch deutlich reichhaltiger. Die Bildungswissenschafter*innen versuchen m\u00f6gliche L\u00f6sung zu finden, vor allem f\u00fcr Sch\u00fcler*innen in Abiturjahrg\u00e4ngen. Es ist einen schwierige Zeit f\u00fcr alle und es ist bestimmt nicht leicht \u00fcber einen hohen grad an Bildungsabschluss eine so entscheidende L\u00f6sung zu finden. Dar\u00fcber hinaus ist es schwer gerechte Verh\u00e4ltnisse zu schaffen, da die Schule auch nur bedingt in Zeiten von Corona agieren darf.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich bekomme mit warum Ungleichheiten existieren, sehe aber auch, dass die Sch\u00fcler in der Zeit, wo es noch keine M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine L\u00f6sung gibt, zusammen agieren. Sie schicken sich gegenseitig Tafelbilder, erkl\u00e4ren sich gegenseitig Themen und handeln selbstbewusster. So wie ich das mitbekomme st\u00e4rkt dieses Handeln den Klassenzusammenhalt und lehrt auch gleichzeitig den Sch\u00fcler Toleranz gegen\u00fcber Ungleichheiten. Dieses Ph\u00e4nomen trifft aber leider nicht auf alle Schulen und Klassen zu, wodurch die Ungleichheiten noch mehr gest\u00e4rkt werden. Ich kann die Stellungnahmen der Bildungsforscher nachvollziehen und gehe stark davon aus, dass es viele Schulen gibt, wo das Prinzip des Gegenseitigen Helfens, nicht als Alternative angesehen wird, kann aber zum Gl\u00fcck sagen, dass in meinem n\u00e4heren Umfeld dies nicht der Fall ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Wenn wir von Heterogenit\u00e4t im schulischen Kontext sprechen, verweisen wir meist auf die drei Dimension, in welche sie unterteilt werden kann. Das unterbringen dieser drei Dimensionen, kann bereits als Herausforderung angesehen werden, jedoch weisen die Dimensionen individuell auch Komplikationen auf. Die erste Dimension ist die didaktische Bedeutungsdimension, welche speziell den Fokus auf die Lehrinstanz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11706,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207],"tags":[1425],"class_list":["post-5","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv01"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11706"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5\/revisions\/7"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}