{"id":20,"date":"2020-06-29T10:00:51","date_gmt":"2020-06-29T08:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/?p=20"},"modified":"2020-06-29T10:00:51","modified_gmt":"2020-06-29T08:00:51","slug":"ueber-juedisches-leben-reden-kein-tabu-zum-umgang-mit-antisemitismus-im-bildungsinstitut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/universityblog\/2020\/06\/29\/ueber-juedisches-leben-reden-kein-tabu-zum-umgang-mit-antisemitismus-im-bildungsinstitut\/","title":{"rendered":"\u00dcber j\u00fcdisches Leben reden- (k)ein Tabu? Zum Umgang mit Antisemitismus im Bildungsinstitut"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Welche Ber\u00fchrpunkte hatten sie bereits mit dem Thema Antisemitismus?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Da viele Jugendliche an meiner ehemaligen Schule Serien verfolgt haben, unter anderem auch \u201eSouth Park\u201c in welchen \u00c4u\u00dferungen wie \u201edu Drecks Jude\u201c get\u00e4tigt werden, wurden diese \u00c4u\u00dferungen auch als \u201eSpa\u00df\u201c an der Schule zur Normalit\u00e4t unter Sch\u00fclern. Meistens kam dieser Ausruf von Sch\u00fclern, welche nicht unbedingt zu einer leistungsschwachen Gruppe angeh\u00f6ren, sondern Sch\u00fcler*innen welche den ernst dieser Aussage nicht hinterfragen. Jeder an unserer Schule hatte das Thema Holocaust und Antisemitismus, jedoch ist anscheinend das Hinterfragen von solchen Aussagen verloren gegangen bei so manchen Sch\u00fcler*innen. Man muss jedoch sagen, dass es sich hier nur um Einzelf\u00e4lle handelte, und sehr viele Sch\u00fcler ihm auch reflektiert ihre Meinung zu diesen Aussagen kundtaten, woraufhin er seine Aussagen auch zur\u00fccknahm.<\/p>\n<p>Eines aus meiner Sicht sehr wichtiges Ereignis, da es zeigt, wie bedeutsam Antisemitismus auch in der heutigen doch sehr toleranten Gesellschaft ist und nicht als Tabuthema gehandelt werden sollte. In dem Beispiel haben es die anderen Sch\u00fcler*innen nicht toleriert, dass solche Aussagen einfach unkommentiert hingenommen werden, woraus resultiert, dass der Sch\u00fcler seine eigenen Aussagen reflektiert und merkt, dass diese nicht als Spa\u00df deklariert werden sollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Welche Fragen haben sich f\u00fcr Sie durch den Vortrag ergeben? In welchen Bereich f\u00fchlen Sie sich noch unzureichend informiert oder vorbereitet, um sich mit Antisemitismus in der Schule als Lehrkraft zu befassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Aus thematischer Sicht f\u00fchle mich sehr gut vorbereitete, falls das Thema im Unterricht aufkommen sollte. Aber es gibt nat\u00fcrlich immer Einzelf\u00e4lle die individueller L\u00f6sung verlangen.<\/p>\n<p>Mich w\u00fcrde interessieren: Wie kann ich in F\u00e4chern wie Musik und Mathe Antisemitismus behandeln, mithilfe von bestimmten Unterrichtskonzepten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Besch\u00e4ftigen Sie sich mit folgendem Szenario: Ein Elternteil spricht Sie pers\u00f6nlich als Lehrkraft darauf an, dass ein Sch\u00fcler Ihrer Klasse von verbalen antisemitischen \u00dcbergriffen betroffen war. \u00dcberlegen sie, wie ein konstruktiver Umgang mit dieser Situation aussehen k\u00f6nne.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich w\u00fcrde vertraulich ein Gespr\u00e4ch unter 4 Augen mit diesem Sch\u00fcler aufsuchen und mit ihm \u00fcber die verbalen \u00dcbergriffe reden. In diesem Moment braucht dieser Sch\u00fcler eine Bezugsperson, welcher er vertrauen kann. Wenn sich dann aus dem Gespr\u00e4ch herauskristallisiert, welche Sch\u00fcler*innen die \u00dcbergriffe ausge\u00fcbt haben, dann m\u00fcsse man daraufhin Konsequenzen ziehen. Bedeutet erstmal mit den T\u00e4tern Gespr\u00e4che f\u00fchren, ihnen Referate \u00fcber Antisemitismus halten lassen, sodass sie sich mehr mit ihren Taten konfrontiert f\u00fchlen, als sich mit Ihnen zu identifizieren. Nat\u00fcrlich m\u00fcsste auch der Kontakt, sowohl zu den Eltern der T\u00e4ter, als auch zu den Eltern des betreffenden Sch\u00fclers aufgebaut werden, um \u00fcber die \u00dcbergriffe zu reden. Falls sich dann daraufhin etwas \u00e4ndern sollte, m\u00fcssen sich die T\u00e4ter*innen bei dem Sch\u00fcler entschuldigen und ihre Aussagen nach erkl\u00e4ren, warum ihre verbalen Aussagen antisemitisch seien und nicht toleriert werden sollten.<\/p>\n<p>Falls dann daraufhin die Situation nicht gekl\u00e4rt sei und die T\u00e4ter*innen weiterhin verbale antisemitische \u00dcbergriffe aus\u00fcben, m\u00fcsste \u00fcber eine Konferenz und evtl. Schulverweis gedroht werden.<\/p>\n<p>Weiterhin sollte man mit dem betreffenden Sch\u00fcler eine oder mehrere Sprechstunden vereinbaren und fragen, ob die \u00dcbergriffe nun aufgeh\u00f6rt haben und ansonsten L\u00f6sungsans\u00e4tze besprechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Ber\u00fchrpunkte hatten sie bereits mit dem Thema Antisemitismus? 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