{"id":79,"date":"2019-08-13T19:54:38","date_gmt":"2019-08-13T17:54:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/unibremenviola\/?p=79"},"modified":"2019-08-13T19:54:38","modified_gmt":"2019-08-13T17:54:38","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/unibremenviola\/2019\/08\/13\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><strong><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>1.<\/strong> In dieser Ringvorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c ist mir besonders deutlich geworden, dass Heterogenit\u00e4t nicht nur in einem Bereich stattfindet, sondern tats\u00e4chlich so viele Bereiche deckt. Gerade in meinen beiden F\u00e4chern \u201eReligionswissenschaften\u201c sowie \u201eKunst-Medien-\u00c4sthetische Bildung\u201c muss einem bewusst werden, dass es objektiv betrachtet, nie ein komplett Richtig oder komplett Falsch geben kann. Besonders deutlich wurde das in der Vorlesungseinheit \u201eVorstellungen und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens\u201c. Die \u201edoppelte Heterogenit\u00e4t\u201c die hier erw\u00e4hnt wird ist das beste Beispiel daf\u00fcr, dass es zu einem Thema bzw. Begriff unterschiedliche Definitionsm\u00f6glichkeiten gibt, die die Sch\u00fclerInnen zum Unterricht mitbringen. Gerade mein Unterricht bietet Platz daf\u00fcr, dass sich Sch\u00fclerInnen austauschen k\u00f6nnen. Religion wie auch Kunst sind beides F\u00e4cher, in denen die Sch\u00fclerInnen ihre Meinungen \u00e4u\u00dfern und diskutieren k\u00f6nnen. Ich als Lehrkraft bin daf\u00fcr verantwortlich, dass ich die Gedanken der Sch\u00fclerInnen sortiere und erweitere. So er\u00f6ffnen sich f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen neue Denkperspektiven. Beispielsweise kann Religion von jedem anders interpretiert, wahrgenommen bzw. ausgef\u00fchrt werden. Innerhalb des Christentums gibt es schon viele Absplitterungen, somit ist auch davon auszugehen, dass Sch\u00fclerInnen unterschiedliche Verst\u00e4ndnisse und Informationen mitbringen. In Kunst wiederum besteht die M\u00f6glichkeit, in verschiedene Objekte unterschiedlich hineinzuinterpretieren oder sich k\u00fcnstlerisch auf seine eigene Art und Weise auszutoben. Gerade hier wird zuk\u00fcnftigen LehrerInnen auf den Weg mitgegeben, dass sie sich von dem veralteten theorielastigen Kunstunterricht l\u00f6sen sollen. Ziel ist es Moderen Kunst zu erforschen bzw. sich selber und die eigene Umwelt intensiver wahrzunehmen, sodass ein Selbstentwicklungsprozess erfolgt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Fach Religion ist nochmal besondere Vorsicht zu genie\u00dfen, damit Sch\u00fclerInnen sich nicht pers\u00f6nlich angegriffen f\u00fchlen. Dies wurde besonders in der Vorlesungseinheit \u201e\u00dcber j\u00fcdisches Leben reden- (k)ein Tabu? Umgang mit religi\u00f6ser Diversit\u00e4t am Beispiel Judentum\u201c deutlich. Wie schon bereits erw\u00e4hnt, sind innerhalb einer Religion verschiedene Str\u00f6mungen vorhanden. Durch unterschiedliche Str\u00f6mungen sind auch unterschiedliche Glaubensauffassungen gegeben, d.h. es kann mehrere Sch\u00fclerInnen geben, die sich z.B. als Muslime bezeichnen aber dennoch leben diese unterschiedlich (stark) den Glauben aus. Dies kann verschiedene Gr\u00fcnde wie auch Beeinflussungen haben. Wichtig ist, als Lehrkraft auch zu vermitteln, dass ein respektvoller Umgang sehr wichtig f\u00fcr das Miteinander ist und unterschiedliche Lebensstile vorhanden sind.<\/p>\n<p>Gerade die erziehungswissenschaftlichen Erkenntnisse haben mir nochmal eine neue Sicht auf die Schulform gegeben. In der Vorlesungseinheit \u201eIndividualisierung von Unterricht als schulp\u00e4dagogische Antwort auf Leistungsheterogenit\u00e4t\u201c, wurden die M\u00f6glichen Unterrichtsgestaltungsformen vorgestellt, die nicht unbekannt waren. Dennoch wurde einem deutlich gemacht, dass es keine ideale Unterrichtsform gibt. Unterricht als Klassengespr\u00e4ch wie auch der individualisierende Unterricht haben ihre Vor- und Nachteile. Im Fokus einer Lehrkraft sollte der Inhalt sein, der von Sch\u00fclerInnen zu erlernen ist. Dieser soll allen Sch\u00fclerInnen gerecht und individuell zug\u00e4nglich sein, sodass verschiedene Leistungsniveaus befriedigt werden k\u00f6nnen. Somit z\u00e4hlt die Tiefenstruktur und nicht die Sichtstruktur des Unterrichts. Ganz wichtig ist ebenso die Selbstreflexion im LehrerInnenberuf. Sich nach jeder Stunde selbst zu reflektieren, kann einen immer n\u00e4her ans Ziel bringen und den eigenen Unterricht in Zukunft verbessern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ebenso ist der Part der Inklusion ein wichtiges Thema. In der Vorlesungseinheit \u201eMeint Inklusion wirklich alle?\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Wurde einem erst bewusst, dass die Inklusion gleichzeitig aber auch die Exklusion beinaltet. Somit entsteht eine Separation, die gerade mit der \u201cInklusion\u201c verhindert werden wollte. Es steht somit fest, dass diesbez\u00fcglich die Entwicklung noch nicht am Ende ist. Gerade das Problem mit emotionaler und sozialer Entwicklung der Sch\u00fclerInnen, ist der h\u00e4ufigste Grund, der eine sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderung bedarf. Diese Anzahl sowie das Ph\u00e4nomen, darf nicht untersch\u00e4tzt werden. Gleichzeitig darf nicht auff\u00e4llig werden, dass bestimmte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u201cspeziell\u201c behandelt werden. Offenheit und Respekt sind der erste Schritt zu einer erfolgreichen, gemeinsamen und starken, gebildeten Zukunft.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Meiner Meinung nach spielt der Faktor zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t \u201eschulkulturelle Aspekte\u201c, eine ausschlaggebende Rolle. Gerade heutzutage und besonders auch in Deutschland ist eine Multikulturalit\u00e4t an Schulen ausgepr\u00e4gt, sodass auch verschiedene Menschen aufeinander treffen. Oftmals ist es sogar der Fall, dass die Deutsche Sprache erst erlernt werden muss, um im Schulsystem besser und schneller mitzukommen. Dennoch kann nie von illegaler Migration gesprochen werden, da kein Mensch illegal ist und jedem eine Bildung zusteht. Da die Schulbildung im Kindesalter in Deutschland verpflichtend ist, sollte auch f\u00fcr Menschen aus unterschiedlichen Kulturen egal in wievielter Generation sie hier leben, die Bildung gerecht zug\u00e4nglich und erwerbsf\u00e4hig sein. Ich pers\u00f6nlich, als Sch\u00fclerin einer Migrationsfamilie, musste selber mit Vorurteilen k\u00e4mpfen und mein K\u00f6nnen unter anderen Sch\u00fclerInnen vor LehrerInnen, doppelt und dreifach unter Beweis stellen um durchzukommen. Als zuk\u00fcnftige Lehrerin kann ich aus meiner eigenen Erfahrung mitnehmen, dass eine Ausgrenzung aufgrund der Herkunft oder sozialen Schicht keinesfalls in Frage kommen sollte. Jede\/r Sch\u00fclerIn soll zwar individuell bewertet werden, aber unabh\u00e4ngig davon was f\u00fcr einen Hintergrund sie besitzen. Sei es sprachlich, religi\u00f6s oder vom Geschlecht abh\u00e4ngig. Selbstverst\u00e4ndlich wird es f\u00fcr den einen oder anderen LehrerIn nicht einfach sein, besonders auf den sogenannten \u201eBrennpunkt-Schulen\u201c zu arbeiten. Doch gerade diese Schulen suchen auch besonders Lehrkr\u00e4fte mit Sozialarbeiter-F\u00e4higkeiten. Es muss ein Vertrauen zu den Sch\u00fclerInnen aufgebaut werden, welches wiederum nicht ausgenutzt werden darf. Gerade die interkulturellen Kompetenzen sollten angehende LehrerInnen in den Beruf mitbringen, ein offenes Wesen gegen\u00fcber Sch\u00fclerInnen sowie deren Familien haben und die entstehenden Probleme nicht immer in der Kultur suchen. Kompetenzen der Migranten sollten stattdessen gef\u00f6rdert und aus der Multilingualit\u00e4t die Vorteile gezogen werden. Chancengleichheit und Gerechtigkeit sollten Ziel eines jeden Bildungssystems sein. Gerade dieses Thema ist mir wichtig, da ich wie schon erw\u00e4hnt selber keine leichte Schulzeit hatte und mich beweisen musste.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch die Unterrichtsform pr\u00e4gte mich bzw. meine Schullaufbahn. Der Unterricht als Klassengespr\u00e4ch, der auch als \u201eFrontalunterricht\u201c bekannt ist, ist als st\u00e4ndige Unterrichtseinheit selbstverst\u00e4ndlich nicht zielf\u00fchrend. Allerdings ist der individualisierende Unterricht f\u00fcr mich pers\u00f6nlich auch nicht immer eine bessere Alternative. Selbstverst\u00e4ndlich bringen Gruppenarbeiten Sch\u00fclerInnen dazu, sich auf kreative Weise, zu \u00f6ffnen und sich aktiv miteinzubringen. Nichtsdestotrotz gibt es Sch\u00fclerInnen die zur\u00fcckhaltend sind und generell bei denen eine Angst besteht etwas zu sagen, was falsch sein k\u00f6nnte. Sch\u00fclerInnen werden auch sehr oft gezwungen Etwas zum Unterricht beizusteuern, was ich pers\u00f6nlich stark kritisiere. Es sollte jedem Sch\u00fcler und jeder Sch\u00fclerin selber \u00fcberlassen werden ob er\/sie Etwas sagen wollen oder nicht. Das spontane auserw\u00e4hlen von Sch\u00fclerInnen, die sich noch gar nicht gemeldet haben geht meiner Meinung nach hinten los. Man bekommt Panik, in den n\u00e4chsten Stunden wieder ungewollt drangenommen zu werden, sodass die Lust am Unterricht vergeht und ungerne freiwillig gelernt wird. Es muss LehrerInnen bewusst sein, dass jede\/r Sch\u00fclerIn auf eigene Art und Weise erfolgreich lernt. Die einen k\u00f6nnen es, indem sie nur zuh\u00f6ren und mitschreiben, w\u00e4hrend die anderen es durch eine aktive Teilnahme machen.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Die Vorlesungseinheit \u201eIndividualisierung von Unterricht als schulp\u00e4dagogische Antwort auf Leistungsheterogenit\u00e4t\u201c hat besonderes Interesse bei mir geweckt. Gerade weil es wohl keine Idealform einer Unterrichtsgestaltung gibt und es besonderer F\u00e4higkeiten bedarf allen Sch\u00fclerInnen gerecht zu werden. Aus diesem Grund w\u00e4hre es interessant etwas mehr dar\u00fcber zu erfahren oder anhand von mehreren Beispielen L\u00f6sungen diesbez\u00fcglich zu finden.<\/p>\n<p>Auch die Vorlesungseinheit \u201eMeint Inklusion wirklich alle?\u201c, wirft Fragen auf, die sich jedoch wohl erst in Zukunft kl\u00e4ren lassen. Dass sich Inklusion in einer Phase bzw. Entwicklung befindet und nicht am Ende ist, bringt dementsprechend auch Probleme mit sich, da die Inklusion auch Exklusion beinhaltet.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a01. In dieser Ringvorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c ist mir besonders deutlich geworden, dass Heterogenit\u00e4t nicht nur in einem Bereich stattfindet, sondern tats\u00e4chlich so viele Bereiche deckt. 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