{"id":18,"date":"2020-08-21T12:14:23","date_gmt":"2020-08-21T10:14:23","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/?p=18"},"modified":"2020-08-21T12:14:23","modified_gmt":"2020-08-21T10:14:23","slug":"rv14-abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/2020\/08\/21\/rv14-abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"RV14-Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p>1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene ) theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich als besonders pr\u00e4gnant mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret sowohl Bezug auf:<\/p>\n<p>a.) die unterschiedlichen, fachdidaktischen Aspekte und \u00fcbertragen Sie diese in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher. Beziehen Sie sich hierbei auch auf didaktische Erkenntnisse mindestens eines Fachs, das Sie nicht selbst studieren.<\/p>\n<p>Ein pr\u00e4gnantes Thema ist f\u00fcr mich der breitgefasste Begriff Heterogenit\u00e4t. Meine eingangs erste Assoziation, dass es sich bei der Heterogenit\u00e4t um eine blo\u00dfe Ungleichheit handele, stellte sich als ein Trugschluss heraus. Ich lernte die Vielfalt von Heterogenit\u00e4t kennen, bestimmt durch verschiedene Kulturen, Sprachen, Herk\u00fcnfte, Hautfarben, Leistungen, sowie der Religion und vielen weiteren Faktoren. Die Aufgabe der Lehrkr\u00e4fte, die \u201eUngleichheit\u201c in eine Gleichbehandlung aller Sch\u00fcler*innen umzuwandeln, brachte mich besonders in meinem Studienfach Religion zum Nachdenken, da Religion gerade durch seine Vielfalt und Multikulturalit\u00e4t lebt.<\/p>\n<p>Eine weitere Thematik umfasste die Stereotypenfalle in Bezug auf Gesellschaft und Kultur. B\u00e0rbara Rovir\u00f3 bezieht sich besonders auf einen in Deutschland abgehaltenen Fremdsprachenunterricht, den Spanischunterricht. Doch auch das Fach Deutsch fungiert neben Spanisch, Franz\u00f6sisch, Latein und vielen weiteren im deutschen Schulraum als Fremdsprache f\u00fcr Sch\u00fcler*innen. Migranten*innen erleben Deutsch vermehrt nicht als ihre\/seine Muttersprache, sodass auch in meinem Studienfach Deutsch eine respektvolle und achtsame Heranf\u00fchrung an diese Sprache und Kultur gegeben sein sollte. Das Ziel, dass Blickfeld \u00fcber die \u201enationale Orientierung\u201c hinaus zu richten und eine Bewegung gegen Stereotype und Vorurteile, hin zur Selbstreflexion der eigenen Wahrnehmung zu entwickeln. Unterrichtsmaterialien, die frei von Vorurteilen und Stereotypen sind, in denen Nicht-Deutschsprachigkeit ber\u00fccksichtigt wird und an Normalit\u00e4t gewinnt.<\/p>\n<p>b.) generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht.Bitte benennen Sie f\u00fcr diesen Aufgabenteil dabei konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen\u00a0 (Autor*innen, Jahr, Titel).<\/p>\n<p>Die Vorlesung: \u201eMathematische Leistungsunterschiede\u201c von Prof. Dr. Christine Knipping hat mich zu der neuen erziehungswissenschaftlichen Erkenntnis des \u201eentdeckenden Lernens\u201c bewegt. Ich fand Anklang in der Methode des bildlichen und spielerischen Lernens und verstand, dass unser Gehirn nach individuellen Mustern lernt. Spielerische Unterrichtssequenzen er\u00f6ffnen neue Sicht-und Zugangsweisen, sodass eine Einstufung des Wissensstandes eines*r Sch\u00fcler*in zug\u00e4nglich wird und individuell zum Unterrichtsmaterial angepasst werden kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Frage: \u201eMeint Inklusion wirklich alle?\u201c, hat mir ebenfalls neue erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse er\u00f6ffnet. Der Werdegang von der Exklusion zur erstrebten \u201eselbstverst\u00e4ndlichen Integration\u201c brachte mich zu dem Aufschluss, dass sich Inklusion in Bezug zu dem Themenfeld Schule und Unterricht nicht nur auf sonderp\u00e4dagogische F\u00f6rderbedarfe bezog, sondern vielmehr auf alle Heterogenit\u00e4tsdimensionen. Ich erlernte die Wichtigkeit der Ber\u00fccksichtigung und Wahrnehmung jeder individuellen Heterogenit\u00e4tsdimension, sodass jedem*r Sch\u00fcler*in die Chance der Entfaltung des motorischen, intellektuellen und sozialen Potenzials erm\u00f6glicht wird.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Literaturverzeichnis zu Aufgabe 1:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Karaka\u015fo\u011flu, Y. &amp; Mecheril, P. (2019): P\u00e4dagogisches K\u00f6nnen. Grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen zu Lehrer*innenbildung in der Migrationsgesellschaft, Doreen Cerny &amp; Manfred Oberlechner (Hg.): Das Professionsfeld Schule in der Migrationsgesellschaft. Opladen: Budrich, S.17-32.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Katja Scheidt: Rezension von: Alois, Buholzer, \/ Klaus, Joller-Graf \/ Annemarie, Kummer Wyss, \/ Bruno, Zobrist, (Hg.): Kompetenzprofil zum Umgang mit heterogenen Lerngruppen. Wien, Z\u00fcrich, Berlin, M\u00fcnster: LIT Verlag . In: EWR 11 (2012), Nr. 6 (Ver\u00f6ffentlicht am 28.11.2012), URL: <a href=\"http:\/\/www.klinkhardt.de\/ewr\/978364380084.html\">http:\/\/www.klinkhardt.de\/ewr\/978364380084.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Leuders, T. (2009). Spielst du noch oder denkst du schon? Produktive Erarbeitungsspiele. In: Praxis der Mathematik in der Schule 47, 2009, Nr. 25, Seite 1-8.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Prediger, S. &amp; Aufschnaiter, C. v. (2017). Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen aus fachdidaktischer Perspektive: fachspezifische Anforderungs- und Lernstufungen ber\u00fccksichtigen. In T. Bohl, J. Budde &amp; M. Rieger-Ladich (Hrsg.), Umgang mit Heterogenit\u00e4t in Schule und Unterricht (S. 288-304). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Walgenbach, Katharina (2017): Heterogenit\u00e4t &#8211; Intersektionalit\u00e4t \u2013 Diversity in der Erziehungswissenschaft, utb. Opladen und Toronto.<\/li>\n<\/ul>\n<p>2. Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte, Lehrer*innenhandeln)), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele geben. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben.<\/p>\n<p>In der Oberstufe erlebte ich eine positive Erfahrung bez\u00fcglich eines Mitsch\u00fclers mit Autismus. Obgleich seiner Beeintr\u00e4chtigung wurde er von den Lehrer*innen und Sch\u00fcler*innen gut in den Unterricht integriert und durch eine auf ihn abgestimmte Begleitperson unterst\u00fctzt. Ich empfand es als sehr hilfreich, dass die Lehrkr\u00e4fte uns Sch\u00fcler*innen zuvor \u00fcber Autismus und den damit verbundenen F\u00f6rderbedarfen im Schulalltag aufkl\u00e4rten. So herrschte ein respektvolles und harmonisches Arbeitsklima, welches durch die Bereitstellung eines R\u00fcckzugsraumes bei emotionalen Ausbr\u00fcchen des Sch\u00fclers gesch\u00fctzt wurde. Auch der Aufenthalt in einem Rehabilitationszentrum f\u00fcr neurologische Erkrankungen er\u00f6ffneten mir positive Einblicke in die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten des Umgangs mit F\u00f6rderbedarfen. Logop\u00e4dische, physiologische, sowie psychologische Lernfelder, die individuell auf die Lernenden abgestimmt wurden, er\u00f6ffneten mir neue Lernmuster und Sichtweisen.<\/p>\n<p>Im Nachhinein empfinde ich den Umgang eines Mitsch\u00fclers in der achten Klasse mit ADHS fragw\u00fcrdig. Trotz des Bewusstseins der Lehrkr\u00e4fte \u00fcber das Krankheitsbild ADHS wurde dieser offensichtliche F\u00f6rderbedarf von den Lehrkr\u00e4ften zum Teil unterspielt, gar vernachl\u00e4ssigt. Bei Verhaltensauff\u00e4lligkeiten, wie Unruhe und Konzentrationsdefiziten wurden lediglich Ermahnungen von den Lehrer*innen ausgesprochen, die den Sch\u00fcler r\u00fcckwirkend in noch mehr Stress versetzten. Zur\u00fcckblickend w\u00e4re auch hier ein R\u00fcckzugsort, in dem sich der Sch\u00fcler regulieren k\u00f6nnte, sowie ein aufkl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch der Lehrkr\u00e4fte gegen\u00fcber der Mitsch\u00fcler*innen \u00fcber ADHS ein m\u00f6glicher L\u00f6sungsansatz gewesen, um die Chancengleichheit aller Heterogenit\u00e4tsdimensionen zu sichern und mit Akzeptanz und R\u00fccksicht zu untermauern.<\/p>\n<p>3.\u00a0 \u00a0 Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/p>\n<p>Einerseits w\u00fcrde ich gerne mehr \u00fcber die erziehungswissenschaftliche Fragestellung: \u201eInwiefern Unterschiede im Lernfortschritt der Sch\u00fcler*innen den Unterricht beeinflussen?\u201c, lernen. Die Vorlesung von Prof. Dr. Christine Knipping zeigt diesbez\u00fcglich gut die Leistungsunterschiede in dem Lehrfach Mathematik. Ich w\u00fcrde mir eine Vertiefung dieser Thematik w\u00fcnschen, um im Voraus einen Umgang dieser Leistungsunterschiede im eigenen Studienfach zu erarbeiten. Andererseits habe ich in der Ringvorlesung viel \u00fcber die Thematik der Stereotypen und Vorurteile bez\u00fcglich verschiedener Herk\u00fcnfte und Unterrichtsf\u00e4cher gelernt. Die aufkommende Fragestellung: \u201eWo die Grenzen der Stereotypen und des Rassismus liegen?\u201c, hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich habe reflektiert, in welchen Situationen man in eine Stereotypenfalle tritt und sich sogar unbewusst rassistisch \u00e4u\u00dfert. Alleine die Interessensfrage: \u201eWoher kommst du?\u201c kann rassistische Aspekte nach sich ziehen. Ich w\u00fcrde gerne mehr dar\u00fcber erfahren, da diese Thematik f\u00fcr mich eine sehr schmale Grenze zwischen vermeintlicher Nettigkeit und versteckten, unbewussten Rassismus und Vorurteilen aufzeigt. Meiner Meinung nach eine wichtige Lernaufgabe, die in dem Modulthema UMHET Anklang finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend h\u00e4tte ich mir eine Thematisierung von Lernverweigerungen seitens der Sch\u00fcler*innen gew\u00fcnscht. Methoden \u00fcber Motivation, sowie explizite Ausarbeitungen von L\u00f6sungsans\u00e4tzen w\u00fcrde ich sehr hilfreich finden. Die Bearbeitung von Fallbeispielen haben mir einen guten Einstieg in dieses Lernfeld gegeben, explizite Ans\u00e4tze zur Behebung von Lernverweigerungen fehlten mir jedoch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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