{"id":14,"date":"2020-06-04T18:41:08","date_gmt":"2020-06-04T16:41:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/?p=14"},"modified":"2020-06-05T09:23:51","modified_gmt":"2020-06-05T07:23:51","slug":"doing-it-wrong-doesnt-make-it-wrong-inklusive-paedagogik-und-ihre-umsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/2020\/06\/04\/doing-it-wrong-doesnt-make-it-wrong-inklusive-paedagogik-und-ihre-umsetzung\/","title":{"rendered":"Doing it wrong, doesn\u00b4t make it wrong. Inklusive P\u00e4dagogik und ihre Umsetzung."},"content":{"rendered":"<p>1.) Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler_innen mit F\u00f6rderbedarf?<\/p>\n<p>Das Konzept Inklusion ist in Deutschland seit 1993 pr\u00e4sent. Trotzdessen kommt es h\u00e4ufig zur Aussonderung von Sch\u00fcler*innen mit F\u00f6rderbedarf. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten, wie die nicht genaue Erfassung und Besch\u00e4ftigung der F\u00f6rderbedarfe und konstruieren somit Aussonderungen von Sch\u00fcler*innen. Die Aussonderungen haben zur Folge, dass Sch\u00fcler*innen sich nicht gleichberechtigt behandelt f\u00fchlen und enden in einer Endlosschleife homogener Gruppierungen. Um diesen Klassifizierungen entgegenzuwirken, ist es wichtig eine gleichberechtigte Umgangsweise zu schaffen, in der es nicht zu einer Bevormundung oder Vernachl\u00e4ssigung hinsichtlich der Lehrkr\u00e4fte oder Mitsch\u00fcler*innen kommt. Die Aussonderung in Restklassen hat zum Beispiel zur Folge, dass Sch\u00fcler*innen mit einem F\u00f6rderbedarf keine Vorbilder mehr haben, an denen sie sich orientieren und von ihnen lernen k\u00f6nnen. Die Interaktion seitens der Mitsch\u00fcler, Lehrkr\u00e4fte und der Betroffenen ist wichtig f\u00fcr den bewussten Umgang mit den F\u00f6rderbedarfen. Bei der Aussonderung in Restschulen darf nicht einfach weggeschaut werden, sondern sollte vielmehr als Chance wahrgenommen werden, um den Unterricht zu erweitern. Schlussendlich entsteht durch die Aussonderungen der Sch\u00fcler*innen mit F\u00f6rderbedarf in Restschulen ein verf\u00e4lschtes Schulbild. Sch\u00fcler*innen mit, sowie auch ohne F\u00f6rderbedarf sollten soweit es m\u00f6glich ist einen Platz in Regelschulen finden, sodass die Inklusion als Mitspieler des Schulsystems fungiert.<\/p>\n<p>2.) Welche Informationen sind in der Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung&amp;Entwicklung\u201c bzw. \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c enthalten? Welche Informationen ben\u00f6tigen Sie von einer Sch\u00fcler_in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderschwerpunkte \u201eWahrnehmung und Entwicklung\u201c und \u201eLernen\u201c werden zieldifferent unterrichtet und basieren auf separaten Lernpl\u00e4nen. Vorab werden Informationen ben\u00f6tigt um den\/r Sch\u00fcler*in individuelle Angebote machen zu k\u00f6nnen, die sich auf den jeweiligen F\u00f6rderbedarf beziehen und die Lebenswirklichkeit, sowie die Interessen der Sch\u00fcler*innen ins Blickfeld nehmen. Wichtig ist der Austausch mit dem*r Betroffenen selber, den Eltern, der Lehrkr\u00e4fte, als auch mit den Mitsch\u00fcler*innen, um offene Fragen, Ziele und Bed\u00fcrfnisse zu thematisieren. Der \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung\u201c beinhaltet F\u00f6rderbedarfe in Kognition\/Denken und Kommunikation\/Sprache. Die Problematik ist, dass die F\u00f6rderbedarfe ebenfalls nochmals breitgef\u00e4chert sind und eine genauere Betrachtung ben\u00f6tigen. Handelt es sich beispielsweise bei der Kommunikation und Sprache um verbesserungsf\u00e4hige Bereiche, wie die Mimik oder Gestik oder stellt eher der Wortschatz ein Problem dar? Genauso ist es bei dem \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c, denn er enth\u00e4lt verschiedene F\u00f6rderbereiche im Lern- und Abeitsverhalten, welche ebenfalls durch die Pr\u00e4senz der unterschiedlichen Vorgangsmuster konkretisiert werden m\u00fcsste. Auch der Lernstand des einzelnen Sch\u00fclers spielt dabei eine wichtige Rolle, da er Auskunft \u00fcber die bevorstehende Anpassung des Unterrichtes gibt.<\/p>\n<p>3.) Wie k\u00f6nnen Sie in Ihrem Unterricht die Zug\u00e4nglichkeit und Anschaulichkeit von Medien\/Materialien verbessern? Welche Verb\u00fcndeten k\u00f6nnen sie dazu gewinnen?<\/p>\n<p>Die Zug\u00e4nglichkeit und Anschaulichkeit von Medien und Materialien kann durch die Zusammenstellung von heterogenen Kleingruppen, bei denen die M\u00f6glichkeit eines Austausches unter den Sch\u00fcler*innen besteht, verbessert werden. Das Ziel ist es ein Wechselspiel zwischen Sch\u00fcler*innen mit und ohne F\u00f6rderbedarf zu schaffen, um die Schw\u00e4chen und St\u00e4rken innerhalb dieser Gruppe herausarbeiten zu k\u00f6nnen. Gerade Themen in Transferbereichen bringen h\u00e4ufig Probleme mit sich und k\u00f6nnen durch die gemeinsame Bearbeitung Lernblockaden l\u00f6sen. Auch die Visualisierung von Materialien in Bilder, Videos oder in sonstige Medien kann das Lernen voranbringen, da jede*r Sch\u00fcler*in auf unterschiedliche Weisen am besten Inhalte aufnimmt. Lernt eine*r gut durch Bilder, Symbole oder Texte, befugt er\/sie \u00fcber das fotografische Ged\u00e4chtnis oder doch gar \u00fcber ein anderes, so kann insgesamt gesagt werden, dass jede*r Sch\u00fcler*in auf eine andere Art und Weise gut lernt und Inhalte aufnimmt. Das Heranziehen der Repr\u00e4sentationsebenen nach Brunner dient hier ebenfalls als Hilfestellung. Dar\u00fcber hinaus, initiieren Gruppentische beispielsweise, dass seltener Frontalunterricht stattfindet und Medien, wie Wochenplanarbeiten, Projektarbeiten und Freiarbeiten in den Vordergrund r\u00fccken. Dieser Schritt alleine reicht jedoch nicht, sondern muss durch die Zusammenarbeit mit den Eltern pr\u00e4zisiert werden. Die Eltern fungieren dabei als Mitspieler dieses ganzen Konstruktes, da sie bei der Vor- und Nachbereitung von schwierigen Thematiken verhelfen k\u00f6nnen und nochmals schneller bestimmte Medien wie zum Beispiel den Weserkurier heranziehen k\u00f6nnen. Schlussendlich ist auch die Zusammenarbeit mit den Lehrkr\u00e4ften selbst ein wichtiger Punkt. Es ist unabdingbar, dass die Lehrkr\u00e4fte selbst f\u00fcr eine inklusive Arbeit stehen und diese durch verbesserte Medien und Materialien umsetzen m\u00f6chten und die Zeit, die sie zu dieser Beziehungsarbeit ben\u00f6tigen, aus eigener \u00dcberzeugung auch aufwenden wollen.<\/p>\n<p>4.) W\u00e4hlen Sie eines der Lernvideos auf <a href=\"https:\/\/path2in.uni-bremen.de\/\">path2in.uni-bremen.de<\/a> aus, schauen Sie es sich an und schreiben Sie kurz eine begr\u00fcndete Empfehlung f\u00fcr Ihre Kommiliton_innen, warum es sich ggf. lohnt sich das Video anzusehen.<\/p>\n<p>Ich habe mich f\u00fcr das Lernvideo mit der Thematik \u201eTrisomie 21\u201c entschieden, da nicht nur die au\u00dfenperspektivische Besch\u00e4ftigung mit dieser Thematik an sich dargestellt wird, sondern auch behandelt wird, wie Betroffene selbst dar\u00fcber denken und mit ihrer\/seiner Beeintr\u00e4chtigung umgehen. Irrt\u00fcmer und Stereotype gegen\u00fcber der Trisomie 21 werden durch aufkl\u00e4rende Hinweise in diesem Video aus dem Weg geschafft. Das Video besch\u00e4ftigt sich mit den Fragen, wie Menschen mit Trisonomie 21 ihr Umfeld verarbeiten? Wie hinsichtlich des Down-Syndroms Unterrichtsmaterialien angepasst werden? Wie man den Stand von Menschen mit Trisomie 21 in der Gesellschaft f\u00f6rdern k\u00f6nnte? Und was wir dar\u00fcber hinaus, von ihnen lernen k\u00f6nnen? Auch die Frage, inwieweit Forschungen zur Verallgemeinerung beitragen, die der Heterogenit\u00e4t der Menschen mit Trisomie 21 nicht gerecht werden?, spielt in diesem Video eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Zudem wird einem auch n\u00e4her gebracht, wie man mit der Begrifflichkeit umgeht und ob man eher den Terminus &#8222;Down-Syndrom&#8220; oder &#8222;Trisomie 21&#8220; verwendet. Zudem best\u00e4rkt das Video, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein hinsichtlich der erw\u00e4hnten Fragestellungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Ich kann dieses Video nur weiterempfehlen, da es die Inhalte, die wir in der Vorlesung\u00a0sammeln durften auf ein Fallbeispiel von Carina K\u00fchne projiziert und beispielsweise verdeutlicht, wie der Unterricht gestaltet werden sollte um einen Menschen mit Trisomie 21 gerecht zu werden. Auch durch die Verwendung von Studien in diesem Lernvideo, l\u00e4sst sich die Thematik gut nachvollziehen und regt zum eigenen Nachdenken f\u00fcr uns als zuk\u00fcnftige Lehrkr\u00e4fte an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler_innen mit F\u00f6rderbedarf? Das Konzept Inklusion ist in Deutschland seit 1993 pr\u00e4sent. Trotzdessen kommt es h\u00e4ufig zur Aussonderung von Sch\u00fcler*innen mit F\u00f6rderbedarf. Daraus ergeben sich Schwierigkeiten, wie die nicht genaue Erfassung und Besch\u00e4ftigung der F\u00f6rderbedarfe und konstruieren somit Aussonderungen von Sch\u00fcler*innen. 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