{"id":12,"date":"2020-05-27T10:29:47","date_gmt":"2020-05-27T08:29:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/?p=12"},"modified":"2020-05-27T10:29:47","modified_gmt":"2020-05-27T08:29:47","slug":"meint-inklusion-wirklich-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/uniblog2020jh\/2020\/05\/27\/meint-inklusion-wirklich-alle\/","title":{"rendered":"Meint Inklusion wirklich alle?!"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Benennen Sie bitte die f\u00fcr Sie zentralen theoretischen Aspekte aus der Vorlesung und begr\u00fcnden Sie die Auswahl.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Meiner Meinung nach ist die Entwicklung ausgehend von der Exklusion, hin zur \u00fcberwundenen Begrifflichkeit der Inklusion, der zentrale Aspekt der Vorlesung. Die Exklusion, bei der Kinder mit einer Behinderung als bildungsunf\u00e4hig gelten und von dem Bildungsangebot ausgeschlossen werden, entwickelte sich zu einer Segregation, bei der es Kinder gew\u00e4hrleistet war eine Hilfsschule, Sonderschule oder F\u00f6rderschule zu besuchen. In den 70.\/80. er Jahren folgten die ersten Versuche, Kinder mit einer Beeintr\u00e4chtigung in Regelschulen, in ein bestehendes System zu integrieren, wobei vorerst von einer Zwei-Gruppen-Theorie ausgegangen wurde. Durch die n\u00e4chste Phase der \u201eoptimierten und erweiterten Integration\u201c wurde die Zwei-Gruppen-Theorie durch eine \u201eSchule f\u00fcr alle\u201c abgel\u00f6st. Der Vorreiter war die USA, die die Schaffung einer \u201eSchule f\u00fcr alle\u201c in den Vordergrund stellte und Institutionen der Kategorisierung, wie die Sonderschulen in den Hintergrund dr\u00e4ngte. Das Endstadium ist die selbstverst\u00e4ndliche Integration der Inklusion selbst. Inklusion stelle kein Thema mehr dar, sondern sei ein Teil der Gesellschaft selbst und entspreche der Normalit\u00e4t (vgl. Sander, 2002; Hinz, 2002; Textor, 2015).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Begriffe Inklusion und Exklusion sind dabei klar voneinander abzugrenzen und zu erl\u00e4utern, sodass keine Verschmelzung beider zu einer \u201einkludierenden Exklusion\u201c auftritt. Meine Auswahl der theoretischen Aspekte begr\u00fcndet sich durch das Nahe liegende Beispiel Bremen, in dem sich die erl\u00e4uterten Aspekte wiederfinden. Bremen fungiert in den aufgezeigten Merkmalen als Vorreiter, denn trotz der bestehenden Differenzen ist in Bremen in 83,5% der gemeinsame Schulbesuch m\u00f6glich (vgl. Bertelsmann Studie- Preuss-Lausitz, 2018). Obgleich der bestehenden Schulpflicht aller, hat Bremen jedoch aufgrund von Organisationen wie Sonderschulen einen kleinen \u00dcbergang zur \u201einkludierenden Exklusion\u201c. Es gilt also erstmal zu kl\u00e4ren, was Inklusion \u00fcberhaupt bedeutet, um zu verstehen, dass Inklusion nicht nur auf sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf transferiert wird, sondern vielmehr auf alle Heterogenit\u00e4tsdimensionen, so auch in anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Lesen Sie bitte die Fallbeispiele (unten als Datei angeh\u00e4ngt; auch auf Stud.IP im Dateiordner RV06 zug\u00e4nglich) und beantworten die Fragen. Reflektieren Sie bitte anschlie\u00dfend Ihre bisherigen Erfahrungen an Schulen:<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li>Wie w\u00fcrden Sie ihre Erfahrungen im Hinblick auf die theoretischen Aspekte aus der Vorlesung einordnen? (u.a. Modelle von Behinderung, \u201einkludierende Exklusion\u201c).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich habe mehrere Erfahrungen in meiner Schulzeit mit Formen der Inklusion gesammelt. Dabei waren die Beeintr\u00e4chtigungen der Sch\u00fcler*innen nicht immer offensichtlich und h\u00e4ufig erst auf dem zweiten Blick zug\u00e4nglich. Ein Mitsch\u00fcler hatte das Asperger-Syndrom und war in seiner Motorik eingeschr\u00e4nkt. Durch den Zeitdruck wurden zum Beispiel Schw\u00e4cheanf\u00e4lle in seiner Hand ausgel\u00f6st, wodurch er nicht mehr in der Lage war mit der Hand zu schreiben. Im Unterricht fiel ihm das Mitschreiben per Hand zwar schwerer, doch es war m\u00f6glich. Bei Klausuren hatte er durch die Unterst\u00fctzung der Schule die M\u00f6glichkeit auf einem Laptop zu schreiben und seine Klausur digital einzureichen, um Schw\u00e4cheanf\u00e4llen zu entgehen. Ein weiterer Sch\u00fcler in meiner Oberstufe war durch die Erkrankung Autismus eingeschr\u00e4nkt. Neben mangelnder Konzentration, trafen Sch\u00fcbe der Aggressivit\u00e4t bei beispielsweise dem Zur\u00fcckerhalten einer schlechten Note, auf. Eine Sonderp\u00e4dagogin leistete diesem Mitsch\u00fcler Hilfe und begleitete ihn im Unterricht. Des Weiteren, entwickelte sich bei einer Mitsch\u00fclerin ein Tick, der ihren Kopf immer ruckartig zur Seite fielen lie\u00df. Dieser Tick beeintr\u00e4chtigte die Mitsch\u00fclerin nicht in ihrem Lernen, wirkte sich jedoch auf ihr eigenes Wohlbefinden aus und der daraus resultierenden mangelnden m\u00fcndlichen Beteiligung. Um dem Ganzen entgegenzuwirken, wurde Sie einmal im Monat vom Unterricht freigestellt, um auch \u00e4rztliche Hilfe innerhalb der Schulzeit in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen. Insgesamt finde ich es wichtig alle Sch\u00fcler*innen in den Unterricht mit einzubinden, sofern es nicht die M\u00f6glichkeiten des Schulsystems, sowie das Wohl der Sch\u00fcler*innen \u00fcberschreitet.<\/p>\n<p>b) Welchen Meinungen sind Ihnen im Praktikum \/ in Praxiserfahrungen insbesondere zu der Frage der Inklusion von SuS mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf an Oberschulen und Gymnasien begegnet und welche Auffassung vertreten Sie selbst?<\/p>\n<p>Ich habe Einblicke in den Unterricht in einem Rehabilitationszentrum f\u00fcr neurologische Erkrankungen f\u00fcr Jugendliche, sammeln d\u00fcrfen. Ich habe die unterschiedlichsten Formen der k\u00f6rperlichen Beeintr\u00e4chtigung kennengelernt, die sich individuell auf das Lernen ausgewirkt haben. Trotz der pr\u00e4genden Schicksalsschl\u00e4gen verfolgten alle das gleiche Ziel, das Zur\u00fcckkehren in die vorherige Schule, in den vorherigen Alltag.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Diese Erfahrungen im Rehabilitationszentrum hat meine Meinung nochmals best\u00e4rkt, dass ich es als sehr wichtig empfinde, Sch\u00fcler*innen mit sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderungsbedarf oder allgemein allen Heterogenit\u00e4tsdimensionen eine Chance der Integration in Regelschulen zu erm\u00f6glichen, sofern die Betroffenen dies auch anstreben. Jede*r sollte f\u00fcr sich selbst entscheiden k\u00f6nnen, wie seine Schullaufbahn aussieht, bzw. aussehen wird. Sei es eine Regel- oder Sonderschule oder digitaler- oder privater Unterricht. Ich finde wir sind noch nicht am letzten Stadium angekommen, bei der Inklusion zur Gesellschaft dazugeh\u00f6rt, doch wir k\u00f6nnen alle ein St\u00fcck zur Integration beitragen, sodass wir einer Normalit\u00e4t stetig entgegenarbeiten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Auch die Fallbeispiele verdeutlichen die Wichtigkeit der Inklusion, um allen Sch\u00fcler*innen ein gleiches Chancenfeld innerhalb des Unterrichtes, aber auch weit dar\u00fcber hinaus, bieten zu k\u00f6nnen. Auch die Erfahrungen im Rehabilitationszentrum zeigen, dass egal ob eine k\u00f6rperliche, geistige oder psychische Beeintr\u00e4chtigung vorliegt, alle verbindet meiner Meinung \u00a0nach, die gleiche Chance auf Bildung.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Formulieren Sie bitte eine Beobachtungaufgabe f\u00fcr den inklusiven Unterricht f\u00fcr zuk\u00fcnftige Praktika.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie gehen die Lehrkr\u00e4fte mit Sch\u00fcler*innen mit Inklusionsbedarf um? Beobachten Sie dabei auch das eigene Verhalten. Bieten Sie intuitiv selbst Hilfe an und schaffen damit einen Raum f\u00fcr eine Bevormundung, einen Sonderstatus bzw. eine Abgrenzung der einen Personen gegen\u00fcber einer Gruppe, durch vermeintliche Nettigkeit? Sammeln Sie in diesem Zuge selbst Ber\u00fchrungspunkte mit der \u201einkludierenden Exklusion\u201c? Beobachten Sie dabei auch die Reaktion des Betroffenen Sch\u00fclers. Braucht er\/sie diese Sonderbehandlung oder ist gar zu wenig Unterst\u00fctzung vorhanden?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Beobachten Sie die Interaktion in diesem Dreiecksfeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benennen Sie bitte die f\u00fcr Sie zentralen theoretischen Aspekte aus der Vorlesung und begr\u00fcnden Sie die Auswahl. Meiner Meinung nach ist die Entwicklung ausgehend von der Exklusion, hin zur \u00fcberwundenen Begrifflichkeit der Inklusion, der zentrale Aspekt der Vorlesung. 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