{"id":516,"date":"2026-08-05T14:44:09","date_gmt":"2026-08-05T12:44:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/umhetbipeb2026\/?p=516"},"modified":"2026-08-05T14:44:09","modified_gmt":"2026-08-05T12:44:09","slug":"abschlussreflexion-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/umhetbipeb2026\/2026\/08\/05\/abschlussreflexion-3\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400\">1) Der f\u00fcr mich zentralste Vorlesungsinhalt ist der, der sich mit der Relevanz von Intelligenz und Vorwissen befasst. Da einem immer eingetrichtert wird, dass die Intelligenz der Ma\u00dfstab aller Dinge sei, war es sch\u00f6n sich einmal genauer mit dem Thema und der Rolle von Intelligenz und Vorwissen im Hinblick auf den schulischen Lernerfolg zu besch\u00e4ftigen und vorhandene Fehlvorstellungen zu korrigieren. Beschrieben wird die Intelligenz in der Vorlesung als Probleml\u00f6sef\u00e4higkeit, w\u00e4hrend das Vorwissen als das bereits vorhandene Wissen bezeichnet wird, an welches angekn\u00fcpft werden kann. Untersucht wurde der Einfluss der Intelligenz auf den Lernerfolg u.a. in der Studie von Deary et. al. (2007), bei der sich ein Zusammenhang zwischen der Intelligenz und dem sp\u00e4teren schulischen Erfolg bemerkbar machte (vgl. Deary et. al., 2007). Der Einfluss des (Vor-)Wissens hingegen wurde u.a. in der Studie von Schneider et. al. (1989) untersucht. Hierbei zeigte sich, dass SuS mit Vorwissen zum Thema Fu\u00dfball eine ihnen zuvor vorgelesene Fu\u00dfballgeschichte besser nacherz\u00e4hlen konnten, als SuS ohne Vorwissen, auch wenn letztere intelligenter waren (vgl. Schneider et. al., 1989). Daraus ergibt sich also, dass der Lernerfolg von Sch\u00fcler*innen nicht nur von ihrer Intelligenz abh\u00e4ngt, sondern auch vom beeinflussbaren Vorwissen, welches man im Schulalltag aufbauen kann, um den Gewinn von zuk\u00fcnftigem Wissen zu vereinfachen. Meine Schulpraktika haben mir aber auch gezeigt, dass sich die Heterogenit\u00e4t der Sch\u00fcler*innen auch auf ihr Vorwissen bezieht und sie alle mit unterschiedlichem Wissen und unterschiedlichen Erfahrungen in die Schule kommen. Dadurch f\u00e4llt ihnen der Schulstoff auch unterschiedlich schwer, weshalb es umso wichtiger ist, an ihr Vorwissen anzukn\u00fcpfen und zu differenzieren. Betrachten wir z. B. das Fach Kunst, so spielt das Vorwissen, welches die Kinder z. B. im Hinblick auf das Mischen von Farben oder bestimmten Techniken mitbringen, eine deutlich wichtigere Rolle als ihre Intelligenz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ein weiterer f\u00fcr mich sehr interessante Vorlesung ist die zur Mehrsprachigkeit. Da Mehrsprachigkeit immer wieder als Problem statt als Chance angesehen wird, freue ich mich immer, wenn wir uns mit dieser besch\u00e4ftigen und Vorurteile abbauen. Ein Prinzip. welches das Potenzial von Mehrsprachigkeit beschreibt, ist das Prinzip des \u201cTranslanguaging\u201d (Garcia et al., 2015, S.25). Dies bedeutet so viel wie die gleichzeitige und flexible Nutzen mehrerer beherrschter Sprachen, um zu lernen und zu kommunizieren (vgl. Garcia, 2009c, 2014b, zitiert nach Garcia et al., 2015, S.25). Statt den Kindern die Nutzung ihrer Erstsprache zu verbieten sollte vielleicht eher versucht werden diese gezielt hin und wieder als Unterst\u00fctzung mit einzubauen, um ihnen den \u00dcbergang von ihrer Erstsprache zum Deutschen zu vereinfachen und ihnen auch gleichzeitig das Gef\u00fchl zu vermitteln, dass das beherrschen mehrerer Sprachen keine Schwachstelle, sondern etwas positives ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Literatur<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Deary, I. J., Strand, S., Smith, P., &amp; Fernandes, C. (2007). Intelligence and educational achievement. Intelligence, 35(1), 13\u201321. Leutner, D. (1992). Adaptive Lehrsysteme. Instruktionspsychologische Grundlagen und experimentelle Analysen. Weinheim: Beltz.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Garcia, O. &amp; Wei, L. (2015).Translanguaging: Language, Bilingualism and Education <\/span><a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=bibliogroup:%22Palgrave+Language+%26+Linguistics+Collection%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=5\"><span style=\"font-weight: 400\">Palgrave Language &amp; Linguistics Collection<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=bibliogroup:%22Education+(R0)%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=5\"><span style=\"font-weight: 400\">Education (R0)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> . Springer.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Schneider, W., K\u00f6rkel, J., &amp; Weinert, F. E. (1989). Domain-specific knowledge and memory performance: A comparison of high- and low-aptitude children. Journal of Educational Psychology, 81, 306\u2013312<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">2) Ein f\u00fcr den Schulalltag sehr wichtiger Faktor zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t ist der Punkt \u201cGemeinsame Lerngegenst\u00e4nde, differenzierte Wege zum Lernen&#8220; (vgl. Seitz 2015 u. 2020, zitiert nach RV 12, Folie 7). Ich habe sowohl als Sch\u00fclerin als auch als Praktikantin immer wieder gemerkt, dass es wirklich unterschiedliche Lerntypen gibt und dass eine Differenzierung bzw. mehrere Bearbeitungsm\u00f6glichkeiten trotz des Selben Lerngegenstandes durchaus sinnvoll sein kann und keineswegs was schlechtes sein muss. Die Sch\u00fcler*innen sind alle so verschieden und die Erwartung, dass sie alle gleich arbeiten m\u00fcssen, ist irrational. W\u00e4hrend meiner Schulzeit h\u00e4tte ich mir solch eine Differenzierung bzw. mehr M\u00f6glichkeiten gew\u00fcnscht. Differenzieren muss nicht viel aufw\u00e4ndiger sein. Als ich mein Orientierungspraktikum in einer ersten Klasse gemacht habe, lernten die Kinder die Zahlen bis zehn kennen und die Lehrkraft bot verschiedene M\u00f6glichkeiten der Aneignung dieses Zahlenwissens an. Vom Schreiben der Zahlen, \u00fcber das Kneten dieser bis hin zum Zuordnen von Bildkarten war alles dabei und jede\/r konnte sich aussuchen, mit welchem Material er\/sie arbeiten m\u00f6chte. Am Ende kommt es nicht darauf an, dass alle Sch\u00fcler*innen gleich lernen, sondern darauf, dass das, was sie lernen, gleich ist. Die Vorlesung hat mir nochmal das Vertrauen gegeben, dass diese Denkweise keineswegs falsch ist. W\u00e4hrend der asynchronen Sitzung zur inklusiven P\u00e4dagogik befasste ich mich mit dem Interview mit Prof. Dr. Simone Seitz, bei dem sie drei Punkte\/ m\u00f6gliche \u201eUnterrichtsprinzipien f\u00fcr den inklusiven Unterricht\u201c nennt, die ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen: Die Anerkennung der Personalit\u00e4t und Individualit\u00e4t, die Anerkennung der Sozialit\u00e4t und die Anerkennung der Komplexit\u00e4t (vgl. Seitz, 2021). Guter Unterricht orientiert sich also am Individuum, der Gruppe und dem Kontext.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">3) In der Vorlesung zur Intelligenz und zum Vorwissen wurde u.a. folgendes Zitat zu der Fragestellung, ob denn Intelligenz oder Vorwissen relevanter f\u00fcr den schulischen Lernerfolg ist pr\u00e4sentiert: \u201cWenn ich die gesamte P\u00e4dagogische Psychologie auf nur ein einziges Prinzip zu reduzieren h\u00e4tte, w\u00fcrde ich folgendes sagen: der wichtigste Einzelfaktor, der das Lernen beeinflusst, ist das, was der Lernende bereits wei\u00df. Ermittle dies und unterrichte ihn entsprechend.\u201d (Ausubel, 1968, zitiert nach RV 7, Folie 36). Es war zwar durchaus spannend \u00fcberhaupt die hohe Wertigkeit des Vorwissens zu benennen, allerdings h\u00e4tte ich mir gleichzeitig auch gew\u00fcnscht, dass die Vorlesung sich auch etwas mehr damit befasst, wie das Vorwissen der Sch\u00fcler*innen konkret ermittelt und wie dann an das unterschiedliche Vorwissen von solch heterogenen Kindern angekn\u00fcpft werden kann, um allen Kindern m\u00f6glichst dieselben Chancen bieten zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Gew\u00fcnscht h\u00e4tte ich mir zus\u00e4tzlich auch, dass wir uns mehr mit dem Thema \u201cLernen miteinander\u201d befassen. Im Interview mit Prof. Dr. Simone Seitz erkl\u00e4rt diese, dass das Lernen miteinander mehr im Vordergrund stehen sollte, da die zentrale Ressource des Lernens sich aus dem umstand ergibt, dass unterschiedliche Lerner in einem gemeinsamen Raum sind und ein kollektiv bilden (vgl. Seitz, 2021). Entsprechend w\u00fcrde ich gerne Methoden und Praxisbeispiele kennenlernen, mit denen ein gemeinsames Lernen als Kollektiv gelingt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Literatur<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Deary, I. J., Strand, S., Smith, P., &amp; Fernandes, C. (2007). Intelligence and educational achievement. Intelligence, 35(1), 13\u201321. Leutner, D. (1992). Adaptive Lehrsysteme. Instruktionspsychologische Grundlagen und experimentelle Analysen. Weinheim: Beltz.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Garcia, O. &amp; Wei, L. (2015).Translanguaging: Language, Bilingualism and Education <\/span><a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=bibliogroup:%22Palgrave+Language+%26+Linguistics+Collection%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=5\"><span style=\"font-weight: 400\">Palgrave Language &amp; Linguistics Collection<\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=bibliogroup:%22Education+(R0)%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=5\"><span style=\"font-weight: 400\">Education (R0)<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\"> . Springer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Prof. Dr. Simone Seitz (2021):\u00a0 Unterrichtsprinzipien f\u00fcr den inklusiven Unterricht. In: &lt;span;&gt;path2in \u2013 Lernpfade in die inklusive P\u00e4dagogik. URL: &lt;span;&gt;<\/span><a href=\"https:\/\/m.youtube.com\/watch?v=sJEtILsWQ8Y&amp;list=PLIk2wKjM9yd08tOdoGRJk6Srxx72BCW1m&amp;index=37&amp;pp=iAQB\"><span style=\"font-weight: 400\">https:\/\/m.youtube.com\/watch?v=sJEtILsWQ8Y&amp;list=PLIk2wKjM9yd08tOdoGRJk6Srxx72BCW1m&amp;index=37&amp;pp=iAQB<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Schneider, W., K\u00f6rkel, J., &amp; Weinert, F. E. (1989). Domain-specific knowledge and memory performance: A comparison of high- and low-aptitude children. Journal of Educational Psychology, 81, 306\u2013312<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1) Der f\u00fcr mich zentralste Vorlesungsinhalt ist der, der sich mit der Relevanz von Intelligenz und Vorwissen befasst. 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