RV14 // Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu und Dennis Barasi // Rassismus oder Rassismen? Eine Diskussion und ihre Relevanz für (angehende) Lehrkräfte

1. Diskutieren Sie, a.) welche Möglichkeiten Sie sehen, durch ihr Handeln als Lehrer*in den auf
Folie 17 dargestellten Formen des institutionellen Rassismus zu begegnen b.) Wo und warum
sind Ihren Einflussmöglichkeiten in der Schule Grenzen gesetzt?
2. Lesen Sie das folgende Beispiel „Daniela Schneider“ aufmerksam durch. Was könnten Sie
Daniela Schneider mit Bezug auf das Konzept equality/equity (Folie 14) argumentativ
entgegnen, um sie von der Maßnahme zu überzeugen, muslimischen Schüler*innen an dem
hohen islamischen Feiertag frei zu geben?
3. Bitte begründen Sie mit Bezug auf rassismustheoretische Ansätze, inwiefern der
Interviewausschnitt Hinweise auf antimuslimischem Rassismus enthält .

Literaturhinweis zur Vertiefung: Arndt, Susan (2017): Rassismus. Eine viel zu lange Geschichte. In: Karim
Fereidooni und Meral El (Hg.): Rassismuskritik und Widerstandsformen. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S.
29–45.

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Alternativ finden Sie den Sammelband unter folgendem Link in der Suub-Datenbank: https://suche.suub.uni-bremen.de/peid=B86475118&LAN=DE&CID=&index=L&Hitnr=1&dtyp=O&rtyp=a&Exemplar=1%0A%09%09%09%09%09%09%09

Schlagwort: rv14

 

 

Beispiel aus der Schule
„Jetzt die Schule wo ich war, die hat sechzig Prozent Schüler mit Migrationshintergrund. Also ’ne
sehr hohe Zahl (.) die besteht hauptsächlich aus äh Russen, Türken und Arabern, was weiß ich
was. Ähm äh was mich ganz erstaunt hat, letzte Woche Donnerstag ähm kam ’ne Lehrerin an:
»Ja, die haben Zuckertag« Und ich dachte: »Hä, was ist Zuckertag?« Und hab wirklich- weiß
nicht, also ich wusste es einfach nicht und die Lehrerin guckt mich an: »Wie, du weißt das
nicht?« Und ich so: »Hm, tut mir Leid, ich weiß das nicht.« »Ja, Ramadan ist zu Ende. Und äh die
Schüler dürften offiziell an dem Tag fehlen«. Und so was find ich geht gar nicht, also ähm dass da
die quasi eine Extrabehandlung bekommen ähm und da zu Hause bleiben dürfen und da ist auch
Unmut bei den Schülern aufgekommen, also bei den deutschen Schülern. Also ich hab mit denen
geredet und die meinten auch, sie finden ’s absolut Scheiße, dass da die anderen zu Hause
bleiben dürfen, nur weil sie ihren Extrafeiertag da haben“ (Karakaşoğlu & Wojciechowicz 2017).

 

Formelle Regelung: In Hamburg und Bremen ist an hohen islamischen Feiertagen ein/e Schüler/in jeweils
für 1 Tag auf Wunsch vom Unterricht zu befreien.
Daniela Schneider (Schulpraktikantin und Lehramtsstudentin)

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