{"id":21,"date":"2024-08-31T10:20:28","date_gmt":"2024-08-31T08:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ubey\/?p=21"},"modified":"2024-08-31T10:20:28","modified_gmt":"2024-08-31T08:20:28","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ubey\/2024\/08\/31\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>ABSCHLUSSREFLEXION<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei Bezug auf: <\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>a.) unterschiedliche fachdidaktische Aspekte. \u00dcbertragen Sie, wenn m\u00f6glich, die in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher.<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>b.) generelle Erkenntnisse zur Beziehungsarbeit in Schule und Unterricht.<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>Bitte benennen Sie f\u00fcr Aufgabenteil 1 konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen (Namen, Jahr, Titel).<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>a)<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Eine der zentralen Erkenntnisse, die ich aus dieser Vorlesung mitgenommen habe, ist die Diskussion dar\u00fcber, ob Lehrkr\u00e4fte ihre Meinung sagen beziehungsweise \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen. Vor allem der Beutelsbacher Konsens und dessen Bedeutung f\u00fcr die politische Bildung ist mir im Ged\u00e4chtnis geblieben. Der Beutelsbacher Konsens wird h\u00e4ufig f\u00e4lschlicherweise als striktes \u201eNeutralit\u00e4tsgebot\u201c interpretiert, was zu einer politischen Lethargie f\u00fchren k\u00f6nnte. Es handelt sich jedoch um eine Fehlinterpretation, denn der Konsens fordert keine v\u00f6llige Neutralit\u00e4t der Lehrkr\u00e4fte, sondern eine sachliche Darstellung unterschiedlicher Perspektiven. Dadurch k\u00f6nnen sich die Sch\u00fcler*innen eine eigene Meinung bilden (Wehling, 1977). Zudem argumentiert McAvoy (2017) dass Lehrkr\u00e4fte ihre eigenen Ansichten \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen, solange sie klarstellen, dass dies nicht die einzig richtige Ansicht ist und die Meinungsbildung der Sch\u00fcler*innen f\u00f6rdert.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Ich kann diese Erkenntnisse auf die Didaktik des Faches Deutsch \u00fcbertragen. Im Deutschunterricht k\u00f6nnen literarische Werke je nach Entstehungszeit und Epoche kontroverse Themen durch alte Sittenbilder oder vulg\u00e4re\/anst\u00f6\u00dfige Sprache enthalten. Wichtig ist es diese Themen offen anzusprechen und den Sch\u00fcler*innen einen kritischen Umgang damit zu erm\u00f6glichen. Unter Ber\u00fccksichtigung des Beutelsbacher Konsens sollten Lehrkr\u00e4fte den Sch\u00fcler*innen Raum f\u00fcr eigene Ansichten und Diskussionen geben, ohne ihnen eine bestimmte Ansicht aufzuzwingen. Dadurch wird nicht nur das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Werke gef\u00f6rdert, sondern auch das kritische Denken und die eigenst\u00e4ndige Meinungsbildung der Sch\u00fcler*innen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Ein weiteres wichtiges Thema, welches in der Ringvorlesung behandelt wurde, ist der richtige Umgang mit Rassismus und Diskriminierung in der Schule. Auch heute noch sind Rassismus und Diskriminierung tief in vielen gesellschaftlichen Strukturen verankert und pr\u00e4gen sich auch im Bildungssystem aus (Gomolla &amp; Radtke, 2009). Diese Ungleichheiten f\u00fchren zu systematische Benachteiligung bestimmter Gruppen, w\u00e4hrend andere von Privilegien profitieren (Leiprecht, 2016).<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">F\u00fcr den Unterricht bedeutet dies, dass sich die Lehrkr\u00e4fte ihrer Rolle als Vermittler von Werten und Normen bewusst sein m\u00fcssen. Die Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen aktiv Ma\u00dfnahmen ergreifen, um diskriminierende Aussagen und Taten zu verhindern und zu thematisieren. Dies erfordert Sensibilit\u00e4t und ein Bewusstsein f\u00fcr die verschiedenen Hintergr\u00fcnde und Bed\u00fcrfnisse der Sch\u00fcler*innen. In der Praxis m\u00fcssen rassistische oder diskriminierende \u00c4u\u00dferungen im Unterricht sofort angesprochen und korrigiert werden um ein respektvolles und inklusives Lernumfeld zu gew\u00e4hrleisten. Es ist wichtig, dass die Schule ein Ort ist in denen die Sch\u00fcler*innen ihre Erfahrungen und Perspektiven teilen k\u00f6nnen, ohne Angst vor Ausgrenzung oder Diskriminierung zu haben.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>b) <\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Die Erkenntnisse aus der Ringvorlesung zeigen mir, dass eine gute Lehrer-Sch\u00fcler-Beziehung nicht nur das Lernen f\u00f6rdert, sondern auch das Wohlbefinden der Sch\u00fcler*innen positiv beeinflusst. Ein respektvoller Umgang schafft ein angenehmes und sicheres Umfeld, in dem die Sch\u00fcler*innen bereit sind, sich zu \u00f6ffnen und dadurch aktiv am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Vor allem im Umgang mit sensiblen Themen wie Politik oder Rassismus ist es von Bedeutung, dass Lehrkr\u00e4fte Vertrauen aufbauen und ein Klima schaffen, in dem alle Sch\u00fcler*innen ihre Meinung \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Zusammengefasst verdeutlichen die theoretischen Erkenntnisse, wie wichtig es ist, dass sich Lehrkr\u00e4fte ihrer Verantwortung bewusst sind. Es geht nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern auch darum, die sozialen und emotionalen Bed\u00fcrfnisse der Sch\u00fcler*innen zu ber\u00fccksichtigen. Die Anwendung dieser Erkenntnisse in den jeweiligen Unterrichtsf\u00e4chern kann zu einer F\u00f6rderung eines inklusiveren und demokratisches Bildungsklimas beitragen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>2) Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen\/-strukturen, schulkulturelle Aspekte, Handeln von Lehrkr\u00e4ften), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele reflektieren. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben<\/b>.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Bereits in der Beantwortung der ersten Aufgabe habe ich erw\u00e4hnt, dass ich das intensive behandeln von Rassismus und Diskriminierung wichtig finde, da ich in meiner eigenen Schulzeit nur wenig Aufkl\u00e4rung zu diesen Themen erfahren habe. Besonders interessant und informativ war die Vorlesungssitzung zu Thema \u201eD\u00fcrfen Lehrkr\u00e4fte ihre eigene Meinung sagen?\u201c, weil in meiner Schulzeit genau zu diesem Thema wenig Aufkl\u00e4rung stattfand und Lehrkr\u00e4fte wenig Einblick gegeben haben. Zudem ist es gut vorstellbar, dass dieses Thema f\u00fcr den Beruf als Lehrkraft sehr wichtig und m\u00f6glicherweise entscheidend sein k\u00f6nnte. Der Beutelsbacher Konsens liefert in diesem Zusammenhang eine gute Orientierung und eine gewisse Klarheit. Durch dieses gewonnene Wissen und die Aufkl\u00e4rung habe ich ein viel klareres Bild vom Lehrerdasein und dem richtigen Umgang mit schwierigen und kritischen Themen in den Lerngruppen. Ich bin mir sicher, dass es mir in meiner beruflichen Zukunft weiterhelfen wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>3.) Zu welchen, mindestens zwei, Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Aus der Vorlesung zum Thema \u201eRassismus in der Schule\u201c von Herrn Barasi, fand ich die Thematisierung von folgender Fragestellung sehr interessant: \u201eWoher kommst du eigentlich?\u201c. Dazu haben wir<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>auch ein Video gesehen, in dem diese Frage ironisch an klar erkennbare deutsche Mitb\u00fcrger auf der Stra\u00dfe gestellt wurde. Solche kleinen Alltagsrassismus-Szenarien kann ich mir gut vorstellen, auch in der Zukunft weiter zu thematisieren. Ich denke, dass man intensiver \u00fcber dieses Thema h\u00e4tte sprechen beziehungsweise aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen, beispielsweise in Form von weiteren Vorlesungen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">In der Vorlesung zum Thema \u201eDarf man als Lehrkraft seine Meinung sagen?\u201c wurde eine wirklich sehr wichtige Frage gestellt, und zwar ob diese Thematik nur f\u00fcr den Politikunterricht oder allgemein gilt?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Es ist sehr wichtig da ich aus eigener Erfahrung wei\u00df, dass kritische Themen auch au\u00dferhalb des Unterrichts besprochen werden. Vor allem bei aktuellen Themen besteht immer die M\u00f6glichkeit, dass diese generell im Schulalltag eine Rolle spielt. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Themen und Ansichten in eine Klasse bringen. Das bedeutet, dass Lehrkr\u00e4fte wahrscheinlich nicht darum herumkommen, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">In der Vorlesung haben wir durch den Beutelsbacher Konsens gelernt, dass Lehrkr\u00e4fte ihre Meinung \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen. Ich w\u00fcnsche mir jedoch mehrere Vorlesungen zu diesem Thema, in denen intensiver darauf eingegangen wird, wie man Lehrkraft seine pers\u00f6nlichen Ansichten an die Sch\u00fcler*innen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Aspekte wie K\u00f6rpersprache, Mimik, Gestik, Tonfall und vieles mehr. Es w\u00e4re hilfreich, diese Aspekte auch zu behandeln, damit man besser darauf vorbereitet ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Literaturverzeichnis:<\/span><\/p>\n<ul class=\"ul1\">\n<li class=\"li3\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Gessner, et al. (2016): Beutelsbacher Konsens und die Gefahr der politischen Lethargie.<\/span><\/li>\n<li class=\"li4\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">McAvoy, Paula (2017): Should Teachers Share Their Political Views in the Classroom? In: Bryan R. Warnick und Lynda Stone (Hg.): <i>Philosophy of Education<\/i>.<\/span><\/li>\n<li class=\"li4\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Wehling, Hans-Georg (1977): Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Siegfried Schiele und Herbert Schneider (Hg.): <i>Das Konsensproblem in der politischen Bildung<\/i>. Stuttgart, S. 173-184.<\/span><\/li>\n<li class=\"li4\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><i><\/i>Gomolla, Mechtild &amp; Radtke, Frank-Olaf (2009): <i>Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule<\/i>. Wiesbaden: VS-Verlag.<\/span><\/li>\n<li class=\"li4\"><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Leiprecht, Rudolf (2016): Rassismus. In: Paul Mecheril (Hg.): <i>Handbuch Migrationsp\u00e4dagogik<\/i>. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ABSCHLUSSREFLEXION 1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. 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