{"id":157,"date":"2024-01-23T15:09:47","date_gmt":"2024-01-23T14:09:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/tutoriumcsee\/?p=157"},"modified":"2024-01-23T15:09:47","modified_gmt":"2024-01-23T14:09:47","slug":"sl-ein-kleines-portemonnaie-und-wieso-ich-nicht-mehr-trinken-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/tutoriumcsee\/2024\/01\/23\/sl-ein-kleines-portemonnaie-und-wieso-ich-nicht-mehr-trinken-sollte\/","title":{"rendered":"(SL) Ein kleines Portemonnaie und wieso ich nicht mehr trinken sollte\u2026"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 8pt\">09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu \u201eEinf\u00fchrung in die Ethnologie\u201c | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023\/2024 | 6298972 | Emma Rose | Kurztext<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich bin grade auf dem Heimweg. Es ist f\u00fcnf Uhr morgens, ich bin immer noch leicht betrunken und meine F\u00fc\u00dfe tun weh vom Tanzen. Beim Laufen trete ich fast auf einen kleinen schwarzen Gegenstand der auf dem B\u00fcrgersteig liegt. Ich bleibe stehen und schaue ihn mir genauer an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 12pt\">Es liegt eine kleine schwarze Tasche vor mir. Sie ist aus Leder und an ein paar Stellen sind die N\u00e4hte etwas ausgefranzt. \u00a0Ich nehme die kleine Tasche in die Hand und setze mich auf die Bordsteinkante. Sie ist geformt wie ein kleiner Briefumschlag. Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten den Umschlag zu \u00f6ffnen, zwei St\u00fccke des Leders \u00fcberlappen sich. Ich \u00f6ffne den unteren Lappen. Eine kleine Tasche \u00f6ffnet sich in welcher man wahrscheinlich M\u00fcnzen verstauen kann. Ich glaube es w\u00e4re dort ungef\u00e4hr Platz f\u00fcr eine halbe Kassette.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Ich schlie\u00dfe die Tasche wieder und \u00f6ffne den oberen Lappen, die Tasche klappt auf. Es verbirgt sich dort ein weiteres Fach, in das wahrscheinlich geradeso ein Schein hineinpasst. Beide Taschen sind leer. Von der kleinen Tasche die wahrscheinlich die Funktion eines Portemonnaies erf\u00fcllen soll, geht ein etwas strenger Geruch aus.\u00a0 Ich glaube das so altes Leder riecht. \u00a0Es f\u00fchlt sich sehr weich an. Als ob schon ganz viele Menschen das Portemonnaie ber\u00fchrt haben und das Leder so an St\u00e4rke und Griff verloren hat. Aber gar nicht abgenutzt, sondern als h\u00e4tten die Benutzungen gemacht, dass es sich jetzt richtig anf\u00fchlt.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich starre das Portemonnaie m\u00fcde an. Eine Weile bleibe ich so sitzen und mir fallen fast die Augen zu. Dann stehe ich auf um endlich Nachhause ins Bett zu kommen. Ich packe das Portemonnaie in meine Jackentasche und laufe los. Es wird schon langsam heller und alles was ich h\u00f6re ist V\u00f6gelzwitschern und manchmal entfernte Motorenger\u00e4usche von irgendwelchen Autos. Irgendwann gesellen sich zu diesen Ger\u00e4uschen Schritte. Leise und zaghafte Schritte direkt hinter mir. Ich habe Angst und laufe schneller. Ich traue mich nicht mich umzudrehen. Die Schritte werden schneller und ich fange an zu rennen. Ich bin deutlich schneller als die Person. Im Laufen drehe ich mich also doch um und bleibe abrupt stehen. Hinter mir l\u00e4uft eine alte Frau. Sie winkt mir und ist v\u00f6llig au\u00dfer Atem. Ich laufe ihr langsam entgegen. Ich nehme sie am Arm und schweigend f\u00fchre ich sie zu einer Parkbank die ein paar Meter weiter steht. Ich setze mich neben sie und warte bis sie wieder normal atmet. Ich schaue sie mir genauer an. Sie tr\u00e4gt einen langen, Gift gr\u00fcnen Rock und einen knallroten Pullover. Auf dem Kopf tr\u00e4gt sie einen Braunen runden Hut der mit einer Feder geschm\u00fcckt ist. Irgendwie sieht sie ziemlich cool aus. Sie sieht sehr alt aus. Ich w\u00fcrde sie auf Ende 80 sch\u00e4tzen. Sie schaut mich an, hebt ihre Hand und deutet auf meine Jackentasche. Ich fasse hinein und hole das Portemonnaie heraus. Sie \u00f6ffnet ihre Handfl\u00e4che und ich lege es hinein. Sie nimmt es, \u00f6ffnet es und holt etwas heraus. Ich kann nicht erkennen was es ist und wundere mich das sie \u00fcberhaupt etwas herausholt. Ich h\u00e4tte schw\u00f6ren k\u00f6nnen das es leer war. Sie h\u00e4lt mir die Hand hin und zeigt mir was sie herausgeholt hat. Es ist ein winzig kleiner Eimer. Der Eimer ist bestimmt nur zwei Zentimeter tief. Sie lacht und stellt den Eimer neben uns auf die Bank. Jetzt holt sie noch einen Gegenstand aus dem Portemonnaie. Diesmal ist es eine winzig kleine Wasserflasche. Auch diese stellt sie auf die Bank zum Eimer. Sie greift erneut in die Tasche. Diesmal ist es ein kleines Legom\u00e4nnchen, welches so aussieht als w\u00fcrde es sitzen und schlafen.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Auch das M\u00e4nnchen legt sie auf die Bank. <\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Sie schaut mich an und lacht wieder. Sie nimmt die kleine Flasche und f\u00fcllt das Wasser in den kleinen Eimer. Jetzt schaut sie mich an und gibt mir mit ihren Augen zu verstehen den Eimer zu nehmen. Ich nehme den Eimer und schaue sie an.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Sie zeigt auf das kleine M\u00e4nnchen und gibt mir zu verstehen den Inhalt des Eimers auf das M\u00e4nnchen zu sch\u00fctten. Nach kurzem Z\u00f6gern sch\u00fctte ich also den Inhalt auf das Fig\u00fcrchen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ein kalter Schauer l\u00e4uft mir \u00fcber Kopf und R\u00fccken. Meine Haare kleben mir im Gesicht und ich schlie\u00dfe die Augen. Als ich sie wieder \u00f6ffne und meine Haare aus dem Gesicht wische, sitze ich immer noch auf dem Bordstein, auf den ich mich vorhin gesetzt habe als ich das Portemonnaie fand, nur jetzt bin ich von oben bis unten nass. Verwirrt setze ich mich auf und schaue mich um.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Das Portemonnaie ist weg. Etwas entfernt sehe ich jedoch jemanden gerade um eine Ecke verschwinden.\u00a0 Ich h\u00e4tte schw\u00f6ren k\u00f6nnen aus dem Augenwinkel noch einen Hut mit Feder verschwinden zu sehen.\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 12pt\">Ich stehe auf und mache mich diesmal wirklich auf den Heimweg. Als ich mich wenig sp\u00e4ter ins Bett lege denke ich noch, dass ich am besten erstmal auf Alkohol verzichten sollte.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-162 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/tutoriumcsee\/files\/PHOTO-2023-12-13-15-09-18-e1706018966966-300x234.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/tutoriumcsee\/files\/PHOTO-2023-12-13-15-09-18-e1706018966966-300x234.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/tutoriumcsee\/files\/PHOTO-2023-12-13-15-09-18-e1706018966966.jpg 583w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>09-50-M1-T2: Tutorium 2 zu \u201eEinf\u00fchrung in die Ethnologie\u201c | Tutor: Ben Baumgarten | WiSe 2023\/2024 | 6298972 | Emma Rose | Kurztext &nbsp; Ich bin grade auf dem Heimweg. 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