Warum Perfektionismus für mich keinen Sinn ergibt

Perfektionismus ist für mich etwas was ich nie wirklich nachvollziehen konnte. Der Gedanke, dass man sich mental dauerhaft in die Ruinen treibt, nur um ein gewisses Resultat zu erlangen, war für mich immer fragwürdig. Das „perfekte“ Resultat war es für mich einfach nie wert, dass ich meine mentale Gesundheit dafür opfere. Aber es gibt viele Menschen die genau das tun und am Ende unter totalen burn out leiden.
Es fängt schon in der Schule an. Man hat gute Noten zu schreiben, weil man sonst sitzen bleibt oder die Abschlussnote nicht ausreicht, um später etwas bestimmtes studieren zu können oder eine gewisse Ausbildung zu machen. Der gesellschaftliche Druck ist es, der die Menschen dazu bewegt, sich in diesen Teufelskreis zu begeben, weil das ganze System darauf basier. Vor allem, weil die Welt vom Kapitalismus regiert wird, sind die Menschen Sklaven des Systems geworden, da man immer den maximalen Profit herausschlagen muss. Das findet man dann im Berufsleben wieder. Die Menschen werden also zu Perfektion getrieben. Man muss mehr und mehr tun. Man muss besser sein und besser werden, sonst ist die eigene Arbeit wertlos.

Vor allem, dass viele Menschen ihren Wert oder den Wert ihrer Arbeit mit perfekten Ergebnissen beweisen wollen, ist für mich das schlimmste was die moderne Welt erschaffen hat. (Die Suizidrate in Japan und Süd Korea ist so hoch, weil immer unmögliches von Schülern und Arbeitenden verklangt wird.) Viele leiden auch unter Minderwertigkeitskomplexen und versuchen mit „perfekten“ Ergebnissen diese zu kompensieren, aber wen will man denn eigentlich was vormachen? 1. Es wird immer mehr und mehr von einem verlang, 2. Es wird immer jemanden geben der besser ist, als man selbst, 3. Egal was du machst, nicht jeder wird mit dir zufrieden sein. Man kann es einfach niemanden recht machen, aber trotzdem fällt die gesamte Gesellschaft auf diese Masche rein.

Was ich mir wünsche, ist dass man die Mühen einer Person mal wertschätzt, egal was für ein Ergebnis dabei rauskommt. Denn seine Zeit und seine Kraft in etwas reinzustecken, ist immer etwas bewundernswert, egal welches Ergebnis dabei rauskommt. Und das fehlt definitiv in unserer Gesellschaft.

Eine Sache habe ich über die Zeit realisiert und das ist, dass Perfektion auf diesem Planeten nicht existiert. Die Leute tun so als würde es Perfektion geben, einfach um andere Menschen zu kontrollieren und um diese auszubeuten. Aber wenn man genau darüber nachdenkt, gibts keine richtige Definition dafür, weil die Gesellschaft sowieso immer mehr von dir will. Also warum soll ich dann etwas anstreben was sowieso nicht existiert? Wichtiger ist es sein Bestes zu geben ohne sich selbst damit kaputt zu machen. In seinem eigenen Tempo, mit Fehlern auf dem Weg und mit Wertschätzung seiner eigenen Mühen, denn wir sind keine Maschinen, sonder Menschen. Man sagt doch immer, das kein Mensch Perfekt und fehlerfrei ist, also warum lebt man dann nicht nach dieser Erkenntnis? Perfektion liegt bei Gott und nicht bei uns Menschen und deshalb hat Perfektionismus für mich niemals Sinn ergeben.

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