{"id":127,"date":"2024-01-28T21:52:47","date_gmt":"2024-01-28T20:52:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/taxifahrerinnen\/?p=127"},"modified":"2024-01-28T21:52:47","modified_gmt":"2024-01-28T20:52:47","slug":"ungelesene-buecher-sl_b3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/taxifahrerinnen\/2024\/01\/28\/ungelesene-buecher-sl_b3\/","title":{"rendered":"Ungelesene B\u00fccher (SL_B3)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400\">Ungelesene B\u00fccher<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In meinem Zuhause finden sich Sch\u00e4tze von unsch\u00e4tzbarem Wert \u2013 meine ungelesenen B\u00fccher. Sie sind nicht nur Wissensquellen und Unterhaltung, sondern auch Erz\u00e4hler meiner Lebensgeschichte. Als Erbe sind sie bestimmt, nicht nur aufgrund ihres Inhalts, sondern auch als physische Objekte, untrennbar mit meiner eigenen Geschichte verwoben. Durch zahlreiche Umz\u00fcge haben sie in gr\u00fcnen Kisten ihre Reisen angetreten \u2013 von Verden nach Berlin und von Berlin in den Balkan.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Gro\u00dfstadt hat sie in den unterschiedlichsten Wohnungen ruhen lassen, und viele von ihnen waren meine st\u00e4ndigen Begleiter auf Reisen. Egal ob im Zug, Bus oder Flugzeug, haben sie sich mir auf kurzen und langen Strecken anvertraut. Als Sammlerin von B\u00fcchern lasse ich mich gerne von der Magie des Zufalls leiten, ich stolpere \u00fcber Entdeckungen, die nicht nur literarisch, sondern auch Lebensphasen bezogen sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Nach meiner Ankunft in Bremen habe ich mich endlich dazu durchgerungen, sie zu sortieren. Viele von ihnen fanden ihren Platz im Keller, denn mich g\u00e4nzlich von ihnen zu trennen, w\u00e4re unvorstellbar gewesen. Ein passendes Regal f\u00fcr ihren eigenen und pers\u00f6nlichen Raum haben sie bisher jedoch noch nicht gefunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrend dieser Aufr\u00e4umaktion bin ich auf ein besonders treffendes Vorwort gesto\u00dfen \u2013 das Vorwort zu einem Buch von Elias Canetti. Es scheint, als h\u00e4tte der Autor die Verbindung zu seinen B\u00fcchern genauso intensiv erlebt wie ich, und seine Worte resonieren mit meiner eigenen Erfahrung des Sammelns, Lesens und Bewahrens. In meinen ungelesenen B\u00fcchern liegt nicht nur Wissen, sondern auch die Geschichte meiner Reisen, Umz\u00fcge und Entdeckungen, eingefangen zwischen den Seiten und im Gewicht jeder gr\u00fcnen Kiste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u201cEs gibt viele B\u00fccher , die man zwanzig Jahre bei sich hat, ohne sie zu lesen, die man immer in der N\u00e4he h\u00e4lt [&#8230;]&#8220; Dann, nach zwanzig Jahren, kommt ein Augenblick, da man pl\u00f6tzlich, wie unter einem sehr hohen Zwang, nichts anderes tun kann, als gerade so ein Buch von Anfang zu Ende und in einem Zuge aufzunehmen: Es wirkt wie eine Offenbarung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">\u00a0[&#8230;] welcher Idiot w\u00fcrde zu behaupten wagen, da\u00df immer dasselbe drinstand.&#8220;<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungelesene B\u00fccher In meinem Zuhause finden sich Sch\u00e4tze von unsch\u00e4tzbarem Wert \u2013 meine ungelesenen B\u00fccher. 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