Im Zuge der Inklusion haben sich das Berufsbild und die Aufgabenfelder von Lehrkräften verändert. Beziehen Sie Stellung zu den Veränderungen

Die Inklusion ist das Gegenteil von der Ausgrenzung und bedeutet im allgemeinen wörtlich übersetzt Zugehörigkeit. Ich denke, man kann von erfolgreicher Inklusion sprechen, wenn jeder Mensch mit oder ohne Behinderung an dem ,,normalen“ Alltagsleben teilhaben kann. Das bedeutet, der Mensch kann beispielsweise uneingeschränkt in die Schule oder zur Arbeit und hat seine Freizeit. Jetzt stellt sich die Frage, wie die Lehrkräfte mit dieser Inklusion in ihren Klassenzimmern umgehen sollen.

Ist es möglich für eine Lehrperson den Unterricht in einer inklusiven Klasse so zu gestalten, dass Schüler mit einer Behinderung nicht ausgeschlossen oder abgestuft werden? 

Das würde bedeuten, dass der Lehrer jeden einzelnen Schüler mit seinen eigenen Vorraussetzungen optimal fördern müsste. Ist das in der Praxis umsetzbar?

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Veränderung des selektiven Schulsystems zu einem inklusiven, eine langjährige, schwierige Aufgabe für die Lehrkräfte darstellen wird, dessen Lösung sich nicht von heute auf morgen ergeben wird. Außerdem denke ich , dass diese Aufgabe der Inklusion für eine einzelne Lehrperson viel zu groß ist. Eine Möglichkeit wäre es beispielsweise, dass so eine inklusive Klasse nicht mehr von nur einem Lehrer sondern von zwei oder drei Lehrern unterrichtet wird. Eine andere Möglichkeit wäre, die Klassen so zu dezimieren, dass es möglich ist für einen Lehrer, den Überblick zu behalten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass der Gedanke der Inklusion eine sehr gute, umsetzbare Idee ist, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Lehrer Unterstützung in Form von Pädagogen oder weiteren Lehrkräften bekommen. Es ist wichtig, dass die Pädagogen und der Lehrer gemeinsam versuchen Konzepte zu entwickeln, die den gemeinsamen Unterricht erleichtern und voranbringen.  Ein einzelner Lehrer wird es niemals hinbekommen, alle diesen Bedingungen die einem abverlangt werden, gerecht zu werden.

Ein Gedanke zu „Im Zuge der Inklusion haben sich das Berufsbild und die Aufgabenfelder von Lehrkräften verändert. Beziehen Sie Stellung zu den Veränderungen“

  1. Hallo Taner,
    ich stimme dir darin zu, dass Inklusion als fortschreitender Prozess und nicht als überstürzte Handlung angesehen werden darf. Es ist wichtig, dass sowohl Lehrer als auch Schüler auf die neuen Situationen vorbereitet werden.
    Ebenso wie du erachte ich es für schwierig die Verantwortung einer Inklusionsklasse nur einem einzelnen Lehrer aufzuerlegen. Ziel der Inklusion sollte, wie du schon sagst, eine Zugehörigkeit/Anerkennung für mehr oder weniger eingeschränkte Schüler in der Gemeinschaft schaffen und die Angst vor dem Umgang und der Interaktion mit diesen beheben bzw. ein Aufkommen dieser vermeiden. Da diese Schüler meist individuellere/ andere Lernmethoden parallel zu den „normalen“ Schülern benötigen und z.T. auch eine größere Hilfestellung ist dies für einen Lehrer allein schwer meisterbar. Vor allem wenn die Förderung der anderen Schüler nicht darunter leiden soll. Daher stimme ich dir zu dass Inklusionsklassen nur durch die Unterstützung einer zweiten Lehrkraft bzw. von Sonderpädagogen funktionieren können. Diese Sonderpädagogen sollten nicht nur der Unterstützung der Kinder mit Einschränkungen sondern auch der Beratung der Lehrkräfte im Hinblick auf den besonderen Förderbedarf dienen. Dies ist vor allem sinnvoll, da viele Lehrkräfte nicht für diese spezielle Aufgabe ausgebildet oder darauf vorbereitet wurden.
    Zusätzlich zu deinen Vorschlägen wären sicherlich Lehrerfortbildungen, welche den Einstieg in und die fortlaufende Umsetzung von Inklusionsklassen unterstützen und begleiten sehr sinnvoll.

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