{"id":52,"date":"2022-11-09T16:18:16","date_gmt":"2022-11-09T15:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/?p=52"},"modified":"2022-12-07T10:32:55","modified_gmt":"2022-12-07T09:32:55","slug":"ein-zweiter-neuanfang-emmy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/t2g4neu\/2022\/11\/09\/ein-zweiter-neuanfang-emmy\/","title":{"rendered":"Ein zweiter Neuanfang, Emiy"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich im vergangenen Jahr etwas lernen musste, dann wahrscheinlich das. Egal was man sich ausmalt, plant und hofft, am Ende hat man einfach keinen Einfluss auf alles und die Garantie, dass etwas genauso kommt wie man es sich w\u00fcnscht ist niemals bei 100%.<\/p>\n<p>Vor genau einem Jahr habe ich mein erstes Studium an der Eberhard-Karls Universit\u00e4t in dem Fach Koreanistik in T\u00fcbingen begonnen. Damals war ich fest \u00fcberzeugt ich k\u00f6nne einen Umzug 6 Stunden entfernt von allem mir bekannten gut gebrauchen. Frische Luft und Platz genau die Person zu sein, die ich glaubte in einer 13.000. Einwohner Ortschaft nicht sein zu k\u00f6nnen. Niemals h\u00e4tte ich dabei erwartet, dass nicht nur zu wenig Platz ein Problem sein k\u00f6nnte, sondern auch zu viel.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dort angekommen ging f\u00fcr mich die H\u00f6lle los und es dauerte nicht lange bis sich die psychische Belastung auch auf mein physisches Wohlbefinden ausgewirkt hat und ich so krank wurde, dass ich mich nur noch zur\u00fcckgezogen habe und die Tage abwartete um zur\u00fcck nach Hause zu kommen, wo ich dann auch blieb und das Studium nach 4, zum gr\u00f6\u00dften Teil unerf\u00fcllten Wochen, aufgab.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ohne Zweifel war dies die richtige Entscheidung f\u00fcr mich, doch das nahm dem ganzen nicht die Tragik und die Sorgen, die ich mir danach machte. Die gesamte Abitur Phase verbrachte ich damit zu planen, zu tr\u00e4umen, zu hoffen und das Endergebnis, wobei ich mir so sicher war es sei das richtige f\u00fcr mich, einfach so dahin. Nun m\u00fcssen Alternativen her. Einen Aushilfsjob in eine Buchhandlung konnte ich ja schlie\u00dflich nicht immer machen und auch die Arbeit im Testzentrum war absehbar.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die kulturelle Richtung hatte mich aber nicht losgelassen. Wenn ich Studiere, dann schon etwas in dem Bereich der mich schon immer interessiert hat. Vielleicht war Koreanistik zu spezifisch? Vielleicht w\u00e4re ein Studiengang mit mehr M\u00f6glichkeiten zur Personalisierung besser f\u00fcr mich?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als die Bewerbungsphase startete bewarb ich mich an vielen Universit\u00e4ten im Kultur-, Medien- und Politikbereich. Jeder kennt es, die Ungewissheit, keine andere M\u00f6glichkeit haben als abzuwarten, noch nicht wissen, wo man in einigen Wochen Leben wird und sich einem komplett neuen Umfeld anpassen muss.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Nach ungef\u00e4hr 3 Monaten des Wartens, hat sich alles ergeben. Ich nahm das Studium der Kultur- und der Politikwissenschaft an der Universi\u00e4t Bremen an, bekam schnell einen Platz im Wohnheim \u201eEmmy\u201c. Das war es nun, die neue Stadt in der ich leben w\u00fcrde, die Universit\u00e4t, die ich besuchen w\u00fcrde und womit ich den Anfang meiner Zwanziger erstmal verbringen w\u00fcrde.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Vielleicht macht mir das vorherige Studium den Anfang leichter, da ich alles in einer anderen Form schonmal gemacht habe, aber vielleicht auch schwieriger, da ich beim ersten Mal mich so geirrt habe und so viel Entt\u00e4uschung von mir selbst einstecken musste. Die Wochen bevor das Studium losging waren eine turbulente Achterbahnfahrt der Gef\u00fchle. Ist studieren \u00fcberhaupt das was ich will? Was wenn ich mich wieder irre? Was wenn die Leute mich nicht m\u00f6gen? Und so viel mehr Fragen kreisten ihre Runden in meinen Gedanken.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Was ich dabei zu vergessen schien war: Aller Anfang ist schwer. Jeder von uns f\u00e4ngt gerade erst an, hat auch etwas abgebrochen und ist vielleicht auch ganz neu hergezogen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als die O-Woche begann stellte ich schnell fest, dass die Menschen in meinem Studiengang sehr freundlich sind, der Umgang miteinander hat keine besonderen Regeln nur weil wir an einer Universit\u00e4t sind, alle m\u00f6chten wissen, wie es weiter geht, wer dabei ist, was wir voreinander lernen k\u00f6nnen. Wir haben viele Dinge zusammen gemacht, bei denen man auch immer wieder mit neuen Mitstudierenden ins Gespr\u00e4ch kam und erneut feststellen konnte wie unterschiedlich die Menschen sind, aber auch wie spannend und bereichernd es ist von so vielen Meinungen, Geschichten und M\u00f6glichkeiten umgeben zu sein. Der Studiengang gef\u00e4llt mir auch sehr gut. Einige Themen habe ich erwartet, andere \u00fcberraschten mich, da ich nie dar\u00fcber nachgedacht habe, dass sie zur Kulturwissenschaft geh\u00f6ren. Alles in allem ist dies f\u00fcr jeden von uns eine Zeit des Wachstums, die Zeit in der wir herausfinden wer wir sein wollen, wo wir hin wollen und uns von allem neuen was wir sehen und dazulernen inspirieren lassen.<\/p>\n<p>Soweit bin ich mit den Zuf\u00e4llen, Entscheidungen und Taten die mich hierhin gef\u00fchrt haben zufrieden, auch wenn ich mir oft gew\u00fcnscht habe anderes w\u00e4re passiert, kommt es am Ende wahrscheinlich doch immer anders und es ist immer nur die Frage, was wir aus der Situation, die uns gegeben wurde, machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich im vergangenen Jahr etwas lernen musste, dann wahrscheinlich das. Egal was man sich ausmalt, plant und hofft, am Ende hat man einfach keinen Einfluss auf alles und die Garantie, dass etwas genauso kommt wie man es sich w\u00fcnscht ist niemals bei 100%. 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